Hochwasser in Mosambik 2000
| Hochwasser in Mosambik 2000 | |
|---|---|
| Daten | |
| Beginn | Februar 2000 |
| Ende | März 2000 |
| Folgen | |
| Betroffene Gebiete | östliches Südafrika, Mosambik |
| Opfer | 700–800<ref name="MeteoFrance">Saison Cyclonique Sud-Ouest de l'océan Indien 1999/2000 -- Cyclone Season South-West Indian Ocean 1999/2000. (PDF) Centre des Cyclones Tropicaux de la Réunion, 2000, S. 48f., abgerufen am 22. März 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), 56 MB (!)).</ref> |
| Schadenssumme | 500 Mio. USD<ref name="MeteoFrance" /> |
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Das Hochwasser in Mosambik im Februar und März 2000 war eine Naturkatastrophe großen Ausmaßes. Nach starken, wochenlangen Regenfällen ausgelöst durch den Zyklon Connie, traf Zyklon Eline auf die Küste Mosambiks und ließ die Flüsse Limpopo, Incomati, Umbeluzi, Save und Sambesi über die Ufer treten und vervielfachte die Opferzahlen. Laut Schätzungen wurden gut 44.000 Menschen obdachlos, 700 bis 800 Menschen starben. Die Schadenssumme wird auf 500 Millionen US-Dollar geschätzt.
Das Hochwasser im Jahr 2000 galt als das größte seiner Art in Mosambik seit vielen Jahrzehnten, wurde aber 2019 von Zyklon Idai noch übertroffen.
Meteorologischer Ablauf[Bearbeiten]
<imagemap> Datei:STS_Leon-Eline_22_feb_2000_0630Z.jpg|mini|links|Zyklon Eline beim Auftreffen auf die Hafenstadt Beira am 22. Februar 2000 circle 303 327 20 Beira (Mosambik) desc bottom-left </imagemap> Im Oktober und November 1999 erlebte Mosambik starke Regenfälle, gefolgt von ebenso starken Regenfällen im Januar 2000, letztere als Auswirkungen des Zyklons Connie.<ref name="great">Frances Christie, Joseph Hanlon: Mozambique & the Great Flood of 2000. Indiana University Press, 2001, ISBN 0-253-21473-4, S. xvi.</ref> Ende Januar hatte es so hohe Niederschlagsmengen gegeben, dass die Flüsse Incomati, Umbeluzi und Limpopo über ihre Ufer getreten waren und große Teile der Hauptstadt Maputo und der Nachbarstadt Matola überschwemmt hatten.<ref name=":0">Mozambique – Floods OCHA Situation Report No. 1. In: ReliefWeb. United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs, 26. Januar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref> In der Kleinstadt Chókwè (Provinz Gaza) erreichte der Limpopo am 24. Januar einen Wasserpegel von 6 Metern, doppelt so hoch wie üblich.<ref name="pana124">Mozambique: Limpopo Flood Reaches Chokwe. In: ReliefWeb. Pan African News Agency, 24. Januar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref> In vielen Gegenden fiel die Regenjahresmenge innerhalb von zwei Wochen.<ref name="dr218" /> Die in dessen Folge entstandenen Hochwasserereignisse galten als die größten ihrer Art seit dem Jahr 1951.<ref name="MeteoFrance" />
Große Teile des Hochwassers begannen Ende Februar zurückzugehen, als der Zyklon Eline Mosambik traf.<ref>Cyclone reaches Mozambique's southern Inhambane province. In: ReliefWeb. Agence France-Presse, 21. Februar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref> Eline war ein lang anhaltender tropischer Wirbelsturm der unweit der Hafenstadt Beira am 22. Februar 2000 seinen Höhepunkt erreichte.<ref name="MeteoFrance" /> Ende Februar 2000 galt die Katastrophe in Mosambik als die schwerste ihrer Art seit mehr als einem Jahrhundert.<ref>Mozambique floods situation report 29 Feb 2000. In: ReliefWeb. US Fund for UNICEF, 29. Februar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>
Auswirkungen[Bearbeiten]
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Ende Februar stiegen die Infektionszahlen von Malaria und Durchfall stark an. Das Hochwasser unterbrach zahlreiche Verkehrsverbindungen, unter anderem die einzige Nord-Süd-Fernstrecke Mosambiks (EN1), und schnitt zahlreiche Gegenden von der Außenwelt ab.<ref name="pana124" /><ref>Floods Cut Main Highway In Three Places. In: ReliefWeb. Pan African News Agency, 6. Februar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref> Bereits die durch den Regen im Januar verursachten Hochwasser wurden 220.000 Menschen obdachlos<ref name="dr218">Tropical storm threatens flood-ravaged Mozambique. Disaster Relief, 18. Februar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref> und 150 starben bereits bevor Zyklon Eline Mosambik traf.<ref>Emelia Sithole: Mozambique’s Chissano urges post-cyclone aid. In: ReliefWeb. Reuters, 23. Februar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>
Nach dem Auftreffen von Zyklon Eline stiegen die Opferzahlen stark an, mehr als 463.000 Menschen wurden obdachlos.<ref name="ocha317">Mozambique: Ross Mountain praised media’s role and international solidarity floods. In: ReliefWeb. United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs, 17. März 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref> Die Opferzahlen werden auf 700 bis 800 Menschen<ref name="MeteoFrance" /> geschätzt, die Hälfte davon in Chókwè.<ref>Mozambique’s flood death toll rises to nearly 700. In: ReliefWeb. Agence France-Presse, 3. April 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref> Die Schadensumme wird auf 500 Millionen US-Dollar geschätzt.<ref name="MeteoFrance" /> Der Zyklon und das Hochwasser beeinträchtigten die wirtschaftlichen Entwicklung Mosambiks nachhaltig und vernichteten große Teile der seit 1992 – dem Ende des Bürgerkrieges – erreichten Fortschritte.<ref>Trocaire launches appeal for Mozambique flood victims. In: ReliefWeb. Trócaire, 24. Februar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>
Nachwirkungen[Bearbeiten]
Bereits vor dem Auftreffen des Zyklons Eline hatte die mosambikanische Regierung um internationale Hilfe gebeten.<ref name="MeteoFrance" /> Nach Zyklon Eline bat Präsident Joaquim Chissano um zusätzliche Hilfe<ref name="dr223">Cynthia Long: Mozambique to appeal for aid in wake of Cyclone Eline. In: ReliefWeb. Disaster Relief, 23. Februar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref> in Höhe von 65 Millionen US-Dollar<ref name="net" /> und später dann 160 Millionen US-Dollar.<ref>Mozambique – Floods OCHA Situation Report No. 20. In: ReliefWeb. United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs, 22. März 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref> Zum 17. März 2000 hatten verschiedene Länder bereits Unterstützungen in Höhe von 119 Millionen US-Dollar zugesagt.<ref name="ocha317" /> Zum 4. März waren 39,6 Tonnen Hilfsgüter im Land angekommen,<ref>Mozambique Shudders Over Another Cyclone. In: ReliefWeb. Pan African News Agency, 4. März 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref> die die Frachtumschlagkapazitäten des Flughafens von Maputo komplett überforderten.<ref name="reut37">Too much, Too late: Aid now pours into Mozambique. In: ReliefWeb. Reuters, 7. März 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>
Zahlreiche Regierungen unterstützten Mosambik mit Hilfszahlungen, Hilfsgütern und Schuldenerlassen:
- Die niederländische Regierung spendete 5 Millionen Gulden (etwa 2,27 Millionen Euro)<ref name="net">The Netherlands gives 7 million guilders in aid to Mozambique. In: ReliefWeb. Government of the Netherlands, 24. Februar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>
- Die italienische Regierung gab 10 Milliarden Lire (etwa 5,1 Millionen Euro) frei, davon die Hälfte für Sofortrettungsmaßnahmen<ref>Italy: 10 billion liras earmarked to assist Mozambique. In: ReliefWeb. Government of Italy, 25. Februar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>
- Die dänische Regierung spendete 2,68 Millionen Euro<ref>Denmark allocates emergency flood aid to Mozambique. In: ReliefWeb. Agence France-Presse, 1. März 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>
- Die schwedische und irische Regierung überwiesen Zahlungen in Höhe von 10 Millionen Kronen (ca. 1,1 Millionen Euro) bzw. 507.000 Euro an das Welternährungsprogramm<ref>Decision on extra money for Mozambique. In: ReliefWeb. Government of Sweden, 28. Februar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref><ref>Ireland to send half million euros to flood-hit Mozambique. In: ReliefWeb. Agence France-Presse, 28. Februar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>
- Portugal sandte 40 Tonnen Hilfsgüter in Form von Medikamenten, Zelten, Lebensmitteln und Schlauchbooten<ref>Portugal sends 40 tonnes of aid for flood-hit Mozambique. In: ReliefWeb. Agence France-Presse, 28. Februar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>
- Die kanadische Regierung spendete 11,6 Millionen kanadischer Dollar (etwa 7,7 Millionen Euro)<ref>Maria Minna Announces Additional $10 Million for Flood Victims in Mozambique. In: ReliefWeb. Canadian International Development Agency, 8. März 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>
- Die Vereinigten Staaten unterstützten Mosambik insgesamt im Wert von 50 Millionen US-Dollar, davon 7 Millionen US-Dollar in Form von Lebensmitteln über ihre Entwicklungszusammenarbeitsorganisation USAID.<ref name="jim">Jim Garamone: U.S. Military Relief Effort in Mozambique Winds Down. In: American Forces Press Service. 27. März 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>
- Das Europäische Amt für humanitäre Hilfe überwies Zahlungen in Höhe von 25 Millionen Euro<ref name=":1">European Commissioner Poul Nielson announces more than 25 Million Euro in aid for victims of the Mozambican floods. In: ReliefWeb. European Commission Humanitarian Aid department, 3. März 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>
- Die botswanische Regierung spendete 23 Millionen Pula (etwa 4,9 Millionen Euro)<ref name="pana229">Botswana Comes To The Rescue Of Zimbabwe, Mozambique. In: ReliefWeb. Pan African News Agency, 29. Februar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>
- Weitere Unterstützungen kamen von Mauritius (100.000 US-Dollar<ref name=":2">Mauritius offers 100,000 dollars to Mozambique. In: ReliefWeb. Pan African News Agency, 2. März 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>) Ghana (Lebensmittel und Kleidung in Höhe von 100.000 US-Dollar<ref name=":3">Ghana donates to Mozambique. In: ReliefWeb. Pan African News Agency, 3. März 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>), Australien (1 Million US-Dollar<ref name="aaid">Australian Assistance for Mozambique Floods. In: ReliefWeb. Australian Agency for International Development, 4. März 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>), Concern Worldwide (650.000 US-Dollar).
- Das Vereinigte Königreich und Italien erließen Mosambik seine Schulden in Höhe von 150 Millionen US-Dollar<ref name=":4">Mozambique: Britain cancels debt in response to floods. In: ReliefWeb. IRIN, 29. Februar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref> bzw. 500 Millionen US-Dollar.<ref>Italy plans to cancel 500 mln dlrs of Mozambique's debt. In: ReliefWeb. Agence France-Presse, 2. März 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>
Die mosambikanische Regierung nutzte vor allem Boote, um Menschen aus den betroffenen Regionen zu retten<ref name="ocha224">Mozambique – Floods OCHA Situation Report No. 9. In: ReliefWeb. United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs, 24. Februar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref> und richtete 121 Flüchtlingsunterkünfte ein.<ref name="ocha317" /> Die Luftwaffe des Landes galt als veraltet und war praktisch nicht in der Lage Hilfe zu leisten.<ref>Mozambique – Floods OCHA Situation Report No. 10. In: ReliefWeb. United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs, 27. Februar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref> Aufgrund dessen sandten unter anderem Südafrika zwölf Flugzeuge und Helikopter.<ref name="afp229">More South African aircraft sent to aid flooded Mozambique. In: ReliefWeb. Agence France-Presse, 29. Februar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref> Unterstützt wurden diese von Malawi (2 Helikopter), dem Vereinigten Königreich (6 Helikopter) und Deutschland (10 Helikopter).<ref name="mal">Raphael Tenthani: Malawi Helicopters Assist Mozambican. In: ReliefWeb. Pan African News Agency, 26. Februar 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref><ref>Mozambique: Demand for more disaster assistance. In: ReliefWeb. IRIN, 3. März 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref><ref>Germany boosts Mozambique aid, Italian MPS want intervention. In: ReliefWeb. Agence France-Presse, 2. März 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>
Die deutsche Luftwaffe leistete in den Überschwemmungsgebieten mit dem Kontingent „Katastrophenhilfe Mosambik“ 500 Einsätze mit Transall C-160 und Bell UH-1D des Lufttransportgeschwaders 62.<ref>Traditionsgemeinschaft Lufttransport Wunstorf e.V.: Das LTG62 auf dem Fliegerhorst Wunstorf (1978 - heute). Abgerufen am 10. April 2021.</ref>
Das Entminungsprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Mine Action Service) äußerte die Sorge, dass das Hochwasser zahlreiche Landminen in bewohnte Gegenden gespült haben könne.<ref>Mozambique: WFP to take food to families marooned on rooftops. In: ReliefWeb. United Nations Department of Public Information, 1. März 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>
Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner kehrten Anfang März zurück, nachdem das Hochwasser sich langsam zurückzog.<ref name="msf34">People fleeing Chokwe in case of renewed flooding. In: ReliefWeb. Médecins Sans Frontières, 4. März 2000, abgerufen am 22. März 2015.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- 20 000 harren auf Hilfe in Mosambik. Die Welt, 4. März 2000
- Bundeswehrtruppen kehren aus Mosambik zurück. Der Spiegel, 30. März 2000
- Mozambique 1999–2000 Floods, Impact Evaluation: Resettlement Grant Activity (PDF; 418 kB), USAID, Juli 2002
- Dirk Asendorpf: Die Katastrophe kam danach. Deutschlandfunk, 14. Juni 2005
- Mosambik als Beispiel für Telekonnektionen während der La Niña
- Johannes Beck/Lina Hoffmann: Katastrophenvorsorge in Mosambik, Deutsche Welle, 19. Dezember 2011
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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