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Helmut Hillebrecht

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Helmut Hillebrecht (* 7. Juli 1912 in Berlin;<ref name="kgparl">Die Volksvertretung 1946–1972, Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, S. 498.</ref> † unbekannt) war ein deutscher Gewerkschafter und Kommunalpolitiker. Er war Betriebsratsvorsitzender und Aufsichtsratsmitglied der Volkswagen-Werke, Mitglied der Deutschen Konservativen Partei – Deutsche Rechtspartei (DKP-DRP) und Gründungsmitglied der später vom Bundesverfassungsgericht als verfassungsfeindlich eingestuften und verbotenen Sozialistischen Reichspartei (S.R.P.).

Leben[Bearbeiten]

Hillebrecht war gelernter Autoschlosser.<ref name="kgparl" /> Er diente im Zweiten Weltkrieg zuletzt im Dienstgrad Major der Fallschirmjägertruppe und war Träger des Ritterkreuzes.<ref>Monika Uliczka: Berufsbiographie und Flüchtlingsschicksal. VW-Arbeiter in der Nachkriegszeit. Hahn, 1993, ISBN 3-7752-5884-1, S. 262.</ref>

Politische Betätigung[Bearbeiten]

Deutsche Konservative Partei – Deutsche Rechtspartei (DKP-DRP)[Bearbeiten]

Helmut Hillebrecht war Mitglied der Deutschen Rechtspartei DRP in Niedersachsen. Er war Kreisvorsitzender der DRP in Wolfsburg und trat bei der Bundestagswahl 1949 auf Platz 11 von 21 auf der Landesliste Niedersachsen an und kandidierte für den Wahlkreis 28.<ref name="kgparl" /> Kurz vor der Gründung der Sozialistischen Reichspartei S.R.P. trat er aus der Partei aus.<ref>Otto Büsch: Erste Studie: Geschichte und Gestalt der SRP. 1967, S. 21.</ref>

Sozialistische Reichspartei (S.R.P.)[Bearbeiten]

Helmut Hillebrecht gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Sozialistischen Reichspartei S.R.P. und wurde bei der Gründung am 2. Oktober 1949 neben dem Vorsitzenden Fritz Dorls mit Wolfgang Falck, Otto Ernst Remer, Bernhard Gericke, Gerhard Heinze in den Vorstand der S.R.P. gewählt, zu deren Führungsgruppe neben Otto Ernst Remer auch der Parteigründer Wolf Graf von Westarp gehörte, während Gerhard Krüger zum Geschäftsführer bestellt wurde.<ref>Otto Büsch: Erste Studie: Geschichte und Gestalt der SRP. 1967, S. 20 f.</ref>

Bei der Landtagswahl in Niedersachsen 1951 kandidierte er als SRP-Mitglied für den Landtag.<ref name="Nicolaysen">Rainer Nicolaysen: Der lange Weg zur VolkswagenStiftung. Eine Gründungsgeschichte im Spannungsfeld von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2002, ISBN 3-525-86518-X, S. 45.</ref>

Nationale Arbeiter-Partei (NAP)[Bearbeiten]

Hillebrecht trat nach dem Austritt von Gerhard Krüger aus der S.R.P. im Oktober 1950 am 6. Mai 1951 ebenfalls aus der SRP aus<ref>Henning Hansen: Die Sozialistische Reichspartei (SRP). Aufstieg und Scheitern einer rechtsextremen Partei. Droste, 2007, ISBN 978-3-7700-5280-6, S. 100.</ref> und in die von Krüger neugegründete Nationale Arbeiter-Partei NAP ein.

Ratsherr in Wolfsburg[Bearbeiten]

Bekannt ist, dass er in der Nachkriegszeit Ratsherr in Wolfsburg war.<ref>Das Wolfsburger Rathaus. Zur Einweihung am 22. März 1958. Stadtverwaltung Wolfsburg, 1958.</ref>

Betätigung als Arbeitnehmervertreter[Bearbeiten]

Hillebrecht war seit 1948 Mitglied der IG Metall,<ref name="Nicolaysen" /> später auch in der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG).<ref name="DAG">Das Eigentum an der Volkswagenwerk-GmbH. Privatisierung, Staatsbetrieb oder Stiftung? (Ein Vorschlag der DAG). Deutsche Angestellten-Gewerkschaft, 1958, S. 6.</ref> Gewerkschaftsmitglieder waren zu diesem Zeitpunkt in der Belegschaft „Exoten“. Heinrich Nordhoff in seiner Funktion als Generaldirektor betrachtete gewerkschaftliche Forderungen eher als Einmischung in die inneren Angelegenheiten einer Betriebsgemeinschaft.<ref>Wo sind die Gewerkschafter? In: Rückblick auf die vergangenen 65 Jahre. Festschrift 65 Jahre IGM. Die Jahre 1946–1950. Sonderveröffentlichung der Aller-Zeitung / Wolfsburger Allgemeinen Zeitung vom 25. Juni 2011, S. 3.</ref> Sein gewerkschaftliches Engagement begründete er mit der Aussage: „Ich stimme mit den Gewerkschaftspraktiken nicht voll überein, gehe aber trotzdem hinein, um von innen heraus zu wirken.“<ref>Porsche von Fallersleben. Geschichte eines Automobils. In: Der Spiegel. 22/1950, 1. Juni 1950, S. 71 ff.</ref>

Betriebsratsvorsitzender der Volkswagen-Werkes[Bearbeiten]

Hillebrecht wurde im November 1949 zum stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden des Volkswagen-Werkes in Wolfsburg gewählt.<ref>Otto Büsch: Erste Studie: Geschichte und Gestalt der SRP. 1967, S. 22.</ref><ref>Markus Lupa: Spurwechsel auf britischen Befehl. Der Wandel des Volkswagenwerks zum Marktunternehmen 1945–1949. (= Historische Notate. Heft 15). 2010, S. 74. Abgerufen am 25. Oktober 2017.</ref>

Nachdem Otto Peter, der Gelder veruntreut hatte, als Betriebsratsvorsitzender abgesetzt wurde, gewannen rechtsradikale Betriebsratsmitglieder immer mehr Stimmen der erschütterten Belegschaft. So erhielt Hillebrecht 1950 und 1951 die meisten Stimmen bei der Wahl zum Betriebsrat.<ref>Ralf Richter, Hedwig Richter: Die „Gastarbeiter-Welt“. Leben zwischen Palermo und Wolfsburg. Verlag Ferdinand Schöningh, 2012, ISBN 978-3-657-77373-2, S. 231.</ref> Innerhalb des Betriebsrats wurde er aber nie zum Vorsitzenden gewählt, und im Mai 1951 trotz des hohen Stimmanteils im Werk auch nicht mehr zum zweiten Betriebsratsvorsitzenden.<ref name="Nicolaysen" />

Aufsichtsrat als Arbeitnehmer-Vertreter des Volkswagen-Werkes[Bearbeiten]

Da Hillebrecht frühzeitig den Absprung aus der S.R.P. schaffte, stand einer Betätigung als Arbeitnehmer-Vertreter nach dem Verbot der S.R.P. politisch nichts im Wege, zumal seine neue politische Heimat – die Nationale Arbeiter-Partei NAP – bis 1957 existierte, bevor sie mit der FDP fusionierte.

Hillebrecht wurde spätestens 1951 in den Aufsichtsrat als Arbeitnehmer-Vertreter des Volkswagen-Werkes berufen und behielt diese Position bis mindestens 1955 bei.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Volkswagen Werk GmbH Wolfsburg: Bericht der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 1951, 1952, 1953. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 26. Oktober 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/chronik.volkswagenag.com S. 3, abgerufen am 25. Oktober 2017.</ref><ref>Volkswagen Werk GmbH Wolfsburg: Bericht der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 1954. S. 3, abgerufen am 25. Oktober 2017.</ref><ref>Volkswagen Werk GmbH Wolfsburg: Bericht der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 1955. S. 5, abgerufen am 25. Oktober 2017.</ref>

Aus einem 1958 erarbeiteten Privatisierungsvorschlags für Volkswagen geht eine Aufsichtsratsmitgliedschaft Hillebrechts zu diesem Zeitpunkt hervor.<ref name="DAG" /> Laut Manfred Jenkes Bericht über den Rechtsradikalismus in Deutschland nach 1945 Verschwörung von rechts? hatte Hillebrecht um 1961 eine leitende Position im VW-Zweigwerk Hannover.<ref>Manfred Jenke: Verschwörung von rechts? Ein Bericht über den Rechtsradikalismus in Deutschland nach 1945. Colloquium Verlag, Berlin 1961, S. 78.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Stöss: Sozialistische Reichspartei. In: Parteien-Handbuch: Die Parteien der Bundesrepublik Deutschland 1945–1980. Sonderausgabe. Band 4, Westdeutscher Verlag, Opladen 1986, ISBN 3-531-11838-2, S. 2274ff.
  • Otto Büsch: Erste Studie: Geschichte und Gestalt der SRP. In: Otto Büsch, Peter Furth: Rechtsradikalismus im Nachkriegsdeutschland. Studien über die Sozialistische Reichspartei (SRP). Verlag Franz Vahlen, Berlin 1957. (Westdeutscher Verlag, Köln/Opladen 1967, Springer Fachmedien Wiesbaden 1967, ISBN 3-663-19614-3)
  • Markus Lupa: Spurwechsel auf britischen Befehl. Der Wandel des Volkswagenwerks zum Marktunternehmen 1945–1949. (= Historische Notate. Heft 15). 2010, ISBN 978-3-935112-41-3, S. 74.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />