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Hexenring

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Datei:Fairy ring on a suburban lawn 100 1851.jpg
Hexenring
Datei:Heksenkring.jpg
Hexenring von Pilzen

Als Hexenringe oder Feenringe werden halbrunde oder runde Wuchsbilder von Pilz-Fruchtkörpern bezeichnet, die dadurch entstehen, dass das Myzel eines Pilzes in alle Richtungen gleich schnell wächst.<ref>Peter H. Raven, Ray F. Evert, Susan E. Eichhorn: Biologie der Pflanzen. 4. Auflage. de Gruyter, 2006, ISBN 978-3-11-018531-7, S. 315.</ref> Hexenringe werden von verschiedenen Pilz-Arten an ganz unterschiedlichen Standorten gebildet. In Europa können bei mehr als 60 der bekannten Pilzarten solche Ringstrukturen vorkommen.

Größe[Bearbeiten]

Datei:Hexenring-1.JPG
Großer Hexenring im Wald
Datei:Hexenring auf einer Wiese, Sperrberg, Niedergailbach.JPG
Hexenring auf einer Wiese im Saarland
Datei:Hexenring-2.jpg
Hexenring von Pilzen
Datei:Fairy ring on Iceland.jpg
Feenringe im Moos auf Island

Im Allgemeinen haben Hexenringe Durchmesser von 20 cm bis zu einigen Metern. Die Durchmesser können altersabhängig sehr groß werden. Der größte bisher entdeckte Ring maß etwa 600 Meter im Durchmesser.<ref name=gregory82></ref>

Entstehung[Bearbeiten]

Am Ende der Myzelfäden bildet sich das, was der Volksmund als „Pilz“ bezeichnet, der sichtbare Fruchtkörper. Da mit der Zeit die Nährstoffe im Boden im inneren Bereich der „kreisförmigen Pilzansammlung“ zur Neige gehen, stirbt das Myzel dort ab und übrig bleibt eine ringförmige Struktur, der sogenannte Hexenring. In der Regel ist ein Hexenring daher ein einziger Organismus. Bei günstigen Bedingungen kann das Myzel sehr schnell Fruchtkörper bilden, somit können solche Ringe buchstäblich über Nacht entstehen.<ref name=gregory82 />

Auf Rasen verursachen die Pilze häufig ganzjährig sichtbare Verfärbungen, weshalb Hexenringe auch zu den Rasenkrankheiten gezählt werden.

Hexenring bildende Arten[Bearbeiten]

Datei:Clitocybe nebularis group.jpg
Teil eines Hexenrings des Nebelgrauen Trichterlings

Es sind etwa 60 Pilzarten bekannt, die zu Hexenringen wachsen.<ref name=Kirk2008></ref>

Einer der größten jemals entdeckten Hexenringe wurde nahe Belfort in Frankreich gefunden. Dieser von Mönchsköpfen gebildete Ring hat einen Durchmesser von ungefähr 600 Meter und das Alter wird auf über 700 Jahre geschätzt.<ref name=gregory82/> In den South Downs im Süden von England gibt es große Hexenringe aus Maipilzen, deren Alter auf mehrere hundert Jahre geschätzt wird.<ref name="Ramsbottom53"></ref>

Nachfolgend eine Auswahl einiger Arten, die im Hexenring wachsen können:

Etymologie[Bearbeiten]

Datei:Richard Doyle - Fairy Rings and Toadstools.jpg
Richard Doyle: Fairy Rings and Toadstools, 1875

Der Name Hexenring oder Feenring geht auf den Volksglauben zurück, da man in diesen runden Formen Versammlungsorte der Hexen oder Feen sah, deren Betreten magisch oder verboten war.<ref>Hanns Bächtold-Stäubli: Bd. 3: Freen – Hexenschuß. In: Eduard Hoffmann-Krayer (Hrsg.): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Unveränd. photomechan. Nachdr. d. Ausg. 1930/1931. de Gruyter, 2012, ISBN 978-3-11-085804-4, S. 1881.</ref> Wachstumsorte besonderer Pflanzen, zum Beispiel solcher mit speziellen Heileigenschaften, werden in den verschiedenen Kulturen mit Geistwesen verbunden.

Ähnliche Erscheinungen[Bearbeiten]

Hexenringe durch Austreten[Bearbeiten]

Des Weiteren werden manchmal auch kreisförmig ausgetretene Grasnarben als „Hexenringe“ bezeichnet, die in der Brunftzeit der Rehe entstehen können, wenn der Rehbock die Ricke treibt. Allerdings sind diese nur selten genau kreisförmig.

Feenringe von Bäumen[Bearbeiten]

„Feenringe“ sind aber auch außerhalb der Pilzvegetation zu beobachten, z. B. beim Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens). Stirbt ein Baum ab und fällt um oder aber wird gerodet, dann brechen viele Sprossen spontan aus und entwickeln sich um den Umfang des Baumstamms. Innerhalb kurzer Zeit nach dem Austrieb entwickelt jeder Spross sein eigenes Wurzelsystem, wobei die dominanten Sprosse einen Baumring um die Wurzelkrone oder den Stammstumpf bilden. Dieser Baumring wird ebenfalls als Feenring bezeichnet.<ref>Film von Gordian Arneth: Die Baumkletterer von Kalifornien (360° - GEO Reportage). In: Youtube. MedienKontor / ARTE, 2015, abgerufen am 16. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Feenkreise[Bearbeiten]

Vor allem in Namibia sind auch sogenannte Feenkreise beobachtet worden. Dabei handelt es sich nicht um Kreise sichtbarer Pilzfruchtkörper, sondern um Ringstrukturen höherer Pflanzen, zumeist von Gräsern. Sehr wahrscheinlich geht das kahle Innere der Kreise auf die Tätigkeit der Sandtermiten Psammotermes allocerus zurück, die im Umfeld ihres Nestes das Gras abfressen.

Stephan Getzin von der Abteilung für Ökosystemmodellierung an der Universität Göttingen vertritt die Theorie, die Feenkreise in Namibia entstünden durch Wasserknappheit. Durch eine kreisförmige, ein ideales Verhältnis von Umfang zu Fläche bildende, Verteilung der umstehenden Gräser nutzten diese gemeinsam das verfügbare Wasser in den tieferen Erdschichten im Inneren des Feenkreises. Diese Anpassung an die äußeren Einflüsse sei durchaus als eine Art Schwarmintelligenz zu bezeichnen.<ref>Stephan Ueberbach: Deutscher Wissenschaftler: Phänomen der Feenkreise in Namibia entschlüsselt? Abgerufen am 5. April 2024.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Hexenringe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Hexenring – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />