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Hellmut Butterweck

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Hellmut Butterweck (* 30. Dezember 1927 in Wien; † 9. September 2026 ebenda<ref>Otto Friedrich: Ein Jahrhundertleben: Zum Tod von Hellmut Butterweck. In: furche.at. 13. September 2026, abgerufen am 13. September 2026.</ref><ref>Die Furche trauert um Hellmut Butterweck (1927-2026). In: ots.at. 14. September 2026, abgerufen am 14. September 2026.</ref>) war ein österreichischer Wissenschaftsjournalist, Theaterkritiker, Hörspiel- und Buchautor.

Leben[Bearbeiten]

Hellmut Butterweck wuchs in Wien in einer bürgerlichen Familie auf und wurde wesentlich von seiner Großmutter erzogen. Seine Eltern, die er nur in Wochenabständen sah, waren Künstler in Wien und engagierten sich politisch gegen den Nationalsozialismus. Butterweck wuchs bei seiner Großmutter auf und war nach eigenen Angaben anfangs ein „Nazi-Bua“. Durch die Ereignisse der Reichspogrom-Nacht am 9. November 1938, die er in Wien miterlebte, wurde Butterweck „bis 1944 zum totalen Nazi-Gegner“, er durchbrach die massive Nazipropaganda und -begeisterung.<ref name="Ö1_Menschenbilder">Hellmut Butterweck, Journalist und Zeitzeuge. In: oe1.orf.at. 5. April 2026, abgerufen am 22. April 2026.</ref> In diesem Jahr flog er aus der Schule und wurde daraufhin in getarnten Rüstungsbetrieben in Wien (eine getarnt als Hautsalon in Wien III) eingesetzt. Geprägt durch diese negativen Erfahrungen als Jugendlicher, der in die deutsche Rüstungsindustrie als Hilfsarbeiter dienstverpflichtet wurde, verfasste er nach dem Krieg zahlreiche Essays, Glossen, Satiren und Reportagen gegen antidemokratische, antisemitische und neonazistische Tendenzen. Sie erschienen u. a. in der österreichischen liberal-katholischen Wochenzeitschrift Die Furche ab 1953, ohne dass er selbst jemals Katholik gewesen war.

Zuerst schrieb er jedoch für das Volksblatt, von dem er nach der Wahl 1949 wegen seiner Unterstützung der Demokratischen Union entlassen wurde. Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit heuerte er bei der Wochenschrift Die Union als Kulturredakteur an, dem Organ der Demokratischen Union.<ref name="Ö1_Menschenbilder" />

Ab den frühen 1960er Jahren schrieb Hellmut Butterweck Theaterstücke, Hörspiele und Bücher. 1982 wurde sein Drama Wunder von Wien im Theater in der Josefstadt uraufgeführt<ref name="Ö1_Menschenbilder" /> und in Hebräisch und Russisch übersetzt. Im Jahr 2005 wurde seine szenische Dokumentation Drei Jahre für einen Zahn im Großen Schwurgerichtssaal in Wien, in Mauthausen und Ebensee, an Orten von Konzentrationslagern in der NS-Zeit, aufgeführt.

Auch seine Bücher sind von der Auseinandersetzung mit der Unmenschlichkeit als zentrales Thema gekennzeichnet: so zum Beispiel Verurteilt und begnadigt – Österreich und seine NS-Straftäter, Der Nürnberger Prozeß. Eine Entmystifizierung, der Roman Tote im Verhör über den ersten österreichischen Justizirrtum mit antisemitischem Hintergrund nach dem Zweiten Weltkrieg, oder Die Rache des Geldes – Von Wachstumsgrenzen und dem Ende des Neoliberalismus. 2016 erschien Nationalsozialisten vor dem Volksgericht; darin schuf Hellmut Butterweck nicht nur ein lebendiges Bild einer hoch emotionalen, aber fast völlig vergessenen Auseinandersetzung der österreichischen Justiz mit den NS-Straftaten, sondern eröffnete auch einen neuen Blick auf den Alltag in der NS-Zeit.<ref>Hellmut Butterweck im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien</ref>

Bis 1992 war er bei der Furche als Theaterkritiker und Leiter des Ressorts Wissenschaft und Zeitgeschichte und leitete nach seiner Pensionierung noch deren Buchressort.

Butterweck war verheiratet, hatte zwei Söhne und vier Enkel.<ref>Hellmut Butterweck, Journalist und Zeitzeuge. In: oe1.orf.at. 5. April 2026, abgerufen am 22. April 2026 (ca. Minute 37–38).</ref> Er war lebenslang Antifaschist.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • als Redakteur: ¿Salud! Gesundheitsprojekte in Lateinamerika (= Zum Thema. 1993, 4, ZDB-ID 2269823-1). Institut für Internationale Zusammenarbeit, Wien 1993.
  • als Herausgeber mit Robert Streibel: Tabu und Geschichte. Zur Kultur des kollektiven Erinnerns. Picus-Verlag, Wien 1994, ISBN 3-85452-254-1.
  • als Redakteur: 30 Jahre IIZ. Der Weg zur Fachorganisation für integrierte ländliche Entwicklung (= Zum Thema. 1994, 1). Institut für Internationale Zusammenarbeit, Wien 1994.
  • als Redakteur: VODP. Dorforientierte ländliche Entwicklungsprogramme (= Zum Thema. 1994, 3). Institut für Internationale Zusammenarbeit, Wien 1994.
  • als Redakteur: Nicaragua. Die Alternative heisst Bildung. (= Zum Thema. 1994, 4). Institut für Internationale Zusammenarbeit, Wien 1994.
  • Arbeit ohne Wachstumszwang. Essay über Ressourcen, Umwelt, Arbeit, Kapital. Campus-Verlag, Frankfurt am Main u. a. 1995, ISBN 3-593-35333-4.
  • Österreichs Kardinäle. Von Anton Gruscha bis Christoph Schönborn. Ueberreuter, Wien 2000, ISBN 3-8000-3764-5.
  • Verurteilt und begnadigt. Österreich und seine NS-Straftäter. Czernin, Wien 2003, ISBN 3-7076-0126-9.
  • Der Nürnberger Prozess. Eine Entmystifizierung. Czernin, Wien 2005, ISBN 3-7076-0058-0.
  • Tote im Verhör. Roman. Picus-Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-85452-628-5.
  • Die Rache des Geldes. Von Wachstumsgrenzen und dem Ende des Neoliberalismus. Adatia-Verlag, Sankt Augustin 2009, ISBN 978-3-940461-04-9.
  • Nationalsozialisten vor dem Volksgericht Wien. Österreichs Ringen um Gerechtigkeit 1945–1955 in der zeitgenössischen öffentlichen Wahrnehmung, 800 Seiten, mit einem Vorwort von Oliver Rathkolb, Studien-Verlag, Innsbruck 2016, ISBN 978-3-7065-5480-0.
  • Staat, wach auf! Warum die Wirtschaft einen externen Regulator braucht. Böhlau, Wien 2019, ISBN 978-3-205-23262-9.
  • Der Ungeist der Stunde Null. Wie Österreich säte, was es heute hat. edition SCIENCE, Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra 2025, ISBN 978-3-99126-331-9.
  • Möglichkeiten. Roman. Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra 2026, ISBN 978-3-99126-421-7.

Hörspiele (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1967: Das Wunder von Wien – Regie: Heinz Hostnig (Original-Hörspiel – NDR/SR)
  • 1968: Das Wunder von Wien – Regie: Hans Knötzsch (Originalhörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1973: Wattewand – Regie: Ferry Bauer (Originalhörspiel – ORF Oberösterreich)
  • 1974: Beweisaufnahme über die Ungerechtigkeit in einem gerechten Krieg – Regie: Ferry Bauer (Originalhörspiel – ORF Oberösterreich)
  • 1977: Eine Schlinge aus Luft – Regie: Rudolf Kautek (Hörspiel – ORF Wien)
  • 1980: Eine Schlinge aus Luft – Regie: Robert Bichler (Hörspiel – DRS)
  • 1983: Leonardo sucht einen Job – Regie: Fritz Zecha (Originalhörspiel – ORF Wien)
  • 1984: Leonardo sucht einen Job – Regie: Walter Niklaus (Originalhörspiel – Rundfunk der DDR)
  • 1984: Tausend-Teile-Puzzle oder Mann aus dem Computer – Regie: Uwe Berend (Originalhörspiel – ORF Wien)
  • 1986: Freunde oder die Retorten der Pandora – Regie: Frank Michael Weber (Originalhörspiel – ORF Wien)
  • 2007: Aber wir werden es der Welt noch zeigen – Regie: Götz Fritsch (Originalhörspiel – ORF)

Quellen: ARD-Hörspieldatenbank, Ö1-Hörspieldatenbank und HörDat, die Hörspieldatenbank

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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