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Harmika

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Datei:Sanchi2.jpg
Harmika-Zaun auf dem 'Großen Stupa' von Sanchi

Mit dem Begriff Harmika wird ein zaunartiges oder würfelförmiges Gebilde auf buddhistischen Stupas bezeichnet, welches später auch eine geschlossene Kastenform annehmen konnte.

Etymologie[Bearbeiten]

Die Herkunft des Begriffs harmika ist letztlich unklar; die meisten Forscher bringen das Sanskrit-Wort hammiya (= „Haus“ oder „Pavillon“) ins Spiel, weil an einigen frühen harmikas noch kleine Blendfenster (chandrasalas) zu erkennen sind, die als Abbreviation für 'Haus' gedeutet werden können.

Geschichte und Funktion[Bearbeiten]

Auch wenn sich dergleichen Dinge nicht erhalten haben, steht zu vermuten, dass bereits vorbuddhistische Baumheiligtümer, Altäre, Schreine etc. mittels hölzernen oder geflochtenen Einzäunungen vor freilaufenden Tieren geschützt wurden.<ref>Adrian Snodgrass: The Symbolism of the Stupa. M. Banarsidas Publ., Delhi 1992, S. 154 (Abb. 89a und b), ISBN 81-208-0781-2.</ref> Überdies wurde auf diese Weise der sakrale Bereich vom weltlichen abgegrenzt. In Form von Steinzäunen (vedikas und harmikas) haben sich derartige Zäune an den Stupas von Sanchi noch erhalten.

Datei:Bedse Caves.jpg
Stupa mit abgetrepptem harmika-Aufsatz und zentraler Stange (yasti)

Vom Bharhut-Stupa sind noch Teile der äußeren Umzäunung (vedika) erhalten; diese befinden sich heute im Indian Museum in Kalkutta.

Den Stupas wurde regelmäßig ein – auf einer zentralen Stange (yasti) ruhender – Schirm (chhatra) aufgesetzt, der von einer quadratischen harmika eingezäunt war. An den vielen innerhalb von Chaitya-Hallen befindlichen Stupas sowie bei den späteren nepalesischen Stupas von Bodnath und Swayambunath (Nepal) wurde daraus ein würfelförmiges – nach oben abgetrepptes und nach außen vorkragendes – Element, das die zentrale Stange umschließt und manchmal als Reliquienbehältnis gedeutet wird (vgl. auch Anuradhapura, Sri Lanka).

Harmika bzw. Vedika als Dekormotiv[Bearbeiten]

Datei:StupaCircumDevotees.jpg
Stupa mit harmika-Dekor

Allmählich wurde aus den zaunförmigen harmikas und vedikas eine Art religiöses Ehren- oder Hoheitszeichen ohne jegliche praktische Bedeutung bzw. ein Dekormotiv, das sich in vielen buddhistischen Höhlenklöstern (Ajanta, Ellora, Karli, Bhaja, Bedsa, Nashik, Aurangabad) sowohl an den Stupas und Außenfassaden einiger Chaitya-Hallen als auch an den Wänden etlicher viharas findet.

Symbolik[Bearbeiten]

Mit zunehmender Intellektualisierung oder Esotherisierung des Buddhismus wurde der quadratische bzw. würfelförmige harmika-Aufsatz als 'Altar', 'Weltenbaum' oder als 'Einfassung der Weltachse' (axis mundi) gedeutet und/oder mit den Elementen 'Feuer' und 'Erde' gleichgesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Adrian Snodgrass: The Symbolism of the Stupa. Motilal Banarsidass, Delhi 1992, S. 246ff, ISBN 81-208-0781-2.
  • Le Huu Phuoc: Buddhist Architecture. Grafikol 2010, S. 149ff, ISBN 978-0-9844043-0-8 [1] (engl.)
  • Robert Knox: Amaravati. Buddhist Sculpture from the Great Stupa. British Museum Press, London 1992, ISBN 0-7141-1452-9

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Stupas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />