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Jakob Spieth

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Jakob Spieth

Andreas Jakob Spieth (* 2. November 1856 in Hegensberg, Württemberg; † 28. Mai 1914 in Hamburg) war ein deutscher evangelischer Missionar, Afrikanist, Ethnologe, Sprachforscher und Bibelübersetzer. Er ist der Verfasser verschiedener Monographien über das Volk der Ewe in Süd-Togo.<ref>Spieth, Jakob, Indexeintrag: Deutsche Biographie (abgerufen am 13. September 2026)</ref>

Leben[Bearbeiten]

Spieth wuchs in einem pietistischen Elternhaus im württembergischen Hegensberg auf. Er studierte von 1874 bis 1880 an der Missionsschule der Basler Mission. 1880 wurde er im Dienste der Norddeutschen Missionsgesellschaft nach Westafrika gesandt, wo er zuerst in Ho an der Goldküste ankam. 1882 heiratete er eine Tochter von Missionaren, drei von vier Kindern kamen in Afrika zur Welt. Von 1883 bis 1885 hielt er sich aus gesundheitlichen Gründen in Deutschland auf. Ab 1887 wurde er Superintendent der Mission. Er eignete sich gründliche Kenntnisse in der Ewesprache an, notierte sie und übersetzte darauf das Neue Testament in diese Sprache, das 1898 herauskam.<ref>Otto Bischofsberger: Spieth, Jakob, Dictionary of African Christian Biography, Website dacb.org (aus: Gerald H. Anderson: Biographical Dictionary of Christian Missions, W. B. Eerdmans Publishing Company, Grand Rapids 1998; abgerufen am 13. September 2026)</ref> Dabei war Ludwig Adzaklo, sein lokaler Mitarbeiter, als Mitübersetzer weit mehr als ein Sprachgehilfe, wie sie damals oft genannt wurden.<ref>Michael F. Wandusim: Unsung Heroes of Mission Bible Translation in Colonial West Africa: Ludwig Adzaklo of the Bremen Mission in German Togoland, Website mpdi.com (Religions, 2024, abgerufen am 13. September 2026)</ref>

Wegen anhaltenden Krankheiten war er gezwungen, 1901 nach Deutschland zurückzukehren. Während seines Aufenthalts in Deutschland übersetzte er 1904 noch das Alte Testament in die Ewesprache. 1906 half er den Afrikanisten Carl Meinhof und Diedrich Westermann beim Erstellen eines umfangreichen Werks über die Ewe-Ethnie. 1909 konnte er nochmals ins togolesische Lomé reisen, um seine Übersetzungsarbeiten abzuschließen. Ab November 1911 war er Leiter des Missionsheims "Tanne" im Rauhen Haus bei Hamburg.<ref>Otto Bischofsberger: Spieth, Jakob, Dictionary of African Christian Biography, Website dacb.org (aus: Gerald H. Anderson: Biographical Dictionary of Christian Missions, W. B. Eerdmans Publishing Company, Grand Rapids 1998; abgerufen am 13. September 2026)</ref> Im gleichen Jahr erhielt er von der Universität Tübingen die Ehrendoktorwürde für seine sprachlichen und theologischen Verdienste<ref>Promotionsverfahren von Jakob Andreas Spieth (1856-1914), 1911, Website opendigi.uni-tuebingen.de (abgerufen am 13. September 2026)</ref>, gleichzeitig bereitete er den Druck der Bibeln vor. 1914 starb er in Hamburg und wurde in seiner Heimatstadt begraben. 1916 konnten 200 Bibeln in der Ewe−Sprache nach Togo gesandt werden.<ref>Otto Bischofsberger: Spieth, Jakob, Dictionary of African Christian Biography, Website dacb.org (aus: Gerald H. Anderson: Biographical Dictionary of Christian Missions, W. B. Eerdmans Publishing Company, Grand Rapids 1998, abgerufen am 13. September 2026)</ref>

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Die Religion der Eweer in Süd-Togo. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1911 (Religionsurkunden der Völker)
  • Die Eweer. Schilderung von Land und Leuten in Deutsch-Togo. Sonderdruck. In Kommission bei der Norddeutschen Missions-Gesellschaft, Bremen 1906.
  • Mit Carl Meinhof & Diedrich Westermann: Die Ewe-Stämme. Material zur Kunde des Ewe-Volkes in Deutsch-Togo. Reimer, Berlin 1906 Digitalisat.
    • The Ewe People, African Books Collective, 2011.
  • Das Sühnebedürfnis der Heiden im Ewelande. Norddeutsche Missions-Gesellschaft, Bremen 1914, 2. Auflage.

Literatur[Bearbeiten]

  • Sabine Hübner: SPIETH, Jakob Andreas. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 41, Bautz, Nordhausen 2020, ISBN 978-3-95948-474-9, Sp. 1193–1203.
  • Tobias Eiselen: Ein Missionar sieht seine neue Welt, in: Richard Faber: Zwischen Affirmation und Machtkritik, Theologischer Verlag Zürich, Zürich 2005, S. 59–81.
  • Emil Ohly: Andreas Jakob Spieth der Bibelübersetzer des Ewevolkes: ein Lebensbild. Verlag der Norddeutschen Missions-Gesellschaft, Bremen 1920.
  • Werner Ustorf: The Missionary’s Progress. Evolving Images of Self and Other in the Career of Jakob Spieth (1856–1914), in: Twentieth Centuries unto the Ends of the World. Protestant Missions and Local Encounters in the Nineteenth and Twentieth Centuries, Reihe: Studies in Christian Mission, Band 40, S. 71–85, Brill, 2011, ISBN 978-9-0042-0769-1 (DOI:10.1163/ej.9789004202986.i-337.32).
  • Otto Wilhelm: Hegensberg und seine Geschichte, Esslingen 1994.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Jakob Spieth – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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