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Herbert Weitemeier

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Herbert Weitemeier (* 12. März 1935; † 10. Juli 1998) war ein deutscher Maler.

Leben[Bearbeiten]

Sein Vater zeigte Weitemeier, wie man zeichnet. Nach Kriegsbeginn sah er den Vater nur noch, wenn der Urlaub von der Front bekam. Mit sieben Jahren war Weitemeiers Tagesrhythmus vom Bombenalarm beherrscht. Ende 1944 wurden er und sein Bruder nach Aussig (heute Ústí nad Labem in Tschechien) zu einer entfernten Verwandten gebracht. Dort schien alles ruhig, die Tante war nett, aber war eines Tages verschwunden. Weitemeier und sein Bruder zogen mit den Flüchtlingsströmen zurück nach Berlin und erlebten sechs Monate lang Furchtbares. Von Tieffliegern, Toten, Prügel und Gebrüll hat Weitemeier später immer wieder träumen müssen. Sie landeten nach ihrer Flucht in einem Heim, in dem sie von Nonnen bewacht und misshandelt wurden. Trotzdem konnten die beiden fliehen. Weitemeier machte zunächst eine Lehre als Tischler, brach sie aber ab. Er bestand die Aufnahmeprüfung an der Kunsthochschule, ohne Abitur gemacht zu haben.<ref name="Roehl">Wer Bunker baut, wirft auch Bomben – Erinnerung an den Maler Herbert Weitemeier | Anja Röhl. </ref> Weitemeier studierte von 1957 bis 1959 an der Hochschule für bildende Künste Berlin bei Hans Jaenisch und Aktzeichnen bei Ernst Schumacher. Von 1959 bis 1960 studierte er an der École des Beaux-Arts in Paris und hielt sich dann zwölf Jahre lang in Vallauris (Südfrankreich) auf.<ref name="Sammlung" /> Dank Traudbert Erbe, Peter Sauernheimer und Weitemeier wurde die Gaststätte „Die kleine Weltlaterne“ in der Kohlfurter Straße in Kreuzberg 1961 zur Künstlerkneipe. Sie hatten vorgeschlagen, dort ihre Bilder aufzuhängen.<ref>Martin Blath: Ohne die Künste wäre das Dasein unerträglich. In: Moabit! – Das Magazin für die Insel, April 2013 (abgerufen bei moabitonline.de)</ref> Wenn er zu viel malte, geriet er in finanzielle Not und musste sein Hab und Gut verpfänden und abends bei Kerzenlicht sitzen – nur damit er mehr Farbe und Leinwand kaufen konnte. Oft malte er auf großen Sperrholzplatten, die er mit dunkel bemalten Leisten als Rahmen versah. Beinahe ausschließlich verwendete er große Bildformate, für die er eine Leiter brauchte. Die Wirtin seiner Stammkneipe "Kleinen Weltlaterne" überredete er, Bilder von ihm und anderen Malern auszustellen. Daraus wurde eine ganze Bewegung, die Kreuzberger Bohème.<ref name="Roehl" />

New Way
Herbert Weitemeier, 1981
Gouache
120,5 × 100,5 cm

Link zum Bild
(bitte Urheberrechte beachten)

Von 1972 bis 1998 hatte er ein Atelier und eine Wohnung in Berlin.<ref name="Sammlung" /> Weitemeier war Realist, die abstrakte Kunst sagte ihm nichts.<ref name="Roehl" />

Die Retrospektive in der Mairie von Vallauris in Südfrankreich im Jahre 1997 war für Weitemeier ein wichtiger Schlusspunkt, weil er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr malen konnte. Er verstarb 1998 in Berlin.<ref>Vita Herbert Weitemeier. Abgerufen am 6. Februar 2018.</ref> Zu seinen Werken gehören auch einige Mauerbilder.<ref>Anke Kuhrmann et al. (Hrsg.): Die Berliner Mauer in der Kunst: bildende Kunst, Literatur und Film. Herausgegeben von der Stiftung Berliner Mauer und dem Lehrstuhl für Denkmalpflege an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, Ch. Links Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-86153-652-9</ref>

Weitemeier gehörte zum Umfeld und Freundeskreis der Berliner Malerpoeten.

Gruppenausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Einzelausstellungen[Bearbeiten]

  • 1963 Kleine Weltlaterne<ref name="Sammlung">FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum -- 'Sammlung Herbert Weitemeier' [Collection] (museum-digital:berlin). Abgerufen am 6. Februar 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • 1969 Galerie Kreuzberger Forum, Berlin
  • 1965 Galerie Vernissage, Berlin
  • 1968 Foyer de Jeunesse, Vallauris
  • 1979 Kleine Orangerie Schloss Charlottenburg, Berlin
  • 1981, 1983 Galerie Schwarz auf Weiß, Berlin
  • 1982 Galerie Artificium, Berlin
  • 1982 Galerie Art und Form, Berlin
  • 1983 Galerie am Havelufer, Berlin
  • 1986 Galerie Adlung und Kaiser, Berlin
  • 1987 Galerie im Gropiusbau, Berlin
  • 1989 Schering Kunstverein, Berlin
  • 1990 Friedrichstädtische Galerie Berlin
  • 1991 Galerie Croce, Rom
  • 1995, 2007 Galerie ZONE F, Berlin
  • 1997 Mairie, Vallauris<ref name="Freundeskreis" />

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1982 Charlottenburger Kunstpreis<ref name="Sammlung" />

Werke im öffentlichen Besitz[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hildegard Hammerschmidt-Hummel, Akademie der Wissenschaften und der Literatur: Die Shakespeare-Illustration (1594–2000): bildkünstlerische Darstellungen zu den Dramen William Shakespeares: Katalog, Geschichte, Funktion und Deutung: mit Künstlerlexikon, klassifizierter Bibliographie und Registern. (Die Shakespeare-Illustration (1594–2000): Bildkünstlerische Darstellungen zu den Dramen William Shakespeares, Bd. 1.), Harrassowitz, 2003, ISBN 3-447-04626-0

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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