Indianermuseum Gevezin
Das Indianermuseum Gevezin war ein privates Museum im Gutshaus Gevezin in der mecklenburgischen Gemeinde Blankenhof. Die Sammlung des Museums war mit über 4.000 Exponaten die größte private Sammlung indianischer Kulturgüter und dokumentierte anschaulich den Ursprung und die Entwicklung der Indianer Nordamerikas bis zum 20. Jahrhundert. Neben der Sammlung beherbergte das Gutshaus eine Karl-May-Gedächtnisstätte und eine Galerie mit Werken deutscher Maler des 19. Jahrhunderts.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Gutshaus Gevezin ( des Vorlage:IconExternal vom 9. Dezember 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Feine Medien.</ref> Das Museum wurde 2012 geschlossen.
Die Sammlung und der Museumsgründer[Bearbeiten]
Karl-Heinrich Gehricke (1929–2010), der Gründer des Museums, wuchs in Zerbst auf und war Richter in Berlin. Als Kind lernte er Patty Frank kennen, seines Zeichens Verwalter des Karl-May-Museums Radebeul.<ref>Die Söhne der Großen Bärin, Deutschlandfunk, 27. September 2008.</ref> Schon Gehrickes Großvater begann Ende des 19. Jahrhunderts mit der Sammlung indianischer Gegenstände im Rahmen von Nordamerikareisen, sein Vater sammelte weiter. Die Familie sammelte auch Gemälde.
Gehricke besuchte erstmals 1975 Indianer in den Vereinigten Staaten und lebte dann immer wieder bei verschiedenen Stämmen. Nach und nach sammelte er originale Kleidungsstücke, Jagd-, Kriegs-, Schmuck- und Gebrauchsgegenstände in seiner großzügigen Schöneberger Altbau-Wohnung. Nach seiner Pensionierung unternahm er Anfang der 1990er den Versuch, Ausstellungsräume in Berlin für seine Sammlung zu bekommen. Die ihm angebotenen beiden Schlossgebäude im Ostteil der Stadt befanden sich trotz des hohen Preises in desolatem Zustand und eine Förderung wurde durch den Kultur- sowie auch den Wirtschaftssenat abgelehnt.
Gehricke erwarb daraufhin das 1912 erbaute Gutshaus Gevezin, sanierte es und begann 1999 mit dem Aufbau des Indianermuseums, das er zusammen mit seinem Sohn Friedrich W. Gehricke betrieb.<ref>Die Indianer verlassen die Stadt, Berliner Zeitung, 27. Februar 1999.</ref> Die Eröffnung erfolgte 2002.<ref>Eröffnungsdatum aus Die Indianer Nordamerikas : Faszination eines Lebens entnommen.</ref> Kurz vor seinem Tod suchte Karl-Heinrich Gehricke mit seinem Sohn an anderen Standorten eine Immobilie für das Museum mit dem Ziel, mehr Laufkundschaft erreichen zu können. Nach eigenen Aussagen gelang es in Blankenhof nicht, die „Ausstellung wirtschaftlich rentabel am touristischen Markt zu positionieren“.<ref>Friedenspfeife sucht Asyl, Schweriner Volkszeitung, 7. Februar 2010.</ref> Nach Karl-Heinrich Gehrickes Tod schloss das Museum endgültig im Jahr 2012.
Gehricke verfasste auch zwei Bücher, beide erschienen bei CW Nordwest Media (Grevesmühlen): Die Indianer Nordamerikas. Faszination eines Lebens. Zur Entstehung seines Museums für Kulturgeschichte der Indianer Nordamerikas (2004) und Absonderlichkeiten eines Jägerlebens. Jagdliche Reminiszenzen (2005).
Siehe auch[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Ethnologisches Museum in Berlin-Dahlem | Museum Europäischer Kulturen in Berlin-Dahlem | Völkerkundliche Abteilung des Städtischen Museums in Braunschweig | Übersee-Museum in Bremen | Indianermuseum in Derenburg | Museum für Völkerkunde in Dresden | Völkerkundliche Abteilung des Missionsmuseums der Benediktiner in Eresing | Museum der Weltkulturen in Frankfurt am Main | Völkerkundliche Abteilung des Museum Natur und Mensch Freiburg | Ethnologische Sammlung der Universität in Göttingen | Museum am Rothenbaum in Hamburg | Völkerkundliche Abteilung des Niedersächsischen Landesmuseums in Hannover | Völkerkundemuseum der J. & E. von Portheim-Stiftung in Heidelberg | Völkerkundemuseum in Herrnhut | Völkerkundliche Abteilung des Roemer- und Pelizaeus-Museums in Hildesheim | Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt in Köln | Museum für Völkerkunde zu Leipzig | Staatliche Ethnographische Sammlungen Sachsen in Leipzig | Völkerkundesammlung der Hansestadt Lübeck | Museum Weltkulturen in Mannheim | Völkerkundliche Sammlung der Philipps-Universität in Marburg | Museum Fünf Kontinente in München | Völkerkundliche Abteilung des Naturhistorischen Museums in Nürnberg | Ethnologisches Museum in Offenbach am Main | Völkerkundliche Abteilung des Museums im Ritterhaus in Offenburg | Haus Völker und Kulturen in Sankt Augustin | Linden-Museum in Stuttgart | Völkerkundliche Abteilung des Museums der Universität in Tübingen | Völkerkundliche Abteilung des Museums in Wiesbaden | Museum für Naturkunde und Völkerkunde Julius Riemer in Wittenberg | Völkerkundliches Museum in Witzenhausen | Völkerkundemuseum in Wuppertal
Ehemalige: Indianermuseum in Gevezin | Museum für Völkerkunde der Universität in Kiel | Museum für Völkerkunde Rostock | Forum der Völker in Werl Vorlage:Klappleiste/Ende
Koordinaten: 53° 33′ 50″ N, 13° 6′ 34″ O
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