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Heilstein

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Datei:Heilsteine 2004-12-12.jpg
Als Heilsteine zum Kauf angebotene Minerale
Datei:Polierte Schmucksteine beschriftet 800pix.jpg
Übersicht über verschiedene Schmucksteine
Datei:Heilsteine-Laboe.JPG
Heilsteinverkaufsautomat am Ostseestrand

Als Heilsteine oder Gesundheitssteine werden in esoterischen und pseudowissenschaftlichen Kreisen anorganische oder fossile Substanzen, vor allem Minerale bezeichnet, die bei Krankheiten angeblich eine heilende Wirkung haben oder das Befinden verbessern sollen (Edelsteintherapie; Lithotherapie<ref>Lithotherapie: Heilbehandlung mit Edelsteinen, Mineralien und Erden.</ref>).

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung über die bereits im Altertum begründete Verwendung von Heilsteinen stammt aus dem Mittelalter (De Lapidibus des Pseudo-Aristoteles<ref name="SpeerWegener2006" />). „Heilsteine“ waren im Mittelalter allerdings eher bestimmte, auffällige Dolmen oder Steindenkmäler, zu denen man heilungsuchend pilgerte.<ref name="Hoffmann-KrayerBaechtold-Staeubli2002" /> Erst im Zusammenhang mit der New-Age-Welle, die sich auch der Schriften der Medizinschriftstellerin Hildegard von Bingen<ref>P. Riethe: Die medizinische Lithologie der Hildegard von Bingen. In: A. Brück (Hrsg.): Hildegard von Bingen 1179–1979. Festschrift zum 800. Todestag der Heiligen. Mainz 1979, S. 351–370.</ref> bedient, hat sich der Glaube an heilende Edel- und Schmucksteine im 20. Jahrhundert in der Bevölkerung verbreitet.<ref name="MooreMoore2010" /> Die Steinanwendung kann zu den „energetischen“ Methoden der Magie gezählt werden.<ref name="HellerTreweek2006" /> Allerdings geht von Steinen oder Mineralen nicht mehr oder weniger Energie im naturwissenschaftlichen Sinne aus, als von jedem anderen Stück Materie. Die Ratgeberliteratur listet zahlreiche Minerale und deren zugeschriebene Wirkungen auf, meist Quarzvarietäten wie Amethyst oder Onyx, aber auch Opal, Malachit, Hämatit und viele andere. Die Auflistung in der Literatur der Geologie bietet allerdings eine wesentlich umfangreichere Liste der Minerale.

Angebliche Wirkung[Bearbeiten]

Nach Meinung von Esoterikern wirken Heilsteine über ihre Farben (siehe Farbtherapie), ihre Form und die in ihnen enthaltenen Mineralien auf den Menschen ein. Die Effekte sollen nach „Reinigung“ und „Aufladung“ der Heilsteine auf verschiedene Weise erzielt werden können: Auf direktem Wege durch Auflegen auf betroffene Körperteile oder Tragen am Körper oder indirekt durch Einlegen in Trinkwasser oder Cremes sowie durch Aufstellen größerer Steine in der Umgebung des Behandelten.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>

Nach der tibetischen Medizin sollen sogenannte „Juwelenpillen“ im Rahmen einer komplexen Theorie als Heilsteine wirken.<ref name="arte.tv" /><ref name="Reuter" /> Die Heilsteinanwendung in der Tibetischen Medizin ist im Westen nur in der Schweiz von Swissmedic als komplementärmedizinische Kategorie „Tibetische Heilmittel“ anerkannt.<ref name="tibmed.org" />

Wissenschaftliche Überprüfung[Bearbeiten]

Wissenschaftliche Hinweise für eine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirksamkeit von Heilsteinen existieren nicht.<ref name="SpellmanPrice-Bayer2010" /><ref name=":0" />

Rechtliche Beurteilung von Heilsteinen[Bearbeiten]

Das Landgericht Hamburg befand in einem Urteil vom 21. August 2008 (Az.: 327 O 204/08<ref name="LGHamburg" />), dass das Bewerben von Heilwirkungen von Steinen und die Bezeichnung derselben als „Heilsteine“ unlauterer Wettbewerb sei, selbst wenn auf den fehlenden wissenschaftlichen Nachweis der heilenden Wirkung hingewiesen wird. Begründet wurde das Urteil damit, dass es keine Hinweise auf eine krankheitsvorbeugende oder heilende Wirkung der Steine gebe und eine solche Bezeichnung den potentiellen Kunden irreführe.<ref name=":0">Nicola Kuhrt: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>

Sicherheitshinweise[Bearbeiten]

Von einigen als Heilsteine verwendeten Mineralen können gesundheitliche Gefahren ausgehen, wenn diese oder ihre Verwitterungsprodukte in den Körper gelangen. Vor allem bei der Herstellung von sogenannten Edelsteinwässern können giftige Lösungen entstehen:

  • Aus Malachit lösen sich in Wasser giftige Kupferverbindungen. Daher darf das Wasser, in dem ein Malachit für einige Zeit gelegen hat, auf keinen Fall getrunken werden. Auch der Staub (z. B. beim Sägen oder Zerstoßen) kann sich giftig auf Schleimhäute oder Atemwege auswirken.<ref name="eurogem.biz-Malachit" />
  • Durch Verwitterung von Schwefelkies (Pyrit, Markasit) FeS2 wird unter anderem Schwefelsäure freigesetzt. Mit nachfolgender bakterieller Reduktion kann Schwefelwasserstoff entstehen. Er gibt dem Wasser den typischen Geruch nach faulen Eiern.<ref name="Sauer" /> In der Natur kommt diese Eigenschaft auch in der Namensgebung von natürlichen Schwefelquellen wie unter anderem der Schwefelquelle Östringen als „Faulborn“ oder „Stinkabrunn“ zum Ausdruck. Direkter Hautkontakt ist daher vor allem bei dem instabileren Markasit zu vermeiden.<ref name="eurogem.biz-Markasit" />
  • Bei kolloidem Silber (siehe auch unerwünschte Wirkungen) bestehen Befürchtungen, dass ultrafeine Teilchen die Haut durchdringen.<ref name="Pillsbury" />

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Fühner: Lithotherapie. Historische Studien über die medizinische Verwendung der Edelsteine. Ulm 1902; 2. Auflage 1936; Neudruck ebenda 1956.
  • Wolfgang Wegner: Lithotherapie. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 858.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Heilsteine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="arte.tv"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Arte, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Filmlänge 33 Minuten. „Juwelenpillen“ ab Minute 8:41).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="eurogem.biz-Malachit"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="eurogem.biz-Markasit"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="HellerTreweek2006"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Hoffmann-KrayerBaechtold-Staeubli2002"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="LGHamburg"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="MooreMoore2010"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Pillsbury"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Reuter"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Sauer"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="SpeerWegener2006"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="SpellmanPrice-Bayer2010"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="tibmed.org"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref> </references>