Ismailitische Rechtsschule

Die Ismailitische Rechtsschule geht auf Qādī an-Nuʿmān zurück, der lange Zeit in den Diensten der ismailitischen Dynastie der Fatimiden stand. Der Prozess der Kodifizierung der Gesetze begann in der Regierungszeit des Fatimiden-Kalifen al-Mahdi.
Das ismailitische Rechtssystem lehnt sich an die Rechtsauffassungen der Zwölferschiiten und der schiitischen Richtung der Zaiditen an und wurde auch vom malikitischen Recht beeinflusst.<ref>Karl Wulff: Bedrohte Wahrheit. Der Islam und die modernen Naturwissenschaften. GRIN Verlag, 2010, ISBN 978-3-640-68535-6, S. 69 (229 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Die wichtigste Rechtsquelle bildete die Ansicht des herrschenden Imam-Kalifen, der bei Meinungsverschiedenheiten das letzte Wort hatte. Beim Koran – dessen Interpretation und Auslegung seiner inneren Wahrheit das Vorrecht des herrschenden Imam-Kalifen war – unterscheiden sie zwischen vordergründigem Wortlaut und tieferer Bedeutung.<ref>Karl Wulff: Bedrohte Wahrheit. Der Islam und die modernen Naturwissenschaften. GRIN Verlag, 2010, ISBN 978-3-640-68535-6, S. 70 (229 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. – Siehe ẓāhir und bāṭin).</ref>
An-Nuʿmān verfasste zahlreiche wichtige Rechtswerke. Bei seiner Kodifizierung stützte er sich unter anderem auf Werke des Imamiten al-Kulainī.<ref>F. Daftary: Kurze Geschichte der Ismailiten, S. 91</ref> Als wichtigstes erhaltenes Werk gilt das Daʿaʾim al-Islam (Die Säulen des Islam / The Pillars of Islam), beauftragt vom vierten fatimidischen Imam-Kalifen al-Muʿizz (gest. 975). Dieses Werk wurde der offizielle Codex für den Fatimiden-Staat und ist die höchste Autorität zum ismailitischen Recht für die Tayyibi-Ismailiten, zu denen auch die ismailitischen Bohra-Ismailiten in Indien zählen.<ref>iis.ac.uk (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) - Institute of Ismaili Studies</ref>
Wichtige Werke[Bearbeiten]
- Kitab al-idah (nur ein kurzes Fragment erhalten)
- Da‘a’im al-Islam. Ausgabe: Kairo: Dar al-Ma‘arif, 1951–1961; Englische Übersetzung unter dem Titel: The Pillars of Islam
- The Pillars of Islam: Volume I: Ibadat: Acts of Devotion and Religious Observances (2002), ISBN 0-19-565535-4.
- The Pillars of Islam: Volume II: Mu'amalat: Laws Pertaining to Human Intercourse (2004), ISBN 978-0-19-568907-5.
- Minhaj al-fara’id. Englische Übersetzung von Agostino Cilardo: The Early History of Ismaili Jurisprudence: Law Under the Fatimids. I. B. Tauris Publishers in association with The Institute of Ismaili Studies, 2012; ISBN 978-1-78076-129-9
- Kitab al-iqtisar (eine Kurzfassung des Da‘a’im al-Islam)
- Mukhtasar al-athar
Literatur[Bearbeiten]
- Madelung, W.: „The Sources of Ismāīlī Law“, The University of Chicago Press, Journal of Near Eastern Studies, Vol. 35, No. 1 (Jan., 1976), pp. 29–40
- Poonawala, I.K.: „Al-Qadi al-Nu‘man and Isma’ili Jurisprudence“, in: Farhad Daftary: Mediaeval Ismaili History and Thought (Cambridge, 1996)
- Heinz Halm: Die Kalifen von Kairo: die Fatimiden in Ägypten 973–1074. C.H.Beck, München 2003, ISBN 3-406-48654-1, S. 245 (508 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
Weblinks[Bearbeiten]
- iis.ac.uk (1), (2) (3) (PDF; 48 kB) – Institute of Ismaili Studies (IIS)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
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Sunnitentum
Hanafiten (nach Abū Hanīfa) |
Hanbaliten (nach Ahmad ibn Hanbal) |
Malikiten (nach Mālik ibn Anas) |
Schafiiten (nach asch-Schāfiʿī) |
Zahiriten [umstritten] (nach Dāwūd az-Zāhirī)
Schiitentum
Dschaʿfariten (nach Dschaʿfar as-Sādiq) |
Zaiditen (nach Zaid ibn ʿAlī) |
Ismailiten (s.a. al-Qādī an-Nuʿmān)
Sonstige
Ibaditen (nach Dschābir ibn Zaid)
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