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Henritermierit

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Henritermierit
Datei:Henritermierite-181533.jpg
Henritermierit aus der Wessels Mine, Hotazel, Kalahari-Manganfeld, Südafrika (Gesamtgröße: 4,5 cm × 4 cm × 3 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1968-029<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Hri<ref name="Warr" />

Chemische Formel
  • Ca3Mn3+2(SiO4)2(OH)4<ref name="IMA-Liste" />
  • Ca3(Mn3+,Al)2[(SiO4)2(OH)4]<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Silikate und Germanate
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VIII/A.06d Anhang
VIII/A.08-220

9.AD.25
51.04.04.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem tetragonal
Kristallklasse; Symbol ditetragonal-dipyramidal; 4/m2/m2/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe I41/acd (Nr. 142)Vorlage:Raumgruppe/142<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 12,39 Å; c = 11,91 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 8<ref name="StrunzNickel" />
Zwillingsbildung nach {101}
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3 bis 4<ref name="Lapis" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 3,34(2); berechnet: 3,40<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit keine
Bruch; Tenazität muschelig<ref name="Handbookofmineralogy" />
Farbe „gewürznelkenbraun“ bis „aprikosenfarben“, zitronengelb bis hellgelb<ref name="Handbookofmineralogy" />
Strichfarbe weiß<ref name="Handbookofmineralogy" />
Transparenz durchscheinend<ref name="Handbookofmineralogy" />
Glanz Glasglanz<ref name="Handbookofmineralogy" />
Kristalloptik
Brechungsindizes nω 1,765<ref name="Mindat" />
nε 1,800<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,035<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter einachsig positiv
Pleochroismus schwach: ω = sehr hell gelb, ε = zitronengelb<ref name="Handbookofmineralogy" />

Henritermierit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Gruppe der Granate innerhalb der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“. Es kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem mit der Endgliedzusammensetzung Ca3Mn3+2(SiO4)2(OH)4<ref name="IMA-Liste" />, ist also chemisch gesehen ein Calcium-Mangan-Hydrogranat. Strukturell gehört er wie die anderen Granate zu den Inselsilikaten.

Da Henritermierit mit Grossular (Ca3Al2[SiO4]3<ref name="StrunzNickel" />) eine lückenlose Mischkristallreihe bildet und deshalb meist ein geringer Anteil Mangan durch Aluminium ersetzt ist, wird für Henritermierit auch die vereinfachte Zusammensetzung Ca3(Mn3+,Al)2[(SiO4)2(OH)4]<ref name="StrunzNickel" /> angegeben. Daneben bildet das Mineral auch mit Katoit (Ca3Al2[(SiO4)>1,5((OH)4)<1,5]<ref name="StrunzNickel" />) und Hydro-Andradit Mischreihen. Aufgrund der Mischkristallbildung variiert die Farbe von Henritermierit von „Gewürznelkenbraun“ bis „Aprikosenfarben“ oder Zitronengelb bis Hellgelb.

Das Mineral entwickelt meist durchscheinende Kristalle mit kurzprismatischem oder pseudooktaedrischem Habitus, findet sich aber auch in Form körniger Mineral-Aggregate.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Entdeckt wurde Henritermierit im Tagebau „Tachgagalt“ in der marokkanischen Provinz Ouarzazate und beschrieben durch C. Gaudefroy, M. Orliac, F. Permingeat, A. Parfenoff, die das Mineral nach dem französischen Geologen Henri François Émile Termier (1897–1989) benannten.

Klassifikation[Bearbeiten]

Die strukturelle Klassifikation der International Mineralogical Association (IMA) zählt den Henritermierit zur Granat-Obergruppe, wo er zusammen mit Holtstamit die Henritermierit-Gruppe mit 8 positiven Ladungen auf der tetraedrisch koordinierten Gitterposition bildet.<ref name="Grew et al. 2013"/> Formal gehört der Monteneveit ebenfalls in diese Gruppe, obwohl er strukturell und chemisch den Mineralen der Bitikleit-Gruppe näher steht.

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Henritermierit zur Mineralklasse der „Silikate“ und dort zur Abteilung „Inselsilikate (Nesosilikate)“, wo er als einziger Vertreter im Anhang zur Gruppe „Ti-, Zr- und V-Granate“ mit der Systemnummer VIII/A.06d und den Hauptmitgliedern Goldmanit und Kimzeyit steht.

Im zuletzt 2018 überarbeiteten „Lapis-Mineralienverzeichnis“, das sich im Aufbau noch nach der alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/A.08-220. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Inselsilikate mit [SiO4]-Gruppen“, wo Henritermierit zusammen mit Almandin, Andradit, Calderit, Eltyubyuit, Eringait, Goldmanit, Grossular, Holtstamit, Hutcheonit, Irinarassit, Jeffbenit, Katoit, Kerimasit, Kimzeyit, Knorringit, Majorit, Menzerit-(Y), Momoiit, Morimotoit, Pyrop, Schorlomit, Spessartin, Toturit, Uwarowit und Wadalit die „Granatgruppe“ mit der Systemnummer VIII/A.08 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Henritermierit in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung „Inselsilikate (Nesosilikate)“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Inselsilikate ohne zusätzliche Anionen; Kationen in oktaedrischer [6]er- und gewöhnlich größerer Koordination“ zu finden, wo es zusammen mit Almandin, Andradit, Blythit, Calderit, Goldmanit, Grossular, Hibschit, Holtstamit, Hydroandradit, Katoit, Kimzeyit, Knorringit, Majorit, Momoiit, Morimotoit, Pyrop, Schorlomit, Skiagit, Spessartin, Uwarowit und Wadalit die „Granatgruppe“ mit der Systemnummer 9.AD.25 bildet.

Ebenfalls zu dieser Gruppe gezählt wurden die mittlerweile nicht mehr als Mineral angesehenen Granatverbindungen Blythit, Hibschit, Hydroandradit und Skiagit. Wadalit, damals noch bei den Granaten eingruppiert, erwies sich als strukturell unterschiedlich und wird heute mit Chlormayenit und Fluormayenit einer eigenen Gruppe zugeordnet.<ref name="Grew et al. 2013" /> Die nach 2001 beschriebenen Granate Irinarassit, Hutcheonit, Kerimasit, Toturit, Menzerit-(Y) und Eringait wären hingegen in die Granatgruppe einsortiert worden.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Henritermierit die System- und Mineralnummer 51.04.04.01. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Inselsilikatminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Inselsilikate: SiO4-Gruppen nur mit Kationen in [6] und >[6]-Koordination“ in der „Granatgruppe (Tetragonale Hydrogranate)“, in der auch Holtstamit eingeordnet ist.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Henritermierit kristallisiert tetragonal in der Raumgruppe I41/acd (Raumgruppen-Nr. 142)Vorlage:Raumgruppe/142 mit den Gitterparametern a = 12,39 Å und c = 11,91 Å sowie 8 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Henritermierit bildet sich in manganreichen Erzlagerstätten. An seiner Typlokalität „Tachgagalt“ wurde er in Form kleiner Körner gefunden, die die Lücken zwischen den Kristallen anderer Minerale auffüllten. Als Begleitminerale traten hier Calcit, Gaudefroyit, Hausmannit und Marokit auf.

Des Weiteren konnte das Mineral bisher (Stand: 2013) nur noch in der N'Chwaning Mine nahe Kuruman und in der Wessels Mine nahe Hotazel im Kalahari-Manganfeld in Südafrika gefunden werden, wo er mit Andradit, Baryt, Calcit, Hämatit, Hausmannit und Manganit vergesellschaftet auftrat.<ref name="Handbookofmineralogy" /><ref name="Fundorte" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

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Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Henritermierite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Henritermierit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 20. April 2024. </ref> <ref name="Grew et al. 2013"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. (PDF; 3,6 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 31. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] (PDF; 1,9 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:Referrer am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Mindat"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 20. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Warr"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Abgerufen am 20. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>