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Haselwurzen

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Haselwurzen

Gewöhnliche Haselwurz (Asarum europaeum), Illustration

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Magnoliids
Ordnung: Pfefferartige (Piperales)
Familie: Osterluzeigewächse (Aristolochiaceae)
Unterfamilie: Asaroideae
Gattung: Haselwurzen
Wissenschaftlicher Name
Asarum
L.

Die Pflanzengattung der Haselwurzen (Asarum) gehört in die Unterfamilie der Asaroideae innerhalb der Familie der Osterluzeigewächse (Aristolochiaceae). Die etwa 90 bis 100 Arten sind auf der Nordhalbkugel verbreitet.

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten]

Bei Asarum-Arten handelt es sich um ausdauernde, laubabwerfende bis immergrüne krautige Pflanzen. Sie bilden Rhizome. Die oberirdischen Pflanzenteile sind meist behaart. An der Sprossachse befinden sich dreieckige Niederblättern. Die wechselständig und zweizeilig angeordneten, lang gestielten Laubblätter sind einfach, rundlich bis nierenförmig oder herzförmig. Der Blattrand ist glatt.

Datei:Asarum europaeum flowerdiagram.png
Blütendiagramm von Asarum europaeum

Die Blüten stehen einzeln meist in Bodennähe; Hochblätter sind nicht vorhanden. Die zwittrigen Blüten sind meist radiärsymmetrisch, selten schwach zygomorph. Es sind nur drei mehr oder weniger stark verwachsene Blütenhüllblätter vorhanden. Sie besitzen zwölf, in zwei Kreisen gegliederte Staubblätter. Die Fruchtknoten sind unter- bis oberständig.

Es werden sechsklappige Kapselfrüchte gebildet. Die Samen tragen Elaiosomen und werden von Ameisen verbreitet (Myrmekochorie).

Inhaltsstoffe und Giftigkeit[Bearbeiten]

Das Rhizom enthält kampferartige, ätherische Substanzen, die schleimhautreizend, brech- und niesreizanregend wirken und innere Blutungen auslösen können (Gastroenteritis).

Alle Pflanzenteile enthalten ätherische Öle, deren Bestandteil Asaron giftig ist; die ganze Pflanze wird als schwach giftig eingestuft.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die euroasiatisch-nordamerikanisch verbreitete Gattung umfasst weltweit etwa 90 bis 100 Arten. Der Schwerpunkt der Artenvielfalt ist Südostasien. Allein 39 Arten kommen in China vor, von denen 34 nur dort heimisch sind. In Mitteleuropa kommt nur die Art Gewöhnliche Haselwurz (Asarum europaeum) vor.

Die Gattung Asarum wurde 1753 mit der Typusart Asarum europaeum durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 1, Seite 442 aufgestellt.<ref name="Tropicos" /> Eine Deutung des Gattungsname Asarum leitet sich aus dem griechischen Wort asaron = zweiglos also unverzweigt her. Die andere Deutung ist, dass Asarum in der griechischen Sprache für eine Pflanzenart verwendet wurde, allerdings weiß man nicht, um welche Art es sich handelte.<ref name="FoNA" /> Synonyme für Asarum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind: Asiasarum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.F.Maek., Geotaenium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.F.Maek., Heterotropa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.C.Morren & Decne., Japonasarum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Nakai.<ref name="GRIN" />

Bei einigen Autoren sind etwa zehn nordamerikanische Arten (Asarum arifolium, Asarum contractum, Asarum lewisii, Asarum minus, Asarum naniflorum, Asarum rhombiforme, Asarum shuttleworthii, Asarum speciosum, Asarum virginicum) in eine eigene Gattung Hexastylis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf. ausgegliedert<ref name="FoNA" />.

Arten (Auswahl)[Bearbeiten]

Datei:Asarum blumei 9.JPG
Blüte von Asarum blumei
Datei:Asarum canadense - wild ginger - desc-view into flower.jpg
Blick in die Blüte von Asarum canadense
Datei:Asarum canadense.jpg
Habitus und Blätter von Asarum canadense
Datei:Asarum caudatum 2.jpg
Geschwänzte Haselwurz (Asarum caudatum)
Datei:Asarum caulescens2.jpg
Asarum caulescens
Datei:Asarum maximum2.jpg
Asarum maximum
Datei:Asarum megacalyx2.jpg
Blüte von Asarum megacalyx
Datei:Asarum muramatsui 4-2.JPG
Blüte von Asarum muramatsui
Datei:Asarum sieboldii (flower s5).JPG
Asarum sieboldii
Datei:Asarum-splendens.jpg
Asarum splendens
Datei:Asarum yoshikawae2.jpg
Asarum yoshikawae

Es gibt etwa 90 bis 100 Asarum-Arten:<ref name="GRIN" /><ref name="FoC" />

Kulturelle Bedeutung[Bearbeiten]

Datei:Mon-Tokugawa.png
Das Familienwappen der Tokugawa mit den drei Haselwurzblättern

Die Tokugawa-Familie, die in der Edo-Zeit über 250 Jahre lang über Japan herrschte, führte in ihrem Familienwappen drei Haselwurzblätter im Kreis (jap. Maru-ni-mitsuba-aoi).

Quellen[Bearbeiten]

  • Alan T. Whittemore, Michael R. Mesler & Karen L. Lu: Asarum – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 3 – Magnoliidae and Hamamelidae, Oxford University Press, New York u. a. 1997, ISBN 0-19-511246-6. (Abschnitt Beschreibung, Systematik und Verbreitung)
  • Shumei Huang, Lawrence M. Kelly, Michael G. Gilbert: Aristolochiaceae.: Asarum, S. 246 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 5 – Ulmaceae through Basellaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und Saint Louis, 2003, ISBN 1-930723-27-X. (Abschnitt Beschreibung, Systematik und Verbreitung)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Tropicos">Asarum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="FoNA">Alan T. Whittemore, Michael R. Mesler, Karen L. Lu: Asarum – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 3 – Magnoliidae and Hamamelidae, Oxford University Press, New York und Oxford, 1997. ISBN 0-19-511246-6</ref> <ref name="FoC">Shumei Huang, Lawrence M. Kelly, Michael G. Gilbert: Aristolochiaceae.: Asarum, S. 246 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 5 – Ulmaceae through Basellaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und Saint Louis, 2003, ISBN 1-930723-27-X.</ref> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Zander2008">Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.</ref> <ref name="Sebald1993">Oskar Sebald, Siegmund Seybold & Georg Philippi: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 1. Ulmer Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 978-3-8001-3322-2.</ref> <ref name="Rothmaler2008">Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen, Springer, Spektrum Akademischer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.</ref> <ref name="majale">T. Sugawara, M. Takiwaki: Asarum majale (Aristolochiaceae), a New Species from the Suzuka Mountain Range, Kinki District, Japan. Acta Phytotax. Geobot., Volume 55, 2007, S. 191–197.</ref> <ref name="POWO">Asarum. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> </references>

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Takashi Sugawara: A Taxonomic Study of Asarum celsum and Its Allies (Aristolochiaceae) on Amami-oshima, Southwestern Kyushu, Japan. In: Acta Phytotax. Geobot., Volume 62, 2012, S. 61–68.
  • H. Yamaji, T. Nakamura, J. Yokoyama, K Kondo: A Taxonomic Study of Asarum sect. Asiasarum (Aristolochiaceae) in Japan. In: J. Jpn. Bot., Volume 82, 2007, S. 79–105.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Haselwurzen (Asarum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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