Zum Inhalt springen

Hydroxidion

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Hydroxide-HO-2D.png
Kurzschreibweise (Konstitutionsformel) des Hydroxidions. Das Minuszeichen direkt neben dem O unterstreicht die Lage der negativen Ladung im Molekül.
Datei:Hydroxide lone pairs-2D.svg
Strukturdarstellung in der Elektronenformel
Datei:Hydroxide-3D-balls.png
Veranschaulichung im Kugel-Stab-Modell

Das Hydroxidion (veraltet Hydroxylion, auch Hydroxid-Ion) ist ein negativ geladenes Ion, das entsteht, wenn Basen mit Wasser reagieren. Seine chemische Formel lautet OH−. Bei diesem Ion ist das Wasserstoffatom an das Sauerstoffatom gebunden und das Sauerstoffatom besitzt ein Elektron mehr als es im Grundzustand (Ordnungszahl 8, Oxidationszahl −2) hat, deshalb die negative Ladung. Die zusammen mit einem positiv geladenen Gegenion entstehenden Salze werden Hydroxide genannt.

Anorganische Chemie[Bearbeiten]

Eine allgemeine Base B reagiert nach folgendem Schema mit Wasser. Die Doppelpfeile deuten ein chemisches Gleichgewicht an.

<math>\mathrm{B + H_2O \ \rightleftharpoons \ HB^+ + OH^-}</math>

Anhand der Konzentration der Hydroxidionen kann man den pH-Wert der entstandenen Lösung ermitteln. Dazu berechnet man zunächst den so genannten pOH-Wert

<math>\mathrm{pOH} = - \log \ c( \mathrm{OH^-})</math>

und daraus den pH-Wert:

<math>\mathrm{pH} = \mathrm{p}K_\mathrm{w} - \mathrm{pOH} \ </math>

Zu jeder Temperatur gibt es jeweils einen pKw-Wert. Bei 22 °C ist pKw = 14.<ref name="TdC">Karl-Heinz Lautenschläger, Werner Schröter, Joachim Teschner, Hildegard Bibrack: Taschenbuch der Chemie. 18. Auflage, Harri Deutsch, Frankfurt (Main) 2001.</ref>

Hydroxidionen sind auch in reinem Wasser bei 22 °C in einer Konzentration von 10−7 mol · l−1 enthalten. Das hängt mit der Autoprotolyse des Wassers nach folgender Reaktionsgleichung zusammen:

<math>\mathrm{H_2O + H_2O \ \rightleftharpoons \ H_3O^+ + OH^-}</math>

Das H3O+- und das Hydroxidion sorgen selbst bei destilliertem Wasser für eine geringe elektrische Leitfähigkeit.

Organische Chemie[Bearbeiten]

Hydroxidionen werden oft als Nukleophile in der nukleophilen Substitution zur Synthese von Alkoholen eingesetzt. Aus Halogenalkanen entstehen dabei Alkanole.<ref name="Hauptmann">Siegfried Hauptmann: Organische Chemie. 2. durchgesehene Auflage, VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1985, ISBN 3-342-00280-8, S. 300–301.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Wiktionary: Hydroxidion – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />