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IR-40

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IR-40<ref name=":0"></ref><ref></ref> ist ein zwischen 2004 und 2014 gebauter Kernreaktor nordwestlich der iranischen Stadt Arak bzw. nahe der Stadt Khondab.

Datei:Arak Heavy Water4.JPG
Blick auf den Schwerwasser-Kernreaktor der Anlage bei Arak bzw. Khondab. Foto August 2012.

Gegenüber dem Kernreaktor, auf dem gleichen geschützten Gelände, befindet sich eine Anlage zur Gewinnung von Deuteriumoxid. Die gesamte Anlage und der Reaktor wurde 2017 umbenannt in Khondab Heavy Water Research Reactor (KHRR).<ref>Analysis of IAEA Iran Verification and Monitoring Report — August 2024 | Institute for Science and International Security. ISIS, abgerufen am 18. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Zwecke und Kontroversen[Bearbeiten]

Als Zweck der Anlage IR-40 wird die Herstellung von Radionukliden für medizinische und industrielle Zwecke angegeben. Dazu gehören die Isotope Cäsium-137, Kobalt-60, Iod-131, Iridium-192, Molybdän-99 und Yttrium-90.<ref name="willig">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Feasibility and benefits of converting the Iranian heavy water reactor IR-40 to a more proliferation-resistant reactor.] In: masteroppgåva. Norwegian University of Life Sciences (UMB), , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 9. Juni 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Die Anlage steht im Verdacht, Teil des iranischen Atomwaffenprogramms zu sein<ref>Richard Stone: U.S. move imperils effort to reduce weapons risk from Iranian reactor. Science, 29. Mai 2020, abgerufen am 18. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, und wird teilweise von der IAEO überwacht bzw. wurde in der Vergangenheit mehrfach inspiziert.

Datei:Arak Heavy Water5.JPG
Blick auf die Produktionsanlage für schweres Wasser (D2O) bei Arak, Destillationstürme (Foto Oktober 2012)

Reaktordesign[Bearbeiten]

Es handelt sich bei dem Reaktor um einen Schwerwasserreaktor mit einer thermischen Leistung von 40 MWth, der mit Natururan betrieben wird. Aus verschiedenen bekannt gewordenen Quellen lässt sich schließen, dass es sich sehr wahrscheinlich um einen Druckröhrenreaktor handelt.<ref></ref>

Vermutetes Design:

  • Getrennte Schwerwasserkreisläufe für Moderation und für Kühlung, wie bei den CANDU-Reaktoren;
  • Große Ähnlichkeit des im Iran hergestellten Brennelements mit dem Brennelement von RBMK-Reaktoren.<ref name=":0" />

Die genannten Auslegungselemente weisen ein erhöhtes Proliferationsrisiko auf, d. h. es ist wahrscheinlich, dass mit dem Reaktor kontinuierlich Plutonium gewonnen werden kann.

Entwicklungen (Chronologie)[Bearbeiten]

Ursprünglich sollte der Reaktor in Isfahan gebaut werden, doch nach Abschluss der Planungen beschloss Irans Regierung, den Standort nach Arak zu verlegen.

Am 5. Mai 2003 wurde die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) über das Bauvorhaben informiert. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel veröffentlichte im Januar 2007 eine Satellitenaufnahme.<ref name="SPON-458170">Zeitungsbericht: Israel soll Nuklearschlag gegen Iran planen. In: Spiegel Online. 7. Januar 2007, abgerufen am 10. Juni 2018.</ref>

Am 25. Juli 2007 wurde eine Inspektion durch die IAEO angekündigt.<ref>IAEA - Iran: Arak Visit Announced. In: iaea.org. 25. Juli 2007, abgerufen am 25. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> IAEO-Direktor Mohammed el-Baradei kritisierte im September 2007 das Urananreicherungsprogramm und die Fortsetzung des Baus von IR-40.<ref>Director General's Statement to IAEA 51st General Conference. In: iaea.org. 17. September 2007, abgerufen am 25. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im November 2013 wurde in einem Abkommen in Genf folgendes vereinbart<ref>Gero von Randow: Irans Atomprogramm: Nach dem Deal ist vor dem Deal. In: Zeit Online. 24. November 2013, abgerufen am 15. Dezember 2013.</ref>:

  • keine weitere Arbeit am Schwerwasserreaktor in Arak
  • Offenlegung aller Unterlagen zu Arak
  • kein Programm zur Wiederaufarbeitung von Brennelementen

Am 8. Dezember 2013 wurde ein Bericht über eine Besichtigung durch UN-Experten veröffentlicht.<ref name="SPON-937876">Iran: Uno-Experten prüfen Atomreaktor in Arak. In: Spiegel Online. 8. Dezember 2013, abgerufen am 10. Juni 2018.</ref>

Am 28. Dezember 2013 erklärte Ali Akbar Salehider, Chef der Iranischen Atomenergieorganisation (AEOI), der Reaktor bei Arak sei nicht für die Produktion von Plutonium geeignet, da die Brennelemente ein Jahr im Reaktor bleiben würden. Nach mehr als drei oder vier Wochen könne das Plutonium nicht mehr für Atomwaffen verwendet werden. Außerdem habe der Iran keine Anlage zur Abtrennung des Plutoniums.<ref>Arak reactor cannot make plutonium for bomb: Iran. In: channelnewsasia.com. 28. Dezember 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. Januar 2014; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Rahmen der Vereinbarungen des Irans mit westlichen Mächten im April 2015 in Lausanne soll die iranische Seite zugesagt haben, den IR-40 nicht in der vorgesehenen Bauweise fertigzustellen, sondern so zu verändern, dass er sich nicht zur Produktion von Plutonium eignet.<ref>spiegel.de Verhandlungen in Lausanne: Durchbruch im Atomstreit mit Iran (abgerufen am 3. April 2015).</ref><ref>spiegel.de Atomvereinbarung mit Iran (abgerufen am 3. April 2015).</ref>

Im Verlauf des israelisch-iranischen Kriegs 2025 („Zwölftagekrieg“) wurde das Reaktorgebäude des Kernreaktors sowie eine angrenzende Produktionsanlage für schweres Wasser am 19. Juni 2025 durch das israelische Militär angegriffen und beschädigt.<ref>Israel strikes unfinished Arak heavy water reactor in Iran. BBC, 19. Juni 2025, abgerufen am 21. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Iran's Arak heavy water reactor, hit by an Israeli airstrike, was part of Tehran's nuclear deal. AP, 19. Juni 2025, abgerufen am 21. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Laut einem Lagebericht der IAEA werden keine radiologischen Folgen erwartet, da der Reaktor zum Zeitpunkt des Angriffs nicht mit Spaltmaterial beladen war.<ref>IAEA Director General Grossi’s Statement to UNSC on Situation in Iran. IAEA, 20. Juni 2025, abgerufen am 21. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Durch weitere Angriffe wurden auch andere Kernanlagen des Irans beschädigt.

Im Irankrieg 2026 führte Israel am 27. März 2026 einen weiteren Schlag gegen die Anlage aus.<ref>Stromversorgung in Teheran angegriffen. In: orf.at. 30. März 2026, abgerufen am 30. März 2026.</ref>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Koordinaten: 34° 22′ 24,3″ N, 49° 14′ 26,8″ O

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Weblinks[Bearbeiten]