Heinrich Santmann
Heinrich Santmann, auch Sandtmann und ähnliche Namensformen<ref>Sannemann, Heinrich (1602-1670). In: Kalliope | Verbundkatalog für Archiv- und archivähnliche Bestände und nationales Nachweisinstrument für Nachlässe und Autographen. Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Staatsbibliothek zu Berlin., abgerufen am 23. März 2026.</ref> (* Oktober 1586 in Lübeck; † 23. Juli 1639<ref>Nach dem Gemälde in der Aegidienkirche, siehe BuK III, S. 518.</ref> ebenda) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Geistlicher und Chronist.
Leben[Bearbeiten]
Santmann war vermutlich verwandt mit dem Hamburger Stadtphysicus Nicolaus Santmann. Er besuchte das Katharineum zu Lübeck und studierte ab 1603 Evangelische Theologie an der Universität Rostock<ref>Eintrag im Rostocker Matrikelportal</ref> und später an der Brandenburgischen Universität Frankfurt. Hier wurde er 1609 zum Dr. phil promoviert, unter anderem mit einer Abhandlung über den Ursprung der Stadt Lübeck. Seine Dissertation widmete er Bürgermeister Alexander Lüneburg, dem Juristen Augustin Kockert (1550–1620, Vater von Jacob Kockert) und dem Arzt Heinrich Kampferbach, seinem Onkel.<ref>Schlüsselseiten im VD 17</ref>
1612 wurde er zum Prediger an St. Aegidien in Lübeck berufen.<ref>Siehe zu den Umständen seiner Berufung Lübeckische Blätter 1, 1859, S. 171.</ref>
1616 erhielt er von Jochim Albrecht eine für ihn gefertigte Abschrift von Reimar Kocks Cronica Der Käyserliken Stadt Lübeck in drei Bänden. Der Schreiber Hans Flaßkamp hatte nach einer Notiz auf dem Vorsatz am 8. Mai 1616 mit der Abschrift begonnen. 1624 ließ Santmann sie in zwei Bänden binden und schenkte diese 1635 mit einer längeren lateinischen Widmung seinem Verwandten und Gönner, dem Bürgermeister Johann Kampferbeke. Im März 1797 waren noch beide Bände erhalten und wurden vom Landsteuer-Sekretär August Gotthilf Taube (* 1753)<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Taube, August Gotthilf ( vom 21. Dezember 2014 im Internet Archive) im Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Biographischen Lexikon der Oberlausitz ( des Vorlage:IconExternal vom 23. Juni 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> in Bautzen im Kaiserlich privilegirten Reichs-Anzeiger zum Verkauf angeboten, wobei der zweite als durch Moder schadhaft und nicht an allen Stellen lesbar beschrieben wurde.<ref>Digitalisat, abgerufen am 20. Dezember 2014.</ref> Heute ist vermutlich nur noch der erste Band erhalten, der 2009 bei Christie’s versteigert wurde<ref>Katalogeintrag Christie’s, abgerufen am 20. Dezember 2014.</ref> und sich heute in der Stadtbibliothek Lübeck befindet.<ref>Signatur Ms. Lub 2° 40a, Digitalisat</ref>
Am 24. April 1616 trug sich Santmann in Hamburg in das Album amicorum des Lukas Holste ein.<ref>Claudia Sojer, Christian Gastgeber: Das Stammbuch des Lukas Holste (1616–1623). Bericht aus dem Forschungsprojekt Peter Lambeck. In: biblos 62 (2013) ISSN 0006-2022 S. 33–56 (Digitalisat), S. 51.</ref>
Zusammen mit den anderen an der Gründung Lübecker Stadtbibliothek beteiligten Pastoren, Mitgliedern des Rates und Lehrern des Katharineums findet sich sein Name und Wappen am 1619 geschaffenen umlaufenden Fries der Regale im heutigen Scharbausaal.<ref>Johannes Baltzer, Friedrich Bruns, Hugo Rahtgens: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Hansestadt Lübeck. Band IV: Die Klöster. Die kleineren Gotteshäuser der Stadt. Die Kirchen und Kapellen in den Außengebieten. Denk – und wegekreuze und der Leidenweg Christi. Lübeck: Nöhring 1928, Faksimile-Nachdruck 2001, ISBN 3-89557-168-7, S. 150, Nr. 48</ref>
An Santmann erinnert sein Porträt in der Ägidienkirche, das 1894 von Johannes Nöhring restauriert wurde.
Seine Söhne Johannes und Michael Santmann wurden gemeinsam im Oktober 1643 an der Universität Rostock immatrikuliert.<ref>Eintrag Johannes und Eintrag Michael im Rostocker Matrikelportal</ref> Johannes war 1667 Pastor in Seedorf im Herzogtum Sachsen-Lauenburg.<ref>VD 17</ref> Michael wurde Prediger an St. Annen in Lübeck.
Werke[Bearbeiten]
- Triga Orationum Panegyricarum Heinrici Santmanni Lubecensis, in artibus Magistri & S.S. Theol. Candidati : Quarum I. didaskalikē De salutifera Salvatoris nostri Iesu Christi in carnatione ... recitata fuit. II. epideiktikē De Fundatione & incrementis inclutae Lubecae. III. symbuleutikē Utrum eruditio an vero morum integritas in officiis mandandis potius spectanda veniat, pro summo in Philosophia gradu. Francofurti Marchionum: Hartmannus 1609
- Jehovae Sacrum Prognosticon Mosaicum Das ist/ Ein Herrlicher/ Unwandelbahrer/ Ewigwehrender/ und Nutzbarlicher Geistlicher KirchenCalender, Jauch, Lübeck 1614
- Digitalisat, Herzog August Bibliothek (Vorbesitzer: Martin Funk)
- Bußglöcklein/ Oder Trewhertzige Bußpredigten von dreyen unterschiedlichen Landstraffen/ die jetzt in vollem schwange gehen: I. Thewrung und Hungersnoth. II. Krieg und Blutvergiessen. III. Pestilentz und Sterbensläufften ... Lübeck: Jauch 1628
- Victrix Fati Pietas: Bild- und Feldgleichnuß wider die Hertzfressende Melancholey und Schwermuth/ ex Esaia cap. 40. v. 6.7.8. Lübeck: Schmalhertz 1629
Literatur[Bearbeiten]
- Christian Gottlieb Jöcher (Hrsg.): Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Band 4, Leipzig 1751 (Digitalisat), S. 144.
- Johannes Baltzer, Friedrich Bruns: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Freien und Hansestadt Lübeck. Herausgegeben von der Baubehörde. Band III: Kirche zu Alt-Lübeck. Dom. Jakobikirche. Ägidienkirche. Verlag von Bernhard Nöhring: Lübeck 1920, S. 518/519. Unveränderter Nachdruck 2001: ISBN 3-89557-167-9, S. 518f.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Santmann, Heinrich |
| ALTERNATIVNAMEN | Sandtmann, Heinrich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher evangelisch-lutherischer Geistlicher und Chronist |
| GEBURTSDATUM | Oktober 1586 |
| GEBURTSORT | Lübeck |
| STERBEDATUM | 23. Juli 1639 |
| STERBEORT | Lübeck |
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- Lutherischer Geistlicher (Lübeck)
- Lutherischer Geistlicher (17. Jahrhundert)
- Geboren 1586
- Gestorben 1639
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