Haus Dahlhausen

Das Gut Haus Dahlhausen im Bochumer Stadtteil Hordel ist ein ehemaliges Rittergut, dessen Geschichte bis in das Mittelalter zurückreicht.
Geschichte[Bearbeiten]

Haus Dahlhausen war der Stammsitz der seit 1321 in den Schriftquellen erwähnten gleichnamigen Familie von Dahlhausen, die ihn von der Abtei Essen zu Lehen besaßen. Im Erbgang gelangte er 1546 durch Heirat in den Besitz des Heinrich von Düngelen. Goswin von Düngelen<ref name=":2"> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Haus Laer: Stiftung Elisabeth von der Leithen ( vom 3. Juni 2009 im Internet Archive)</ref> heiratete Elisabeth, die Tochter Melchior von Havkenscheids. Ihre Tochter Anna von Düngelen war Kapitularin des adeligen Damenstiftes Kloster Elsey und heiratete am 18. Oktober 1644 Jörgen Christoph von Schell, der 1651 vom Grafen von Styrum mit Haus Rechen belehnt wurde.<ref>Günter Höfken: Die Geschichte des Hauses Rechen. In: Bochumer Heimatbücher 1951. Kortum-Gesellschaft Bochum, Bochum, 1951 (online)</ref> Karl Ferdinand Franz Philipp Amalius Freiherr von Düngelen starb hier ohne männliche Nachkommen am 21. Juni 1802.
Nach deren Aussterben ging es nach einem längeren Erbschaftsprozess am 3. Juli 1809 an die Familie Schragmüller über.<ref name=":1">Siehe Schragmüllerstraße in Amt für Geoinformation, Liegenschaften und Kataster: Bochumer Straßennamen - Herkunft und Deutung. Hrsg.: Stadt Bochum, Die Oberbürgermeisterin. Eigenverlag, Bochum 2014 (Ausgabe auf einer CD-Rom).</ref>
Die Tochter des Bochumer Bürgermeisters Stellmann, Helene Regina, heiratet am 3. Mai 1829 den Rittergutsbesitzer Hauptmann a. D. Karl Henrich Schragmüller.<ref name=":0">Adolf Peddinghaus: Marie und Bürgermeister Stellmann. In: zeitpunkt.nrw. Bochumer Anzeiger, 30. Juni 1942, abgerufen am 7. Oktober 2024.</ref>
Das Anwesen erbte der Lieutenant und Amtmann Carl-Anton Schragmüller (1858–1934). Während seiner Zeit als Amtsmann in Schlüsselburg bekamen er und seine Frau Valesca (geborene Cramer von Clausbruch) ihre Tochter Elsbeth, die später bekannt gewordene Leiterin der deutschen Spionageabteilung gegen Frankreich im Ersten Weltkrieg.<ref>Frank Sichau: Elisabeth Antoinette Schragmüller. In: Herne von damals bis heute. Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel e. V., abgerufen am 7. Oktober 2024.</ref>
Die nahe bei dem Rittergut liegenden Zechen Hannover und Hannibal verursachten schwere Bergschäden und ein Absinken des Grundwasserspiegels. Unter anderem deswegen erfolgte die Einstellung des Betriebes der zum Gut befindlichen „Grieskamp-(Wasser-) Mühle“. Schragmüller klagte gegen den Besitzer der Zechen, die Firma Krupp. 1890 wurden dann das Haus und die dazugehörigen Ländereien für 580 000 Goldmark an den Konzern verkauft. Die Familie zog zuerst in eine Villa nach Eickel, und später ins Amt Mengede, wo Carl-Anton Schragmüller der erste Amtmann wurde.<ref name=":02">Entstehung und Entwicklung des Amtes Mengede. In: Dortmund-Mengeder Lokalanzeiger. 28. Juli 1928 (zeitpunkt.nrw).</ref> Dort kam neben anderen Kindern auch der Sohn Konrad Schragmüller zur Welt.
Der Familie Schragmüller gehörte auch das Haus Havkenscheid in Altenbochum.<ref name=":1" /> Einige Mitglieder der Familie sind auf dem ehemaligen Friedhof, heute Kortumpark, begraben. Die Straße Schragmüllerstraße wurde 1926 nach der Familie benannt.<ref name=":1" /> Von dem ehemaligen Wald des Hauses existiert nur noch ein Wäldchen an der Straße Hordeler Heide. Dort befand sich in der südlichen Ecke eine Erbbegräbnisstätte der Familie Schragmüller.<ref>Stadtpläne der Stadt Bochum von den 1920er bis 1952. Abgerufen am 18. Juli 2026.</ref> Hier fanden von 1817 bis 1934 Bestattungen statt. Es sind keine Grabsteine mehr erhalten.<ref>Gisela Wilbertz: Stadtgeschichte über Gräbern - Historische Friedhöfe in Bochum. Hrsg.: Stadt Bochum, Presse- und Informationsamt. 3000. Auflage. Broschüre im Eigenverlag, Bochum Dezember 1991, S. 11 (Scan der Broschüre [abgerufen am 18. Juli 2026]).</ref>
Auf dem Gelände wurde zwischen 1906 und 1915 von der Firma Krupp die Arbeitersiedlung Dahlhauser Heide errichtet. Das Gut Dahlhausen wurde bis 1973 von der Firma Krupp nebst landwirtschaftlichen Ländereien verpachtet. Der letzte Pächter war der Bauer Michael. Seit 1974 befindet sich Haus Dahlhausen im Besitz der Familie Göbel, die dort einen Ponyhof betreibt und die Anlage durch zwei Reithallen erweitert hat. Hier hat auch der „Reit-, Fahr- und Zuchtverein Bochum-Hordel e.V.“ sein Zuhause.<ref>Reit-, Fahr- und Zuchtverein Bochum-Hordel e.V. Abgerufen am 18. Juli 2026.</ref>
Das Herrenhaus steht seit dem 30. Oktober 1989 unter der Nummer A 112 unter Denkmalschutz.<ref>Denkmalliste der Stadt Bochum</ref>
Trivia[Bearbeiten]
- Der damals (evtl. 18 Jhdt.) an der heutigen Schragmüllerstraße lebende Kohlenhändler Fritz-Gustav Müller eröffnete dort ein Geschäft, von wo aus er die „Hordeler Nußkohlen“ bis in die Nachbarstadt Wanne-Eickel auslieferte. Dieser Kohlenhändler baute in seinem Garten statt Gemüse hauptsächlich Hanf an; daher wurde er von seinen Nachbarn als „der schräge Müller“ bezeichnet, woraus dann im Laufe der Zeit „Schragmüller“ wurde.
- In Bochum gibt es ebenfalls den Ortsteil Dahlhausen, welcher aber rund 8 km Luftlinie entfernt ist, und mit dem Haus Dahlhausen in keinem Zusammenhang steht.
Literatur[Bearbeiten]
- Klaus Gorzny: Ruhrschlösser. Burgen, Schlösser und Adelssitze entlang der Ruhr. Picolo-Verlag, Marl 2002, ISBN 3-9801776-7-X, S. 72–73.
Weblinks[Bearbeiten]
- GenWiki - Haus Dahlhausen
- Stefan Eismann: Haus Dahlhausen in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen BurgeninstitutsVorlage:Abrufdatum.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Koordinaten: 51° 30′ 7,5″ N, 7° 10′ 14,5″ O
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