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Hochbunker Poppelsdorf

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Datei:2023-04-02 Bonn-Poppelsdorf Trierer Strasse Hochbunker IMG 1793.JPEG
Der bebaute Hochbunker im Jahr 2023

Der Hochbunker im Bonner Ortsteil Poppelsdorf, eine Mischung aus Hoch- und Stollenbunker, wurde 1941 errichtet. Er diente im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker, wurde nach dem Krieg als Studentenwohnheim genutzt und während des Kalten Krieges instand gehalten. Im Jahr 2006 wurde er zur Substruktion für ein Wohngebäude. Der Bunker liegt an der Trierer Straße 24 und steht seit 1995<ref name=ikk>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Zeitzeugen im Bunker (Mai 2006) (Memento des Vorlage:IconExternal vom 1. Juli 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ikk-osc-nr.de, Kolpingsfamilie Bonn-Poppelsdorf e. V., Fotos und Berichte aus dem Vereinsleben, via: www.poppelsdorf.de, 27. Februar 2007.</ref> als Baudenkmal unter Denkmalschutz.<ref>Denkmalliste der Stadt Bonn. (PDF; 2,08 MB) In: bonn.de. 15. Januar 2021, S. 44, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. Juni 2021; abgerufen am 29. Dezember 2025. S. 54, Nummer A 3186</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Bei der Bunkerplanung im Jahr 1940 war Bonn in die Liste der 61 „Luftschutzorte 1. Klasse“ des Führer-Sofortprogramms zur Errichtung von Luftschutz-Sonderbauten aufgenommen worden.<ref name="bib">Bonn im Bombenkrieg 1939–1945. Portal Rheinische Geschichte, Landschaftsverband Rheinland</ref> In Bonn und Beuel wurden 14 Schutzgroßbauten vom Reich finanziert. Damit sollten der Bevölkerung wenigstens 12.000 Plätze in der höchsten Schutzkategorie zur Verfügung stehen.

Nach der Umwidmung von Liege- zu Sitzplätzen im Jahr 1944 erhöhte sich die Zahl auf 15.000. Fünf Bunkeranlagen waren Mitte 1941 fertiggestellt, die restlichen bis Jahresende. Die Bauzeit betrug je etwa 6 Monate. Ein Drittel der eingesetzten Bauarbeiter waren französische Kriegsgefangene aus dem Stalag VI G in Bonn-Duisdorf.<ref name="bib" />

Der Bunker an der Trierer Straße ist ein dreigeschossiger Hochbunker, der in den Hang des Kreuzbergs hineingebaut wurde. Er ist 20 Meter tief; an der rückwärtigen Seite wurden außerdem zwei je 44 Meter lange Stollen in den Hang getrieben. Luftschutzstollen erzeugten kostengünstigeren Schutzraum als Betonbunker, die darüberliegende Erdschicht musste zwischen 6 und 15 Metern betragen; neben dem Bunker in Poppelsdorf wurden solche Hangstollen auch beim Dransdorfer Krankenhausbunker gegraben.<ref name="bib" />

Die Poppelsdorfer Stollen haben eine Breite von 3,50 Meter und verfügen über 60 cm starke Ziegelmauern. Heute nicht mehr vorhandene Zellen unterteilten die Stollen.<ref name="ikk" /> Der Bunker selbst hat bis zu 4,70 Meter starke Stahlbetonwände und 1,40 Meter starke Decken.<ref name="rk">Rolf Kleinfeld: Überleben im Poppelsdorfer Studentenbunker. Bonner General-Anzeiger, 25. März 2011.</ref> Er verfügte insgesamt über 105 Liege- und 724 Sitzplätze.<ref name="ikk" /> Der Bunker blieb während des alliierten Luftkriegs unversehrt.<ref name="ds">Dimitri Soibel: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Familienwohnheim mit großem Keller: Frau Storck hat einen Bunker zu vermieten. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 3. Juli 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.express.de Express (Ausgabe Bonn), 14. Februar 2011.</ref>

Studentenwohnheim[Bearbeiten]

Datei:Der Hochbunker in Bonn - Poppelsdorf.jpg
Der Hochbunker in Bonn-Poppelsdorf (Aufnahme 1996)
Datei:2011-04-14-bonn-poppelsdorf-studentenbunker-16.jpg
Innenaufnahme 2011

Nach dem Krieg wurde der Bunker nicht gesprengt, da hier im Falle einer erneuten militärischen Auseinandersetzung die Bonner Stadtverwaltung untergebracht werden sollte. Kurz nachdem die Bonner Universität wieder ihren Betrieb aufgenommen hatte, wurde der Bunker als Studentenwohnheim umgenutzt, da die Wohnungssituation in Bonn nach dem Krieg sehr angespannt war.

„Die Zerstörungen des Bombenkriegs hatten im Innenstadtbereich einen Wohnraumverlust von 95 % zur Folge. Verstärkt wurde der Wohnraummangel durch den starken Zuzug nach Bonn. Die Einwohnerzahl stieg von 50.000 bei Kriegsende bis zum Sommer 1946 auf 100.000 Personen.

Der Wohnraummangel wirkte sich für die Studenten dahingehend aus, dass vor der Immatrikulation der Nachweis einer Unterkunft zu erbringen war.“Vorlage:": Ungültiger Wert: ref= Bedingung war die Vorlage eines Arbeitsbefreiungs- und eines Wohnberechtigungsscheins. Spätestens ab 1948<ref name="rk" /> lebten männliche Studenten in der „Wohngemeinschaft Poppelsdorf e. V.“<ref name="zeit">Die im Bunker wohnen …: Studentenherrlichkeit in trübem Glanz – Den Anschluß verpaßt? Die Zeit, 4. Mai 1962.</ref> Studentenwohnheime gab es damals kaum.<ref name="wk">Waldemar Krönig, Klaus-Dieter Müller: Nachkriegs-Semester: Studium in Kriegs- und Nachkriegszeit. HIS Hochschul-Informations-System GmbH, Franz Steiner Verlag, 1990, ISBN 978-3-515-05597-0, S. 184.</ref>

In Bonn wurden drei Bunker als Wohnheime für Studenten genutzt, neben dem Poppelsdorfer waren das die Bunker in Beuel (Auf der Schleide) und an der Bonner Theaterstraße. Ein „kulturhistorisches Kuriosum“ stellte die Unterbringung von Studenten in ehemaligen Luftschutzbunkern dar. Weitere „Studentenbunker gab es neben Bonn nur in Münster und Mannheim“.<ref name="cg">Christian George: Studieren in Ruinen: Die Studenten der Universität Bonn in der Nachkriegszeit (1945–1955) (= Bonner Schriften zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte, Band 1). Vandenhoeck & Ruprecht, ISBN 978-3-86234-111-5, 2010, S. 204f.</ref> Die Bunker wurden von den Bewohnern selbst verwaltet.

Die Studenten lebten im Poppelsdorfer Bunker in Ein- oder Zweibettzellen, Examenskandidaten bekamen die beliebteren Einzelzellen zugewiesen. Es gab einen Waschraum für alle Bewohner. Die Miete in dem fensterlosen Bunker war niedrig, sie betrug zwischen 8 und 15 DM im Monat (umgerechnet auf heutige Verhältnisse etwa 26 bis 48 Euro).<ref name="zeit" />

Die natürliche Temperatur in dem Gebäude lag jahreszeitenunabhängig bei acht bis zehn Grad Celsius, weshalb regelmäßig warme Luft durch die Lüftungsrohre geblasen wurde und viele Studenten ganzjährig elektrische Heizöfen betrieben.<ref name="rk" /> Den Strom mussten sich die Bewohner von den Hauptleitungen in den Fluren selbst in ihre Zimmer legen. Damenbesuch war laut Hausordnung zwischen 23 Uhr und 8 Uhr morgens nicht gestattet.<ref name="zeit" /> Im Sommer fanden auf dem Bunkerdach manchmal Tanzveranstaltungen statt.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Ein Blick auf fast 200 Jahre Studieren in Bonn. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 3. Juli 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.uni-bonn.de Pressemitteilung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn vom 12. April 2011.</ref>

Mehr über den „Bonner Studentenbunker“ und die Lebensumstände seiner Bewohner war im November 2017 in einer Ausstellung der in Bonn-Kessenich geborenen Pressefotografin Käthe Augenstein (1899–1981) in der Berliner „Liebermann-Villa am Wannsee“ zu erfahren. In ihren „Aufnahmen erfasste Augenstein die verschiedenen Aspekte des Lebens im Bunker: von den einfachen Wohnverhältnissen bis hin zur lebendigen und geselligen Stimmung“.<ref>Lucy Wasensteiner: Ein bekanntes Gesicht. In: „Blog der Liebermann-Villa“, 13. November 2017, abgerufen am 18. Januar 2023.</ref>

Anfang der 1950er Jahre begannen die Stadt Bonn und das Studentenwerk die Nutzung der Bunker als Wohnheim zu kritisieren; in der Folge kam es mehrfach zu Protesten gegen angekündigte Räumungen.<ref name="zeit" /> Auch die Poppelsdorfer Bunkergemeinschaft widersetzte sich Bestrebungen, den Bunker zu räumen, und wandte sich an den AStA mit der Bitte um Unterstützung. Vertreter in den Verhandlungen mit der Stadt war Arno Müller.

Eine vom Studentenwerk und dem AStA im Jahr 1952 gegründete „Bunkerkommission“ stellte fest, dass viele Bewohner auch weiterhin in dem Bunker leben wollten, eine Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt könne man sich nicht leisten. Im Oktober 1952 wohnten 270 Studenten in den drei Bonner Bunkern.<ref name="cg" />

1953 wurde der Bunker schließlich geräumt und stand in der Folgezeit überwiegend leer.

Nutzungsüberlegungen[Bearbeiten]

Datei:Bunker Poppelsdorf, Nutzungsüberlegung von T. Engelskirchen, FH Köln.jpg
Bunker Poppelsdorf, Nutzungsüberlegung von T. Engelskirchen, FH Köln
Datei:Bunker Poppelsdorf, Nutzungsüberlegung von M. Schmanns, FH Köln.jpg
Vorschlag zur Nutzung des Hochbunkers Bonn-Poppelsdorf durch Umhüllung
Datei:Bunker Poppelsdorf, Nutzungsüberlegung von B. Kessler + H. Steinbach, FH Köln.jpg
Bunker Poppelsdorf, Nutzungsüberlegung von B. Kessler + H. Steinbach, FH Köln
Datei:2016-07-15 Bonn-Poppelsdorf Trierer Strasse Hochbunker.jpg
Der Bunker im Jahr 2016 mit dem aufgesetzten Doppelhaus

In der Folgezeit wurde der Bunker als Plakatierungsobjekt benutzt und mit Graffiti und „Kunstwerken“ überzogen. Die damit einhergehende Frage: „Ist das Kunst, oder kann das weg?“<ref>Victoria Schopf: Ist das Kunst oder kann das weg? Überlegungen zu den Produktions- und Rezeptionsästhetiken der Gegenwartskunst. Masterarbeit Universität Wien, 2016, abgerufen am 13. Januar 2023.</ref> zeigte, dass man den erratischen Block in der einzeiligen Bebauung entlang der Trierer Straße<ref>Hochbunker Bonn-Poppelsdorf, Straßenansicht, März 1996</ref> als optisch und städtebaulich störendes Element empfand. Das Technische Hilfswerk nutzte das Kriegsrelikt zur Einlagerung von Einsatzmitteln sowie für Katastrophenschutzübungen. Sanitär-, Elektro-, Heizungs- und Lüftungsanlagen wurden in der Zeit instand gehalten.<ref>Hochbunker Bonn-Poppelsdorf, Innenaufnahme März 1996</ref>

Am 23. März 1996 stellte ein Bürger „den eher ausgefallenen Antrag auf dem Dach des Luftschutzbunkers<ref>Hochbunker Poppelsdorf, Dachfläche, März 1996</ref> an der Trierer Straße ein Wohngebäude zu errichten“. Die Verwaltung verwies auf den Bund als Eigentümer und auf den Eintrag von 1995 in die Denkmalliste der Stadt Bonn.<ref>Liste der Baudenkmäler im Bonner Ortsteil Poppelsdorf, Denkmal Nr. A 3186.</ref>

„Prinzipiell denkbar“ sei eine Wohnbebauung auf dem Bunker. Allerdings müsse sie mit der Nachbarbebauung korrespondieren; auch sollte „im Hinblick auf den Pilotcharakter … ein kleiner Ideenwettbewerb veranstaltet werden“. Pläne des Antragstellers lagen jedoch nicht vor. Der Antragsteller, der angab, bei allen zuständigen angefragten Dienststellen „auf wenig oder keine Bedenken gestoßen zu sein“, bezeichnete im Ausschuss für Bürgerbeteiligung die Stellungnahme der Verwaltung als „Unverschämtheit“. Anstelle von Bürgernähe habe man seine Initiative „niedergewalzt“.<ref>Wohnbebauung auf Poppelsdorfer Bunker „prinzipiell denkbar“. Bonner Rundschau, 23. März 1996.</ref>

Einen Monat später griff deshalb der Bonner Architekt und Hochschullehrer Peter Riemann der Technischen Hochschule Köln den Vorschlag der Stadtverwaltung nach einem „kleinen Ideenwettbewerb“ durch eine entsprechende Aufgabenstellung für den ehemaligen Studentenbunker auf.<ref>Bunkerüberbauung Poppelsdorf, Ortsbesichtigung (21. April 1996) und Bearbeitungshinweis (29. Juni 1996), Kleiner Entwurf, Fachbereich Architektur, FH Köln.</ref> Allerdings sollte der Bunker nicht nur bebaut, sondern seine oberirdische Bausubstanz nach Möglichkeit angemessen in das Entwurfskonzept integriert und somit als Solitär kaschiert werden.

Ein Teil der studentischen Entwürfe (für einen Investor, der an das Studentenwerk Bonn vermieten sollte), wurde ein Jahr später, auf Einladung des frisch gewählten SPD-Bezirksvorstehers Herbert Spoelgen<ref>Zukunft des Bunkers in Bonn-Poppelsdorf – Planungs- und Entwurfskonzepte der FH Köln. Einladungsfaltblatt der Stadt Bonn, 21. April 1997.</ref> im Foyer des Bonner Stadthauses ausgestellt und am 22. und 23. April 1997 im Express<ref>Wohnungen, ein Konzertsaal oder ein Forschungsinstitut. Express, 22. April 1997.</ref>, im Bonner General-Anzeiger<ref>Lisa Inhoffen: Spagat zwischen Vision und möglicher Umsetzung. Bonner Stadtanzeiger, 22. April 1997 (genios.de)</ref> und in der Bonner Rundschau<ref>Jede Menge Perspektiven für den Poppelsdorfer Bunker. Bonner Rundschau, 23. April 1997</ref> entsprechend gewürdigt.

Endgültige Nutzung[Bearbeiten]

Im Jahr 2006 erhielt der Immobilienentwickler Rheininvest GmbH & Co KG die Erlaubnis, das Bunkerdach zu bebauen.<ref name="rb">Richard Bongartz: Auf dem Bunker wächst ein Doppelhaus. Bonner General-Anzeiger, 31. März 2006.</ref> Der Entscheidung waren jahrelange Diskussionen in der Bonner Bürgerschaft zu einer zukünftigen Nutzung des Gebäudes vorausgegangen.<ref>Wohnen auf dem Bunker. Website des Bonner Architekturbüros Scherfarchitekten.</ref>

Ein von Rheininvest vorgelegter Entwurf des Bonner Architektenbüros Scherfarchitekten (Architekt: Raimund Restle) zur gleichzeitigen Bebauung des Bunkerdaches sowie einer Lücke rechts neben dem Bunker mit einem sechsgeschossigen (fünf Geschosse plus Staffelgeschoss) Haus mit zehn Eigentumswohnungen (Größe: 40 bis 100 Quadratmeter) wurde vom Bauordnungsamt und vom Denkmalamt akzeptiert. Auf dem Bunkerdach sollten zwei dazu passende, exklusive, zweigeschossige Doppelhaushälften mit je 180 Quadratmeter Wohnfläche entstehen.<ref name="rb" /> Die Stadt behielt sich bei Vertragsabschluss ein Nutzungsrecht für die Schutzräume vor; die Zivilschutzfunktion muss von den neuen Eigentümern erhalten werden.<ref>Holger Willcke: Weltkriegsbunker: Geheimtüren noch nicht gefunden. Kölner Stadt-Anzeiger, 24. Juni 2010.</ref>

Das Apartmenthaus sowie die Bunkerbebauung wurden von der Trierer Straße aus errichtet. Das Tiefbauunternehmen S+H aus Neustadt-Wied verfestigte den Hang vor Baubeginn in der Methode Berliner Verbau mit bis zu acht Meter tiefen Armierungen.<ref name="rb" /> Der Zugang zu den auf dem Bunker stehenden Haushälften erfolgt über den direkt hinter dem Bunker am Hang liegenden Wallfahrtsweg.

Die Haustüren des Flachdachgebäudes liegen im Obergeschoss, das auf dem größeren Untergeschoss steht. In der Fassade des in Niedrigenergiebauweise errichteten Gebäudes befinden sich Gussglaselemente.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website (Memento des Vorlage:IconExternal vom 1. Juli 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rheinvest.com der Rheininvest GmbH & Co. KG</ref> Vom Bunkerdach bleiben vier Meter zur Straßenseite, die zur Anlage einer Terrasse genutzt wurden. Zum Wallfahrtsweg hin liegt der Garten. Der Bunker erhielt einen sandfarbenen Anstrich.<ref name="rb" /> Nach Verkauf und Bezug der Doppelhaushälften auf dem Bunkerdach erhielten die Neueigentümer auch die Nutzungsrechte für das Innere des Bunkers.<ref>Holger Willcke: Neue Nutzer für alte Mauern. In: Bonner General-Anzeiger, 24. Juni 2010, abgerufen am 9. Januar 2023.</ref>

Eine Zeitlang war das Kriegsrelikt vermietet und beherbergte ein Rechenzentrum. Der damalige Mieter war „vom Koloss begeistert. ‚Der hat alles, was man für ein Rechenzentrum braucht‘, erzählt er. Dazu gehört die hundertprozentige Ausfallsicherheit der Stromversorgung. Dass die Rechner mal keinen Saft haben, ist unmöglich. Denn der Bunker wurde in den 80er Jahren von einem einfachen Stollenbunker mit städtischen Mitteln zu einer Befehlsleitstelle ausgebaut.“<ref>Nicolaus Ottersbach: Der Bunker als idealer Ort für ein Rechenzentrum. „Bunker in Bonn“, Bonner General-Anzeiger, 12. Juli 2015, abgerufen am 13. Januar 2023.</ref>

Im Jahr 2016 wurde bekannt, dass das Flachdach des Doppelhauses auf dem Bunker einsturzgefährdet ist. Anders als ursprünglich geplant, hatte der Bauträger statt eines Betondaches ein Holzdach gebaut. Die Holzschalung war nach Meinung eines Gutachters verrottet, sodass Wasserschäden in den Wänden entstanden seien. Die 165 Quadratmeter große Dachfläche sei nicht sanierbar, sondern müsse komplett neu errichtet werden.

Die Schäden führten zu einem Streit zwischen Eigentümern und Bauträger. Vor dem Landgericht wurde ein Beweissicherungsverfahren eingeleitet. Darüber hinaus stellten die Eigentümer Strafanzeige wegen Betruges gegen den Bauträger. Der verwies auf die beim Bau unbekannte Tragfähigkeit des Bunkerdaches, weshalb man sicherheitshalber eine leichtere Konstruktion in Holz gewählt habe.<ref>Rolf Kleinfeld: Poppelsdorfer Bunker: Haus auf dem Dach ein Sanierungsfall. Bonner General-Anzeiger, 14. April 2016, abgerufen am 18. Januar 2023.</ref>

Die Eigentümer gewannen schlussendlich den mehr als drei Jahre dauernden Prozess gegen den Bauträger, der sich aus „statischen Gründen“ für eine leichtere Dachkonstruktion entschieden hatte.<ref>Stefan Hermes: So lebt es sich auf dem Hochbunker in Poppelsdorf – Ein Besuch. In: Bonner General-Anzeiger, 16. Juni 2019, abgerufen am 8. Januar 2023.</ref> Ein offensichtlicher Planungsfehler, da bekannt ist, „dass bei Bauwerken, die älter als 20–30 Jahre sind und bei denen Umbauten oder eine Nutzungsänderung vorgesehen ist, Untersuchungen bei den Tragwerksteilen angestellt werden müssen, um abzuklären, ob die Notwendigkeit für substanzerhaltende Maßnahmen technisch sinnvoll und wirtschaftlich ist“.<ref>Karl Miedler: Betonbauteile – Untersuchung – Instandsetzung. In: Der Sachverständige, BVS e. V., Heft 4, 2008, abgerufen am 14. Januar 2023.</ref> Der zweigeschossige Bungalow auf dem Bunker erhielt ein neues Dach.

Obwohl die Stadt an einer Nachnutzung des Bunkers interessiert war und „die schwierigen Rahmenbedingungen solcher Bauten“ bekannt sind, habe „die Verwaltung schon mehrfach Ideen abgeschmettert“, so Bunkerbesitzerin Ira Storck im Jahr 2017, als das Vorhaben, im Inneren einen „Escape Room“ einzurichten, aus planungsrechtlichen Gründen scheiterte.<ref>Stefan Knopp: Stadt lässt „Escape Room“ nicht zu. In: Bonner General-Anzeiger, 25. Februar 2017, abgerufen am 18. Januar 2023.</ref>

Das Bunkerinnere selbst wird seit Mai 2025 als "KULTURBUNKER" als Museum genutzt. Eintrittsfrei zu besichtigen ist, optional in Form von Führungen, eine detaillierte Ausstellung zur Geschichte des Bauwerks sowie eine Wechselausstellung mit überwiegend studentischer Kunst. Regelmäßig finden außerdem Kulturveranstaltungen (wie Lesungen, Poetry Slams usw.) statt.

Kunst im öffentlichen Raum[Bearbeiten]

Im Herbst 2022 bekam der Bunker ein neues Gesicht: Der Streetart-Künstler Case Ma’Claim, bürgerlich: Andreas von Chrzanowski, bemalte die Fassade mit einer „Winterlandschaft mit zugefrorenem See und Menschen in altertümlichen Schlittschuhen“, die einer niederländischen Vedute des 17. Jahrhunderts nachempfunden ist, und „einigen sehr großen Kühen“. Idee und Finanzierung kamen von der gemeinnützigen Hans-Riegel-Stiftung, die „mit ihrem ‚Walls of Vision‘-Projekt dafür sorgen will, dass Kunst für möglichst viele Menschen sichtbar wird“.<ref>Streetart für Bonner Bunker. WDR-Video vom 24. November 2022, abgerufen am 12. Januar 2023.</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Hochbunker Poppelsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Koordinaten: 50° 43′ 7,7″ N, 7° 5′ 7,4″ O

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