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Hitler-Eiche

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Datei:Uetersen A.H. Eiche 01.jpg
Die ehemalige Adolf-Hitler-Eiche im Rosarium Uetersen wurde im Jahr 1934 zum 700. Stadtgeburtstag und der Eröffnung des neuen Rosariums gepflanzt.
Datei:HL Damals – Israelsdorfer Eiche – Adolf-Hitler-Eiche – Weihe nah.jpg
Anstelle der am 8. August 1932 gefällten über 600-jährigen Israelsdorfer Eiche wurde 1933 eine junge Hitler-Eiche gepflanzt

Hitler-Eichen wurden in der Zeit des Nationalsozialismus an vielen Orten zu Ehren Adolf Hitlers gepflanzt. Es wurden auch andere Baumarten gesetzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1883 wurden anlässlich des 400. Geburtstags von Martin Luther in vielen Orten Eichen als sogenannte Luthereichen gepflanzt. Vergleichbar sind sie mit den Bismarckeichen, die den Reichskanzler Otto von Bismarck ehren oder seiner gedenken sollten, den Hindenburgeichen und den Kaisereichen. Nach der Machtergreifung 1933 griffen die Nationalsozialisten zu dem gleichen Instrument. 1933 wurde der 450. Geburtstag Luthers gefeiert. Die Pflanzung weiterer Luthereichen wurde nun an manchen Orten mit der Pflanzung von Hitlereichen verbunden.<ref>Herbert Brettl: Jedem Ort seine „Hitler-Eiche“. In: Burgenland History Blog. 18. Juni 2023, abgerufen am 11. Juni 2025.</ref> Die Nationalsozialisten versuchten so, eine Verbindung ihrer Ideologie mit den christlichen Traditionen zu schaffen.<ref>Björn Küllmer: Die Inszenierung der Protestantischen Volksgemeinschaft: Lutherbilder im Lutherjahr 1933. 2012, ISBN 978-3-8325-3085-3, S. 109. (online)</ref> Ebenso wurden auch ganze Baumgruppen in der Form von Hakenkreuzen angepflanzt, beispielsweise der Hakenkreuzwald bei Zernikow.<ref>Danny Kringiel: Gepflanzte NS-Symbole: Das Hakenkreuz im Wald, spiegel.de, 3. Juli 2013</ref>

Standorte[Bearbeiten]

Es gibt keine systematische Dokumentation der Baumpflanzungen und es wurden auch andere Bäume als Eichen zu Ehren Adolf Hitlers im April und Mai 1933 gepflanzt.<ref>1933-04-26 - Deulig-Tonwoche Nr. 069. Abgerufen am 22. Mai 2022 (Ab 00:36).</ref><ref>Ian Kershaw: Der Hitler-Mythos: Volksmeinung und Propaganda im Dritten Reich (= Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Band 41). Mit einer Einführung von Martin Broszat. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1986, ISBN 3-486-70339-0, S. 51. (online)</ref> Nur durch Zufallsfunde in Überlieferungen (Erzählungen, Tagebucheintragungen oder Zeitungsartikel) lassen sich einige Standorte benennen.<ref name=":0">Detlev Kraack: Hans Friedrich Blunck (1888-1961) als Herold und Profiteur des NS-Regimes - der Dichterürst, die Umbenennung Grebins in Greben und die Grebiner "Hitler-Eiche" von 1933. In: Jahrbuch für Heimatkunde im Kreis Plön. 1. Auflage. Nr. 51. Buchverlag Rogge GmbH, Eutin 2022, S. 32–47.</ref> Es fehlen in vielen Zeitungsarchiven gerade Ausgaben aus dem April und Mai 1933.<ref name=":0" />

Bekannte Standorte sind:<ref name=":0" />

  • Grebin, Hitler-Eiche auf dem Platz am Ehrenmahl (Schaar) gesetzt – Nach Kriegsende gefällt
  • Ascheberg, Doppeleiche für Hindenburg und Hitler auf dem Schulplatz gesetzt – Nach Kriegsende gefällt
  • Rosarium in Uetersen, Hitler-Eiche gesetzt – nicht gefällt
  • Stampe, Gemeinde Quarnbek, Hitler-Eiche gesetzt – nicht gefällt<ref>Karsten Dölger: In: Quarnbeker Info, September 1984, S. 3 f.</ref>
  • Lübeck, an historischer Stelle<ref>Die Hitler-Eiche in Israelsdorf. In: Vaterstädtische Blätter, Jahrgang 1932/33, Nr. 18, Ausgabe vom 27. Mai 1933, S. 70–71.</ref>
  • Düsseldorf. Der Künstlerverein Malkasten und der Kampfbund für Deutsche Kultur feierten gemeinsam die "nationale Erhebung" und pflanzten dem "Retter aus höchster Not" eine Hitler-Eiche.
  • Timmendorf, Hitler-Eiche gesetzt – Überleben unbekannt
  • Neukirchen, Hitler-Eiche gesetzt – Überleben unbekannt
  • Gleschendorf, Hitler-Eiche gesetzt – Überleben unbekannt
  • Dersau, Hitler-Eiche gesetzt – nach Kriegsende gefällt
  • Münsterwall (ehemals Horst-Wessel-Platz) in Hameln, Hitler-Eiche gesetzt – nicht gefällt.<ref>1933 gepflanzt/Baum steht noch heute: Wie die Hitler-Eiche am Münsterwall zu ihrem Namen kam, dewezet.de, 9. Januar 2020</ref>
  • Kirnbach (Wolfach), Pflanzung einer Hitler-Eiche am 30. März 1933<ref>Der Kinzigtäler vom 30. März 1933</ref>
  • Wolfach, Pflanzung einer Hitler-Eiche in den Kinziganlagen am 20. April 1933<ref>Der Kinzigtäler vom 20. April 1933</ref>
  • Gutach (Schwarzwaldbahn), Pflanzung einer Hitler-Eiche bei der Kirche am 20. April 1933<ref>Der Kinzigtäler vom 23. April 1933</ref>
  • St. Roman (Gemeinde Kinzigtal), Pflanzung einer Hitler-Eiche am 7. Mai 1933<ref>Der Kinzigtäler vom 9. Mai 1933.</ref>

Die im badischen Forst am 1. Mai 1933 gepflanzte Hitler-Linde wurde in den folgenden Wochen zweimal abgebrochen; beim zweiten Mal fand sich ein Zettel mit den Zeilen <poem>:An diesem Platze

darf keine Linde wachsen,
und wenn sie Hitler selbst bewacht,
wird die Tat doch vollbracht.</poem>

Die Täter wurden nicht ermittelt. Die dritte Hitler-Linde in Forst wurde auf alliierte Anweisung nach Kriegsende ausgegraben und vernichtet.<ref>Konrad Dussel: Forst 1161–2011. Geschichte und Gegenwart der speyerisch-badischen Gemeinde. Verlag Regionalkultur, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-89735-673-3, S. 87.</ref>

Satire[Bearbeiten]

Der Kabarettist Werner Finck äußerte über die von ihm angeschaffte Hitlereiche: „Vor ein paar Monaten war sie noch ganz klein, gerade bis zu meinen Knöcheln, dann reichte sie mir bis an die Knie, und jetzt steht sie mir schon bis zum Hals.“<ref>[1]</ref>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />