Zum Inhalt springen

Hexafluorethan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Struktur von Hexafluorethan
Allgemeines
Name Hexafluorethan
Andere Namen
  • R-116
  • Freon 116
  • Perfluorethan
  • FC-116
  • PFC116
Summenformel C2F6
Kurzbeschreibung

farb- und geruchloses Gas<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 200-939-8
ECHA-InfoCard 100.000.855
PubChem 6431
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 138,01 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte

6,25 kg·m−3 (unter Normalbedingungen)<ref name="GESTIS">Eintrag zu Hexafluorethan in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

−101 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

−78,2 °C<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser (7,78 mg·l−1 bei 25 °C)<ref>Yalkowsky SH, Dannenfelser RM; The AQUASOL dATAbASE of Aqueous Solubility. Ver 5. Tucson, AZ: Univ AZ, College of Pharmacy (1992).</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 280
P: 403<ref name="GESTIS" />
Treibhauspotential

12340 (bezogen auf 100 Jahre)<ref>G. Myhre, D. Shindell et al.: Climate Change 2013: The Physical Science Basis. Working Group I contribution to the IPCC Fifth Assessment Report. Hrsg.: Intergovernmental Panel on Climate Change. 2013, Chapter 8: Anthropogenic and Natural Radiative Forcing, S. 24–39; Table 8.SM.16 (ipcc.ch [PDF]).</ref>

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−1344,2 kJ/mol<ref name="CRC90_5_21">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-21.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Hexafluorethan ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Fluorkohlenwasserstoffe und ist als aliphatisches gesättigtes Fluorkohlenwasserstoff ein Perfluorcarbon.

Darstellung und Gewinnung[Bearbeiten]

Eine Synthesevariante ist die Umsetzung von Trifluoressigsäure mit Xenondifluorid. Hier werden zunächst die instabilen Ester (CF3COO)2Xe und (CF3COO)XeF gebildet, deren Zersetzung beziehungsweise. Decarboxylierung zu Trifluormethylradikalen und dann zum Hexafluorethan führt.<ref name="eEROS">e-EROS Encyclopedia of Reagents for Organic Synthesis, 1999–2013, John Wiley and Sons, Inc., Eintrag für Xenon(II)-fluorid, abgerufen am 20. Januar 2018.</ref>

Eine unerwünschte Quelle von Hexafluorethan sowie Tetrafluormethan ist die Produktion von Aluminium mittels Schmelzflusselektrolyse aus Kryolith. Hierbei entstehen die Fluorkohlenstoffe aus dem Fluor des Kryoliths und dem Kohlenstoff der Elektroden.<ref>Ralph E. Weston Jr: Possible greenhouse effects of tetrafluoromethane and carbon dioxide emitted from aluminum production; Atmospheric Environment Volume 30, Issue 16, August 1996, Pages 2901–2910, doi:10.1016/1352-2310(95)00499-8.</ref>

Eigenschaften[Bearbeiten]

In Druckgasflaschen liegt Hexafluorethan als verdichtetes Gas vor. Unter 19,7 °C unter Druck ist es ein verflüssigt vorliegendes Gas. Beim Ausströmen der Flüssigkeit oder beim Entweichen großer Gasmengen bilden sich kalte Nebel, die sich am Boden ausbreiten. Oberhalb von 800 °C zersetzt sich die Verbindung, wobei unter Luft Fluorwasserstoff, Kohlenstoffmonoxid und Kohlenstoffdioxid entstehen. Der kritische Punkt liegt bei 19,89 °C, 30,39 bar und 0,601 kg·l−1; der Tripelpunkt bei −100,10 °C und 0,26490 bar.<ref>Helmut Schan: Handbuch der reinsten Gase. Springer, 2005, ISBN 978-3-540-23215-5, S. 307.</ref>

Mit 12340 (bezogen auf 100 Jahre) hat Hexafluorethan ein sehr hohes Treibhauspotential, da das Gas lange in der Atmosphäre verbleibt.<ref>Mark Mantel: Microsoft: KI lässt Emissionen um bis zu 40 Prozent steigen. In: Heise Online. 17. Mai 2024, abgerufen am 21. Mai 2024.</ref> Das Ozonabbaupotential liegt bei 0.<ref name="GESTIS" />

Verwendung[Bearbeiten]

Hexafluorethan wird in der Halbleiter-Industrie als Ätzgas und beim Plasmaätzen sowie zum Reinigen von CVD-Kammern eingesetzt.<ref>Hexafluorethan (airliquide)</ref> Es dient weiterhin als Treibgas, gasförmiger Isolierstoff (in aufgeschäumten Stoffen) und als Kältemittel.<ref>R116 (Linde-Gas)</ref> Große Mengen Hexafluorethan werden bei der Aluminiumerzeugung freigesetzt. In der Medizin wird es eingesetzt, um bei Glaskörperabhebung und Netzhautablösung den Glaskörper zu ersetzen.<ref>Kathrin Kässmann: Die pharmakologische Vitreolyse mittels Ocriplasmin beim vitreomakulären Traktionssyndrom: SD-OCT-morphologische Veränderungen und klinischer Verlauf. (PDF; 1,3 MB) Dissertation an der Ludwig-Maximilians-Universität München, 2019.</ref> Das Gas wird danach von Körper resorbiert und durch Flüssigkeit ersetzt.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten]

Hexafluorethan ist schwerer als Luft und in hohen Konzentrationen erstickend.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein