Zum Inhalt springen

Hochwasserwarnung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Unter Hochwasserwarnung oder Flutwarnung versteht man die Warnung vor einem zu erwartenden Hochwasser – an Küsten wie Binnengewässern – und dessen Auswirkung durch Ausuferung und Überflutung. Sie ist einer der Aufgabenbereiche im Hochwassermanagement als Teilgebiet des Katastrophenschutzes. Hochwasserwarnungen sind von großem öffentlichen Interesse und wichtig im Risikomanagement von Naturgefahren. Von Hochwasseralarm spricht man dann speziell beim Ergreifen von Schutz- und Abwehrmaßnahmen.

Hochwasserwarndienste[Bearbeiten]

Unter Hochwasserwarndienst (Hochwassermeldedienst, Hochwassernachrichtendienst) versteht man spezielle amtlich-behördliche oder private Dienstleister, die Hochwasserwarnungen für einen gewissen Bereich herausgeben.

Die Warndienste betreiben oder nutzen ein Pegelnetz und ermitteln anhand von Wetterprognosen, den Hochwasserwarnungen im Einzugsgebiet und der Kenntnis des Gewässersystems die Hochwassergefahr, und verfassen notwendige Warnmeldungen.

Meist ist der Hochwasserwarndienst eine Betätigung der hydrographischen Dienste, mancherorts gibt es spezielle Hochwasserwarndienste (so in den deutschen Ländern oder in Frankreich), andernorts werden alle Umweltwarnungen zentralisiert zusammengefasst (Behörde für Katastrophenmanagement, so in den österreichischen Bundes- und Landeswarnzentralen,<ref>Warnung im Katastrophenfall: Hochwasserwarnung, help.gv.at</ref> sonst an einer allgemeinen Umweltbehörde). Die Hochwasserwarnungen werden auch durchwegs über Wetterdienste verlautbart (diese sind als Hydrometeorologischer Dienst oft verbunden), zunehmend auch international vernetzt (etwa mit dem europäischen Verbund meteoalarm oder PegelAlarm): An Meeresküsten ist wegen der Sturmflutproblematik die Verbindung mit Sturmwarnungen vonnöten, im Binnenland ist eine Hochwasserwarnung von Niederschlagsprognosen abhängig, im Hochgebirge auch von Temperaturanstiegen und Schneeschmelze. Hochwasserwarndienste stehen oft auch in Verbindung mit einer Schifffahrtsbehörde (so auf Bundesebene in Deutschland oder an der Donau in Österreich). Die Hochwasserwarnungen werden auch über Schifffahrtsinformationssysteme verbreitet, auch das zunehmend international vernetzt (etwa KHR-GIS am Rhein). Einen Sonderfall bilden die Tsunamiwarnsysteme, sie stellen neben der hydrographischen Problematik eine Verbindung mit geophysikalischen Diensten und deren Erdbebenwarnungen oder Warnungen bei Vulkanausbrüchen her.

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Hochwasserwarnstufen[Bearbeiten]

Allgemeine Warnstufen[Bearbeiten]

Historisch gewachsen sind verbale Beschreibungen, etwa „Kleines Hochwasser“, „Mittleres Hochwasser“, „Großes Hochwasser“. Diese sind an phänomenologische Auswirkungen, wie Ausuferung, Überströmen von Sperrwerken oder Ausmaß der Überflutungen ausgerichtet.

Die Warnstufen sind heute durchwegs an die Jährlichkeit eines Hochwasserereignisses gekoppelt, also beispielsweise ein (rechnerisches) Jahrhunderthochwasser, als Abflussmenge (kurz: HQ100)<ref name="HQ">«H» steht in dieser hydrographischen Notation für ‚hoch, high‘, «Q» allgemein für den Abfluss (‚quantity‘), die Ziffer bezeichnet die Jährlichkeit; auch als HQ100 geschrieben; entsprechend etwa «M» für ‚mittlerer, mean‘.</ref> oder Pegelstand. Bemessungsgrundlage ist meist ein geschichtlicher Referenzwert, was also nicht ausschließt, dass sich als hundertjährlich klassierte Ereignisse häufen. Deswegen verwendet man das Mittlere Hochwasser (MHQ) nicht für Warnstufen, es wird über eine gewisse Datenreihe gemittelt, die meist zu kurz ist, um seltene Extremereignisse erfasst zu haben.

Zum Sprachgebrauch für Zentraleuropa kann man sagen, dass ein „kleines“ Hochwasser etwa alle 2 bis 5 Jahre, ein „mittleres“ Hochwasser alle 10 Jahre, ein „großes“ Hochwasser in etwa alle 30 Jahre und ein „sehr großes“ Hochwasser alle 100 Jahre auftritt.

Übersicht über die Warnstufen der deutschsprachigen Länder
<ref name="HQ" /> DeutschlandDie Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. (DE) ÖsterreichDie Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. (AT)
WarnstufenDie Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. (AT)
SchweizDie Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. (CH)
>MQ Erhöhtes Mittelwasser (Erhöhte Wasserführung)
sehr häufig
1: Keine oder geringe Gefahr
>HQ1   1 Kleines Hochwasser
häufig
>HQ2 Kleines Hochwasser
Warnstufe 1 (Meldebeginn)
2: Mäßige Gefahr
>HQ5 Mittleres Hochwasser
selten-häufig
>HQ10 Mittleres Hochwasser
Warnstufe 2 (Kontrolldienst)
2 Großes Hochwasser
selten
3: Erhebliche Gefahr
>HQ20 Großes Hochwasser
Warnstufe 3 (Wachdienst)
>HQ30 3 Sehr großes Hochwasser
sehr selten
4: Große Gefahr
>HQ50 Sehr großes Hochwasser
Warnstufe 4 (Hochwasserabwehr)
>HQ100 Extremes Hochwasser
extrem selten
5: Sehr große Gefahr
RHHQ
Datei:Hochwasser 2009 Karte HQ.svg
Klassierung der Abflüsse beim Hochwasser Juni 2009 (österreichisches System, hier in anderen Farben als Tabelle oberhalb: rot > HQ100)
  • Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt.
    (DE) 
    Vierstufiges System des deutschen Länderübergreifendes Hochwasserportals; entspricht den (Hochwasser- resp. Sturmflut-) Meldestufen oder Alarmstufen der Länder (Hamburg: nur 2 Stufen; Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen: nur 3 Stufen);<ref>Gemeinsame Initiative der deutschen Bundesländer: Hinweise zum Internetangebot. In: www.hochwasserzentralen.de. Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW), Landesamt für Umwelt (LfU), 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. August 2014; abgerufen am 11. Dezember 2025.</ref> siehe Hochwasserwarnstufen in Deutschland
  • Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt.
    (AT) 
    {{{2}}}
    Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)
  • Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt.
    (CH) 
    {{{2}}}
    Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)

Lokale Warnstufen[Bearbeiten]

Datei:HöhenSturmflutangaben.svg
Pegel Hamburg-St. Pauli: Rechts oben die örtlichen Sturmflut-Stufen in Bezug zum Pegelwert

Warnstufen an einer gewissen Stelle beruhen meist auf langjährigen Erfahrungen und werden typischerweise an einem Pegel gemessen. Hier weiß man, welcher Wasserstand welches Schadenspotential hat. Ohne genaueres Wissen um den Pegel selbst, also Pegelnull, Normalwasserstand und Verlauf des Anstieges (Ganglinie) und das Abflussregime vor Ort sind reine Wasserstandsangaben wie „6,32 m Pegel XXX“ wertlos. Für den örtlichen Katastrophenschutz sind die Wasserhöhe und ihr Anstieg (meist in cm/h) aber zentrales Alarmsignal.

Spezielle Warnstufen sind beispielsweise:

  • in der Schweiz verwendet das BAFU ein Gefahrenstufen-System für die Seen in der Form:<ref name="CH" />
    Sommerkote (SK, maximales Jahresmittel) zu Hochwassergrenze (HWG, ein örtlicher Erfahrungswert) in den Grenzen SK+1⁄3 (Gefahrenschwelle 1), SK+2⁄3 (Gefahrenschwelle 2), HWG (Gefahrenschwelle 3) und HWG+25 cm (Gefahrenschwelle 4)

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Weblinks[Bearbeiten]

Wiktionary: Hochwasserwarnung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

<references />