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Hans Mokka

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Datei:Hans Mokka.jpg
Hans Mokka, um 1940

Hans Mokka, Pseudonyme Peter Andres, Christian Schwärmer,<ref name="Totok">William Totok: Bibliotecar la Auschwitz - Bibliothekar in Auschwitz. In: Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik, 7. November 2011, teils in rumänischer Sprache</ref> Adalbert Rantschek<ref>Irene Mokka, Horst Fassel (Hrsg.): Tagebuch 1948–1973, AT Edition, LIT Verlag, Münster, 2007, ISBN 3-89781-128-6, 347S., S. 24</ref> (* 16. Mai 1912 in Temesvár, Komitat Temes, Königreich Ungarn, Österreich-Ungarn; † 9. Januar 1999 in Darmstadt)<ref>Siebenbürger Zeitung, Folge 13, 15. August 1999, S. 10</ref> war ein deutscher Sänger klassischer Musik und Literat.<ref>Joachim Wittstock: Schriftsteller in Hermannstadt/Sibiu während der „Jahre der Volksmacht“ (vor und nach 1960), 41S., S. 42</ref>

Leben[Bearbeiten]

Hans Mokka wuchs in der Rosengasse im Stadtteil Iosefin von Timișoara auf.<ref name=OstdtBio /> Bis 1926 besuchte er das Piaristengymnasium.<ref name="Gyula">Dávid Gyula: Romániai magyar irodalmi lexikon. Szépirodalom, közírás, tudományos irodalom, művelődés III. (Kh–M). Főszerk. Eintrag: Mokka, Hans, Kriterion Verlag, Bukarest, 1994, ISBN 9-73260-369-0, in ungarischer Sprache</ref> Darauf begann er eine Lehre als Buchdrucker. Während dieser Zeit gründete er im Arbeiterheim einen Literaturzirkel für Jungbuchdrucker. In den späten 1930er Jahren wurde er zum technischen Leiter eines Verlagshauses ernannt und war dort bis 1944<ref name="Gyula" /> beschäftigt. Mokka nahm Geigenunterricht beim Béla Tomm<ref name=OstdtBio /> und ließ sich in Timișoara und München<ref name="Gyula" /> zum Bariton ausbilden. Seine ersten Aufführungen von Opern und Operetten fanden ein geneigtes Publikum, so wurde er nach Beginn des Zweiten Weltkriegs einem Fronttheater zugeteilt. Mokka geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft und kehrte 1947 nach Timișoara zurück.<ref name=OstdtBio /> Nach einem halben Jahr Untersuchungshaft<ref name=OstdtBio /> ehelichte er 1948<ref name="Achimescu">Ildico Achimescu: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Jurnalele Irenei. (Memento vom 21. Februar 2014 im Internet Archive) In: Bănățeanul vom 2. Februar 2006, in rumänischer Sprache.</ref> die Pianistin und Lyrikerin Irene Mokka.<ref Name="dradio">Susanne Führer: "Da wurde Rufmord begangen gegen Autoren." Schriftsteller Richard Wagner greift Banater Schwaben an. In: Deutschlandradio Kultur, 21. Dezember 2009</ref> In Timisoara war er bis 1956 als Opernsänger und von 1957 bis 1968 als Schauspieler am Deutschen Staatstheater Temeswar tätig. Zwischen 1956 und 1968 wirkte er im Bachchor von Sibiu und als Solist.<ref name="Gyula" /> Nach dem Tod seiner Ehefrau Irene 1973 wirkte Hans Mokka vor allem bei musikalischen Veranstaltungen in Kirchen in Timișoara und bei volkstümlichen Kulturereignissen mit.<ref name=OstdtBio />

Schriftstellerisch äußerte sich Hans Mokka als Arbeiterdichter zuerst in ungarischen, dann in deutschen Versen. Seine ersten Gedichte veröffentlichte er 1928 in einer Schülerzeitung. 1938 und 1939 erschienen seine ersten Gedichtbände als Privatdrucke. Nach 1948 schrieb er neben seinen Publikationen in der „Temesvarer Zeitung“ auch in vielen deutschsprachigen Periodika Rumäniens<ref name=OstdtBio /> sowie in den ungarischen Zeitungen Utunk, Igaz Szó, A Hét, und Előre.<ref name="Gyula" /> Während der Zeit des Stalinismus publizierte er zahlreiche „proletkultistische Texte“ und später einige „didaktizistische Jugendbücher“. Mokka war Mitautor der Anthologien „Friede und Aufbau“ (1950), „Deutsche Dichter der RVR (Rumänischen Volksrepublik)“ (1953), „Deutsche Erzähler der RVR“ (1955). Sein Zyklus „Erlebnisse in der Sowjetunion“ erschien in dem letztgenannten Sammelband. Dazu gehört auch das Prosastück „Der zerbrochene Hammerstiel“. 1971 erschienen patriotische Texte Mokkas in der rumänischen Propagandaanthologie „Înfrăţiţi slăvim partidul“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)).<ref name="Totok" /> In den 1960er Jahren veröffentlichte er unter anderem auch in Deutschland und Österreich.<ref name=OstdtBio>Hans Mokka. In: Ostdeutsche Biografie (Kulturportal West-Ost)</ref> 1991 emigrierte Mokka nach Deutschland und ließ sich in Darmstadt nieder.

Gemäß der Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller war Hans Mokka „ein wichtiger Zuträger“ des ehemaligen rumänischen Geheimdienstes Securitate, „der über alle Autoren der Aktionsgruppe Banat berichtet hat und häufig mit Aufträgen der Securitate aus Rumänien nach Deutschland kam.“<ref Name="Tagblatt 14. April 2010">Wilhelm Triebold: „Weder erhärten noch entkräften.“ Herta Müller fordert externen Sachverstand bei Aufklärung von Spitzelvorwürfen gegen Horst Fassel. In: Schwäbisches Tagblatt, 14. April 2010</ref> Auch die rumäniendeutschen Schriftsteller Richard Wagner<ref>Richard Wagner: Kam die Securitate bis Tübingen oder war es bloß die Landsmannschaft der Banater Schwaben? In: Achse des Guten, 12. April 2010</ref> und William Totok<ref name="Totok" /> erhoben Vorwürfe über eine Agententätigkeit Mokkas von 1962 bis 1989, der in den Akten des Nationalen Rats für das Studium der Archive der Securitate unter den Codenamen Mayer<ref name="Tagblatt 12. Juli 2010">Wilhelm Triebold: Spitzelvorwurf gegen Horst Fassel erneuert. „Ich bin nicht Filip“., In: Schwäbisches Tagblatt, 12. Juli 2010</ref> und Hans Müller<ref>William Totok: "Mayer". Dialoge. In: Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik, 14. Oktober 2010</ref> geführt worden sein soll. Die eingesehenen Unterlagen beschreiben weiter, dass Mokka bei einer Befragung 1962 geäußert haben soll, 1943 Mitglied der Waffen-SS geworden zu sein und dass er als Wächter und Bibliothekar im KZ Auschwitz und 1945 als Koch im KZ Ravensbrück tätig gewesen sei. In Auschwitz habe er auch für Offiziere des Lagers gesungen.<ref name="Totok" />

Ehrungen[Bearbeiten]

  • Preis der Bukarester Zeitung Neuer Weg, 1953<ref name="Totok" />

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Stille Jugendtage, 1938
  • Improvisationen, 1943
  • Das Durchgangszimmer, Einakter, 1957
  • Spitzbuben, Einakter, 1958
  • Licht im Dorf, Schwank in zwei Bildern, 1959
  • Die Hahnenfeder, Jugendverlag, Bukarest, 1967
  • Urlaubsfreuden, Szenette, 1968
  • Traumboot, Editura Kriterion, Bukarest, 1971
  • Das Lebenselixier, Theaterstück, Rat für Kultur und sozialistische Erziehung, Bukarest, 1985
  • Innere Landschaft. Gedichte, Albatros Verlag, Bukarest, 1985
  • Traumhansl und Traumlieschen. Märchen und Volkserzählungen aus Temeswar, Ion Creangă Verlag, Bukarest, 1985
  • Das unerwartete Geschenk. Anekdoten, Editura Kriterion, Bukarest, 1987
  • Fröchliche Flunkereien, Ion Creangă Verlag, 1989, ISBN 9-73250-109-X
  • Promenada amintirilor, Excelsior Verlag, 1992, ISBN 973-9015-25-5
  • Der Stromonkel und das Wassermännlein, Editura Kriterion, Bukarest, 1992
  • Erlebtes Temeswar: Alttemeswarer Mosaik, Elwert Verlag, Marburg, 1992, ISBN 3-77080-994-7
  • Cadențe timișorene, Excelsior Art Verlag, ISBN 9-73901-562-X
  • Umbre sub stele, Excelsior Art Verlag, ISBN 9-73901-554-9

Mitverfasser von:

  • Friede und Aufbau, Anthologie, 1950
  • Deutsche Dichter der RVR, Anthologie, 1953
  • Deutsche Erzähler der RVR, 1955
  • Das Lied der Unterdrückten, 1963
  • Lirica Timisoreana, 1970
  • Monumentul iubirii (Das Monument er Liebe), 19711
  • Infratiti slavim partidul (Verbrüdert lobpreisen wir die Partei), 1971
  • Jahrbuch deutscher Dichtung, 1978


Schallplatten:

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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