Zum Inhalt springen

Humphrey Searle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Humphrey Searle (* 26. August 1915 in Oxford; † 12. Mai 1982 in London) war ein britischer Komponist.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Humphrey Searle wurde als Sohn von Humphrey Frederic Searle und dessen Frau Charlotte Mathilde Mary geb. Schlich. Sein Vater war Beamter, seine Mutter die Tochter des Forstwissenschaftlers Sir William Schlich.<ref>David C.F. Wright: Humphrey Searle. In: Musicalics. 4. Februar 2009, abgerufen am 19. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach seiner Ausbildung am Winchester College studierte er zunächst am New College in Oxford Philosophie, klassische Sprachen und Literatur. Es folgten Studien der Komposition am Londoner Royal College of Music bei Gordon Jacob, John Ireland und R. O. Morris.<ref name=":2">Annika Forkert: Searle, Humphrey. In: Laurenz Lütteken (Hrsg.): MGG Online (Abonnement erforderlich).</ref> Ergänzende Studien führten ihn nach Wien zu Anton Webern und an das Neue Konservatorium Wien.<ref name=":2" /> Er arbeitete später als einer der wenigen britischen Komponisten nach Arnold Schönbergs Zwölftontechnik.<ref name=":1">Humphrey Searle im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)</ref>

Nach seiner Rückkehr nach England war er in der Musikabteilung der BBC tätig, bevor er im Zweiten Weltkrieg ab 1940 zunächst als Soldat im Gloucestershire Regiment und dann bei der Nachrichtentruppe sowie als Ausbilder von Fallschirmjägern diente. Nach dem Krieg half er Hugh Trevor-Roper bei den Befragungen zum Tod von Adolf Hitler.<ref name=":1" />

Searle arbeitete nach seiner Rückkehr nach England wieder in der BBC-Musikabteilung, nun als Programmleiter. Von 1947 bis 1949 wirkte er als Generalsekretär der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik. Zudem war er Mitglied in einem Beraterstab des Sadler's Wells Ballets (heute Royal Ballet).<ref name=":1" />

1947 entstand seine erste Zwölftonkomposition. Er schrieb Sinfonien und Orchesterwerke, Klavierkonzerte, Kammermusik, Opern, Ballette sowie Filmmusiken, zum Beispiel zu Yeti, der Schneemensch und Bis das Blut gefriert. Als Autor verfasste Searle Bücher über den Komponisten Franz Liszt und entwickelte 1954<ref>Humphrey Searle: The music of Liszt. Williams & Norgate, London 1954 (google.com [abgerufen am 21. März 2022]).</ref> das anerkannteste und verbreitetste Werkverzeichnis Liszts.<ref>Werkverzeichnis von Franz Liszt, sortiert nach Searle bei Klassika.info</ref> 1950 gründete er die britische Liszt-Society.<ref>The Liszt Society. Abgerufen am 19. September 2026.</ref>

Humphrey Searle starb am 12. Mai 1982 im Alter von 66 Jahre in London und wurde im Golders Green Crematorium eingeäschert.<ref>Humphrey Searle in der Datenbank Find a GraveVorlage:AbrufdatumVorlage:Findagrave/Wartung/Verschiedene Kenner im Quelltext und in WikidataVorlage:Findagrave/Wartung/Wirkungslose Verwendung von Parameter 2Vorlage:Findagrave/Wartung/Name ungleich Wikidata-Bezeichnung</ref>

Privates[Bearbeiten]

Nach dem Tod seiner ersten Frau im Jahr 1957 heiratete Searle 1960 Fiona, geb. Nicholson.<ref name=":1" />

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Orchesterwerke[Bearbeiten]

  • 1943: Night Music op.2, to Anton Webern on his 60th birthday
  • 1949: Overture to a Drama op.17
  • 1950: Poem für 22 Streichinstrumente
  • 1952/53: Symphony No. 1 op.23. UA 1953 im NDR Hamburg, Leitung Hermann Scherchen<ref name=":3">David Sutton-Anderson: Humphrey Searle. In: Humphrey Searle: Symphonies 1 & 4, Night Music, Overture to a Drama (CPO; 1999 ), S. 6–7.</ref>
  • 1956/58: Symphony No. 2 op.33. UA 1958, Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter der Leitung von John Pritchard<ref name=":4">David Sutton-Anderson: Humphrey Searle. In: Humphrey Searle: Symphonies 2, 3 & 5 (CPO; 1996), S. 6–8.</ref><ref>Humphrey Searle: List of Compositions. In: musicweb international. Abgerufen am 20. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • 1959/60: Symphony No. 3 op.36. UA 1960 Edinburgh Festival, Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, Leitung: John Pritchard<ref name=":4" />
  • 1960–62: Symphony No. 4 op.38. Auftragskomposition für das City of Birmingham Symphony Orchestra,<ref name=":3" /> UA 1962, City of Birmingham Symphony Orchestra, Leitung: Humphrey Searle<ref name=":4" />
  • 1964: Symphony No. 5 op.43. UA 1964, Hallé-Orchester, Leitung: Lawrence Leonard (1923–2001)<ref name=":4" />

Opern[Bearbeiten]

  • 1944: Das Photo des Colonel
  • 1952: Der Schatten Kains für Sprecher und Orchester
  • 1958: Tagebuch eines Irren
  • 1968: Hamlet

Filmmusik[Bearbeiten]

  • 1956: Das Baby auf dem Schlachtschiff (The Baby and the Battleship)
  • 1956: Jenseits Mombasa (Beyond Mombasa)
  • 1957: Der Mann aus der Fremde (The Passionate Stranger)
  • 1957: Yeti, der Schneemensch (The Abominable Snowman)
  • 1957: Operation Tiger (Action of the Tiger)
  • 1958: Herzlich willkommen im Kittchen (Law and Disorder)
  • 1959: Quer durch die Antarktis (Antarctic Crossing)
  • 1959: Der Wahlk(r)ampf (Left Right and Centre)
  • 1963: Bis das Blut gefriert (The Haunting)
  • 1965: Doctor Who: The Myth Makers (Serial als Teil der 3. Staffel der TV-Serie, 4 Folgen)
  • 1972: The Tide of Traffic (Dokumentar-Kurzfilm)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein