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Hillbrow

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Hillbrow
Hillbrow (Südafrika)
Hillbrow (Südafrika)
Hillbrow
Koordinaten 26° 11′ 20″ S, 28° 2′ 56″ OKoordinaten: 26° 11′ 20″ S, 28° 2′ 56″ O
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Basisdaten
Staat Südafrika
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Gauteng
Metropole City of Johannesburg
Fläche 1,1 km²
Einwohner 74.131 (2011)
Dichte 68.639,8 Ew./km²
Hillbrow mit Telkom Joburg Tower
Hillbrow mit Telkom Joburg Tower
Hillbrow mit Telkom Joburg Tower

Hillbrow ist ein Stadtteil der Metropolgemeinde City of Johannesburg in Südafrika. Er gehört zur Stadtregion F, der Innenstadt Johannesburgs.

Geographie[Bearbeiten]

Hillbrow (deutsch etwa: „Hügelbraue“) liegt im Johannesburger Zentrum auf dem Grat des bis zu 1773 Meter hohen Witwatersrand. 2011 lebten dort 74.131 Menschen auf einer Fläche von 1,08 km².<ref name="census">Volkszählung 2011, abgerufen am 17. März 2015</ref> Der Stadtteil ist geprägt durch Hochhäuser, von denen die meisten als Wohnhäuser genutzt werden. Hillbrow hat eine hohe Armuts- und Kriminalitätsrate.<ref>Marlise Richter: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Schieflage am ‚Prostitution Hill‘ – eine weiße Intellektuelle unterwegs in Hillbrow (Memento des Vorlage:IconExternal vom 2. April 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.boell.de. Heinrich-Böll-Stiftung, abgerufen am 17. März 2015.</ref>

Hillbrow liegt nördlich des Hauptbahnhofs von Johannesburg, Park Station. Westlich von Hillbrow liegt der Stadtteil Braamfontein, nördlich Parktown, östlich Berea und südöstlich Doornfontein.

Geschichte[Bearbeiten]

Datei:Qwesy - Cafe Wien, Hillbrow, Johannesburg (1980).jpg
Straßenszene mit Café Wien (1980)

Hillbrow war zur Zeit der Apartheid das Geschäftszentrum der Stadt. Gemäß dem Group Areas Act durfte es nur von Weißen bewohnt werden. Ab den 1950er Jahren wurden zahlreiche Hochhäuser errichtet. Hillbrow hatte ein progressives, kosmopolitisches Image; der Wahlkreis war eine Hochburg der Progressive Federal Party. Die südafrikanische Schwulen- und Lesbenbewegung hatte hier ihren Schwerpunkt. Auch eine jüdische Reformgemeinde gab es, mit der 1936 errichteten Synagoge Tempel Israel<ref name=":0">Charlotte Wiedemann: Jüdisch in Südafrika – Begegnungen im Dreieck von Apartheid, Holocaust, Zionismus. In: Dorothee D’Aprile, Jakob Farah (Hrsg.): Le Monde diplomatique. Nr. 01/30. TAZ/WOZ, 11. Januar 2024, ISSN 1434-2561, S. 6 f. (monde-diplomatique.de).</ref> im Art déco, die erste Reformgemeinde in Südafrika. Ihr Mitglied Reeva Forman<ref name=":0" /> war „Miss Südafrika“ und gründete die Kosmetikmarke Reeva. Juden waren unter den Weißen des ANC relativ überrepräsentiert.

1983 beauftragte der jüdische Kommunist und MK-Stabschef Joe Slovo eine Bombenzündung vor der Synagoge, weil der Staatspräsident des Apartheidstaates darin als Gast geladen war.<ref name=":0" /> Die Explosion der Haftmine im August 1983 verursachte erheblichen Sachschaden, kurz bevor Marais Viljoen eine Ansprache in einer religiösen Zeremonie hielt. Der stellvertretende Polizeichef Südafrikas Frans N. A. Steenkamp behauptete, dass der Explosivkörper „kommunistischen Ursprungs“ sei. Aus London wurde berichtet, dass der ANC eine Verantwortlichkeit für den Anschlag ablehne.<ref>SAIRR: Survey of Race Relations in South Africa 1983. Johannesburg 1984, S. 570–571.</ref> Innenminister („Law and Order“) Louis le Grange erklärte den ANC dafür verantwortlich, dass dieser plane, Regierungsmitglieder zu töten.<ref>SAIRR: Survey of Race Relations in South Africa 1983. Johannesburg 1984, S. 569.</ref>

1987 stellte die regierende Nasionale Party einen Aktivisten der Schwulenbewegung als Kandidat zur Wahl der Nationalversammlung auf, der gegen den PFP-Kandidaten knapp gewann,<ref>Daniel Conway: Queering Apartheid: The National Party 1987 ‚Gay Rights‘ Campaign in Hillbrow. In: Journal of Southern African Studies, 2009 [Abstract].</ref> später jedoch wegen Wahlbetrugs verurteilt wurde.<ref>When crooked politicians were not tolerated. bdlive.co.za vom 20. August 2013 (englisch), abgerufen am 17. März 2015</ref> Durch den eigentlich illegalen Zustrom nicht-weißer Bewohner wurde Hillbrow in den 1980er Jahren zum grey area. Zugleich verließen viele Weiße den Stadtteil, häufig in nördlich gelegene Stadtteile wie Sandton. Es kam zum Verfall von Gebäuden und zur Ausbildung von Slums. 2011 betrug der Anteil der Weißen 0,4 %.<ref name="census" /> Heute leben in Hillbrow Menschen aus verschiedenen Teilen Afrikas. Die Lebensbedingungen sind häufig beengt und von Prekarität geprägt. Die meisten Juden gingen nach Kanada, Großbritannien und in die USA. Auch Schwarze sind heute Mitglieder der jüdischen Gemeinde, um dem Mitgliederschwund zu begegnen.<ref name=":0" />

Bauwerke[Bearbeiten]

Der Telkom Joburg Tower ist ein 270 Meter hoher Fernsehturm, der 1971 erbaut wurde. Er ist das höchste afrikanische Gebäude mit Personenaufzug und war bis 2005 als Hillbrow Tower bekannt.

Das 1975 errichtete Wohnhaus Ponte City ist 173 Meter hoch, hat 54 Stockwerke und ist zylindrisch. Zeitweise war es illegal besetzt, bis 2001 ein Besitzerwechsel erfolgte.

Im Westen von Hillbrow befindet sich auf dem Constitution Hill der Constitutional Court of South Africa, das Verfassungsgericht der Republik Südafrika.

Die Johannesburg Art Gallery liegt am Südrand des Joubert Park nahe der Südgrenze des Stadtteils.

Ursprünglich konzentrierten sich in diesem Stadtteil und im benachbarten Braamfontein seit dem späten 19. Jahrhundert zahlreiche Gesundheitseinrichtungen für Johannesburg, weshalb sich der populäre Name „Hospital Hill“ einbürgerte.
Das Gebäude des aufgegebenen Florence Nightingale Maternity Hospital wurde in den 1950er Jahren nach einem Entwurf (1937) von H. Battiscombe errichtet. Versuche, dieses Gebäude wieder als Krankenhaus zu nutzen, scheiterten jedoch.
Der Architekt Gordon Leith schuf 1936 einen Entwurf für die Native Section (für schwarze Patienten) des Johannesburg General Hospital an der Hospital Street. Die Baugenehmigung erging im Jahr 1938, das Bauwerk entstand nach Abriss von drei älteren Gebäuden. Im Jahr 1947 wurde die Ausbildung für nicht-europäische Krankenhausmitarbeiter und Krankenpfleger in das neue Baragwanath-Krankenhaus bei Soweto verlegt.<ref>Anonym: Hospital Hill (Old Suburb between Braamfontein & Hillbrow). Historischer Abriss der Gesundheitseinrichtungen, auf www.johannesburg1912.com (englisch).</ref><ref>Jonathan Stadler, Charles Dugmore: “Honey, Milk and Bile”: a social history of Hillbrow, 1894–2016. In: BMC Public Health, Vol. 17 (2017), Artikel Nr. 444, online auf www.pmc.ncbi.nlm.nih.gov (englisch).</ref>

Fiktive Werke über Hillbrow[Bearbeiten]

  • Phaswane Mpe: Welcome to our Hillbrow. 2001 veröffentlichter Roman mit Schwerpunkten AIDS und Fremdenfeindlichkeit.
  • Norman Ohler: Stadt des Goldes. 2002, spielt vor allem in Hillbrow.
  • Lauren Beukes: Zoo City. Science-Fiction-Roman, der 2010 erschien und zum großen Teil in Hillbrow spielt.

Musik[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Hillbrow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />