Hu Zhengyan
Hu Zhengyan (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), W.-G. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); auch: Hu Yuecong; * um 1584, oder: 1582, 1580; gest. 1674) war ein chinesischer Maler, Stempelschneider und Herausgeber. Er ist bekannt als Meister der Zehn-Bambus-Halle. Er kalligraphierte und gestaltete Bilder und schnitt Siegel. Seine literarischen Werke waren vor allem Ausgaben anderer Werke, teilweise jedoch auch Aufzeichnungen seiner eigenen Arbeiten.
Hu lebte in Nanjing in der Übergangszeit am Ende der Ming-Dynastie bis in die Anfangszeit der Qing-Dynastie. Als Ming-Loyalist wurde ihm ein Beamtenposten in der Rumpfregierung der Hongguang-Herrschaft des Prinzen von Fu angeboten. Er lehnte jedoch ab und begnügte sich mit einem kleinen, unbedeutenden Beamtenposten. Jedoch gestaltete er das Siegel des Hongguang-Kaisers und war so loyal gegenüber der Dynastie, dass er sich größtenteils aus der Gesellschaft zurückzog, nachdem der Regent 1645 gefangen genommen worden und gestorben war. In seinem gelehrten Verlag, der Zehn-Bambus-Halle wandte er verschiedene Chinesische Drucktechniken und Hohlprägeverfahren an. Seine verfeinerten Druckverfahren waren Pionierleistungen.
Sein bekanntestes Werk ist der Katalog Das Manual des Zehn-Bambus-Studios für Malerei und Kalligraphie, ein Kunstlehrbuch, dass zweihundert Jahre lang als Standardwerk galt und nachgedruckt wurde. Außerdem verlegte er Siegel-Kataloge, gelehrte und medizinische Texte, Gedichtbände und künstlerische Schreibpapiere. Diesen Büchern stellte er oft ein eigenes Vorwort voran, oder ließ einen seiner Brüder ein Vorwort verfassen.
Leben[Bearbeiten]
Hu wurde 1584 (oder im frühen 1585) im Gebiet von Xiuning, Anhui geboren.<ref name="Wright">Suzanne E. Wright: Hu Zhengyan: Fashioning Biography. In: Ars Orientalis. vol. 35: 129–154, The Smithsonian Institution (jstor 25481910); doi:10.2307/25481910 [1] 2008.</ref> Sowohl sein Vater als auch sein älterer Bruder Hu Zhengxin (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Künstlername Wusuo, chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) waren Ärzte und ab seinem 30. Lebensjahr ging er mit ihnen auf Reisen, wenn sie als fahrende Ärzte durch die Gebiete um Lu'an und Huoshan zogen.<ref name="SunShaobin">Sun Shaobin: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.十竹斋. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Juli 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (Ten Bamboo Studio) ZhuoKeArts.com vom 26. Juni 2015.</ref> Allgemein wird angenommen, dass auch Zhengyan selbst Medizin praktizierte,<ref name="SunShaobin" /> obwohl die frühesten Quellen dazu aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen.<ref name="Wright" />
1619 findet sich Hu dann in Nanjing<ref name="Wright" />, wo er mit seiner Frau Wu lebte.<ref name="Lu2014">Lu Yongxiang: A History of Chinese Science and Technology. Springer 2014, ISBN 978-3-662-44166-4, S. 205–206.</ref> Ihr Heim am Jilongshan (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), heute: Beiji Ge), einem Hügel an der nördlichen Stadtmauer<ref name="Wright" />, war ein Treffpunkt für viele gleichgesinnte Künstler. Hu nannte es die Zehn-Bambus-Halle oder -Studio (Shizhuzhai, chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) nach zehn Bambusstauden, die vor dem Gebäude wuchsen.<ref name="Lu2014" /><ref name="Rawson">Jessica Rawson: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.The British Museum book of Chinese Art. ( des Vorlage:IconExternal vom 20. Oktober 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. The British Museum Press, London 2007. ISBN 978-0-7141-2446-9</ref> Das Anwesen diente als Hauptquartier für sein Druckgewerbe, wo er zehn Künstler beschäftigte, inklusive seiner beiden Brüder Hu Zhengxin (Wusuo) und Hu Zhengxing (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), (Zizhu, chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))) und seiner Söhne Hu Qipu (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) und Hu Qiyi (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), K: chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) Zhì guǒ).<ref name="Wright" />
Zu Hus Lebzeiten wurde die Ming-Dynastie, die in China über 250 Jahre lang an der Macht gewesen war, vernichtet und durch Chinas letzte Kaiser-Dynastie, die Qing-Dynastie, ersetzt. Nach dem Fall der Hauptstadt Peking 1644, errichteten die Reste der kaiserlichen Familie der Ming und einige Minister ein loyales Ming-Regime in Nanjing mit Zhu Yousong als dem Hongguang-Kaiser.<ref name="TwitchettFairbank1988">Denis Crispin Twitchett, John King Fairbank: The Cambridge History of China: The Ming dynasty, 1368–1644. Part 1 Cambridge University Press 1988, ISBN 978-0-521-24332-2, S. 642.</ref> Hu, der für seine Kunstfertigkeit im Siegel-Schnitzen und seine Fähigkeiten auf dem Gebiet der Siegelschriftbekannt war, schuf ein Siegel für den neuen Kaiser. Der Hof bot ihm die Position des Hofschreibers (zhongshu sheren, chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) an, aber er nahm den Posten nicht an, obwohl er in späteren persönlichen Siegeln teilweise den Titel zhongshu sheren führte.<ref name="Wright" />
Nach Wen Ruilins (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) Nanjiang Yishi (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) „Verlorene Geschichte des Südens“), studierte Hu vor der Eroberung Nanjings durch die Qing an der kaiserlichen Hochschule in Nanjing und übte zeitgleich eine Funktion im Ritenministerium aus, wo er offizielle Proklamationen aufzeichnete; er schuf die Qin Ban Xiaoxue (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) „Kaiserliche Promotion der Kleinen Lehre“) und die Biaozhong Ji (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) „Aufzeichnungen der zur Schau gestellten Loyalität“). Er wurde befördert und ins Personal-Ministerium aufgenommen und erhielt auch Zugang zur Hanlin-Akademie, aber bevor er diese Stelle annehmen konnte, wurde Nanjing von den Mandschu (Qing) erobert.<ref name="温睿臨1971">温睿臨 (Wēn Ruì lín): 南疆逸史 (Nanjiang Yishi) 崇文書店 (Chongwen Shudian) 1971: 306–307 (chinesisch).</ref> Da zeitgenössische Biographien diese Ereignisse nicht berichten (Wen's Werke wurden bis 1830 nicht publiziert), wird angenommen, dass sie erst nachträglich erfunden worden sind.<ref name="Wright" />
Hu zog sich 1646 aus dem öffentlichen Leben zurück.<ref name="杜濬1894" /> Xiao Yuncong und Lü Liuliang berichten davon, dass sie ihn in seinem Alter besucht hätten (1667 beziehungsweise 1673).<ref name="SunShaobin" /> Er starb in Armut im Alter von 90 Jahren, irgendwann Ende 1673 oder Anfang 1674.<ref name="Wright" />
Siegelschnitte[Bearbeiten]
Hu Zhengyan schuf persönliche Siegel für zahlreiche Würdenträger. Sein Stil beruhte auf der klassischen Siegelschrift der Han-Dynastie und er folgte der Siegel-Schneider-Schule von Huizhou, die von seinem Zeitgenossen He Zhen gegründet worden war. Hus Kalligraphie, obwohl ausbalanciert und mit klarer Komposition, ist stärker verwinkelt und starrer als seine klassischen Vorbilder. Die Huizhou-Siegel ahmen altertümliche, verwitterte Vorbilder nach, obwohl Hu im Gegensatz zu manchen Kollegen normalerweise keine künstlichen Alterungsprozesse für die Siegel anwendete.<ref name="Wright" />
Hus Arbeit war weithin bekannt. Zhou Lianggong, ein Dichter, der ungefähr zur selben Zeit in Nanjing lebte, schreibt in seiner Biographie von Siegel-Schneidern (Yinren Zhuan, chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), dass Hu „Miniatursteinschnitzereien mit alten Siegelinschriften fertigt, um die sich Reisende schlagen und für Schätze halten.“<ref>„creates miniature stone carvings with ancient seal inscriptions for travellers to fight over and treasure“ 印人传. 海南出版社 2000. ISBN 978-7-80645-663-7</ref> Er betont, dass Hus Siegel auch bei Besuchern und Reisenden populär waren, die in Nanjing Station machten.<ref name="Wright" /><ref name="Wright2">Suzanne E. Wright: „Luoxuan biangu jianpu“ and „Shizhuzhai jianpu“: Two Late-Ming Catalogues of Letter Paper Designs. In: Artibus Asiae. 2003 vol. 63, 1: 69–115. jstor=3249694</ref>
1644 nahm sich Hu der Aufgabe an, ein neues kaiserliches Siegel (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) für den Hongguang-Kaiser anzufertigen. Er gestaltete das Siegel nach einer Zeit des Fastens und des Gebets und überreichte sein Werk zusammen mit einem Essay, der Großen Ermahnung des Siegels (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), in der er den Verlust des Siegels des Chongzhen-Kaisers betrauerte und in dem er den Himmel anflehte, es doch wiederherzustellen. Hu war besorgt, dass sein Essay unbeachtet bleiben könnte, da er ihn nicht in der traditionellen Reimform, den Pianti (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) verfasst hatte, die sonst in den chinesischen Beamtenprüfungen Verwendung fanden, aber sein Essay und das Siegel wurden dennoch vom Hof der südlichen Ming akzeptiert.<ref name="杜濬1894">杜濬: 變雅堂遺集 上海古籍出版社 1894: 18–20 (chinesisch).</ref>
Die Zehn-Bambus-Halle[Bearbeiten]
Trotz seines Ruhmes als Künstler und Siegelschneider war Hu hauptsächlich ein Verleger. Sein Verlag, das Zehn-Bambus-Studio, druckte Referenzwerke über Kalligraphie, Dichtung und Kunst, sowie medizinische Texte, Bücher über Etymologie und Phonetik; aber auch Kopien und Kommentare zu den konfuzianischen Klassikern. Anders als zeitgenössische Verleger, veröffentlichte das Zehn-Bambus-Studio keine Romane oder Schauspiele.<ref name="BrokawChow2005">Cynthia J. Brokaw, Chow Kai-Wing: Printing and book culture in late Imperial China. University of California Press 2005: 131. ISBN 978-0-520-23126-9</ref> Diese Ausrichtung auf akademische Texte war möglicherweise der Lage des Verlags geschuldet: das Gebäude lag nördlich der Nanjing Guozijian (National-Akademie) in deren nächster Nähe, wodurch sich ein Verkaufsvorteil für akademische Texte ergab.<ref name="馬孟晶1993">馬孟晶 (Mǎ Mèng Jīng): 晚明金陵"十竹齋書畫譜""十竹齋箋譜"硏究 National Taiwan University Dept. of Art History 1993: 29–30. (chinesisch)</ref> Zwischen 1627 und 1644 veröffentlichte das Zehn-Bambus-Studio mehr als zwanzig Drucke, die sich an eine reiche, gebildete Elite richteten.<ref name="Chow2004">Chow Kai-Wing: Publishing, culture, and power in early modern China. Stanford University Press 2004:84. ISBN 978-0-8047-3368-7</ref> Die frühesten Publikationen waren medizinische Lehrbücher (Tested Prescriptions for Myriad Illnesses (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), 1631; das Buch wurde zehn Jahre später erneut gedruckt). Hus Bruder Zhengxin, der Mediziner war, ist möglicherweise der Autor dieses Buchs.<ref name="Wright" />
Während der 1630er druckte der Verlag auch politische Werke, die sich mit den Gesetzen der Ming befassten; unter anderem das Huang Ming Biaozhong Ji (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Kaiserliche Aufzeichnung der Ming über Loyalität“), eine Biographie loyaler Ming-Beamter, und die Huang Ming Zhaozhi (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Edikte der Kaiserlichen Ming“), eine Liste kaiserlicher Proklamationen. Nach dem Fall der Ming-Dynastie benannte Hu den Verlag um. Er nannte ihn Die Halle, die aus der Vergangenheit stammt (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Das ursprüngliche Siegel wurde jedoch weiter verwendet. Trotz dem Rückzug aus der Gesellschaft nach 1646 veröffentlichte der Verlag noch längere Zeit Bücher, die sich jedoch meist auf Siegelabdrucke und Kataloge mit den Siegelschnitten von Hu beschränkten.<ref name="Wright" />
In der Ming-Dynastie waren herausragende Entwicklungen im Bereich der Farbdrucke in China gemacht worden.<ref name="Wu">Wu Kuang-Ch'ing: Ming Printing and Printers. In: Harvard Journal of Asiatic Studies 1943, vol. 7, 3: 203–210. Harvard-Yenching Institute (doi:10.2307/2718015 jstor = 2718015)</ref><ref name="HKHMuseum">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.The Art of Chinese Traditional Woodblock Printing. ( des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Hong Kong Heritage Museum, 29. Juni 2015. (PDF)</ref> In seinem Studio experimentierte Hu Zhengyan mit verschiedenen Methoden des Holztafeldrucks und erfand Prozesse für Farbdruck und Prägeverfahren.<ref name="DainianCohen1996">Fan Dainian, R. S. Cohen: Studies in the History and Philosophy of Science and Technology. Springer, 30. September 1996, ISBN 978-0-7923-3463-7, S. 339.</ref> Damit war er als erster in China in der Lage, Farbdrucke nach dem douban yinshua-Verfahren (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); „Sortierte Blockdrucke“) herzustellen.<ref name="Chinadaily">Hu Zhengyan Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.China Culture. ( des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: China Daily 2003.</ref><ref>Guo Hua: Selected Anecdotes about Su Shi and Mi Fu World Digital Library, Chinese Rare Book Collection 1621.</ref><ref name="Hegel1998">Robert E. Hegel: Reading Illustrated Fiction in the Late Imperial China. Stanford University Press 1998, ISBN 978-0-8047-3002-0, S. 197.</ref> Bei dieser Methode wurden viele Blocks verwendet, von denen jeder mit einem Teil des originalen Bildes geschnitten war und jeder eine abweichende Farbe hatte.<ref name="NPM">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Applying colors. ( des Vorlage:IconExternal vom 29. Mai 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Gems of the Rare Books from the National Palace Museum's Collections. National Palace Museum.</ref> Es war ein langwieriger, mühsamer Prozess, für den vierzig bis fünfzig Druckstöcke geschnitten werden mussten und bis zu siebzig Tinten und Druckvorgänge gemacht werden mussten um ein einzelnes Bild herzustellen.<ref name="Lu2014" /> Hu wandte auch eine verwandte Form des Holztafeldrucks an, die als taoban yinshua, (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) „Set-Block Druck“) bezeichnet wird. Die Methode war schon seit der Zeit der Yuan-Dynastie benutzt worden, jedoch erst vor kurzem wieder in Mode gekommen.<ref name="Rawson" /><ref name="Ding2002">Ding Naifei: Obscene Things: Sexual Politics in Jin Ping Mei. Duke University Press 2002, ISBN 0-8223-2916-6, S. 54.</ref><ref name="BrayDorofeeva-Lichtmann2007">Francesca Bray, Vera Dorofeeva-Lichtmann, Georges Métailié: Graphics and Text in the Production of Technical Knowledge in China: The Warp and the Weft. Brill 2007, ISBN 90-04-16063-9, S. 464.</ref> Hu verbesserte die Techniken durch eine Methode, bei der ein Teil der Tinte von den Blocks wieder abgewischt wurde, bevor sie abgedruckt wurden. Dadurch erreichte er einen Farbverlauf und Farbschattierungenmodulationen, die vorher technisch nicht möglich waren.<ref name="Ebrey">Thomas Ebrey: The Editions, Superstates and States of the Ten Bamboo Studio Collection of Calligraphy and Painting, East Asian Library and Gest Collection, Princeton University 2015. (PDF)</ref>
Für einige Bilder benutzte Hu eine Blindpräge-Technik gonghua (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Geprägte Blumen“) oder gongban (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) „Gepräge Bretter“), bei der ein uneingefärbter Stempel benutzt wird um Prägungen ins Papier einzudrücken. Er nutzte die Technik für weiße Relief-Effekte bei Wolken und für Lichteffekte auf Wasser oder Pflanzen.<ref name="Lu2014" /> Diese Technik war ein relativ neuer Prozess, der von Hus Zeitgenossen Wu Faxiang erfunden worden war, der selbst auch in Nanjing ansässig war. Wu hatte diese Technik das erste Mal bei seinem Druck Luoxuan Biangu Jianpu (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) „Wisteria Studio Briefpapier“) verwendet, das 1626 gedruckt wurde.<ref name="EliotRose2011">Simon Eliot, Jonathan Rose: A Companion to the History of the Book. John Wiley & Sons 2011, ISBN 978-1-4443-5658-8, S. 107.</ref><ref name="NeedhamTsuen-Hsuin1985">Joseph Needham, Tsien Tsuen-Hsuin: Science and Civilisation in China: Volume 5, Chemistry and Chemical Technology, Pt. 1, Paper and Printing. Cambridge University Press 1985, ISBN 978-0-521-08690-5, S. 286.</ref> Beide, Hu und Wu benutzten Prägeverfahren, um dekorative Schreibpapiere herzustellen, durch deren Verkauf ein Nebeneinkommen für das Zehn-Bambus-Studio entstand.<ref>Suzanne Wright: Chinese Decorated Letter Papers. In: Antje Richter: A History of Chinese Letters and Epistolary Culture. Brill 2015, ISBN 978-90-04-29212-3, S. 116.</ref>
Werke[Bearbeiten]
Hus bekanntestes Werk ist das Shizhuzhai Shuhuapu (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), dt. Zehn-Bambus-Halle Manual für Malerei und Kalligraphie), eine Anthologie von ca. 320 Drucken von etwa dreißig verschiedenen Künstlern (unter anderem von Hu selbst) von 1633. Es besteht aus acht Teilen, mit Kalligraphie, Bambus-, Blüten-, Stein-, Vogel und Tier-, Pflaumen-, Orchideen und Fruchtmalerei. Einige dieser Teile wurden bereits früher als Einzelbände veröffentlicht.<ref name="NeedhamTsuen-Hsuin1985" /> Neben dem Aspekt als Kunstsammlung war das Manual außerdem als Kunstlehrbuch gedacht, mit Instruktionen zur korrekten Pinselhaltung und -technik und mehreren Bildern, die für Anfänger zur Nachahmung gedacht waren. Obwohl diese Instruktionen nur in den Teilen über Orchideen und Bambus auftauchen, bleibt das Buch bis heute das erste Beispiel für einen kategorischen und analytischen Zugang zur chinesischen Malerei.<ref name="Wright" /><ref name="Tsien">Tsien Tsuen-Hsuin: Book Review: Chinese Colour Prints from the Ten Bamboo Studio. In: Journal of Asian Studies. Februar 1975, vol. 34, 2: S. 514. (doi:10.2307/2052768 jstor=2052768)</ref> In diesem Buch benutzte Hu seine verschiedenen Druckmethoden, mit denen er Farbverläufe in den Bildern erzeugte, anstatt klare Konturen und Überlappungen abzubilden.<ref name="BrayDorofeeva-Lichtmann2007" /> Das Manual ist in der traditionellen „Schmetterlingsbindung“ (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), wobei ganzseitige Illustrationen gefaltet werden, so dass jede Illustration eine Doppelseite einnimmt. Diese Bindung erlaubte dem Leser das Buch platt hinzulegen und ein jedes einzelne Bild genau anzusehen.<ref name="Rawson" /> Die Cambridge University Library veröffentlichte 2015 einen kompletten Digitalscan des Manual, inklusive aller Schriften und Illustrationen.<ref>Shi zhu zhai shu hua pu (FH.910.83-98) University of Cambridge Digital Library 2015.</ref> Said Charles Aylmer, der Leiter des Cambridge University Chinese Department berichtet:
„Die Bindung ist so zerbrechlich, und das Manual ist so filigran, dass wir, solange bis es digitalisiert wurde, niemals die Möglichkeit hatten, es durchzusehen oder zu studieren, – trotz seiner unbezweifelten Wichtigkeit für Gelehrte.“<ref>„The binding is so fragile, and the manual so delicate, that until it was digitized, we have never been able to let anyone look through it or study it – despite its undoubted importance to scholars.“ One of World's Oldest Books Printed in Multi-Color Now Opened & Digitized for the First Time. Open Culture, 17. August 2015.</ref>
Dieses Buch beeinflusste alle Farbdrucke in China, und ebnete den Weg für das spätere, aber besser bekannte Jieziyuan Huazhuan (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) „Manual des Senf-Saat-Gartens“) und entwickelte in Japan eine eigene Dynamik, wo es nachgedruckt wurde und die Entwicklung des Ukiyo-e mit der Farb-Holztafeldruck-Methode des Nishiki-e {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value).<ref name="Kuiper2010">Kathleen Kuiper: The Culture of China. The Rosen Publishing Group 2010, ISBN 978-1-61530-140-9, S. 213.</ref><ref name="Michener1954">James Albert Michener: The Floating World. University of Hawaii Press 1954, ISBN 978-0-8248-0873-0, S. 88.</ref><ref name="Paine">Robert T. Paine Jr.: The Ten Bamboo Studio. In: Bulletin of the Museum of Fine Arts. Dezember 1950, vol. 48, 274, S. 72–79. jstor=4171078</ref> Die Popularität des Shizhuzhai Shuhuapu war so enorm, dass Nachdrucke während der ganzen späten Qing-Zeit aufgelegt wurden.<ref name="Wright" />
Hu veröffentlichte auch das Shizhuzhai Jianpu (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) „Zehn-Bambus-Hall-Briefpapier“), eine Sammlung von Papiermustern, die mit der gonghua Methode geprägt waren.<ref name="Rawson" /><ref name="Chinadaily" /><ref>The East Asian Library Journal. Gest Library of Princeton University 1998, S. 96.</ref><ref name="Gulik1974">Robert H. van Gulik: 中國古代房内考: A Preliminary Survey of Chinese Sex and Society from Ca. 1500 B.C. Till 1644 A.D. Brill Archive 1974, ISBN 978-90-04-03917-9, S. 322.</ref> Während dieses Werk in erster Linie ein Katalog dekorativer Schreibpapiere war, enthielt es auch Bilder von Steinen, Menschen, Ritualgefäßen und anderen gegenständen.<ref name="NeedhamTsuen-Hsuin1985" /> Das Buch war im baobei zhuang-Stil (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Eingepackte Rückseite“) gebunden, in welchem die Folios gefaltet, zusammengelegt und entlang der offenen Enden zusammengenäht werden.<ref name="Wright2" /> Das Werk wurde erstmals 1644 veröffentlicht und wurde in vier Bänden zwischen 1934 und 1941 von Zheng Zhenduo und Lu Xun neu aufgelegt, sowie in revidierter Form 1952 erneut veröffentlicht.<ref name="reissue"> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.荣宝斋与鲁迅、郑振铎: 叁. Rong Bao Zhai und Lu Xun, Zheng Zhenduo: Teil 3. ( des Vorlage:IconExternal vom 3. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. RBZarts.COM</ref>
Weitere Publikationen[Bearbeiten]
Weitere Arbeiten von Hus Verlag waren ein Nachdruck von Zhou Boqis Manual der Siegelschrift Kalligraphie Liushu Zheng'e (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Die Sechs Stile der Kalligraphie, Korrekt und Fehlerhaft“) und des verwandten Shufa Bi Ji (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Notwendige Untersuchungen zur Kalligraphie“), in dem häufige Fehler in der Bildung der Schriftzeichen behandelt wurden. Mit seinem Bruder Zhengxin gab Hu eine neue Ausgabe mit Einführungen der konfuzianischen Klassiker heraus mit dem Titel Sishu Dingben Bianzheng (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Der Standardisierte Text der Vier Klassiker, Identifiziert und Verbessert“, 1640), worin die korrekte Anordnung und Aussprache des Texts verzeichnet war. Ein ähnlicher Ansatz wurde bei den Qianwen Liushu Tongyao (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Grundlagen des Tausend-Zeichen-Klassikers in Sechs Schriftarten“, 1663) verfolgt, den Hu zusammen mit seinem Kalligraphielehrer, Li Deng zusammenstellte. Das Werk wurde erst nach Lis Tod, teilweise als Hommage an ihn herausgegeben.<ref name="Wright" />
Die drei Brüder arbeiteten zusammen um ein Schülerhandbuch für Poesie ihres Zeitgenossen Ye Tingxiu herauszugeben, welches einfach als Shi Tan (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Diskussion der Poesie“, 1635) bezeichnet wurde. Ein weiteres Werk über Dichtung war das Leixuan Tang Shi Zhudao Weiji (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Hilfreiche Prinzipien zu den Subtilen Arbeiten Ausgewählter Tang-Gedichte“). Dieses Buch war eine Kompilation von mehreren Werken zur Dichtung und enthielt auch Kolophone von Hu Zhengyan selbst.<ref name="Wright" />
Unter den obskureren Veröffentlichungen war ein Text über Chinesische Dominos Paitong Fuyu (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), das unter Pseudonym geschrieben wurde, aber dennoch ein Vorwort von Hu Zhengyan enthielt.<ref name="Wright" />
Galerie[Bearbeiten]
- Bilder aus dem Zehn-Bambus-Halle Manual für Malerei und Kalligraphie
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Orchidee
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Chrysantheme
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Apfelblüten
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Kirschblüten und Bambus
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Vogel auf einem blühenden Zweig
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Drei Orangen auf einem Wurzeltablett
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Vogel auf einem Ast
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Pilze
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Kastanien
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Mandarinen
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Pflaumenblüten und Kiefer
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Diagram der korrekten Pinselhaltung
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Weblinks[Bearbeiten]
- Shi zhu zhai shu hua pu (Ten Bamboo Studio collection of calligraphy and painting), Digitalisat der Cambridge Digital Library.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hu, Zhengyan |
| ALTERNATIVNAMEN | 胡正言; 胡, 正言; 胡曰從; 胡十竹 (chinesisch); Hu Yuecong; Hu Yue cong; Hu Shizhu; Hu Shi zhu; Hu, Chêng-yen; Chêng-yen, Hu; Hu, Cheng-yen; Meister der Zehn-Bambus-Halle; Hwu Jenq-yan, Ôo Tsiànn-giân, ɦou tsen-nyĩ, Wùh Jing-yìhn, Yüeh-ts'ung |
| KURZBESCHREIBUNG | chinesischer Politiker, Gelehrter, Drucker und Künstler der Ming-Zeit |
| GEBURTSDATUM | um 1584 |
| GEBURTSORT | Gebiet von Xiuning, Anhui |
| STERBEDATUM | 1674 |
| STERBEORT | Nanjing, China |
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