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Horscha

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Höhe: 150 m ü. NHN
Fläche: 4,99 km²
Einwohner: 99 (31. Dez. 2022)<ref>Angabe der Gemeinde Quitzdorf am See.</ref>
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Eingemeindet nach: Petershain
Postleitzahl: 02906
Vorwahl: 035893
Datei:Quitzdorf am See Horscha Aerial.jpg
Luftbild 2020.

Horscha, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), ist ein Dorf und seit 1995 ein Ortsteil der Gemeinde Quitzdorf am See im sächsischen Landkreis Görlitz. Er zählt zur Oberlausitz und liegt am Ostrand des offiziellen sorbischen Siedlungsgebiets in Sachsen.

Geographie[Bearbeiten]

Horscha liegt in Form eines Straßendorfes etwa mittig zwischen Mücka und See am rechten Ufer des Schwarzen Schöps sowie am östlichen Rand des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft.

Umgebende Ortschaften sind Mücka im Nordwesten, Petershain im Nordosten, See im Osten, Sproitz im Süden sowie etwas entfernter vom Südwesten bis Westen Steinölsa, Leipgen, Förstgen-Ost und Förstgen.

Geschichte[Bearbeiten]

Datei:Fotothek df rp-c 0700045 Quitzdorf am See-Horscha. Ehem. Mühle.jpg
Ehemalige Mühle in Horscha (1985).

Archäologische Funde in der Gemarkung aus der frühen Eisenzeit lassen auf eine urgeschichtliche Siedlung schließen. 1956 im Kieselschiefer des Steinbruchs gefundene Graptolithen aus dem Silur zählen zu den ältesten Fossilien in der Oberlausitz.

Urkundlich erstmals erwähnt wird der Ort 1451 in einem Görlitzer Stadtbuch im Zusammenhang mit einem Christopff Belwitz zu Hursche. Das Dorf unterstand grundherrschaftlich dem Rittergut Sproitz. Im Jahr 1663 fiel es an den sächsischen Kurfürsten zurück, der seit dem Prager Frieden von 1635 oberster Lehnsherr der Lausitz war. Von ihm wurde es neu verlehnt.

Nach dem Wiener Kongress musste das Königreich Sachsen 1815 unter anderem den nordöstlichen Teil der Oberlausitz an das Königreich Preußen abtreten. Im folgenden Jahr wurde Horscha dem neu gegründeten Landkreis Rothenburg (Ob. Laus.) zugeordnet. Dieser wiederum war Teil der Provinz Schlesien.

Bis 1837 wurde die Schule und bis 1876 die Kirche zu Kollm besucht,<ref>Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Liegnitz. 1876. Nr. 34, Wilh. Berens, Liegnitz den 19. August 1876, S. 266.</ref> danach gehörte Horscha zum nähergelegenen Schulverband beziehungsweise Kirchspiel Petershain.

Wie auch in Sproitz und See gab es ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert einen Steinbruch in Horscha. Der dort abgebaute Quarzit diente zur Herstellung von Schamottesteinen.

Im Zuge der Germanisierung slawischer Ortsnamen während der Zeit des Nationalsozialismus wurde Horscha 1936 in Zischelmühle umbenannt. Durch Kriegseinwirkungen wurde das Herrenhaus im April 1945 zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Horscha 1947 formell seinen alten Namen zurück und wurde am 1. Juli 1950 nach Petershain eingemeindet. Durch die Verwaltungsreform von 1952 kam die Gemeinde zum Kreis Niesky.

Die Freiwillige Feuerwehr, 1938 aus dem 1912 gegründeten Spritzenverband hervorgegangen, bestand bis 1992.

Durch den Beitritt der Gemeinde Petershain zur Gemeinde Quitzdorf am See zum 1. Oktober 1995 wurde Horscha ein Ortsteil dieser.

Rittergut[Bearbeiten]

Auf dem Horschaer Rittergut wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein Herrenhaus im Barockstil erbaut. Im angelegten Park wurden einige seltene Baumarten gepflanzt. Die allgemeine Besitzesfolge ist weitgehend unerschlossen. Im späten Mittelalter wurde zeitweise die unbekannte uradelige Familie von Belwitz genannt,<ref>Hermann Knothe: Geschichte des Oberlausitzer Adels und seiner Güter vom XIII. bis gegen des XVI. Jahrhunderts. III. Abt. Verlag von Breitkopf & Härtel, Leipzig 1879, S. 634.</ref> als Nebenbesitz von Gut Sproitz.<ref>Die von Belwitz, In: Prof. Dr. Schönwälder: Neues Lausitzisches Magazin. Band 63, Zweite Abt(h)eilung, Hrsg. Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften, SKommission E. Remer-Selbstverlag, Görlitz 1888, S. 45–46.</ref> Anfang des 19. Jh. war Samuel Friedrich Lehmann (1768–1819) der Gutsherr,<ref>Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1961. Band V, Band 26 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1961, ISSN 0435-2408, S. 197.</ref> er heiratete 1796 Charlotte (Christoph v.) Linnenfeld (1778–1856) aus Mittel-Oderwitz bei Zittau. In den letzten Generationen wurde das Gut Horscha durch die eigentlich aus der preußischen Provinz Sachsen stammende einst bürgerliche Pächter-Familie Eggeling mit späterem Stammsitz in Gatersleben bei Aschersleben bewirtschaftet. Familie Eggeling war spätestens seit 1840 in Horscha ansässig und wurde 1872 in den preußischen Adelsstand versetzt, hier für den Landwirt Carl Wilhelm Ernst von Eggeling-Horscha. Ihm folgten<ref>Rudolf Martin: Jahrbuch des Vermögens und Einkommens der Millionäre in Preußen. Abt. I, W. Herlet GmbH, Berlin 1912, S. 877.</ref> der Rittmeister Karl Albert Leo Oskar von Eggeling und seine Ehefrau Hildegard geborene von Loebenstein, die selbst einige Güter in Schlesien, im Kreis Sprottau besaß. Im Jahr 1893 heiratete in Horschau<ref>Marcelli Janecki: Preußens Schwertadel 1871 bis 1896. Ein genealogisches Handbuch. W. T. Bruer, Berlin 1897, S. 64.</ref> Leontine von Eggeling den Offizier Ernst von Uechtritz und Steinkirch. Um die vorletzte Jahrhundertwende betrug der Umfang des Rittergutes Horscha gesamt 371 ha, davon u. a. 100 ha Acker, 40 ha Wiesen, 10. ha Teiche und 220 ha Wald.<ref>Vgl. Schlesisches Güter-Adreßbuch. 1894. Verzeichniß. V. Ausgabe, Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1894, S. 316. Nr. 206.</ref> Für den Zeitraum 1907/1908 ist der Nennwert des Gutes insgesamt auf 459 ha.<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1908. Jahrgang 2, Justus Perthes, Gotha November 1907, S. 233.</ref> Nach dem Kriegsende 1945 wurde Familie von Eggeling enteignet.<ref>Agnes von Kopp-Colomb, Henning von Kopp-Colomb: Schicksalsbuch II des Sächsisch-Thüringischen Adels 1945 bis 1989. In: Aus dem Deutschen Adelsarchiv. N.F., Band 6, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 2005, ISBN 3-7980-0606-7, S. 160.</ref> Das alte Herrenhaus besteht nicht mehr, die Gemarkung wurde beräumt.<ref>Vgl. Katja Kretzschmar-Wehlen: Sachsens Schlösser: Rittergut Horscha, Stand 2022.</ref> Jahrzehnte später erwarb der in Horscha<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1937. Jahrgang 29. Justus Perthes, Gotha 1936.</ref><ref>Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1959. Band II, Band 20 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsche Adelsverbände in Gemeinschaft mit dem Deutschen Adelsarchiv. C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1959, ISSN 0435-2408, S. 137–138.</ref> aufgewachsene Nacherbe Friedrich Karl von Eggeling wieder Flächen in der Umgebung.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1825<ref name="HOV">Horscha im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum</ref> 124
1863<ref name="Heimatbuch NOL">Von der Muskauer Heide zum Rotstein, Seite 290.</ref> 124
1871 132
1885 147
1905 131
1925 152
1939 141
1946 181
1999 143
2002 123
2014 106

Bei der Landesexamination 1777 wurden für Horscha 11 Gärtner und 8 Häusler gemeldet.<ref name="HOV" />

In den letzten 200 Jahren lag die Bevölkerungszahl im Wesentlichen zwischen 120 und 190 Einwohnern. Sie stieg etappenweise von 124 im Jahr 1825 auf 152 im Jahr 1925 an, wobei es mehrfach zu kurzzeitigen Rückgängen kam. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl durch Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten auf 181 im Oktober 1946 an. Mit 123 Einwohnern im Jahr 2002 lag die Einwohnerzahl wieder auf dem Niveau von 1825.

Im 19. Jahrhundert bildeten Sorben einen großen Bevölkerungsanteil. 1863 waren 66 der 124 Einwohner Sorben (53 %),<ref name="Heimatbuch NOL" /> um 1880 ermittelte der sorbische Wissenschaftler Arnošt Muka gar 140 Sorben unter den 150 Einwohnern (93 %).<ref>Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Landbevölkerung. In: Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin – Veröffentlichungen des Instituts für Slawistik. Band 4. Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 116.</ref>

Ortsname[Bearbeiten]

Urkundlich überlieferte Schreibweisen des Ortsnamens sind unter anderem (zu) Hursche (1451), Horysschaw (1483), Horischaw (1527), Horschau (1533), Hersche (1551), (zum) Hortzschenn (1565), Horscha (1768) und Hörsche (1777).

Schriftliche Formen des sorbischen Namens sind Horschow (1831), Horšow (1843) und Hóršow (1885).

Der Name geht nach Ernst Eichler auf das altsorbische Wort {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) als Kurzform des Vornamens Gorěsłav oder Gorisłav zurück, der sich wiederum als ‚brennen, zürnen‘ übersetzen lässt. Eichler zufolge ist Horscha der Ort eines Horiš.<ref>Ernst Eichler, Hans Walther: Ortsnamenbuch der Oberlausitz: Studien zur Toponymie der Kreise Bautzen, Bischofswerda, Görlitz, Hoyerswerda, Kamenz, Löbau, Niesky, Senftenberg, Weißwasser und Zittau. I Namenbuch. In: Deutsch-slawische Forschungen zur Namenkunde und Siedlungsgeschichte. Band 28. Akademie-Verlag, Berlin 1975, S. 107.</ref> Nach anderer Meinung bezeichnet Hóršow die Lage am oder auf dem Hügel.<ref name="Heimatbuch NOL" />

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Leute von Horscha, In: Karl Feldmeyer: Schwierige Heimkehr. Neusiedler auf altem Boden. 1. Auflage, Siedler, Berlin 1997, ISBN 3-88680-615-4, S. 170–189. ff. 2. (erweiterte) Auflage, Siedler, Berlin 1998, ISBN 3-88680-615-4.
  • Horscha, In: Von der Muskauer Heide zum Rotstein. Heimatbuch des Niederschlesischen Oberlausitzkreises. Lusatia Verlag, Bautzen 2006, ISBN 978-3-929091-96-0, S. 290.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Horscha/Hóršow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Ortsteile: Horscha (Hóršow) | Kollm | Petershain (Hóznica) | Sproitz | Steinölsa

Ehemalige Ortschaft: Quitzdorf Vorlage:Klappleiste/Ende