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Hermann Dorner

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Datei:Hermann Dorner im Gespräch mit General von Moltke, 1910.jpg
Hermann Dorner im Gespräch mit General Helmuth von Moltke (1910)
Datei:Grab Dorner.JPG
Grabstein auf dem Stadtfriedhof Stöcken in Hannover

Hermann Dorner (* 27. Mai 1882 in Wittenberg; † 6. Februar 1963 in Hannover) war ein deutscher Ingenieur, der zu den frühesten deutschen Motorflugzeug-Konstrukteuren gehörte.<ref>Hermann-Dorner-Allee. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)</ref>

Leben[Bearbeiten]

Dorner war ein Sohn des Theologen August Johannes Dorner (1846–1920).<ref>Klaus Pohlmann: Zwei Brüder. In: Niedersächsische Wirtschaft, Jahrgang 2021, Heft 4, S. 63.</ref> Er studierte Schiffbau an der Technischen Hochschule (Berlin-)Charlottenburg und erwarb 1909 als Studienabschluss den akademischen Grad eines Diplom-Ingenieurs.

Bereits vor dem Abschluss begann er 1907 mit der Entwicklung eines Gleiters, an dessen Nase ein Motor angebracht werden konnte.<ref name="steiner-welz">Sonja Steiner-Welz: Schütte-Lanz-Luftfahrzeuge aus Mannheim. Band 1, Die Luftschiffe. S. 72. (eingeschränkte Vorschau auf Google Bücher)</ref> Im September 1909 nahm er als einziger Deutscher an der 1. Internationalen Flugwoche in Johannisthal teil. Er hatte sich mit seinem selbstkonstruierten Eindecker zum Wettbewerb gemeldet und stellte damit zum ersten Mal einen deutschen Motorflugapparat bei einer Großveranstaltung vor. Er konnte mit seinem Eindecker aber nur einige kurze Sprünge zeigen. Im Sommer 1910 erwarb er die Flugzeugführererlaubnis Nr. 18 des Deutschen Luftfahrer-Verbands. Am 11. Juli 1910 erkämpfte er sich mit seinem Eindecker T II den mit 3000 Mark dotierten dritten Lanz-Preis der Lüfte<ref name="steiner-welz" /> und im August gewann er einen weiteren Preis auf der Luftfahrtschau in Johannisthal.<ref>Ernst Heinrich Hirschel, Gero Madelung, Horst Prem: Aeronautical research in Germany. From Lilienthal until today. Springer, Berlin / Heidelberg 2004, ISBN 3-540-40645-X, S. 39. (eingeschränkte Vorschau auf Google Bücher) (zuerst veröffentlicht 2001 in deutscher Sprache unter dem Titel Luftfahrtforschung in Deutschland, ISBN 3-7637-6123-3)</ref>

Mit den Preisgeldern gründete er noch im August 1910 gemeinsam mit Georg Schwager und Walter Huth sein eigenes Unternehmen, die Dorner Flugzeug-Gesellschaft mbH mit Sitz in Berlin.<ref>Der Motorwagen, 13. Jahrgang 1910, Heft 28 (vom 10. Oktober 1910), S. 676 (Notiz zur Gründung in der Rubrik „Handelsnachrichten“).</ref> Nach 1912 war er mit seinen finanziellen Möglichkeiten jedoch am Ende, er ging als Fluglehrer an die Luftfahrerschule Adlershof. 1913 wechselte er als Technischer Leiter an die kurz zuvor gegründete Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL).

Mitte 1914 entwickelte er bei den Deutschen Flugzeug-Werken (DFW) mit Heinrich Oelerich die DFW B.I und B.II. Ende 1915 wurde er Chefkonstrukteur der Riesenflugzeugabteilung der DFW in Lindenthal bei Leipzig, ab 1916 Chefkonstrukteur für die Flugmotorenentwicklung in der Abteilung Flugzeugbau der Hannoversche Waggonfabrik AG (Hawa) in Hannover-Linden, wo er die Hannover CL-Typen entwarf.

Er war auch mit Hans Grade beruflich verbunden.

Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete er an einem luftgekühlten Dieselmotor und gründete 1923 die Dorner Ölmotoren AG (DÖMAG) zur Produktion von Kleinautos mit 10-PS-Dieselmotoren<ref>Erik Eckermann: World history of the automobile. S. 137. (eingeschränkte Vorschau bei Google Bücher)</ref>, die aber mit dem Ende der Hochinflation scheiterte. Den Dieselmotor prüfte Kurt Neumann 1927.<ref>Hans Christoph Graf von Seherr-Thoss: Neumann, Kurt. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 19. Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-00200-8, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).</ref> Dorner arbeitete anschließend in der Motorenindustrie, unter anderem in Detroit, wo er bei dem Unternehmen Packard maßgeblich an der Entwicklung des Packard DR-980 beteiligt war. Mit diesem Flugdieselmotor gelang 1928 der erste Motorflug mit Dieselantrieb.<ref>The First Airplane Diesel Engine: Packard Model DR-980 of 1928, Robert B. Meyer SMITHSONIAN ANNALS OF FLIGHT VOLUME 1 · NUMBER 2, online abrufbar bei gutenberg.org, in englischer Sprache, abgerufen am 24. Mai 2015</ref>

Hermann Dorner war Mitglied im Verein Deutscher Ingenieure (VDI).<ref>Verein Deutscher Ingenieure (Hrsg.): Mitgliederverzeichnis 1914. Berlin 1914, S. 39.</ref> 1954 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.<ref>Straßenbenennung 2006 (PDF; 559 kB) bei leipzig.de</ref>

Schriften[Bearbeiten]

  • (mit Walther Isendahl): Flugmotoren. 1912.

Literatur[Bearbeiten]

  • Im Schatten von Hans Grade. Hermann Dorner, der Einzelkämpfer. In: Fliegermagazin, Jahrgang 2003, S. 96.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Hermann Dorner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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