Heiner Wilmer
Heiner Wilmer SCJ (* 9. April 1961 als Heinrich Theodor Wilmer in Schapen/Emsland) ist ein deutscher römisch-katholischer Theologe, Geistlicher und Ordensmann. Er war von 2015 bis 2018 Generaloberer der Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester (Dehonianer) in Rom und von 2018 bis 2026 Bischof von Hildesheim. Wilmer ist seit dem 21. Juni 2026 Bischof von Münster und seit dem 24. Februar 2026 zudem der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.
Leben[Bearbeiten]
Herkunft[Bearbeiten]
Wilmer wurde im Emsland geboren und wuchs in Schapen auf einem Bauernhof auf. Nach der Grundschule in Schapen besuchte er von 1971 bis 1980 das Gymnasium Leoninum in Handrup, eine Schule in katholischer Trägerschaft seiner späteren Ordensgemeinschaft. Nach dem Abitur im Jahr 1980 trat er ins Noviziat des Ordens im Herz-Jesu-Kloster Freiburg ein. Von 1981 bis 1986 studierte er Theologie in Freiburg im Breisgau sowie Romanistik in Paris. Am 31. Mai 1987 spendete ihm der Freiburger Erzbischof Oskar Saier für den Orden der Herz-Jesu-Priester die Priesterweihe.
Studium[Bearbeiten]
Von 1987 bis 1989 studierte Wilmer in Rom Französische Philosophie an der Päpstlichen Universität Gregoriana. 1991 wurde er in Freiburg bei Hansjürgen Verweyen mit einer Arbeit zur Mystik zwischen Tun und Denken in der Philosophie Maurice Blondels zum Dr. theol. promoviert. Seine Dissertation wurde mit dem Bernhard-Welte-Preis ausgezeichnet.
Schuldienst[Bearbeiten]
Parallel nahm Wilmer ein Lehramtsstudium für Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg auf. Kurz vor seinem Ersten Staatsexamen lernte er den niederländischen Priester Henri Nouwen kennen. Auf dessen Bitte vertrat er ihn einige Monate als Seelsorger in der L’Arche Daybreak im kanadischen Toronto, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Nach seinem Zweiten Staatsexamen arbeitete Wilmer zwei Jahre lang als Schulseelsorger und Lehrer für Religion, Politik und Geschichte an der Liebfrauenschule Vechta und als Seelsorger in Vechta. 1997 ging er für ein Jahr in die Vereinigten Staaten, um an der Fordham Preparatory School, einer Jesuiten-Highschool in der Bronx, zu unterrichten. 1998 kehrte Wilmer nach Deutschland zurück und wurde Schulleiter am ordenseigenen Gymnasium Leoninum in Handrup (Emsland), an dem er zuvor selbst Schüler war.
Ordensoberer[Bearbeiten]
Ab 2007 war Wilmer Provinzial der deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester. Am 25. Mai 2015 wählte ihn das Generalkapitel seiner Ordensgemeinschaft in Rom im ersten Wahlgang zum Generaloberen. Die Amtszeit beträgt regulär sechs Jahre. Wilmer löste damit den Portugiesen José Ornelas Carvalho ab. Er war nach Alphons Maria Lellig der zweite Deutsche, der die Kongregation leitet.
Wilmer engagiert sich für soziale Projekte im Heiligen Land. 2010 wurde er von Kardinal-Großmeister John Patrick Foley zum Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt und am 10. Oktober 2010 in Dresden durch Reinhard Kardinal Marx, Großprior der deutschen Statthalterei, in den päpstlichen Laienorden investiert.<ref>Pater Dr. Heiner Wilmer SCJ neuer Bischof in Hildesheim. oessh.net, 6. April 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. Dezember 2019; abgerufen am 10. September 2019.</ref> 2019 folgte die Ernennung zum Großoffizier.
Bischof[Bearbeiten]
Papst Franziskus ernannte Wilmer am 6. April 2018 zum Bischof von Hildesheim.<ref>Nomina del Vescovo di Hildesheim (Germania). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 6. April 2018, abgerufen am 6. April 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er trat die Nachfolge von Norbert Trelle an. Die Bischofsweihe durch den Erzbischof von Hamburg, Stefan Heße, fand am 1. September 2018 im Dom Mariä Himmelfahrt statt. Mitkonsekratoren waren Wilmers Vorgänger im Bischofsamt, Bischof Norbert Trelle,<ref>Termin für Bischofsweihe von Pater Dr. Wilmer SCJ steht fest. Bistum Hildesheim, 19. Mai 2018, abgerufen am 29. August 2018.</ref> sowie Weihbischof Johannes Wübbe in Vertretung des erkrankten Bischofs seines Heimatbistums Osnabrück, Franz-Josef Bode.<ref>Bode sagt Teilnahme an Heiner Wilmers Bischofsweihe ab. katholisch.de, 29. August 2018, abgerufen am 13. Oktober 2019.</ref>
Wilmer gehört der Vollversammlung und dem Ständigen Rat der Deutschen Bischofskonferenz an. Seit 2022 ist er Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen. Als Vorsitzender der Kommission ist er zugleich der Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz bei der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (ComECE) in Brüssel. Von 2019 bis 2024 war er Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax, ein zentrales Beratungsgremium der römisch-katholischen Kirche in Deutschland. Mediale Spekulationen im Winter 2022/2023, Papst Franziskus werde Wilmer in der Nachfolge Luis Ladarias zum Präfekten des Dikasteriums für die Glaubenslehre ernennen, bestätigten sich nicht.<ref>Franca Giansoldati, Papa Francesco, conservatori in fibrillazione per il timore della scelta di un giovane vescovo progressista per l'ex Sant'Uffizio, ilmessaggero.it vom 23. Januar 2023.</ref> Am 24. Februar 2026 wurde Wilmer als Nachfolger des Limburger Bischofs Georg Bätzing zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt.<ref>Hannes Niemeyer, Bätzing-Nachfolger: Das ist das neue Gesicht der katholischen Kirche in Deutschland, merkur.de vom 24. Februar 2026.</ref><ref>Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz. In: domradio.de. 24. Februar 2026, abgerufen am 24. Februar 2026.</ref>
Am 26. März 2026 ernannte ihn Papst Leo XIV. zum Bischof von Münster.<ref>Bistum Münster: Heiner Wilmer wird neuer Bischof. In: WDR Nachrichten. Abgerufen am 26. März 2026.</ref><ref>Nomina del Vescovo di Münster (Germania). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 26. März 2026, abgerufen am 26. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Amtseinführung war am 21. Juni 2026 und wurde geleitet von Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln und Metropolit der Kirchenprovinz Köln, zu der das Bistum Münster gehört.<ref>Markus Nolte: Heiner Wilmer startet früher im Bistum Münster - Einführung verschoben. In: Kirche + Leben. Der Bischof von Münster, 28. März 2026, abgerufen am 28. März 2026.</ref> Zuvor hatte er am 16. Juni 2026 den Treueeid gemäß Reichskonkordat „für sich und seinen Klerus“ beim NRW-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst zu leisten. Damit versprach Wilmer per Eid der verfassungsmäßigen Ordnung die Treue.<ref>Bischof Wilmer legt Treueid vor Amtseinführung ab. katholisch.de, 16. Juni 2026, abgerufen am 18. Juni 2026.</ref><ref>Treueeid gemäß Reichskonkordat Artikel 16:„Vor Gott und auf die Heiligen Evangelien schwöre und verspreche ich, so wie es einem Bischof geziemt, dem Deutschen Reich und dem Lande… Treue. Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung zu achten und von meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtmäßigen Sorge um das Wohl und das Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen geistlichen Amtes jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte.“</ref>
Wappen und Wahlspruch[Bearbeiten]
Bischof von Hildesheim (2018–2026)[Bearbeiten]
Das Wappen von Heiner Wilmer als Bischof von Hildesheim zeigt in Gold eine rote eingebogene Spitze. Gold und Rot sind die Farben des Bistums Hildesheim. Das heraldisch rechte goldene Feld zeigt in der Marienfarbe Blau das Gründungsreliquiar des Bistums Hildesheim (ohne den gotischen Fuß), das heraldisch linke ebenfalls in Blau das Kreuz der Dehonianer, das Bischof Wilmer auch als Brustkreuz trägt. In der roten eingebogenen Spitze sind drei weiße Schafe zu sehen, die an Wilmers Herkunftsort Schapen (niederdeutsch „Schafe“), aber auch an die Hirtengleichnisse Jesu erinnern. Der Schild wird von einem grünen Prälatenhut mit seitlich jeweils 6 (1,2,3) grünen Quasten (fiocchi) überhöht und ist mit einer goldenen, stilisierten Darstellung des romanischen Vortragekreuzes aus St. Godehard hinterlegt,<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Abbildung des Godehardskreuzes ( vom 8. Dezember 2022 im Internet Archive)</ref> das seinerseits dem Bernwardskreuz nachgestaltet ist.<ref>Wappen von Bischof Dr. Heiner Wilmer. Bistum Hildesheim, abgerufen am 24. Oktober 2018.</ref>
Der Wahlspruch lautet “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” (Vorlage:Bibel/Link, deutsch: „Gehilfen zu eurer Freude“).<ref>Fragen zur Bischofsweihe und Amtseinführung. In: Bistum Hildesheim. Abgerufen am 26. Februar 2026.</ref>
Bischof von Münster (seit 2026)[Bearbeiten]
Das Wappen ist dreigeteilt. Im rechten oberen Feld befindet sich das Wappen des Bistums Münster. Im linken oberen Feld ist das Kreuz der Herz-Jesu-Priester dargestellt, der Ordensgemeinschaft des Bischofs. Die blaue Farbe steht für seine persönliche Marienverehrung. Im unteren Feld befinden sich drei Schafe, die auf den Heimatort Schapen von Bischof Heiner Wilmer verweisen und zugleich sein Verständnis des bischöflichen Dienstes ausdrücken. Über dem Wappenschild befindet sich das Bernwardkreuz, das den Bezug zu seinem früheren Bistum Hildesheim widerspiegelt. Umrahmt wird das Wappen vom grünen Galero mit jeweils sechs Quasten.<ref>Bistum Münster: Jakob Werding hat Wappen mit entworfen. 10. Juni 2026, abgerufen am 10. Juni 2026.</ref>
Publizistisches Wirken[Bearbeiten]
Wilmer hat als Priester und Bischof mehrere Schriften veröffentlicht, in denen er sich mit religiösen, spirituellen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt. Größere Aufmerksamkeit erreichte das 2013 erschienene autobiografische Werk Gott ist nicht nett. Darin stellt Wilmer seine persönlichen Lebenserfahrungen unter die Passagen eines Gebets, um seinen eigenen Lebensweg als „ein Priester auf der Suche nach dem Sinn“ zu reflektieren. Die Berichterstattung über seine Person nimmt immer wieder Bezug darauf.
Positionen[Bearbeiten]
Wilmer sieht einen Reformbedarf der Kirche in strukturellen Fragen, betont jedoch, dass es ebenso wichtig sei, fundamentale Glaubensfragen neu in den Blick zu nehmen, da zunehmend Christen Zweifel an einem Leben nach dem Tod haben sowie daran, dass Jesus der Sohn Gottes ist.<ref>Bischof Wilmer begrüßt Segenserlaubnis für queere Paare. 21. Dezember 2023, abgerufen am 25. März 2024.</ref> Mit Blick auf den Synodalen Weg plädierte er deshalb bereits vor Beginn der ersten Sitzung dafür, die Herausforderung der Evangelisierung und Mission stärker in den Blick zu nehmen.<ref>D: Bischof Wilmer will Öffnung des „Synodalen Wegs“ auf Evangelisierung hin – Vatican News. 12. September 2019, abgerufen am 25. März 2024.</ref>
Zölibat[Bearbeiten]
Im Juni 2019 erklärte er gegenüber der Süddeutschen Zeitung zum Thema Zölibat der Priester, er selbst sei „leidenschaftlich gerne zölibatärer Ordensmann“. Aber die Ehelosigkeit könne noch stärker zum Leuchten gebracht werden, wenn sie nicht einfach für alle Kleriker verpflichtend sei.<ref>Bischof Wilmer zur Vertrauenskrise in der Kirche. domradio.de, 12. Juni 2019, abgerufen am 12. Juni 2019.</ref> Wilmer sieht, dass die verpflichtende Ehelosigkeit von Priestern unter Umständen zu einer Vereinsamung führen kann.<ref>Katholisch.de: Heiner Wilmer: Nachdenklicher Reformer mit gutem Draht nach Rom. Abgerufen am 25. März 2024.</ref> Er befürwortet die Diskussion über die Notwendigkeit der Zölibatsverpflichtung.<ref>Wilmer steht zur Aussage über Machtmissbrauch und DNA der Kirche. In: katholisch.de. 15. April 2019, abgerufen am 25. März 2024.</ref>
Ökumenische Bewegung[Bearbeiten]
Wilmer setzt sich für die Ökumene ein und betonte mehrfach die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen christlichen Konfessionen. Er sieht die Ökumene als einen Weg, um Einheit in der Vielfalt zu finden und gemeinsam an der Verbreitung des Evangeliums zu arbeiten. Er erkennt die Notwendigkeit, Unterschiede zu respektieren, aber gleichzeitig die gemeinsamen Grundlagen des christlichen Glaubens stärker zu betonen. Er fördert den Dialog und das gegenseitige Verständnis zwischen den Konfessionen und sieht darin eine Bereicherung für die Kirche. Wilmer glaubt, dass die Ökumene zur Vertiefung des Glaubens und zur Stärkung der christlichen Gemeinschaft entscheidend beitragen kann.
Leitungsverantwortung von Frauen[Bearbeiten]
Wilmer wünscht sich mehr Leitungsverantwortung für Frauen in der katholischen Kirche. Mit Blick auf die Frage nach der Weihe von Frauen wünscht er sich weiterhin eine offene Gesprächskultur. Es reiche heute nicht mehr aus, lediglich zu sagen: „Die Frage, ob Frauen zu den Weiheämtern zugelassen werden, ist erledigt.“<ref>Kirche und Leben: Bischof Wilmer: Vertrauenskrise fährt voll ins Gebälk der Kirche. Abgerufen am 25. März 2024.</ref>
Machtmissbrauch und sexueller Missbrauch[Bearbeiten]
In einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger sagte Wilmer am 14. Dezember 2018, der Missbrauch von Macht stecke „in der DNA der Kirche“. Dies erfordere ein radikales Umdenken. Es gebe nicht nur den Einzelnen als Sünder, sondern auch „Strukturen des Bösen“ in der Kirche als Gemeinschaft; um das Böse in der Kirche einzudämmen, müsse es Gewaltenteilung in der Kirche geben. Er kritisierte Selbstherrlichkeit und Anspruchsdenken unter den Bischöfen. Wilmer berief sich ausdrücklich auf den von der Kirche gemaßregelten Theologen Eugen Drewermann und dessen Werke Strukturen des Bösen und Kleriker. Psychogramm eines Ideals sowie auf den Jesuiten Klaus Mertes, der zu Unrecht viel Prügel bezogen habe, weil er den Missbrauchsskandal öffentlich gemacht habe.<ref>Das Böse in der Kirche eindämmen. In: Kölner Stadtanzeiger. 14. Dezember 2018, S. 7 (bistum-hildesheim.de [PDF; abgerufen am 21. Dezember 2018]). Hildesheimer Bischof nennt Drewermann einen „Propheten“ – Wilmer: Machtmissbrauch steckt in DNA der Kirche. katholisch.de, 14. Dezember 2018, abgerufen am 21. Dezember 2014.</ref>
Wilmer betonte immer wieder die Notwendigkeit, den Opfern von sexuellem Missbrauch zuzuhören und ihnen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Wilmer sieht die Skandale als eine tiefe Krise und fordert eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Er unterstützt Maßnahmen, um Missbrauch in der Kirche zu verhindern und eine Kultur des Vertrauens und der Sicherheit zu fördern. Dazu müsse es Gewaltenteilung in der Kirche geben.
Sexualmoral und sexuelle Orientierung[Bearbeiten]
Eine Erneuerung der kirchlichen Sexualmoral hält Wilmer für notwendig. So sagte er im September 2022: „Es kann nicht sein, dass durch die kirchliche Lehre Menschen verletzt oder diskriminiert werden“,<ref>Wilmer: Verlorene Abstimmung zur Sexuallehre „echter Dämpfer“. NDR, 9. September 2022, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. März 2024; abgerufen am 25. März 2024.</ref> da eine solche Haltung nicht dem Willen Jesu Christi entsprechen könne. Als „richtungsweisend“ begrüßte er 2023 die römische Erlaubnis zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. Es gehe darum, „die heutigen Lebenswirklichkeiten von gleichgeschlechtlichen Paaren zu würdigen, ohne damit das Sakrament der Ehe zwischen Mann und Frau infrage zu stellen“.<ref>„Richtungsweisende“ Entscheidung. In: Domradio.de. 21. Dezember 2023, abgerufen am 25. März 2024.</ref>
Rüstungspolitik[Bearbeiten]
Wilmer äußerte sich kritisch zu Rüstung und politischen Konflikten. Er sprach sich gegen Waffenhandel und Rüstungsexporte aus, insbesondere in Kriegs- und Krisengebiete. Wilmer betonte die Wichtigkeit von Frieden und forderte eine stärkere Fokussierung auf diplomatische und friedliche Lösungen für internationale Konflikte. Er sieht die Rolle der Kirche in der Förderung von Gerechtigkeit und Frieden und kritisiert politische Entscheidungen, die zu Leid führen. Wilmer fordert eine ethisch verantwortungsvolle Politik, die das Wohl aller Menschen berücksichtigt.
Die unveräußerliche Würde jedes Menschen[Bearbeiten]
Beim Michaelsempfang der katholischen Bischöfe in Berlin am 9. September 2026 ging Bischof Wilmer in seiner Rede auch auf den Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ein. Die Wahl habe auf drastische Weise gezeigt, wie eine radikale Partei durch den Wählerwillen mit klarer Mehrheit demokratisch legitimiert wurde. Wilmer fuhr fort:
„Die AfD ist nachweislich nationalistisch und völkisch eingestellt. Für dieses völkische Gedankengut ist weder in noch außerhalb von Gotteshäusern, weder im Christentum, noch im Judentum, noch im Islam Platz. […] Wir widersprechen, wenn Angst gegen Solidarität ausgespielt wird. Wir widersprechen, wenn Menschen gegeneinander in Stellung gebracht werden. Wir widersprechen, wenn demokratische Institutionen geschwächt werden. Das ist nicht links, das ist nicht rechts. Unser Maßstab ist weder Parteipolitik noch Ideologie, sondern das Evangelium und die damit verbundene unveräußerliche Würde jedes Menschen.“<ref>Berliner Rede des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz vom 9. September 2026, zitiert ab Minute 20:02</ref>
Schriften[Bearbeiten]
- Mystik zwischen Tun und Denken: ein neuer Zugang zur Philosophie Maurice Blondels. (Zugleich Dissertation 1991) Herder, Freiburg i. Br. 1992, ISBN 3-451-22864-5.
- Wer leben will, muss aufbrechen. Spirituell lernen von Brasilien. Verlag Don Bosco, München 2010, ISBN 978-3-7698-1807-9.
- Johannes Duns Scotus: 'Tractatus de primo principio'. Wissenschaftstheoretische Überlegungen. H. Wilmer, Bonn 2013, ISBN 978-3-00-040881-6.
- Gott ist nicht nett. Herder, Freiburg 2013, ISBN 978-3-451-32581-6.
- Hunger nach Freiheit. Mose – Wüstenlektionen zum Aufbrechen. Herder, Freiburg 2018, ISBN 978-3-451-37945-1.
- Trägt. Die Kunst, Hoffnung und Liebe zu glauben. Herder, Freiburg 2020, ISBN 978-3-451-39338-9.
- Herzschlag: Etty Hillesum – Eine Begegnung. Herder, Freiburg 2024, ISBN 978-3-451-03492-3.
- als Mitherausgeber: Mit der Bibel durch das Jahr 2025. Ökumenische Bibelauslegung. Kreuz, Freiburg 2024, ISBN 978-3-460-20255-9.
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Heiner Wilmer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Eintrag zu Heiner Wilmer auf catholic-hierarchy.orgVorlage:Abrufdatum (englisch)
- Eintrag zu Heiner Wilmer auf gcatholic.orgVorlage:Abrufdatum (englisch)
- Porträt auf der Website des Bistums Hildesheim
Personenlinks[Bearbeiten]
- Heiner Wilmers Autorenporträt beim Herder Verlag
- Domradio vom 21. Mai 2013: Pater Dr. Heiner Wilmer SCJ – Gott ist nicht nett
- HR Camino vom 23. März 2014: Glauben ist einfach. Eine Radiosendung
- Deutschlandradio Kultur, Sendung Feiertag vom 11. Januar 2015: Ein Priester fragt nach seinem Glauben
- katholisch.de: Interview am 15. April 2019 (Michael Althaus).
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| José Ornelas Carvalho | Generaloberer der Herz-Jesu-Priester 2015–2018 | Carlos Enrique Caamaño Martín |
| Norbert Trelle | Bischof von Hildesheim 2018–2026 | — |
| Felix Genn | Bischof von Münster seit 2026 | — |
| Georg Bätzing | Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz seit 2026 | — |
Die Seite Vorlage:BoxenVerschmelzen/styles.css hat keinen Inhalt.
Vorlage:Klappleiste/Anfang Erzbischöfe: Herwig Gössl (Bamberg) | Heiner Koch (Berlin) | Stephan Burger (Freiburg) | Stefan Heße (Hamburg) | Rainer Maria Woelki (Köln) | Reinhard Marx (München-Freising) | Udo Markus Bentz (Paderborn)
Bischöfe: Helmut Dieser (Aachen) | Bertram Meier (Augsburg) | vakant (Dresden-Meißen) | Christian Würtz (Eichstätt, ernannt) | Ulrich Neymeyr (Erfurt) | Franz-Josef Overbeck (Essen) | Michael Gerber (Fulda) | Wolfgang Ipolt (Görlitz) | vakant (Hildesheim) | Georg Bätzing (Limburg) | Gerhard Feige (Magdeburg) | Peter Kohlgraf (Mainz) | Heiner Wilmer (Münster) | Dominicus Meier (Osnabrück) | Stefan Oster (Passau) | Rudolf Voderholzer (Regensburg) | Klaus Krämer (Rottenburg-Stuttgart) | vakant (Speyer) | Stephan Ackermann (Trier) | Franz Jung (Würzburg) Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang Würzburger Bischofskonferenz: Johannes Kardinal von Geissel
Fuldaer Bischofskonferenz: Paulus Kardinal Melchers | Philipp Kardinal Krementz | Georg Kardinal von Kopp | Felix Kardinal von Hartmann | Adolf Kardinal Bertram | Joseph Kardinal Frings
Deutsche Bischofskonferenz: Julius Kardinal Döpfner | Joseph Kardinal Höffner | Karl Kardinal Lehmann | Robert Zollitsch | Reinhard Kardinal Marx | Georg Bätzing | Heiner Wilmer SCJ Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wilmer, Heiner |
| ALTERNATIVNAMEN | Wilmer, Heinrich Theodor (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Ordensgeistlicher und Generaloberer der Herz-Jesu-Priester (Dehonianer) |
| GEBURTSDATUM | 9. April 1961 |
| GEBURTSORT | Schapen |
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- Bischof von Münster
- Bischof von Hildesheim
- Generalsuperior
- Dehonianer
- Römisch-katholischer Bischof (21. Jahrhundert)
- Römisch-katholischer Geistlicher (20. Jahrhundert)
- Absolvent der Päpstlichen Universität Gregoriana
- Komtur mit Stern (Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem)
- Deutscher
- Geboren 1961
- Mann