Zum Inhalt springen

Jakob Nef

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Jakob Nef (geboren als Ernst Jakob Näf; * 2. Januar 1896 in Herisau; † 14. November 1977 ebenda) war ein Schweizer Karikaturist, Grafiker und Maler.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Jakob Nef absolvierte ab 1911 eine Ausbildung als Stickereizeichner in St. Gallen, wo er von 1913 bis 1919 als Entwerfer der Stickereifirma Stauder arbeitete. Ab 1917 fühlte er sich immer mehr zum künstlerischen Schaffen hingezogen und besuchte einen Abendkurs für Figurenzeichnen an der Gewerbeschule in St. Gallen; sein Lehrer war der Kunstmaler August Wanner.

Sein Familienname: Ursprünglich stammt die Familie Näf aus Mogelsberg im Toggenburg, Kanton St. Gallen. Der Grossvater von Jakob Nef zog nach Herisau, wo sie «Nef» genannt wurden, wie es im Kanton Appenzell AR üblich ist. Der Künstler signierte seine Zeichnungen<ref>ETH-Bibliothek Zuerich: ETH - e-periodica. Abgerufen am 9. August 2017.</ref> aber bereits Ende der 20er-Jahre mit «J. Nef». Damit auch juristisch alles seine Ordnung hatte, liess er seinen Namen 1936 offiziell von «Näf» in «Nef» ändern.

Von 1920 bis 1923 besuchte Jakob Nef die Kunstakademie Stuttgart, wo er unter anderem Schüler von Christian Landenberger war. Dieses Studium bildete das Fundament seiner künstlerischen Tätigkeit. Während seiner Studienzeit war er mit dem Meisterschüler von Landenberger, Wilhelm Geyer, eng befreundet, der sich später in der christlichen Kunst einen Namen machte. Weiter nahm er auch noch Unterricht beim Maler Fritz Müller, einem ehemaligen Schüler des Wegbereiters der modernen Abstraktion, Adolf Hölzel.

Nach seiner Rückkehr wirkte Jakob Nef als freier Kunstmaler und Grafiker in Herisau. 1923 nahm er an einem künstlerischen Wettbewerb der Satirezeitschrift Nebelspalter teil, gewann mit seinem Beitrag Festhütte Schweiz einen Preis und wurde zur aktiven Mitarbeit als politischer Zeichner eingeladen. Die Veröffentlichung seiner Karikatur Gleichschaltung<ref>Karikatur: Gleichschaltung, abgerufen am 29. November 2025.

</ref> am 14. Juli 1933 führte zum sofortigen Verbot der Zeitschrift in Deutschland.

Im Jahre 1938 nahm Jakob Nef an der ersten<ref>Kunsthalle Bern: Erste schweizerische Karikaturen-Ausstellung. Bern 1938, S. 6.</ref> Schweizerischen Karikaturen-Ausstellung in der Kunsthalle Bern teil, u. a. zusammen mit Gregor Rabinovitch, Albert Lindegger, Carl Böckli, René Gilsi, Victor Surbek und Willy Guggenheim.

Jakob Nef blieb bis 1964 einer der wichtigsten Karikaturisten des Nebelspalters und prägte dessen politische Unabhängigkeit wesentlich mit. Von 1941 bis 1964 lehrte Jakob Nef zudem in Teilzeit an der St. Galler Gewerbeschule.<ref name="hls">Thomas Fuchs: Nef, Jakob. In: Historisches Lexikon der Schweiz.</ref>

Ein Teilnachlass von Nef befindet sich im Staatsarchiv Appenzell Ausserrhoden.<ref name="hls"/>

Ausstellungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Adina Lieske: Jakob Nef: Maler und Karikaturist. Nachruf. In: Appenzeller Kalender, Band 285 (2006), S. 60–65. doi:10.5169/seals-377293
  • Ein Appenzeller Nebelspalter: Jakob Nef (1896–1977). Beiträge von Adina Lieske, Jörg Nef, Peter Witschi, Marco Ratschiller und Hans Widmer. Appenzeller Hefte, Herisau 2005, ISBN 978-3-85882415-8. (Inhaltsangabe)
  • Aus der Werkstatt appenzellischer Künstler: Jakob Nef, Herisau. In: Appenzeller Kalender, 1936.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein