Jack Barsky
Jack Barsky (* 18. Mai 1949 in Rietschen als Albrecht Dittrich) ist ein deutsch-amerikanischer ehemaliger KGB-Spion.<ref name="Frank Hilbert" />
Leben[Bearbeiten]
Er wuchs in Köbeln, einem Ortsteil von Bad Muskau auf und erwarb 1967 das Abitur an der Karl-Marx-Oberschule, dem heutigen Erwin-Strittmatter-Gymnasium in Spremberg.<ref name="Frank Hilbert" /><ref name="Susanne Koelbl" /> Während des Chemiestudiums in Jena, das er unter anderem mit einem Karl-Marx-Stipendium bestritt, trat er der SED bei und übernahm dort erste Funktionen.
1973 wurde er unter Vermittlung der Stasi angeworben und fünf Jahre lang unter anderem auch in Moskau ausgebildet. Seiner Familie wurde erzählt, dass er für das DDR-Außenministerium arbeite, später auch für das sowjetische Raumfahrtprogramm in Kasachstan.<ref name="Lars-Broder Keil" /><ref name="Susanne Koelbl" /> Seit 1978 lebte er als Maulwurf unter falscher Identität in den USA.<ref>Rückblick: Jack Barsky – Der falsche Amerikaner im Deutschen Spionagemuseum. In: Deutsches Spionagemuseum. 16. März 2018, abgerufen am 23. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er nahm den Namen des 1955 im Alter von zehn Jahren gestorbenen Jack Philip Barsky aus Adelphie (Maryland) an.<ref name="Frank Hilbert" /><ref name="Susanne Koelbl" /><ref name="Lars-Broder Keil" /> 1988 bestand seitens des KGB die Vermutung, dass er durch Wassili Nikititsch Mitrochin enttarnt wurde. Statt wie angewiesen das Land zu verlassen, gab er eine HIV-Erkrankung vor und blieb. Seine Verhaftung erfolgte erst im Mai 1997. Er war „der vermutlich letzte KGB-Agent in den USA“.<ref name="Susanne Koelbl" /> 2014 wurde er US-Bürger.<ref name="Lars-Broder Keil" />
Ursprünglich sollte er in den engeren Bekanntenkreis des Präsidentenberaters Zbigniew Brzeziński eindringen.<ref name="Lars-Broder Keil" /> Während seiner mehrjährigen Undercover-Existenz kam es offenbar nur einmal zu einer realen Spionagetätigkeit für die Sowjetunion. Er verriet einen wirtschaftlich lukrativen Programmcode, zu dem er im Rahmen seiner Tätigkeit als IT-Fachmann Zugriff bekommen hatte.<ref name="Lars-Broder Keil" /><ref name="Jean-Martin Büttner" /> Er hat fünf Kinder und war insgesamt dreimal verheiratet, zeitweise in Bigamie mit einer Ehefrau in den USA und einer in der DDR.
Siehe auch[Bearbeiten]
Schriften[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Jean-Martin Büttner"> Jean-Martin Büttner: Der KGB-Agent und sein Freund vom FBI. In: Tages-Anzeiger. 18. Mai 2015 (tagesanzeiger.ch [abgerufen am 15. August 2017]). </ref> <ref name="Lars-Broder Keil"> Lars-Broder Keil: Jack Barsky: Das unglaubliche Leben eines deutschen KGB-Spions. In: Die Welt. 26. März 2018 (welt.de [abgerufen am 2. Juni 2018]). </ref> <ref name="Susanne Koelbl"> Susanne Koelbl: Der Spion und die Frauen. KGB-Agent Jack Barsky. In: Spiegel Online. 19. Mai 2015, abgerufen am 15. August 2017 (Artikel mit Verknüpfung zu einem Video). </ref> <ref name="Frank Hilbert"> Frank Hilbert: Ein Lausitzer spionierte für den KGB in den USA. In: Lausitzer Rundschau. 26. Dezember 2018 (lr-online.de [abgerufen am 30. Dezember 2018]). </ref> </references>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Barsky, Jack |
| ALTERNATIVNAMEN | Dittrich, Albrecht (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-US-amerikanischer ehemaliger KGB-Spion |
| GEBURTSDATUM | 18. Mai 1949 |
| GEBURTSORT | Rietschen |