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Hallebune

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Hallebune
Zeitliches Auftreten
Mittleres Eozän
Erdzeitalter-Vorlage: Unbekannter Parameterwert!Vorlage:Erdzeitalter/Wartung/Parameterfehler bis Erdzeitalter−Vorlage: Unbekannter Parameterwert!Vorlage:Erdzeitalter/Wartung/Parameterfehler Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Säugetiere (Mammalia)
Höhere Säugetiere (Eutheria)
Laurasiatheria
Paarhufer (Artiodactyla)
Choeropotamidae
Hallebune
Wissenschaftlicher Name
Hallebune
Erfurt & Sudre, 1995

Hallebune ist ein ausgestorbener Vertreter der Paarhufer und lebte während des Mittleren Eozäns vor rund 45 Millionen Jahren im heutigen Europa. Nachgewiesen ist er über wenige Gebissreste, die aus dem Geiseltal in Sachsen-Anhalt stammen. Er war ein Angehöriger der heute ausgestorbenen Familie der Choeropotamidae und gehört dadurch in eine nähere Verwandtschaft zu den heutigen Flusspferden. In seinem Habitus war Hallebune vergleichbar zu anderen frühen Paarhufern sehr klein.

Merkmale[Bearbeiten]

Hallebune stellt einen urtümlichen und kleinen Vertreter der Paarhufer dar, der nur über einige wenige Gebissreste bekannt ist. Diese umfassen die hintere Bezahnung sowohl des Ober- als auch des Unterkiefers. Dabei waren die Prämolaren und Molaren niederkronig (brachyodont) geformt und wiesen eine höckerig gestaltete Kauoberfläche mit charakteristischen Zahnschmelzbuckeln auf (bunodont). Die drei- bis viereckigen Prämolaren besaßen jeweils einen oder zwei Buckel, zudem war der letzte Prämolar äußerst langgestreckt. Die Molaren waren viereckig gestaltet und hatten im Oberkiefer fünf, im Unterkiefer dagegen vier Höcker, was Hallebune in die Nähe von Masillabune und Haplobunodon stellt. Die Größe der Molaren variierte von 4,2 beim ersten bis 5,2 mm beim letzten.<ref name="Erfurt u. a. 1995" /><ref name="Erfurt et al. 2007" />

Fossilüberlieferung[Bearbeiten]

Hallebune ist ein sehr seltenes Faunenelement, das bisher nur aus der Oberen Mittelkohle des Geiseltales in Sachsen-Anhalt nachgewiesen ist. Insgesamt sind sieben Fragmente des Ober- und Unterkiefers bekannt, einschließlich einiger Milchzähne, die aus den Tagebauen Cecilie und Leo stammen. Die Funde datieren durch ihre Lage in der Oberen Mittelkohle in das Mittlere Eozän und sind etwa 45 Millionen Jahre alt.<ref name="Erfurt u. a. 1995" />

Systematik[Bearbeiten]

Innere Systematik der fossilen Familie Choeropotamidae nach Hooker et al. 2001<ref name="Hooker u. a. 2001"/>
  Choeropotamidae 




 Amphirhagatherium


   

 Rhagatherium


   

 Hallebune


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 Haplobunodon


   

 Choeropotamus


   

 Thaumastognathus


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 Lophiobunodon


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 Masillabune


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 Cuisitherium


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Hallebune ist eine Gattung aus der ausgestorbenen Familie der Choeropotamidae. Die Gruppe wird durch bunoselenodonte Molaren und einer Lücke zwischen den ersten beiden Prämolaren gekennzeichnet.<ref name="Erfurt et al. 2007" /> Aufgrund ihres charakteristischen Kaumusters der Mahlzähne galten sie ursprünglich als näher verwandt zu den Flusspferden (Hippopotamidae) einschließlich der Anthracotheriidae als deren potenzielle Vorläufer, wurden aber auch mit den Schweineartigen (Suina) in Verbindung gebracht. Die meisten Wissenschaftler fassen sie heute als einen Teil einer Gruppe früher Paarhufer auf, die im Paläogen im westlichen Eurasien endemisch verbreitet war und deren genaueren Beziehungen unklar sind.<ref name="Hooker u. a. 2001" /><ref name="Erfurt et al. 2007" /> Innerhalb der Choeropotamidae stellt Hallebune einen sehr urtümlichen und kleinen Vertreter dar. Zu den nächsten Verwandten gehören Rhagatherium, Haplobunodon sowie Amphirhagatherium und Masillabune, die letzten drei sind ebenfalls durch Fossilfunde aus dem Geiseltal belegt.<ref name="Erfurt 1995" /> Ursprünglich wurde Hallebune aufgrund der fünfhöckerigen Oberkiefermolaren zu den Haplobunodontidae gestellt,<ref name="Erfurt u. a. 1995" /> neuere Untersuchungen vereinen diese allerdings mit den Choeropotamidae.<ref name="Erfurt et al. 2007" /> Andere Autoren befürworten jedoch eine Aufteilung der Haplobunodontidae und der Choeropotamidae, wobei letztere dann Hallebune und Amphirhagatherium einschließen würden, erstere hingegen Haplobunodon.<ref name="Lucciano et al. 2020"/>

Es ist nur eine Art bekannt: H. krumbiegeli. Die Gattung erhielt 1995 durch Jörg Erfurt und Jean Sudre auf Grundlage der Geiseltaler Funde ihre Erstbeschreibung. Der Holotyp (Exemplarnummer GMH Ce IV-3925) stellt ein Oberkieferfragment mit anhaftenden Molaren und den hintersten Prämolaren dar. Dieser ist Bestandteil der Geiseltalsammlung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Der Gattungsname Hallebune setzt sich aus dem Namen der Stadt Halle, in der sich die Geiseltalsammlung befindet, und dem griechischen Wort βουνόν (bounon „Hügel“) zusammen. Letzteres bezieht sich auf die typische Gestaltung der Molarenkauflächen. Der Artname krumbiegeli ehrt Günter Krumbiegel, der bis 1989 als Leiter der Geiseltalmuseums die Sammlung betreute.<ref name="Erfurt u. a. 1995" />

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Erfurt u. a. 1995">Jörg Erfurt, Jean Sudre: Un Haplobunodontidae nouveau, Hallebune krumbiegeli nov. gen. nov. sp. (Artiodactyla, Mammalia) dans L'Eocene Moyen du Geiseltal pres Halle (Sachsen-Anhalt, Allemagne). In: Palaeovertebrata. 24 (1–2), 1995, S. 84–99.</ref> <ref name="Hooker u. a. 2001">Jerry J. Hooker, Katherine M. Thomas: New species of Amphirhagatherium (Choeropotamidae, Artiodactyla, Mammalia) from the late Eocene Headon Hill Formation of Southern England and phylogeny of endemic European Anthracotheroids. In: Palaeontology. 44 (5), 2001, S. 827–853.</ref> <ref name="Erfurt 1995">Jörg Erfurt: Taxonomie der eozänen Artiodactyla (Mammalia) des Geiseltales mit besonderer Berücksichtigung der Gattung Rhagatherium. In: Hallesches Jahrbuch für Geowissenschaften. B 17, 1995, S. 47–58.</ref> <ref name="Lucciano et al. 2020">Vincent Luccisano, Jean Sudre und Fabrice Lihoreau: Revision of the Eocene artiodactyls (Mammalia, Placentalia) from Aumelas and Saint-Martin-de-Londres (Montpellier limestones, Herault, France) questions the early European artiodactyl radiation. Journal of Systematic Palaeontology 18 (19), 2020, S. 1631–1656, doi:10.1080/14772019.2020.1799253</ref> <ref name="Erfurt et al. 2007">Jörg Erfurt und Grégoire Métais: Endemic European Palaeogene artiodactyls. In: Donald R. Prothero und Scott E. Foss (Hrsg.): The Evolution of Artiodactyls. Johns Hopkins University, Baltimore 2007, S. 59–84</ref> </references>