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Herzblumen

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Herzblumen
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Fernöstliche Herzblume (Dicentra peregrina)

Systematik
Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
Unterfamilie: Erdrauchgewächse (Fumarioideae)
Tribus: Fumarieae
Gattung: Herzblumen
Wissenschaftlicher Name
Dicentra
Bernh.

Die Herzblumen (Dicentra) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Erdrauchgewächse (Fumarioideae). Diese Gattung hat ihren deutschsprachigen Trivialnamen Herzblumen von der charakteristischen Blütenform. Viele Arten werden als Zierpflanzen in Parks und Gärten verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten]

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Datei:Curtis's botanical magazine (8293286049).jpg
Illustration aus Curtis's Botanical Magazine der Kanadischen Herzblume (Dicentra canadensis)
Datei:Dicentra cucullaria.JPG
Kapuzen-Herzblume (Dicentra cucullaria)
Datei:2017-12-09-15.03.28 ZS PMax Dicentra formosa ssp. oregana-1 (25099365478).jpg
Samen mit Elaiosom von Dicentra formosa subsp. oregana

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Herzblumen-Arten sind einjährige oder ausdauernde, krautige Pflanzen. Die Sprossachse steht wenn vorhanden aufrecht und ist einfach oder verzweigt; bei ausgewachsenen Pflanzenexemplaren ist sie hohl. Manchmal fehlt die Sprossachse ganz und es gibt nur grundständige Laubblätter, der Blütenstand steht dann an einem blattlosen Blütenstandsschaft.

Die Wurzeln sind Pfahlwurzeln. Viele Arten bilden Knollen, Zwiebeln oder Rhizome als Überdauerungsorgane.

Die Laubblätter sind grundständig oder sitzen am Stängel. Die zusammengesetzten Blattspreiten bestehen aus zwei bis vier Ordnungen von Blattfiedern oder -lappen. Die Blattränder sind ganzrandig, gekerbt oder gesägt. Die Blattoberfläche ist kahl und manchmal graugrün, bereift.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütenstände können achselständig, den Blättern gegenüber oder endständig stehen. Die thyrsoiden, rispenartigen oder schirmrispigen Blütenstände enthalten nur eine oder bis zu viele Blüten.

Die zwittrigen Blüten sind zu beiden senkrechten Symmetrieebenen achsensymmetrisch. Die Kelchblätter fallen in einem frühen Stadium der Anthese ab. Die Krone ist herzförmig und in der Silhouette verlängert. Die Kronblätter sind verbunden oder nur an der Basis verwachsen. Sie sind nicht porös. Die äußeren Kronblätter sind beide geschwollen oder basal gespornt. Die Spitzen sind bei fast allen Arten gekielt. Die Inneren sind bogen-, löffel- oder pfeilförmig, ihre zugespitzten basalen Enden sind linealisch oder lanzettlich.

Die Staubblätter stehen in Bündeln oder Kreisen. Der jeweils mittlere Staubfaden trägt dabei nektarbildendes Gewebe, er ist häufig umgebogen und zeigt auf die geschwollene Basis des gegenüberliegenden äußeren Kronblatts. Der oberständige Fruchtknoten ist breit- oder verkehrt-eiförmig bis schmal zylindrisch. Die Narbe ist persistent mit zwei Lappen oder Hörnen, seltener mit zwei lateralen Papillen.

Die Kapselfrüchte sind aufreißend oder nicht, mit zwei Klappen. Sie sind viel- oder wenigsamig. Elaiosome bei den Samen sind für gewöhnlich vorhanden.

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 8.

Datei:Dicentra chrysantha 2004-05-17.jpg
Goldgelbe Herzblume (Ehrendorferia chrysantha, Syn.: Dicentra chrysantha)
Datei:Dicentra eximia0.jpg
Zwerg-Herzblume (Dicentra eximia)
Datei:Dicentra formosa 6751.JPG
Amerikanische Herzblume (Dicentra formosa)
Datei:Dicentrauniflora.jpg
Dicentra uniflora

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Dicentra wurde 1833 durch Johann Jakob Bernhardi in Linnaea, Band 8, Seite 457 und 468 aufgestellt.<ref name="Tropicos" /> Typusart ist Dicentra cucullaria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Bernh. Der botanische Gattungsname Dicentra ist vom griechischen Wort δίκεντρος, dikentros für „zweispornig“ abgeleitet und bezieht sich auf die zwei äußeren, gespornten Kelchblätter.<ref name="Genaust2005" />

Die Gattung Dicentra ist in den gemäßigten Gebieten Nordamerikas und Ostasiens verbreitet. Durch die Verwendung vieler Arten als Zierpflanzen existieren viele neophytische Vorkommen, beispielsweise in Europa.

Zur Gattung Dicentra zählen je nach Autor etwa zwölf oder weniger Arten. Die Gattung Dicentra ist schwer von der nah verwandten Gattung Dactylicapnos abzugrenzen, und viele Arten wurden erst nach 2000 aus Dicentra ausgegliedert und in die Gattung Dactylicapnos gestellt. Bereits 1997 wurde das Tränende Herz (Lamprocapnos spectabilis) als eigene Gattung ausgegliedert.<ref name="Lidén1997" /> Auch die Arten der neuen Gattung Ehrendorferia, Ehrendorferia chrysantha und Ehrendorferia ochroleuca Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Fukuhara, wurden vorher zur Gattung Dicentra gerechnet.

Die Arten der Gattung Dicentra sind:

Nutzung und Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Vorlage:Hinweisbaustein Fast alle Arten der Gattung werden als Zierpflanzen verwendet.

Die meisten Erdrauchgewächse (Fumarioideae) enthalten große Mengen an Isochinolin-Alkaloiden.<ref>Nurgun Kucukboyaci, Funda Bingol, Bilge Sener, James P. Kutney, Nikolay Stoynov: Isoquinoline Alkaloids from Fumaria bastardii. In: Natural Product Sciences. Band 4, Nr. 4, 1998, ISSN 1226-3907, S. 257–262 (koreascience.kr [abgerufen am 29. März 2023]).</ref> Bei den Herzblumen finden sich über 35 verschiedene Verbindungen dieser Stoffgruppe. Einige Arten wurden aus diesem Grund medizinisch verwendet. Aus den Zwiebeln der Kanadischen Herzblume (Dicentra canadensis) und der Kapuzen-Herzblume (Dicentra cucullaria) wurden zum Beispiel in der Vergangenheit Salben gegen verschiedene Hautkrankheiten zubereitet.

Vieh scheint Herzblumen zu meiden und frisst sie nur, falls gar kein anderes Futter vorhanden ist.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kingsley R. Stern: In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 3: Magnoliidae and Hamamelidae. Oxford University Press, New York und Oxford 1997, ISBN 0-19-511246-6. Dicentra Bernhardi. - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller: Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag. Berlin, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Tropicos"> Dicentra bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Jalas1991"> Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 9: Paeoniaceae to Capparaceae, Helsinki 1991, ISBN 951-9108-08-4. S. 64. </ref> <ref name="FoNA1997"> Kingsley R. Stern: In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 3: Magnoliidae and Hamamelidae. Oxford University Press, New York und Oxford 1997, ISBN 0-19-511246-6. Dicentra Bernhardi. - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Lidén1997"> Magnus Lidén, Tatsundo Fukuhara, Johan Rylander, Bengt Oxelman: Phylogeny and classification of Fumariaceae, with emphasis on Dicentra s. l., based on the plastid gene rps16 intron. In: Plant Systematics and Evolution. Band 206, Nr. 1–4, 1997, S. 411–420, doi:10.1007/BF00987960. </ref> <ref name="Genaust2005"> Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 206 (Nachdruck von 1996). </ref> <ref name="FoC2008"> Mingli Zhang, Magnus Lidén: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 7 – Menispermaceae through Capparaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2008, ISBN 978-1-930723-81-8. Ichtyoselmis Lidén & Fukuhara, S. 290 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt et al.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Herzblumen (Dicentra) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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