Heinz Spilker
Heinz Spilker (* 25. November 1927 in Elverdissen bei Herford; † 13. Juni 2026 in Berlin) war ein deutscher Bildhauer der klassischen Moderne. Ein Schwerpunkt seines Schaffens war die realistische Gestaltung von Porträts und Plastiken für den öffentlichen Raum. In der Tradition der Animalier (Tierbildhauer) Frankreichs schuf er in Berlin einen Zyklus von Tierplastiken. Er war unter anderem Meisterschüler der Bildhauerin Renée Sintenis an der Berliner Hochschule für Bildende Künste.<ref>Kunst-Archiv EKS, https://www.europaeische-kultur-stiftung.org</ref>
Leben und Wirken[Bearbeiten]
Heinz Spilker wurde als ältester von drei Brüdern einer Bauernfamilie geboren. Nach der Schule begann er eine Lehre als Tischler, die er 1944 mit der Gesellenprüfung abschloss. Nach Kriegsende 1945 arbeitete er im erlernten Beruf. Zur Wende in seinem Leben kam es 1950 auf einer ersten großen Kultur-Reise nach Rom und Florenz mit dem Entschluss, Bildhauer zu werden.
Im Jahr 1951 begann er ein Studium an der Meisterschule für das Kunsthandwerk in Bielefeld in der Bildhauerklasse von Arnold Rickert. Dort erhielt er nach eigenen Angaben „eine hervorragende handwerkliche und künstlerische Ausbildung“. Nach vier Semestern wechselte Spilker 1953 an die Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Charlottenburg. Dort wurde er im ersten Semester Meisterschüler von Renée Sintenis, bei der er sich mit der Darstellung der Tiere in der Kunst zu befassen begann.
Als Begabtenstipendiat setzte er das Studium bei Paul Dierkes bis 1958 an der gleichen Einrichtung fort. Abschließend ergänzte er seine Kenntnisse durch eine praktische Ausbildung in einem Steinmetzbetrieb. Zu seinen Lehrern gehörte der Maler und Bildhauer Wilhelm Tank.
Conrad Felixmüller gestaltete eine Bildtafel mit einer Porträtdarstellung seines Künstlerkollegen: Bildhauer Heinz Spilker (Öl, 75 × 85 cm, 1972).<ref>Bildhauer Heinz Spilker. In: Bildindex der Kunst & Literatur. Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, Philipps-Universität Marburg., abgerufen am 28. August 2022.</ref>
Heinz Spilker starb am 13. Juni 2026 im Alter von 98 Jahren in Berlin.<ref>Traueranzeige Heinz Spilker. In: nw-trauer.de. 27. Juni 2026, abgerufen am 28. Juni 2026.</ref>
Werke (Auswahl)[Bearbeiten]
Porträtbüsten[Bearbeiten]
In seinen Porträtbüsten hat Spilker vor allem Persönlichkeiten der Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft Berlins der Nachkriegszeit festgehalten, unter anderem:<ref>Bildband Der Bildhauer Heinz Spilker, 1997, S. 13; Büsten, die sich in öffentlichen Einrichtungen wie Museen, auf öffentlichen Plätzen und in Privatsammlungen befinden.</ref>
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Gedenktafeln und Plaketten[Bearbeiten]
Mit der Gestaltung von Reliefs und Plaketten im öffentlichen Raum hat Spilker zur Erinnerungskultur in Berlin beigetragen. Von ihm stammen neben anderen folgende Arbeiten:
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- Nelly Sachs, 1975
- Heinrich von Kleist
- George Grosz, 1980
- Alice Salomon, 1984
- Marlene Dietrich, 1992
- Rudolf Mendel<ref>Gedenktafeln in Berlin. Rudolf Mendel. In: gedenktafeln-in-berlin.de. Abgerufen am 28. Juni 2026.</ref>
Öffentlicher Raum[Bearbeiten]
- Mahnmale für die Opfer der Kriege in Elverdissen, Schweicheln-Bermbeck und
in der Kirche in Staaken-Gartenstadt - Hansebrunnen in Herford
- Erikabrunnen am Adam-Kuckhoff-Platz/Westkorso in Berlin-Friedenau, künstlerische Neugestaltung der fehlenden vier Putten des Brunnens (1980–1982); Brunnen 1911 von Emil Cauer d. J.<ref>Kulturdenkmal Erikabrunnen</ref>
- Kinderbrunnen am Barbarossaplatz in Berlin-Schöneberg, Neugestaltung der fehlenden vier Kinderfiguren mithilfe historischer Unterlagen (1989); Brunnen 1913 von Constantin Starck
- Pferdeplastik vor den Holstenhallen an der Justus-von-Liebig-Straße in Neumünster, überlebensgroße Bronze-Darstellung eines Holsteiner Hengstes, am 31. Oktober 2002 enthüllt; nimmt Bezug auf Neumünster als Pferdestadt<ref>Stadtarchiv Neumünster / Pressearchiv der Holstenhallen, weist das Ereignis vom 31. Oktober 2002 als Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten und Verbandstreffen der Züchter aus.</ref>
Weitere Werke befinden sich in den Sammlungen: Deutsche Oper Berlin, Senat von Berlin, Berlin-Museum, Reichstagsgebäude, Rathaus Schöneberg, Rathaus Reinickendorf, Universität Leipzig sowie im privaten Museum Europäischer Kunst (Schloss Nörvenich).
Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]
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- 1952: erste Einzelausstellung, Herford
- 1965: in der Senatsgalerie Berlin
- 1966: im Haus am Lützowplatz, Berlin
- 1970: im Verein Berliner Künstler, Berlin
- 1977: Gerhard Marcks und die deutsche Tierplastik, Bremen
- 1977: im Daniel-Pöppelmann-Haus, Herford
- 1985: Animalia Tierplastiken des XX. Jahrhunderts, Münster
- 1985: Berliner Köpfe – 100 Jahre Porträtbildhauerei, Georg Kolbe Museum, Berlin
- 1988: Bildhauer unserer Zeit, Museum Europäischer Kunst, Schloss Nörvenich
- 2014: Zeichnungen – Körperporträts, Museum Europäischer Kunst, Schloss Nörvenich
Literatur[Bearbeiten]
- Rainer Pape: Der Bildhauer Heinz Spilker 65. Zeitschrift für Herford: Der Remensnider, 1992 (Nr. 3/4), ISSN 0176-9804.
- Dieter Biewald: Der Bildhauer Heinz Spilker. Edition Museum Europäische Kunst, Nörvenich 1997, ISBN 3-925176-14-4.
- Ralf Wieland: Kunst im Parlament – Büstengalerie, Verlag Abgeordnetenhaus von Berlin, Berlin 2016, ISBN 978-3-922581-19-2
- Dieter Biewald : Heinz Spilker – 90 Jahre: Zwischen Tradition und Moderne. Verlag Westkreuz, Berlin 2017, ISBN 978-3-944836-42-3
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Spilker, Heinz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Bildhauer der klassischen Moderne |
| GEBURTSDATUM | 25. November 1927 |
| GEBURTSORT | Elverdissen |
| STERBEDATUM | 13. Juni 2026 |
| STERBEORT | Berlin |