Helmar Helas
Helmar Helas (* 7. März 1914 in Dresden; † 30. Juli 1981 in Dresden) war ein deutscher Kunstmaler, Glasgestalter und Restaurator.
Leben[Bearbeiten]
Helmar Helas stammt aus einer Dresdner Künstlerfamilie und war der Sohn des Kunstmalers Max Helas. Seine Schwester Hildegard Helas arbeitete als Kunsthandwerkerin. Auch Helmar Helas’ Kinder ergriffen künstlerische Berufe: sein Sohn Volker Helas ist Denkmalpfleger und Sachbuchautor, seine Tochter Kristine Wischniowski-Helas Bildhauerin, Malerin und Restauratorin.
Nach dem Schulabschluss absolvierte er zunächst eine Malerlehre und begann ab 1930 ein Studium an der Akademie für Kunstgewerbe in Dresden, im Anschluss an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. In der Zeit des Nationalsozialismus war Helas obligatorisch Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Nach kurzzeitigem Einsatz als Soldat war er ab 1941 bis 1944 Theatermaler in Plauen und kam hier erstmals mit der Glasmalerei in Berührung.
Helas nahm 1944 mit einem Stillleben an der Großen Deutschen Kunstausstellung in München teil.<ref>http://www.gdk-research.de/de/obj19441206.html</ref>
Nach Kriegsende suchte er den Kontakt zu kirchlichen Architekten und arbeitete u. a. für Fritz Steudtner.
Bekannt wurde Helmar Helas vor allem als Glasgestalter und Restaurator. Nach 1945 entstanden nach seinen Entwürfen zahlreiche Glasfenster für Dresdner Kirchen. Außerdem war er bei verschiedenen Restaurierungsarbeiten in der Denkmalpflege tätig. Neben der Wiederherstellung beschädigter Glasfenster und Innenraumgestaltungen stammen aus dieser Zeit auch künstlerisch interessante Neuschöpfungen, u. a. für den Chor der Markuskirche in Dresden-Pieschen und die Kreuzkapelle Mauersberg. Letztere erhielt auf Anregung ihres Stifters, des Dresdner Kreuzkantors Rudolf Mauersberger neben religiösen Motiven auch Bezüge zum Wirkungszusammenhang zwischen Religiosität und heimatlicher Überlieferung. Für die Schützkapelle der Kreuzkirche in Dresden schuf Helas das Glasfenster mit Darstellungen der zerstörten Dresdner Wirkungsstätten von Heinrich Schütz.
In den 1960er Jahren widmete sich Helmar Helas verstärkt Restaurierungsarbeiten und entwickelte gemeinsam mit dem Institut für Denkmalpflege moderne Verfahren zur fachlichen Farbuntersuchung in kunsthistorisch wichtigen Räumen. Erstmals praktizierte er dieses bei der Restaurierung der George-Bähr-Kirche in Schmiedeberg (Dippoldiswalde). Als einer der ersten befasste sich Helas mit der Restaurierung von Elementen des zuvor wenig gewürdigten Historismus (Ausmalung der Trinitatiskirche in Riesa). Zu seinen letzten großen Aufträgen gehörte die Vorbereitung der Restaurierung des Proszeniumsfrieses im Zuschauerraum der Dresdner Semperoper sowie Studien für die Rekonstruktion des Schmuckvorhanges des Opernhauses<ref>Kurt Milde: Semperoper Dresden. Verlag der Kunst Dresden, 1985. S. 184 (Bild in der Deutschen Fotothek)</ref>.
Helas war Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und 1987/1988 auf der X. Kunstausstellung der DDR vertreten.
Sein Grab befindet sich auf den Striesener Friedhof in Dresden.
Arbeiten (Auswahl)[Bearbeiten]
- Glasfenster mit Szenen aus dem Leben Jesu in der Hoffnungskirche in Dresden-Löbtau (1947/1953)<ref>Hoffnungskirche Dresden-Löbtau – Webseite abgerufen am 15. März 2013</ref>
- Altarfenster mit Darstellung des auferstandenem Christus, Kanzel und Lesepult in der Thomaskirche in Dresden-Gruna (1950/55)<ref>Thomaskirche Dresden-Gruna – Webseite abgerufen am 15. März 2013</ref>
- Neugestaltung des 1945 zerstörten Mittelfensters im Kirchenraum der Versöhnungskirche in Dresden-Striesen<ref>Versöhnungskirche Dresden-Striesen – Webseite abgerufen am 15. März 2013</ref>
- Glasfenster der Markuskirche in Dresden-Pieschen mit Szenen aus dem Neuen Testament (1947/1951)<ref>Annette Dubbers: Pieschen. Aus der Geschichte eines Dresdner Stadtteils. Sandstein Verlag, Dresden 2001. ISBN 978-3930382590</ref>
- Emporen- und Deckenbemalung und Buntglasfenster der Kreuzkapelle in Mauersberg (1951)<ref>Kreuzkapelle Mauersberg – Webseite abgerufen am 15. März 2013</ref>
- Restaurierung des Innenraums der Trinitatiskirche in Riesa<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Trinitatiskirche Riesa ( vom 6. Oktober 2012 im Internet Archive) – Webseite abgerufen am 15. März 2013</ref>
- Restaurierung der Kassettendecke der Allerheiligenkirche in Raschau (1960/63)<ref>Jonny Hielscher: Allerheiligenkirche Raschau. 800 Jahre Kirchengeschichte. Berlin 2012. ISBN 978-3-8442-1647-9</ref>
- Neugestaltung des Innenraumes der Christuskirche in Dresden-Strehlen (1973/80)<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Christuskirche Dresden-Strehlen ( vom 23. Dezember 2014 im Internet Archive) – Webseite abgerufen am 15. März 2013</ref>
- Restaurierung der Kassettenfelderdecke der Kirche in Dresden-Leubnitz (1974)<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Faltblatt zur Leubnitzer Kirche (pdf; 565 kB) ( vom 23. März 2013 im Internet Archive) – Webseite abgerufen am 15. März 2013</ref>
- Restaurierung der Felderdecke im Schloss Lauenstein (1974)
Literatur[Bearbeiten]
- Heinrich Magirius: Gestalter und Denkmalpfleger. Der Maler Helmar Helas. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 7. März 2014, S. 10.
Weblinks[Bearbeiten]
- https://bildatlas-ddr-kunst.de/person/694
- https://www.bildindex.de/ete?action=queryupdate&desc=%22helas%2C%20helmar%22%20&index=obj-all Werke im Bildindex
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Helas, Helmar |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kunstmaler, Glasgestalter und Restaurator |
| GEBURTSDATUM | 7. März 1914 |
| GEBURTSORT | Dresden |
| STERBEDATUM | 30. Juli 1981 |
| STERBEORT | Dresden |