Ise-Katagami

Katagami (japanisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) oder Ise-katagami ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) bzw. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) ist eine Technik der japanischen Handwerkskunst, um Papierschablonen zum Färben von Stoffen herzustellen. Als Zentrum dieser Handwerkskunst gilt die Stadt Suzuka in der Präfektur Mie. Als Ausgangsmaterial dient Japanpapier ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), das in mehreren Lagen zusammengeklebt wird. Als Klebemittel dient der Saft der Kaki-Frucht, der dem Papier auch seine charakteristische braune Färbung gibt. Um die Papierschablonen zum Färben von Kimonos auf dem Stoff zu fixieren, wurde früher ein fein geknüpftes Netz aus einzelnen Seidenfasern, heute Seidengaze verwendet.
Überblick[Bearbeiten]

Der Begriff Katagami kennt im Japanischen sowohl zwei Schreib- als auch zwei Verwendungsweisen. Er bezeichnet zunächst einmal Schnittmuster, wie sie im Schneiderhandwerk zur Herstellung von Kleidung verwendet werden. Darüber hinaus ist Katagami zugleich auch eine allgemeine Bezeichnung für Papierschablone. Mit der Verwendung des Begriffs in unterschiedlichen Handwerkskünsten gehen zugleich zwei differierende Schreibweisen einher.
Zum einen verwendet man eine Kombination der beiden Schriftzeichen für kami ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Papier) und katachi ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „(äußere) Form, Gestalt, Figur, Muster“), zum anderen die Kombination aus dem Schriftzeichen Papier und dem Kanji kata ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „(Guss)Form, Schablone, Matrize, Schnittmuster, Modell“).<ref group="Anm.">Genannt sind hier jeweils die Onyomi-Lesungen der Schriftzeichen. Die Kunyomi-Lesung des Schriftzeichens katachi ist ebenfalls kata.</ref><ref name="suzuka-faq">{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Stadt Suzuka, 2013, abgerufen am 24. Januar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Soll betont werden, dass die Katagami als Schablonen zur Färbung von Stoffen verwendet werden, dann erweitert man die Bezeichnung zu Ise-Katagami ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Ise ist der Name der alten Provinz Ise,<ref group="Anm.">Provinzhauptstadt war die Stadt Suzuka, die heute noch das Zentrum der Herstellung von Papierschablonen für die Färbung von Textilien ist.</ref> die heute zum größten Teil der Präfektur Mie entspricht. Der Daimyō der Provinz Ise besaß in der Edo-Zeit ein Monopol für die Herstellung und den Vertrieb von Färbeschablonen.<ref group="Anm.">Gemeint sind insbesondere die Städte Shiroko ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) und Shige ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Amt für kulturelle Angelegenheiten, 2015, abgerufen am 6. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In dieser Zeit bis zur nachfolgenden Meiji-Zeit wurden Katagami vornehmlich in der zuerst genannten Schreibung mit dem Schriftzeichen katachi ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) benutzt, beispielsweise auf den Lizenzen für fahrende Händler. Von der auf die Meiji-Zeit folgenden Taishō-Zeit an finden sich beide Schreibungen für Katagami. Wann es zur Unterscheidung der Schreibweisen kam, ist noch ungeklärt.
1959 ernannte das Amt für kulturelle Angelegenheiten Ise-Katagami in der Schreibung {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) zum schützenswerten immateriellen Kulturgut. Seither wird diese Schreibung im Kultur- und Bildungsbereich benutzt. Außerdem erklärte 1978 das Wirtschaftsministerium Ise-Katagami in der konkurrierenden Schreibung {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) zum schützenswerten traditionellen Handwerk. Daher wird diese Schreibung im Handwerks- und Handelsbereich verwendet. Vereinfacht gesagt spiegelt sich heute in den konkurrierenden Schreibweisen der Unterschied zwischen Kultur und Handwerk bzw. Handel wider.
Zur Förderung von Handel und Gewerbe wurde 2008 die Genossenschaft ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) gegründet, die u. a. ihren Namen vom Patentamt schützen ließ. Auf Antrag dieser Gesellschaft wurde 2009 Ise-Katagami ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) als Markenzeichen eingetragen. Auch die Stadt Suzuka verwendet im Allgemeinen die Bezeichnung in dieser Schreibung.
- Erhalt der Handwerkskunst
1992 wurde die „Gesellschaft für den Erhalt des Ise-Katagami“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Ise Katagami Gijutsu Hozonkai) gegründet. Im Jahr darauf, 1993 wurde die Technik des Ise-Katagami als wichtiges immaterielles Kulturgut deklariert.<ref>Database of Registered National Cultural Properties. Abgerufen am 6. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1997 eröffnete das Ise-Katagami-Kunstmuseum ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) in Suzuka. Darüber hinaus wurden sechs Personen als Lebende Nationalschätze in der Kategorie Färben/Textilien ausgezeichnet.
Herstellung[Bearbeiten]
Zunächst werden drei Blatt Japanpapier mittels kakishibu ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), dem Kakitannin-reichen Saft der Kaki-Frucht zusammengeklebt. Die Papierauswahl des Schablonenschneiders beschreibt Friedrich Deneken 1896 so: „Den Stoff giebt ihm dasselbe aus den Fasern des einheimischen Maulbeerbaumes gefertigte zähe und feste Papier, das auch zu Schreibzwecken verwendet wird. Diesem Gebrauch hat auch, wie Schriftzüge auf den meisten Schablonen erkennen lassen, das zu ihrer Herstellung verwendete Material gedient, ehe es in die Hände des Schablonenmeisters kam.“<ref>Friedrich Deneken: Japanische Motive für Flächenverzierung. Ein Formenschatz für das Kunstgewerbe. Julius Becker, Berlin 1896, S. 9.</ref> Dann wird das Muster mit Hilfe von Schneide- und Gravurwerkzeugen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), dōgu-bori) aus dem Papier ausgeschnitten. Zum Ausschneiden werden vier Grundtechniken verwendet:
- Lange und gerade Schnitte durch Ziehen des Messers hin zum Körper
- Verwendung von Schablonen für figürliche Muster
- Ausschnitt von Kreisen
- Verwendung geformter Stanzen
Die Papierschablonen werden zum Färben von Stoffen mit bunten Mustern etwa bei der Yūzen-Technik verwendet. Die Konturen der Papierschablone werden mit Reispaste auf das Textil übertragen, die Fläche des Musters anschließend mit einem Pinsel oder einer Bürste eingefärbt.
Heute dienen Papierschablonen als Bestandteil des Interieurs auch als Raumschmuck.
Sammlungen[Bearbeiten]
Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum frühen 19. Jahrhundert entwickelte sich ein reges Geschäft zwischen Katagami-Händlern aus Ise und Färbereien in vielen japanischen Orten. Teilweise lassen sich die Stempel der Händler im infraroten Licht nachweisen. Nach der Öffnung des Landes wurden während der Meiji-Zeit viele Katagami verkauft und fanden ihren Weg in ausländische Design-Studios und Sammlungen.<ref>Mamiko Markham: Current research: revealing the katagami with infra-red light. In: Katagami. The craft of Japanese stencil. ULITA, Leeds 2017. S. 8–9.</ref> Aus dem Nachlass von Heinrich von Siebold kamen im März 1909 laut Internationale Sammlerzeitung in der Wiener Galerie „Au Mikado“ 12000 Katagami auf den Markt.<ref>Internationale Sammlerzeitung 1 (1909), Nr. 7, S. 108 [1]; die bei Johannes Wieninger: Die Sammlungen Heinrichs von Siebold in Wien. in: 200 Jahre Siebold. Die Japan-Sammlungen Philipp Franz und Heinrich von Siebold. Deutsches Institut für Japanstudien, Tokyo 1996, S. 206 gemachte Angabe von 120.000 Schablonen ist unzutreffend.</ref>
- Teile der Färberschablonensammlung des Ethnologischen Gewerbemuseums der Mittelschweizerischen Geographisch-Commerciellen Gesellschaft in Aarau wurden 1892 von Justus Brinckmann veröffentlicht.<ref>Justus Brinckmann: Japanische Flächenornamente. Achtundvierzig Tafeln in Farbendruck und fünf Originalvignetten nach japanischen Färberschablonen im Ethnologischen Gewerbemuseum in Aarau. Wirz, Aarau 1892.</ref> Sie befindet sich jetzt im Staatsarchiv Aargau.
- Das Textilmuseum St. Gallen zeigte Objekte aus seiner Katagami-Sammlung August Parrot vom 23. März bis 30. Dezember 2014 in der Ausstellung Kirschblüte & Edelweiss – der Import des Exotischen.<ref>Yuki Ikuta: Die katagami-Sammlung August Parrot. In: Michaela Reichel, Hans Bjarne Thomsen: Kirschblüte & Edelweiss – der Import des Exotischen. Baden, Hier und Jetzt 2014, S. 37–56.</ref>
- Die Kunstsammlungen Chemnitz besitzen eine Reihe von Katagamis, die 2013 mit dem Titel Katagami. Japanische Färbeschablonen des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung der Öffentlichkeit gezeigt wurden.
- Eine der bedeutendsten Katagami-Sammlungen der Welt findet sich in Dresden. Diese Sammlung umfasst rund 16.000 Blätter und wurde im Jahre 1889 von Hermann Pächter, dem Inhaber der auf Ostasien spezialisierten Kunsthandlung Robert Wagner in Berlin, an das Kunstgewerbemuseum Dresden für den Betrag von 2.400 Mark veräußert. Möglicherweise stammen die Blätter aus der Sammlung des in Japan lebenden Übersetzers, Diplomaten und Kunstsammlers Alexander von Siebold; der Kriegsverlust der Erwerbsakten des Dresdner Kunstgewerbemuseums verhindert jedoch den endgültigen urkundlichen Nachweis der Herkunft.<ref>Wolfgang Scheppe: Die Logik des Regens. Der Katagami-Schatz in Dresden. Staatliche Kunstsammlung Dresden, Dresden 2014, ISBN 978-3-944555-00-3, S. 16 f.</ref> 2014/2015 wurde ein kleiner Teil der Sammlung im Japanischen Palais erstmals ausgestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.<ref>Staatliche Kunstsammlungen Dresden: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Die Logik des Regens. Nach 125 Jahren in Dresden wiederentdeckt: Der weltgrößte Schatz japanischer Schablonen zum Färben von Samurai-Kimonos, ( vom 25. September 2015 im Internet Archive) abgerufen am 22. Januar 2015.</ref>
- Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg gestaltete mit seinen reichhaltigen Katagami-Beständen mehrere Ausstellungen: Dekore auf offenem Grund: Katagami – Japanische Färbeschablonen (29. März 2011 bis 2. September 2012); Natur als Bild und als Dekor: Japanische Färbeschablonen – Katagami (24.10.2017 – 31.03.2018).
- Das Museum für angewandte Kunst Wien (MAK) hat seit 1907 mehr als 8.000 Katagami in seiner Sammlung, die unter anderem Künstler der Wiener Werkstätte wie Josef Hoffmann zu Mustern inspiriert hatten. Dieser Bestand wurde von Heinrich von Siebold zusammengetragen. Er wurde aus Anlass von dessen 100. Todestag vom 15. Oktober 2008 bis zum 29. März 2009 in der Ausstellung 2 × JAPAN. Katagami / Textilien präsentiert. 2018 waren über 600 Katagami mit detaillierten Datenblättern in der Online-Datenbank des MAK veröffentlicht.<ref>Von Blatt zu Blatt: Die aufwendige Erschließung der Katagami-Sammlung des MAK - MAKblog. In: MAKblog. 27. März 2018 (mak.at [abgerufen am 30. März 2018]).</ref>
- Das Musée des Arts décoratifs (MAD) in Paris verfügt über eine Sammlung von fast 2.800 Katagami, von denen die meisten zum Bedrucken von Textilien und nur etwa 200 für den Druck von Papieren verwendet wurden. Hinzu kommt ein Satz von 2.600 Probeabzügen von Katagami.<ref>Béatrice Quette: La collection de katagami, variations sur le motif et la composition. In: Catalogue d'exposition Japon-Japonismes. Paris 2018, S. 111–113. [2], |abgerufen am 18. Juni 2023</ref>
- Das Museum of Domestic Design and Architecture der Middlesex University London verfügt in seiner Silver Studio Collection über 400 Katagami.<ref>Katagami[3] |abgerufen am 19. Juni 2023</ref>
- Die Kioi Art Gallery, Kimono-Museum von Edo Ise-Katagami, Tokio, Japan, verfügt mit über 5.000 Schablonen von der Edo-Zeit bis zur Shōwa-Zeit über Japans größte Ise-Katagami-Sammlung.<ref>Kioi Art Gallery, Kimono-Museum von Edo Ise-Katagami, Tokio, Japan [4], |abgerufen am 19. Juni 2023</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Japanische Färbeschablonen. Hundert Muster kleineren Formates. In Originalgrösse herausgegeben und mit einer Einleitung versehen von Artur Seemann. E. A. Seemann, Leipzig / Berlin 1899. Online-Ausg. Zwickau Westsächsische Hochschule
- Eisha Nakano, Barbara Stephan: Japanese stencil dyeing. Paste resist techniques. Weatherhill, New York u. a. 1982. ISBN 0834801698.
- Susan Shin-Tsu Tai (Hrsg.): Carved paper. The art of Japanese stencil. Santa Barbara Museum of Art, Santa Barbara, California / Charles E. Tuttle Company, Rutland, Vermont / Tokyo 1998. ISBN 0-8348-0410-7.
Anmerkung[Bearbeiten]
<references group="Anm." />
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Weblinks[Bearbeiten]
- Website des Ise-Katagami-Kunstmuseums (japanisch)