Jair Chajim Bacharach

Jair Chajim ben Samson Bacharach (geboren 1639, vermutlich in Leipnik in Mähren;<ref name="Reuter55"> Reuter: Warmaisa: 1000 Jahre, S. 55. </ref><ref group="Anm.">Böcher, S. 8, gibt an: 1628 in Mährisch Brod.</ref> gestorben 1. Januar 1702 in Worms) war Rabbiner und jüdischer Gelehrter, Verfasser unter anderem von Responsen unter dem Titel Chawwot Jair und zuletzt Rabbiner der Jüdischen Gemeinde in Worms.
Leben[Bearbeiten]
Jair Chajim Bacharach war zunächst Rabbiner in Koblenz und kam 1670 nach Worms, wo er zunächst als Rabbiner ohne Gemeinde-Rabbinat Schüler unterrichtete. Hier erlebte er 1689 die Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch Truppen des Königs Ludwig XIV.<ref name="Boecher8">Böcher, S. 8.</ref> Er floh nacheinander nach Metz, Heidelberg und Frankfurt am Main.<ref name="Reuter56"> Reuter: Warmaisa: 1000 Jahre, S. 56. </ref>
Es dauerte bis 1699, bevor die j´Jüdische Gemeinde wieder in die Stadt zurückkehren konnte. Die sich neu konstituierende Gemeinde berief Jair Chajim Bacharach in das Amt des Gemeinde-Rabbiners, das er aber nur kurz ausübte, weil er bereits 1702 starb.<ref name="Reuter56" /> Er wurde auf dem Heiligen Sand, dem Jüdischen Friedhof von Worms begraben.<ref name="Boecher8" /> Sein Grabstein trägt nach der alten Inventarisation die Nummer 1068.<ref name="Boecher8" /> Von der Neuinventarisation durch das Salomon Ludwig Steinheim-Institut ist er (noch) nicht erfasst.<ref name="Epi">Epidat: Jüdischer Friedhof Worms.</ref>
Werk[Bearbeiten]
Jair Chajim Bacharach hinterließ ein umfangreiches literarisches Werk von 50 Sammelbänden wissenschaftlichen Inhalts.<ref name="Boecher8" /> Er war Kabbalist und zeitweise Anhänger des Pseudo-Messias Schabbtai Zvi.<ref name="Reuter55" />
Familie[Bearbeiten]
Seine Großmutter war Eva Bacharach. Verheiratet war er mit Sarlan († 1703 in Worms), Tochter des Fuldaer Rabbiners Elieser Brilin. Ihr Grabstein auf dem Heiligen Sand ist ebenfalls erhalten.<ref name="Reuter55" /> Sie wurde dort neben ihrem Mann bestattet. Ihr Grabstein trägt nach der alten Inventarisation die Nummer 1064.<ref name="Boecher8" /> Von der Neuinventarisation durch das Salomon Ludwig Steinheim-Institut ist er (noch) nicht erfasst.<ref name="Epi" />
Literatur[Bearbeiten]
nach Autoren / Herausgebern alphabetisch geordnet
- Otto Böcher: Der alte Judenfriedhof zu Worms = Rheinische Kunststätten 148. 7. Auflage. Neusser Verlag und Druckerei, Neuss 1992. ISBN 3-88094-711-2
- David Kaufmann: Zur Geschichte jüdischer Familien 2 = R. Jair Chajim Bacharach (1638–1702) und seine Ahnen. Trier, 1894.
- Fritz Reuter: Warmaisa: 1000 Jahre Juden in Worms. 3. Auflage. Eigenverlag, Worms 2009. ISBN 978-3-8391-0201-5
Weblinks[Bearbeiten]
- Louis Ginzberg und Gotthard Deutsch: BACHARACH, JAIR ḤAYYIM. In: Isidore Singer (Hrsg.): Jewish Encyclopedia. Funk and Wagnalls, New York 1901–1906.
Anmerkungen[Bearbeiten]
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Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bacharach, Jair Chajim |
| ALTERNATIVNAMEN | Bacharach, Jair Chajim ben Samson |
| KURZBESCHREIBUNG | jüdischer Gelehrter und rabbinische Autorität |
| GEBURTSDATUM | 1628 oder 1639 |
| GEBURTSORT | Leipnik |
| STERBEDATUM | 1. Januar 1702 |
| STERBEORT | Worms |