Herman Rover
Herman Rover (* um 1495 in Hamburg; † 8. August 1543 ebenda) war ein deutscher Jurist und Ratssekretär in den Hansestädten Lübeck und Hamburg, in Hamburg zuletzt auch Ratsherr.
Leben[Bearbeiten]
Herman Rover studierte ab 1514 Rechtswissenschaften an der Universität Rostock<ref>Eintrag im Rostocker Matrikelportal</ref> und ab 1518 an der Universität Greifswald. Er schloss seine Studien als Magister ab.
Seit 1523 ist er durch seine Handschrift in den Lübecker Stadtbüchern als Ratssekretär nachweisbar. 1529 bat er um seine Entlassung aus dem Lübecker Sekretariatsdienst, weil er in Hamburg heiraten wollte. Dem Gesuch wurde entsprochen und kurz danach ist er als Hamburger Ratssekretär nachgewiesen. Als solcher übernahm er mehrere Gesandtschaften für den Hamburger Rat. 1532 reiste Rover gemeinsam mit dem Bürgermeister Paul Grote<ref>Friedrich Georg Buek: Paul Grote (der Aeltere). In: Genealogische und Biographische Notizen über die seit der Reformation verstorbenen hamburgischen Bürgermeister. Johann August Meißner, Hamburg 1840, OCLC 166067441, S. 15–16 (Digitalisat bei Google Books [abgerufen am 20. März 2015]).</ref> und dem Ratsherrn Albert Westede<ref>Friedrich Georg Buek: Albert Westede (Wetstede). In: Genealogische und Biographische Notizen über die seit der Reformation verstorbenen hamburgischen Bürgermeister. Johann August Meißner, Hamburg 1840, OCLC 166067441, S. 16–18 (Digitalisat bei Google Books [abgerufen am 20. März 2015]).</ref> nach Kopenhagen und verhandelten dort einen Vertrag zwischen König Friedrich I. von Dänemark und den Flandern.<ref>Georg Nikolaus Bärmann: Hamburgische Chronik von Entstehung der Stadt bis auf unsere Tage. Zweiter Theil. Friedrich Hermann Nestler, Hamburg 1822, OCLC 844243541, S. 87 (Digitalisat bei Google Books [abgerufen am 20. März 2015]).</ref><ref>Adam Tratziger: Tratziger's Chronica der Stadt Hamburg. Hrsg.: Johann Martin Lappenberg. Perthes-Besser & Mauke, Hamburg 1865, OCLC 682023341, S. 268 (Digitalisat im Internet Archive [abgerufen am 20. März 2015]).</ref> 1535 reiste er nach Schmalkalden und bereitete den Beitritt Hamburgs zum Schmalkaldischen Bund vor.<ref>Adam Tratziger: Tratziger's Chronica der Stadt Hamburg. Hrsg.: Johann Martin Lappenberg. Perthes-Besser & Mauke, Hamburg 1865, OCLC 682023341, S. 273 (Digitalisat im Internet Archive [abgerufen am 20. März 2015]).</ref> 1537 verhandelte er gemeinsam mit dem Bürgermeister Johann Rodenborg<ref>Friedrich Georg Buek: Johann Rodenborg. In: Genealogische und Biographische Notizen über die seit der Reformation verstorbenen hamburgischen Bürgermeister. Johann August Meißner, Hamburg 1840, OCLC 166067441, S. 20–21 (Digitalisat bei Google Books [abgerufen am 20. März 2015]).</ref> einen neuen Friedensvertrag zwischen Dänemark und den Niederländern in Brüssel.<ref>Adam Tratziger: Tratziger's Chronica der Stadt Hamburg. Hrsg.: Johann Martin Lappenberg. Perthes-Besser & Mauke, Hamburg 1865, OCLC 682023341, S. 275 (Digitalisat im Internet Archive [abgerufen am 20. März 2015]).</ref> 1538 wohnte er mit dem Bürgermeister Johann Rodenborg und dem Ratsherrn Vincent Moller (vom Baum)<ref>Bernhard Koerner (Hrsg.): Genealogisches Handbuch Bürgerlicher Familien. Band 18. C. A. Starke, Görlitz 1910, S. 297 (Digitalisat im Internet Archive [abgerufen am 20. März 2015] zugl. Hamburger Geschlechterbuch. Band 1.).</ref> der Versammlung der Protestantischen Stände in Braunschweig bei.<ref>Adam Tratziger: Tratziger's Chronica der Stadt Hamburg. Hrsg.: Johann Martin Lappenberg. Perthes-Besser & Mauke, Hamburg 1865, OCLC 682023341, S. 276 (Digitalisat im Internet Archive [abgerufen am 20. März 2015]).</ref> Im selben Jahr wurde er Protonotar und am 4. Mai 1540 zum Ratsherr in Hamburg gewählt. Rover gehörte dem Hamburger Rat bis zu seinem Tod an.
Rover hatte ein handschriftliches Verzeichnis der Hamburger Ratsherrn von 1239 bis 1534 angelegt.
Familie[Bearbeiten]
Verheiratet war Rover mit Metke, Tochter von Hinrich Berendes und Witwe des Beförderers der Reformation in Hamburg, Joachim Wegedorn († 1528). Die Ehe blieb kinderlos.
Werke[Bearbeiten]
- „Verteckenisse derjenigen Personen, so im Rade to Hamborg gewesen sind, wenn se darin sind gekamen, und wenn se gesturven, uth olden Recessen, Skriften und Breven to samen gebracht“. Hamburg 1534.
Literatur[Bearbeiten]
- Friedrich Georg Buek: Die Hamburgischen Oberalten, ihre bürgerliche Wirksamkeit und ihre Familien. Perthes-Besser & Mauke, Hamburg 1857, OCLC 844917815, S. 60–61 (Digitalisat bei Google Books [abgerufen am 20. März 2015]).
- Hans Schröder, Karl Rudolf Wilhelm Klose: Röver (Hermann). In: Lexikon der hamburgischen Schriftsteller bis zur Gegenwart. Sechster Band. Pauli – Schoff, Nr. 3257. W. Mauke’s Söhne, Hamburg 1873, OCLC 165098721 (Faksimile auf den Seiten der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg [abgerufen am 20. März 2015]).
- Friedrich Bruns: Die Lübecker Syndiker und Ratssekretäre bis zur Verfassungsänderung von 1851. In: Verein für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde (Hrsg.): Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde. Band 29. Schmidt-Römhild, Lübeck 1938, S. 136–137.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rover, Herman |
| ALTERNATIVNAMEN | Rover, Hermann; Röver, Hermann; Roever, Hermann; Rouer, Herman |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist und Ratssekretär in den Hansestädten Lübeck und Hamburg, in Hamburg zuletzt auch Ratsherr |
| GEBURTSDATUM | um 1495 |
| GEBURTSORT | Hamburg |
| STERBEDATUM | 8. August 1543 |
| STERBEORT | Hamburg |