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Internet in Japan

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Den Ursprung des Internets in Japan bildete ein Kommunikationsnetzwerk zwischen Universitäten.<ref name="JUNET">J. Murai, A. Kato: SIGCOMM '87 Proceedings of the ACM workshop on Frontiers in computer communications technology. In: Digital Library. ACM New York, NY, USA, 1. August 1987, S. 68–77, abgerufen am 29. Januar 2017.</ref> Die Top-Level-Domain von Japan ist .jp.

Mit dem Aufkommen des Internets in den USA<ref>Besim Karadeniz: Die Anfänge des Internets, ARPA In: netplanet.org, abgerufen am 29. Januar 2017</ref> wurden im Laufe der Zeit weitere Netzwerke in weiteren Teilen der Welt errichtet.<ref>Besim Karadeniz: Das Internet wird erwachsen In: netplanet.org, abgerufen am 29. Januar 2017</ref> Somit entstand 1984 in Japan das JUNET (Japan Unix Network). Dies war das erste Netzwerk Japans, welches die Universität Tokio, die Keiō-Universität und das Tokyo Institute of Technology miteinander verband.<ref name="WIDE">The Wide Project In: wide.ad.jp, abgerufen am 29. Januar 2017.</ref> Diesem Netzwerk traten mehr als 600 japanische Universitäten bei, bis es schließlich als überholt galt und Mitte der 1990er Jahre abgeschaltet wurde. Das überholte JUNET wurde durch das schon kommerziell verfügbare Internet ersetzt.

Am Anfang des privat Internetgebrauchs waren die Nutzerzahlen aufgrund eines geringen Angebots an japanischen Internetseiten niedrig,<ref name=":0" /> jedoch wuchsen seither die Nutzerzahlen jedes Jahr an. Im Jahre 2016 nutzten mehr als 91 % der japanischen Bevölkerung das Internet.<ref name="Stats" />

Durch die hohen Nutzerzahlen und Aktivitäten der Japaner im Internet hat sich in Japan wie in anderen Teilen der Welt auch eine einzigartige Netzkultur entwickelt.

Das Internet in Japan gilt heute als eines der am wenigsten durch den Staat zensierten und kontrollierten Netzwerke weltweit.<ref name="House2">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Freedom Status Japan (Memento des Vorlage:IconExternal vom 12. August 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/freedomhouse.org In: freedomhouse.org, abgerufen am 29. Januar 2017.</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Den Beginn machte der Bau eines Computernetzwerkes an der Keiō-Universität im Jahre 1982. Das als Vorreiter des Internets bezeichnete WIDE-Project begann mit der Gründung der WIDE Research Group im Jahre 1984, als sich mehrere Universitäten in Japan miteinander verbunden.<ref name="WIDE" />

Die Entwicklung des Internets in Japan warf jedoch mehrfach Probleme auf. Zum einen hinderten streng geregelte Gesetze<ref name=":0">B. Slominski: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Internet in Japan (Memento des Vorlage:IconExternal vom 28. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.japan-stammtisch.de In: japan-stammtisch.de, 9. August 2005, abgerufen am 29. Januar 2017</ref> die Entwicklung des Internets, zum anderen kamen anfangs große Probleme mit der Implementierung der Kanjis (von Japan verwendete chinesische Schriftzeichen) in die Computer auf.<ref name="Cluster">Lutz Krafft: Entwicklung räumlicher Cluster: Das Beispiel Internet- und E-Commerce-Gründungen in Deutschland. Springer-Verlag, ohne Ort, 8. Dezember 2007, ISBN 978-3-8350-9170-2, S. 522, abgerufen am 29. Januar 2017.</ref>

Die Verbindung zwischen den Universitäten Japans wurde mit JUNET (Japan University NETwork) abgekürzt. Im Laufe der Zeit wurden weitere japanische Universitäten Teil des Netzwerkes JUNET.

Zweck des JUNET war es, eine Forschungsgrundlage der Netzwerkforschung zu schaffen. Der Fokus der Forschung lag dabei auf Kommunikationstechnologien und der Implementierung der japanischen Schriftzeichen als 16-bit Kanji codes.<ref name="JUNET" />

1986 wurde das JUNET mit dem CSNET (Computer Science Network) in den USA verbunden, welches die erste internationale Verbindung mit einem japanischen Netzwerk bildete.<ref> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.From Modest Beginnings (Memento des Vorlage:IconExternal vom 7. Oktober 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nsf.gov In: nsf.gov, abgerufen am 29. Januar 2017.</ref><ref name="WIDE" />

Die erste kommerziell verfügbare Internetverbindung wurde 1993, unter dem Namen Internet Initiative Japan (IIJ), in Betrieb genommen. Infolgedessen rückten weitere kleine Anbieter nach. Da Nutzerzahlen immer weiter stiegen, bauten Internetanbieter ihre Netze weiter aus.<ref name="Cluster" /> Auch in Japan entwickelte sich das Netzwerk nach bestehenden Bevölkerungsstrukturen. Stark bevölkerte Wirtschaftszentren waren Ausgangspunkt der kommerziellen Verbreitung.<ref>Lutz Krafft: Entwicklung räumlicher Cluster: Das Beispiel Internet- und E-Commerce-Gründungen in Deutschland. Springer-Verlag, ohne Ort, 8. Dezember 2007, ISBN 978-3-8350-9170-2, S. 519ff., abgerufen am 29. Januar 2017.</ref> Des Weiteren war eine hohe Anzahl an Neugründungen von Internet-Unternehmen in bestimmten Regionen innerhalb Tokios zu beobachten.<ref>Kou Yukawa: Internet Companies in Japan after the Collapse of the Internet Bubble - An Analysis of Internet Companies and their Cluster- In: fujitsu.com, Fujitsu Research Institut, ohne Ort, etwa 2004, S 21ff., abgerufen am 29. Januar 2017.</ref>

Nutzung des Internets[Bearbeiten]

MIC Daten von 2013<ref>Ministry of Internal Affairs and Communications: Communications Usage Trend Survey in 2013 Compiled. In: soumu.go.jp, MIC, 27. Juni 2014, abgerufen am 29. Januar 2017.</ref>
Alter Benutzung %
Durchschnitt 82,8
6–12 73,3
13–19 97,9
20–29 98,5
30–39 97,4
40–49 96,6
50–59 91,4
60–64 76,6
65–69 68,9
70–79 48,9
80- 22,3

Daten über die Internetnutzung in Japan im Jahr 2016[Bearbeiten]

  • 115.111.595 Menschen, die das Internet benutzten<ref name="Stats">Internet Live Stats: Internetbenutzer Japans. In: internetlivestats.com, 1. Juli 2016, abgerufen am 29. Januar 2017</ref>
  • 126.323.715 Menschen leben in Japan<ref name="Stats" />
  • 91,1 % der japanischen Bevölkerung entsprechend benutzten das Internet<ref name="Stats" />
  • Trotz des Schrumpfens der Population seit 2010 erhöhte sich die Anzahl der Nutzer jährlich.<ref name="Stats" />

Regulierungen des Internets[Bearbeiten]

Ähnlich dem Recht auf Vergessenwerden der Europäischen Union ist es in Japan vereinzelt erlaubt, dass sich Individuen vor Gericht über ihre im Internet vorhandenen Informationen über vergangene Taten äußern dürfen und eine Chance auf Löschung ebendieser Daten haben.<ref>The Asahi Shimbun: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.INTERVIEW / Peter Fleischer: Google performs balancing act over the right to be forgotten. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 30. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.asahi.com In: asahi.com, The Asahi Shimbun, 24. August 2016, abgerufen am 29. Januar 2017</ref> Unter anderem handelt es sich bei diesen Taten um schwerwiegende Verbrechen.<ref>Justin McCurry: Japan recognises right to be forgotten of a man convicted of child sex offences. In: theguardian.com, Tokyo, 1. März 2016, abgerufen am 29. Januar 2017</ref> Das Recht auf Vergessenwerden ist in Japan bisher nicht im Gesetz verankert.<ref>Odaka Chiba: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.No judicial standard yet in Japan over right to be forgotten. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 30. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.asahi.com In: asahi.com, 24. August 2016, abgerufen am 29. Januar 2017</ref> Somit hat nicht jeder das Recht darauf seine persönlichen Daten aus dem Internet zu entfernen.<ref>Kyodo: Tokyo High Court overturns man’s right to be forgotten. In: japantimes.co.jp, 13. Juli 2016, abgerufen am 29. Januar 2017.</ref>

Des Weiteren veranlasste 2014 ein japanisches Gerichtsurteil, dass Facebook die IP-Adressen von Falschkonten freigibt, die Bilder hochladen, die ohne Konsens aufgenommen wurden und als Racheporno erachtet werden können.<ref>AFP: Japan court orders Facebook to reveal revenge porn IP addresses. In: yahoo.com, 21. Oktober 2014, abgerufen am 29. Januar 2017.</ref>

Mit der Einführung der "My Number"-Karte 2016 bekamen die Bürger Japans die Möglichkeit, jedmögliche Information über ihre Steuern und zustehenden Sozialleistungen im Internet zu erhalten.<ref>Austrian Business Council: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Japan introducing "My Number" system, some information. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 30. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.abc-jpn.net In: abc-jpn.net, 10. Mai 2015, abgerufen am 29. Januar 2017</ref> Die Distribution der Karten verläuft schleppend. 2017 wurden bisher nur 9,83 Millionen der "My Number"-Karten verteilt.<ref>Jiji: A year into new system, Japan's My Number ID cards are not catching on. In: japantimes.co.jp, 4. Januar 2017, abgerufen am 29. Januar 2017.</ref>

Infrastruktur[Bearbeiten]

Um in Japan eine private Internetverbindung herstellen zu können, sind Verträge mit zwei Arten von Providern notwendig.

Es muss ein Vertrag mit einem Netzwerkinhaber geschlossen sein. Des Weiteren muss ein Vertrag mit einem Internet Service Provider abgeschlossen sein. Einige Internetprovider bieten jedoch beide Vertragsarten an.

Anschluss an das Netzwerk[Bearbeiten]

Der erste Provider ermöglicht die physische Versorgung des Internets. Man hat die Auswahl zwischen zwei verschiedenen Arten für den Anschluss an das Internet. Den Anschluss mit ADSL, dem am weitesten verbreiteten Anschluss an das Netzwerk weltweit oder die Option des „Hikari-Fiber“, ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), welches eine schnellere Verbindung mit dem Internet verspricht, als mit ADSL. Japan besetzt im weltweiten Vergleich den vierten Platz bei der durchschnittlichen Internetgeschwindigkeit.<ref>Internet Speeds by Country - Fastest Internet In The World Map. Abgerufen am 30. Januar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dabei gibt es Unterschiede zwischen den Internetgeschwindigkeiten in Städten wie Tokio und den ländlichen Gebieten Japans. In Tokio werden seit 2013 Breitbandverbindungen mit 2Gbs Download- und 1Gbs Uploadgeschwindigkeit für einen Preis von ca. 51 $ angeboten.<ref>Jacob Kastrenakes: Japanese internet provider offers twice the speed of Google Fiber for less money. 15. April 2013, abgerufen am 30. Januar 2017.</ref> Jedoch ist auch eine schnelle Internetversorgung in ländlichen Gebieten möglich, die durch den Satelliten KIZUNA ermöglicht wird. Dieser ermöglicht den Empfang von Internet mit Geschwindigkeiten von bis zu 1,2Gbs. Für den Empfang des Satelliteninternets ist die Installation einer Satellitenantenne daheim notwendig. Bei der Installation einer Antenne mit ca. 45cm-Durchmesser können Downloadgeschwindigkeiten von 155Mbps und Uploadgeschwindigkeiten von 6Mbps erreicht werden. Bei der Installation einer 5m-Durchmesser Antenne kann die maximale Internetgeschwindigkeit von 1,2Gbs erreicht werden.<ref>JAXA | Overview of the "KIZUNA" (WINDS). Abgerufen am 30. Januar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Digitaler Zugang[Bearbeiten]

Der zweite Provider (auch Internet Service Provider, ISP genannt) versorgt das Haus mit dem digitalen Zugang zum Internet. Einige Unternehmen bieten jedoch, je nach Region, auch beides an.<ref>plazahomes: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Internet in Japan: Finding a Service Provider in Tokyo. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 29. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.realestate-tokyo.com In: realestate-tokyo.com, 14. März 2015, abgerufen am 29. Januar 2017</ref>

Eine Liste japanischer Internet Service Provider ist auf der Webseite von isp.today einsehbar.

Zensur[Bearbeiten]

Japan zählt zu den Ländern, die ihren Bürgern die allgemeine Freiheit<ref name="House2" /> gewähren und die völlig frei von zensierten Inhalten sind.<ref name="House">Freedom House: Freedom on the Net Silencing the Messenger: Communication Apps under Pressure. In: freedomhouse.org, November 2016, S. 10ff, abgerufen am 29. Januar 2017</ref> Dazu zählen auch die für die Japaner verfügbaren Inhalte im Internet. Japan liegt im weltweiten Vergleich von Internetfreiheit und Zensur auf Platz 7.<ref name="House" />

Ausnahme hier bildet die Selbstzensur Japans. Journalisten werden in ihrer Arbeit über die Berichterstattung Fukushimas beschränkt.<ref>Reporter ohne Grenzen: Japans Reporter-Rangliste. In: reporter-ohne-grenzen.de, etwa 2016, abgerufen am 29. Januar 2017</ref> Zu beachten ist jedoch, dass sich diese Zensur nicht auf andere Bereiche ausweitet. Somit sind die Bürger Japans in der Benutzung des Internets nicht eingeschränkt.<ref>Martin Kölling: Post aus Japan: Freies Internet in Nippon In: heise.de, 28. April 2016, abgerufen am 29. Januar 2017</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • K. Coates, C. Holroyd: Japan and the Internet Revolution. Springer-Verlag, ohne Ort, 2. September 2003, ISBN 978-1-4039-9007-5
  • Lutz Krafft: Entwicklung räumlicher Cluster: Das Beispiel Internet- und E-Commerce-Gründungen in Deutschland. Springer-Verlag, ohne Ort, 8. Dezember 2007, ISBN 978-3-8350-9170-2
  • Hiroshi Esaki, Hideki Sunahara, Jun Murai: Advanced Information Technology. IOS Press, 15. August 2008, ohne Ort, ISBN 978-1-58603-862-5

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Internet in Japan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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