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Hexenzunft

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Datei:Offenburger-hexe.JPG
Die Offenburger Hexe
Datei:Shellenberg Hexen Feb 19, 2012, 10-38 AM (12901270655).jpg
Schellenberg-Hexe, Donaueschingen
Datei:Donaueschingen Hexensprung.jpg
Hexensprung, Donaueschingen

Eine Hexenzunft ist eine Vereinigung von Hexen-Hästrägern der schwäbisch-alemannischen Fastnacht.

Geschichte[Bearbeiten]

Als aktive Teile der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht sind Hexenzünfte die jüngste Entwicklung. Viele Zünfte entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg und auch heute werden noch neue Zünfte gegründet.<ref>Werner Metzger: Das große Buch der schwäbisch-alemannischen Fasnet: Ursprünge, Entwicklungen und Erscheinungsformen organisierter Narretei in Südwestdeutschland. 1999, ISBN 3-8062-1221-X.</ref> Teilweise sind sie aus einer Weiterentwicklung der traditionellen Figuren der Wilden Leuten entstanden. Oft beziehen sich die Zünfte auch auf Sagengestalten, die auf örtliche Geschichten oder Ereignisse aufgreifen und teilweise zu einer Legende modifizieren.<ref>Alemannische Fastnacht | Schwarzwald Tourismus GmbH. In: Schwarzwald Tourismus GmbH. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Mai 2016; abgerufen am 19. Mai 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schwarzwald-tourismus.info</ref><ref name=":0">Rohrer Waldhexen - Startseite. Abgerufen am 14. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die älteste noch existierende Hexenfigur der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht wurde von Karl und Pauline Vollmer in den frühen 1930er-Jahren in Offenburg entworfen und ist bis heute als zentrale Figur der Offenburger Hexenzunft aktiv.

Zünfte (Beispiele)[Bearbeiten]

Hexenfigur & Hexenzunft Ort Gründungsjahr Legende
Kohlwaldhexen

der Narrenzunft Alpirsbach e. V.

Alpirsbach 1979 Häsgruppe der Narrenzunft Alpirsbach. Bezieht sich auf den Kohlwald bei Alpirsbach und die Kohlenmeiler.
Waldsteinhexen

Waldsteinhexen e. V.

Fischbach (Niedereschach) 1983 Inspiriert von der Haslacher Fastnacht von Jugendlichen gegründet.
Schinderhexen

Schinderhexen e. V.

Schramberg 1983 Alte Hexenzunft im Schwarzwald. Am „Schmotzingen Donnerstag“ führen die Schinderhexen am Narrenbrunnen ihren Hexentanz auf. Bezogen ist der Name auf den historischen Schinderhannes, der um 1800 mit diversen Raubüberfällen den Schwarzwald unsicher machte.<ref>Schwarzwälder Bote, Oberndorf, Germany: Schramberg: Schinderhexen treiben ihr Unwesen – Schwarzwälder Bote. In: www.schwarzwaelder-bote.de. Abgerufen am 19. Mai 2016.</ref>
Falken-Hexen

Falken-Hexen Schramberg e. V.

Schramberg 1978 Beziehen sich auf die Burg Falkenstein bei Schramberg<ref>PartySchramberg – keeping the valley alive → Events → 6. Februar 2016. In: www.partyschramberg.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Mai 2016; abgerufen am 19. Mai 2016.</ref>
Berghexen

Sulgener Berghexen e. V.

Schramberg-Sulgen 1986<ref>Homepage der Sulgener Berghexen. In: www.sulgener-berghexen.de. Abgerufen am 19. Mai 2016.</ref>
Offenburger Hexe
Offenburger Hexenzunft e. V.
Offenburg 1935 Älteste Hexenfigur der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht.<ref>Die Offenburger Hexenzunft e. V. – Hexe. In: www.hexenzunft.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. Juni 2016; abgerufen am 19. Mai 2016.</ref>
Saulgauer Riedhutzel
Dorauszunft Saulgau 1355 e. V.
Bad Saulgau 1960 Auf einem althistorischen Bilderbogen von 1859 wurde eine Frühform einer noch maskenlosen „Saulgauer Hexe“ auf einem Steindruck festgehalten. Seit der Neugründung der Narrenzunft 1935 gehörte die maskentragende „Saulgauer Hexe“ zur örtlichen Fastnacht. Die ursprüngliche, geglättete Maske wurde Anfang der 1960er Jahre schließlich durch die runzelig-zerfurchte Maske der „Riedhutzel“-Hexe ersetzt. Mit ihrem braunen Gesicht, das einem Weidenstumpf im Ried ähnelt, soll sie an das um Bad Saulgau liegende Kronried erinnern.<ref>Dorauszunft Saulgau e. V. – Die Saulgauer Riedhutzel. In: www.dorauszunft.de. Abgerufen am 19. September 2023.</ref>
Litzlocher Moorhexen
Narrenzunft Litzlocher Moorhexen e. V.
Achern-Gamshurst 1998 Der Legende nach kommen die Hexen aus dem Litzlocher Moor bei Gamshurst und versetzten die Dorfbewohner in Angst und Schrecken.<ref>Home – Litzlocher Moorhexen. In: www.litzlocher-moorhexen.de. Abgerufen am 19. Mai 2016.</ref>
Stadthexe

Villinger Hexenzunft e. V.

Villingen-Schwenningen 1969 Der Überlieferung nach gab es Hexen und „Wuescht“, die mit Besen und Ofengabeln bewaffnet waren und von der Obrigkeit verboten wurden. Eine erste solche Figur hieß „Hagazusa“ und soll der Legende nach um Villingen herum gelebt haben. Sie stand Pate für die 1969 geschaffene Stadthexe. Es gibt mehrere Rollen dieser Hexe mit unterschiedlichen Masken und Häs.<ref>Brauchtum | Hexen. In: www.hexenzunft-villingen.de. Abgerufen am 19. Mai 2016.</ref>
Kräuter-Huzeln

Kräuter-Huzeln e. V.

Schramberg 1987 „Weises Weiblein“ wurden in schlechten Zeiten der Hexerei bezichtigt. Die Zunft greift diesen historischen Bezug von pflanzen- und heilkräuterkundigen, zumeist älteren Frauen auf und thematisiert die Vorurteile, Angst vor Dämonen, Feindschaft der Kirche gegen sie.<ref>Kräuter Huzeln. Abgerufen am 19. Mai 2016.</ref>
Schwarzwaldhexen

Schwarzwaldhexen Peterzell e. V.

Peterzell 1992 Der Sage nach wurde ein „Edelfräulein“ von „Häschern“ verfolgt und fand in Peterzell Zuflucht. Sie wurde im Kirchturm versteckt. Aus Dank vermachte sie den Allmendwald zu Reutin der Gemeinde Peterzell. Seit dieser Zeit soll sich das Edelfräulein jedes Jahr zur Fasnetszeit zur Schwarzwaldhexe verwandeln.<ref>Patrick: Geschichte der Hexen. In: www.schwarzwaldhexen-peterzell.de. Abgerufen am 19. Mai 2016.</ref>
Schellenberg Hex

Schellenberg Hexen e. V.

Donaueschingen 1975 Der Name bezieht sich nicht auf das Geschlecht der Schellenberger. Deren Burg und Schloss soll bei Hüfingen am Fuße des Schellenberges gestanden haben. Die Schellenberg-Hexen traten erstmals 1964 als Alternative zu den vornehmen Traditionsfiguren Hansel und Gretel auf. 1975 wurde ein eigener Verein gegründet<ref>Vorstand | schellenberg-hexen.de. In: www.schellenberg-hexen.de. Abgerufen am 19. Mai 2016.</ref>.
Buchbronner Hexen

Buchbronner Hexen e. V.

Hornberg 1978 Buchenbronn ist ein Stadtteil von Hornberg.<ref>Vereins-Chronik. In: www.buchenbronner-hexen.de. Abgerufen am 19. Mai 2016.</ref> 1985 kam mit der „Buchbronner Hexenmusik“ eine Musikabteilung zum Verein.
Finsterbach Hexen

Finsterbach Hexen Schramberg e. V.

Schramberg 1981 1981 traten die Finsterbach Hexen in Schramberg zum ersten Mal in Erscheinung und gründeten 1986 einen Verein. Zu ihrem Häss gehören auch die Socken, in die die Farben von Schramberg, Lauterbach, und Schiltach eingegangen sind.<ref>Finsterbach–Hexen Schramberg e. V. In: www.schramberg.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Mai 2016; abgerufen am 19. Mai 2016.</ref>
Keaberg Hexa

Narrenzunft Freudenstadt e. V.

Freudenstadt 1984 Die Narrenzunft Freudenstadt e. V. wurde 1983 mit dem „Bergmännle“ als erste Figur gegründet. 1984 kam die Keaberg Hex, benannt nach dem Hausberg von Freudenstadt, dem Kienberg, dazu.<ref>Narrenzunft Freudenstadt e. V. In: www.nz-freudenstadt.de. Abgerufen am 30. Januar 2024.</ref>
Aichhalder Hexen

Narrenzunft Aichhalden e. V.

Aichhalden 1936 Obwohl der Ort selbst nur rund 3.900 Einwohner hat, zählt der Verein über 850 Mitglieder. Von diesen sind mehr als 500 Hexen.<ref>Der verein. In: www.narrenzunft-aichhalden.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. Dezember 2014; abgerufen am 19. Mai 2016.</ref> Die Hexen kamen nach den anderen Figuren in den Verein.
Kohlwaldhexen

Narrenzunft Alpirsbach e. V.

Alpirsbach 1976 Die Sage um die Kohlwaldhexen beruht auf den historischen ersten Hexenprozessen 1605 in Alpirsbach. Der korrupte Klosterverwalter Josias Stehlin soll Hexenprozesse durchgeführt haben. In der Walpurgisnacht sollen die Hexen wehklagend und mit Geheul zum Sabattanz in den Kohlwald hochsteigen und aus Rache das verhasste Feuer, mit welchem man sie verbrannt hat, in den Alpirsbacher Kohlenmeilern ausblasen.<ref>Kohlwaldhexen – Neues Projekt. In: www.narrenzunft-alpirsbach.de. Abgerufen am 19. Mai 2016.</ref>
Sulzbach Hexen

Sulzbach Hexen Hausach e. V.

Hausach 1993 Legendenfreier junger Zusammenschluss mit Musikkapelle<ref>1&1 Homepage-Baukasten: U.Lied – Homepage der Sulzbach-Hexen Hausach. In: www.sulzbach-hexen.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. März 2016; abgerufen am 19. Mai 2016.</ref>
Unterdorfhexen

Narren-Verein Trossingen e. V.

Trossingen 1995 Der Sage nach gab eine Kuh im Trossinger Unterdorf einst nur noch rote Milch. Auf einen Rat hin stand der Bauer früh morgens auf, verschloss alle Türen, lehrte den roten Rahm in eine Pfanne und schlug mit einer Haselrute so lange hinein, bis nichts mehr drinnen war. Die Milch wurde wieder weiß. Eine Nachbarin jedoch, die ins Haus wollte und nicht gehört wurde, verwandelte sich in eine Unterdorfhexe.<ref>Narren-Verein Trossingen e. V. In: www.nv-trossingen.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Mai 2016; abgerufen am 20. Mai 2016.</ref>
Grafenhausener Hexen

Hexenzunft Grafenhausen e. V.

Grafenhausen 1963 Bei dem Fasentumzugs im Jahr 1964 traten erstmals Grafenhausener Aktive in einem Hexenhäs auf, das immer mehr vereinheitlicht wurde und im Jahr 1968 seine endgültige Farbgebung erlangte. Mit dem „Hexenclub“ wurde daraufhin die Hexe als Fastnachtgestalt in Grafenhausen fest installiert.<ref>>>> Hexenzunft Grafenhausen e. V. <<<. In: www.hexe-faege.de. Abgerufen am 20. Mai 2016.</ref>
Laubenhexen

Laubenhexen Lahr e. V.

Lahr 1996
Herderer Hexen Bösingen In Bösingen gab es einen sagenumwobenen Herdererhof, der auf unerklärliche Weise verschwand. Ein „Hexenwerk“ glauben die Gründer der Herderer Hexen.<ref>Herderhexen – über uns. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Mai 2016; abgerufen am 22. Mai 2016.</ref>
Brotberghexen Rötenberg
Erz-Hexen

Erz-Hexen Flourn e. V.

Fluorn 2001 Der Name „Erz-Hex“ beruht auf dem Abbau von Bohnerz zur Eisengewinnung, der im Jahre 1422 zum ersten Mal in der Orts-Chronik auftauchte. Aus diesem Zusammenhang wurde das Häs der Erz-Hexe entwickelt.
Schlossberg Hexen Hornberg
Reblandhexen Varnhalt (Baden-Baden)
Mauerberg-Hexen

Mauerberg-Hexen Neuweier e. V.

Neuweier (Baden-Baden) 1995
Reichenberger Burghexen

Reichenberger Burghexen Oppenweiler e. V.

Oppenweiler 2004 Der Name der „Burghexe“ bezieht sich auf eine historische Begebenheit in der Geschichte Reichenbergs:

Im Juli 1527 wurde auf eine Anzeige hin eine vom Markt heimkehrende Frau verhaftet, weil das Gerücht ging, sie sei einmal auf einer Ofengabel über ihren Gartenzaun geritten und habe mit dem Teufel intime Beziehungen unterhalten. Demzufolge galt sie als Hexe, wurde ihres Haares beraubt, ihre Glieder wurden gespannt und mit Ruten gepeitscht, die Schienbeine wurden mit brennenden, pechgetränkten Lumpen bearbeitet und ihre Füße über dem Kohlenbecken geröstet. Als sie trotz dieser Tortouren nicht gestand, wurde sie in den Reichenberger Turm gesperrt, der kein Dach hatte.<ref>Reichenberger Burghexen Oppenweiler e. V. - Geschichte. Abgerufen am 27. Februar 2017.</ref>

Leonberger Waldhexen


Narrenzunft Leonberger Waldhexen e. V.

Leonberg 1995 Die Leonberger Waldhexe steht im Mittelpunkt der Leonberger Fasnet.

Ihr Aussehen spiegelt dieses Leben im Wald mit dem eingefallenen Gesicht und den Tannenzapfen und Tannenzweigen auf der Stirn der Brauchtumsmaske, der grünen Farbe des Häs (Kleidung) und den Strohschuhen wider. Der rustikale Schurz, das gelbe Schultertuch und die Ringelsocken in den Leonberger Stadtfarben schwarz und gelb zeichnet die Figur als eine alte, schaffende, aber auch mystische Frau aus. Der Besen entlarvt das alte Weible aber ganz klar als Waldhexe.<ref>Leonberger Waldhexen. Abgerufen am 6. März 2019.</ref>

Rohrer Waldhexen

ㅤ Narrenzunft Rohrer Waldhexen 1992 e. V.

Rohr (Stuttgart) 1992 „Herzog Ulrich begehrte die Frau seines Stallmeisters Hans von Hutten. Dieser war darüber sehr empört. Er merkte nicht, dass der Herzog Ulrich Streit suchte. Hans von Hutten starb durch das Schwert des Herzog Ulrich, einzig für sein Weib. Doch damit nicht genug Herzog Ulrich ließ Hans von Hutten an einer Eiche aufhängen“<ref name=":0" />

Die Hütteneiche verkörpert mit der Maske, Hans von Hutten. Die übrigen Mitglieder verkörpern die Frau von Hutten.

Karlsternhexen

Karlsterner-Hexenzunft 1996 e. V.

Mannheim 1996 "Im 18. Jahrhundert, als die pfälzischen Kurfürsten Hof hielten, war der Käfertaler Wald ein wildreiches Jagdgebiet; auf Rehe, Hasen, Hochwild und Sauen fanden große Parforcejagden statt. Der von Käfertal zum Karlstern führende „Neue Postweg“ und das, nach französischem Muster ausstrahlende Netz breiter Alleen, sind damals unter Kurfürst Karl Theodor angelegt worden."

Der Wald als Jagdgebiet ist zentrales Element im Vereinsleben, das Logo stellt das Wegenetz im Wald dar. Der Schnittpunkt dieser Wege, der Karlstern, ist Namenspate und Zentrum des Vereins. Der Verein bezeichnet sich selbst als die nördlichste Hexenzunft in ganz Baden.<ref>Hexenzunft. Abgerufen am 11. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Nelau Hexen

Narrenzunft Wendlingen e.V.

Wendlingen am Neckar 1985 Der Name der „Nelau Hexe“ bezieht sich auf die geographische Lage der Stadt Wendlingen am Neckar an der Mündung der Lauter in den Neckar.

Das Besondere der Nelau Hexen sind die Hausbesuche, bei denen die schwäbisch-alemannische Fasnet in den Wohnzimmern den Bewohner gefeiert wird.

Einzelnachweise<references />