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Heebie Jeebies

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Heebie Jeebies
Louis Armstrong and His Hot Five
Veröffentlichung April 1926
Länge 2:52
Genre(s) Jazz
Autor(en) Boyd Atkins
Label Okeh Records
Datei:Heebie Jeebies.jpg
OKeh-Plattenlabel, Louis Armstrong

Heebie Jeebies ist ein Song, den Louis Armstrong and His Hot Five im Jahr 1926 eingespielt haben. Geschrieben wurde er von Boyd Atkins. Der Song ist dem Genre des Jazz zuzuordnen.<ref name="Liner Notes von The Complete Hot Five and Hot Seven Recordings">Louis Armstrong: The Complete Hot Five and Hot Seven Recordings (Liner Notes)</ref>

Aufnahme[Bearbeiten]

Louis Armstrong und die Hot Five nahmen Heebie Jeebies am 26. Februar 1926 in Chicago (Illinois) in folgender Besetzung auf:<ref name="Liner Notes von The Complete Hot Five and Hot Seven Recordings" />

Für die Aufnahme von Heebie Jeebies standen noch keine Mikrofone zur Verfügung, stattdessen spielten die Musiker in einen großen Schalltrichter hinein.<ref>The Complete Hot Five and Hot Seven Recordings. Rezension. www.allaboutjazz.com</ref>

Musikalische Struktur[Bearbeiten]

Das Stück besteht aus einem 18-taktigen Chorus und einem zwölf-taktigen Verse.<ref name="GH">Gene Henry Anderson The Original Hot Five Recordings of Louis Armstrong S. 61.</ref> Nach der von Klavier und Posaune gespielten Einleitung folgen der erste Chorus und der Verse als Kollektivimprovisation. Die Klarinette improvisiert über den zweiten Chorus, der dritte Chorus ist gesungen. Im vierten Chorus scattet Armstrong zwölf Takte lang, um dann weitere acht Takte zu singen. Es folgt ein weiterer Chorus mit einer Kollektimprovisation ohne Kornett. Mit einer achttaktigen Coda endet der Song.<ref name="GH" />

Der Text beschreibt die Tanzwut, die einen packt, wenn man den Song hört.<ref name="BHE">Brent Hayes Edwards Epistrophies: Jazz and the Literary Imagination Harvard University Press 2017, S. 27.</ref>

Veröffentlichungen und Coverversionen[Bearbeiten]

Erstmals veröffentlicht wurde Heebie Jeebies im April 1926 vom Label OKeh als Schellackplatte mit Muskrat Ramble als B-Seite. In den folgenden Jahrzehnten ist der Song auch auf LP, CD und als MP3 publiziert worden. So ist er unter anderem auf dem Boxset Hot Fives & Sevens zu hören.<ref name="discogs">Heebie Jeebies. Veröffentlichungsdetails. www.discogs.com</ref>

Für die Kompilation Satchmo – A Musical Autobiography of Louis Armstrong aus dem Jahr 1957 nahm Armstrong Heebie Jeebies mit anderer Band und verändertem Arrangement erneut auf.<ref name="Liner Notes von A Musical Autobiography of Louis Armstrong">Louis Armstrong: Satchmo – A Musical Autobiography of Louis Armstrong (Liner Notes)</ref>

Ethel Waters coverte Heebies Jeebies bereits 1926, 1930 folgten The Boswell Sisters und 1931 The Mills Blue Rhythm Band.<ref>Eintrag bei secondhandsongs.com</ref> In Deutschland spielten ab Herbst 1927 unter anderem folgende Musiker den Song ein: Bernard Etté mit seiner Tanzkapelle,<ref>Heebie Jeebies. Foxtrot (A.Attkins, Richard M.Jones) Bernard Etté Jazz Symphonie Orchester, Vox 8503 (Matr. 1895.1 BB), aufgen. 08.27</ref> Fred Bird mit seiner Salon Sinfonie Jazz Band<ref>Heebie Jeebies. Foxtrot (Atkins und Jones) Fred Bird The Salon Sinfonie Jazz Band. Homocord 4-2394 (Matr. M 19 394), aufgen. 31.08.27</ref> sowie Marek Weber<ref>Heebie Jeebies. Foxtrot (Atkins und Jones) Marek Weber und sein Orchester. Electrola E.G. 650 (Matr. Bw 1127-3), auch His Master's Voice AM 971, aufgen. 14. September 1927.</ref> und Dajos Béla<ref>Heebie Jeebies. Foxtrot (Boyd Atkins & R.M.Jones) Tanz-Orchester Dajos Béla. Odeon O-2239 (Matr. Be 6120), aufgen. 17. September 1927.</ref> zusammen mit Arthur Briggs als Kapelle Merton.<ref>Heebie Jeebies. Slow Drag (Boyd Atkins & R.M.Jones) Kapelle Merton [d. i. Dajos Béla], Beka B.6232-I (Matr. 34 256), renumbering of Odeon-Matr. Be 6120, Arthur Briggs, tp.</ref> Auch als Notenrolle für elektrische Klaviere war der Titel erhältlich.<ref>Notenrolle Coinola CX “A”-roll, anzuhören auf youtube.com</ref>

Rezeption[Bearbeiten]

Heebie Jeebies war im Jahr 1926 ein großer Hit – der erste von Louis Armstrong und den Hot Five:<ref name="Liner Notes von The Complete Hot Five and Hot Seven Recordings" /> Innerhalb der ersten Wochen nach Erscheinen wurden mehr als 40.000 Platten verkauft.<ref name="GH" />

In der Rückschau gilt der Song, wie fast alle Aufnahmen von Louis Armstrong und den Hot Five beziehungsweise den Hot Seven, als eines der bedeutendsten Dokumente des Jazz. Darüber hinaus ist Heebie Jeebies der Song, der die Gesangstechnik des Scat populär machte.<ref name="Liner Notes von The Complete Hot Five and Hot Seven Recordings" />

Die Musikdatenbank Allmusic bewertet den Song so: „Heebie Jeebies ist eine historisch ungeheuer wichtige Platte und außerdem ein lustiges Meisterwerk.“<ref name="allmusic">Heebie Jeebies. Rezension. www.allmusic.com</ref>

Trivia[Bearbeiten]

Armstrong selbst erzählte die Anekdote, dass ihm während der Aufnahme des Songs das Textblatt hinuntergefallen sei und er, da er den Text nicht auswendig gekannt habe, stattdessen gescattet habe. Diese Anekdote wird jedoch gemeinhin als Legende betrachtet.<ref name="BHE" /><ref>Gary Giddins: Satchmo: The Genius of Louis Armstrong. Da Capo Press, 2000, S. 63.</ref>

Was genau Heebie Jeebies bedeuten soll, ist nicht ganz klar. Eventuell handelt es sich um ein Zitat aus einem Cartoon namens Barney Google, in dem diese Formulierung im Sinne von „nervös“ oder „rappelig“ verwendet wurde.<ref name="Liner Notes von The Complete Hot Five and Hot Seven Recordings" />

In Chicago wurde der Titel des Songs von Zeitgenossen häufig als Geflügeltes Wort bei der Begrüßung verwendet – wenn der eine sagte “I got the Heebies!”, erwiderte der andere “I got the Jeebies!”.<ref>American Music. Volume 22, Number 2, University of Illinois Press, 2004, S. 335.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />