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Hasen-Öhrling

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Hasen-Öhrling
Datei:Bresadola - Otidea leporina.png

Hasen-Öhrling (Otidea leporina)

Systematik
Unterabteilung: Echte Schlauchpilze (Pezizomycotina)
Klasse: Pezizomycetes
Ordnung: Becherlingsartige (Pezizales)
Familie: Otideaceae
Gattung: Öhrlinge (Otidea)
Art: Hasen-Öhrling
Wissenschaftlicher Name
Otidea leporina
(Batsch : Fr.) Fuckel

Der Hasen-Öhrling (Otidea leporina) ist eine seltene Pilzart aus der Ordnung der Becherlingsartigen.<ref name="Kirk2008" />

Merkmale[Bearbeiten]

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die meist gruppenweise, seltener einzeln oder verteilt auftauchenden Fruchtkörper werden 2 bis 5 Zentimeter hoch. Sie sind einseitig tief eingeschlitzt becherförmig oder hasenohrförmig. Sie sitzen oft direkt auf dem Boden auf; eine Stielstruktur fehlt oder ist sehr kurz ausgeprägt. Die Innenseite mit der Fruchtschicht ist gelblichbraun. Besonders bei Trockenheit kann die gelbbraune oder rostgelbe, fein pickelige Außenseite etwas heller sein als die Innenseite. Das dünne Fleisch ist brüchig und schmeckt mild. Es hat keinen markanten Geruch. Jod-Reagenzien zeigen keinen erkennbaren Effekt.

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die zylindrischen Schläuche messen 140 bis 170 auf 10 bis 12 Mikrometer. Sie tragen jeweils acht leicht gelbliche Sporen in einer Reihe. Diese sind ellipsoid geformt und messen 12 bis 14 auf 6,5 bis 8 Mikrometer. Ihre Oberflächen sind glatt. Im Innern sind zwei oder selten ein einzelner großer Öltropfen bzw. Kern erkennbar. Die Paraphysen sind fädig und enden leicht hakenförmig.

Artabgrenzung[Bearbeiten]

In der Gattung der Öhrlinge (Otidea) lassen sich die einzelnen Arten oft schwer unterscheiden. Vom Nadelwald-Öhrling (Otidea abietina) kann das Hasenohr nur durch mikroskopische Merkmale unterschieden werden. Die Fruchtschicht des Eselsohrs (Otidea onotica) hat besonders in jungem Stadium einen rosa Anflug; auch sind Fruchtkörper gewöhnlich etwas größer und haben mehr orange Farbaspekte. Otidea smithii hat eine gräulich-braune Außenseite. Der Eingeschnittene oder Lederbraune Öhrling (Otidea alutacea) hat in dichten Gruppen auftretende, abgeschnitten geformte Fruchtkörper mit gewöhnlich gräulich-brauner Innenfläche. Die größeren, spitzeren Fruchtkörper der Ohrförmigen Lorchel (Helvella silvicola) unterscheiden sich zuverlässig anhand der Sporen. Der Zierliche oder Zitronengelbe Öhrling (Otidea concinna) ist sehr ähnlich oder möglicherweise identisch.<ref name="Laux" /><ref name="SVIMS" /><ref name="Tylutki" />

Verbreitung und Ökologie[Bearbeiten]

Er fruchtet von August bis Oktober. Er lebt in Bergnadelwäldern in Ektomykorrhiza-Symbiose mit Fichten, in Amerika besonders mit Douglasien. Vorkommen sind in Nordindien, Europa und dem Nordwesten Nordamerikas bekannt.

Systematik und Taxonomie[Bearbeiten]

Die Art wurde von Jacob Christian Schäffer 1763 in seinen „Natürlich ausgemahlten Abbildungen baierischer und pfälzischer Schwämme, welche um Regensburg wachsen“ als Helvella auricula offiziell erstmals wissenschaftlich beschrieben.<ref name="Schäffer" /> Da das dort verwendete Art-Epitheton jedoch mit einem sanktionierten anderen kollidiert, stützt sich der heute gebräuchliche Name allerdings auf die spätere Beschreibung von August Johann Georg Karl Batsch als Peziza leporina aus dem 1783 veröffentlichten Werk „Elenchus fungorum“.<ref name="Batsch" /> 1870 wurde die Art von Karl Wilhelm Gottlieb Leopold Fuckel der Gattung der Öhrlinge (Otidea) zugeordnet.<ref name="Fuckel" />

Aus Kalifornien ist eine kleinsporigere Varietät (Sporen 8 bis 11 auf 5 bis 6 Mikrometer), Otidea leporina var. minor, bekannt.<ref name="SVIMS" />

Das Art-Epitheton des wissenschaftlichen Namens stellt wie die deutschen Namen einen Bezug zu Hasen her (lateinisch lepus – der Hase).

Bedeutung[Bearbeiten]

Das Hasenohr ist essbar und wird und wurde als Speisepilz genutzt und örtlich auch vermarktet, sollte jedoch zumindest in Mitteleuropa aufgrund seiner Seltenheit geschont werden.<ref name="KumarSharma" /><ref name="Schäffer" />

Quellen[Bearbeiten]

<references> <ref name="Laux"> Hans E. Laux: Der große Kosmos-Pilzführer. Alle Speisepilze mit ihren giftigen Doppelgängern. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2001, ISBN 3-440-08457-4, S. 678. </ref> <ref name="SVIMS"> Harold J. Larsen: Key to the genera of the operculate cup-fungi (Pezizales) of the Pacific Northwest and Rocky Mountain Region. In: South Vancouver Island Mycological Society homepage. Pacific Northwest Key Council, 7. November 1980, abgerufen am 29. März 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Tylutki"> </ref> <ref name="KumarSharma"> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Diversity of wild mushrooms from Jammu and Kashmir (India) (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) </ref> <ref name="Schäffer"> Jacob Christian Schäffer,: Natürlich ausgemahlte Abbildungen Bayrischer und Pfälzischer Schwämme, welche um Regensburg wachsen, Zweyter Band, S. 156 1763. </ref> <ref name="Batsch"> August Johann Georg Karl Batsch,: Elenchus fungorum 1783, S. 117. </ref> <ref name="Fuckel"> Karl Wilhelm Gottlieb Leopold Fuckel: Symbolae mycologicae. Beiträge zur Kenntnis der rheinischen Pilze. In: Jahrbücher des Nassauischen Vereins für Naturkunde. Band 23–24, 1870, S. 329. </ref> <ref name="Kirk2008"> Paul M. Kirk, Paul F. Cannon, David W. Minter, J.A. Stalpers: Dictionary of the Fungi. 10. Auflage. CABI Europe, Wallingford, Oxfordshire (UK) 2008, ISBN 978-0-85199-826-8 (784 S.). </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Hasen-Öhrling (Otidea leporina) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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