Jaques Joachim
Jaques Joachim (auch Jacques und Johann Jakob Joachim; * 24. November 1866 in Wien<ref>Österreich, Niederösterreich, Wien, Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde, 1784–1911, database with images, FamilySearch (20. Mai 2014), Wien (alle Bezirke) > Geburtsbücher > Geburtsbuch D 1864–1867 > image 176 of 224; Israelitischen Kultusgemeinde Wien (Jewish Community of Vienna) Municipal and Provincial Archives of Vienna, Austria.</ref>; † 7. November 1925<ref name="arbzei">Unsere Toten. In: Arbeiter-Zeitung, 8. November 1925, S. 6 (online bei ANNO).</ref>) war Soziologe, Herausgeber der Modernen Rundschau (1891) und Rechtsanwalt.
Leben[Bearbeiten]
Geboren als Sohn von Moriz Joachim und Sophie, geb. Ehrlich (gest. 18. Dezember 1905<ref>Todesanzeige Sofie Joachim, geb. Ehrlich. In: Neue Freie Presse, 19. Dezember 1905, S. 27 (online bei ANNO).</ref><ref>Todesanzeige Sofie Joachim, geb. Ehrlich. In: Pester Lloyd, 19. Dezember 1905, S. 7 (online bei ANNO).</ref>). Er hatte mehrere Geschwister: Artur (geb. 20. August 1864), Julius (23. November 1868, Mediziner), Max (27. November 1870) sowie als Schwester Rosa (gest. 8. Februar 1927<ref>Todesanzeige Rosa Lichtwitz, geb. Joachim. In: Neue Freie Presse, 11. Februar 1927, S. 20 (online bei ANNO).</ref>), die 1886 in Wien Carl Lichtwitz heiratete.
Er promovierte zum Dr. jur. Als Achtzehnjähriger trat er aus der jüdischen Gemeinde aus.
Ab den späten 1880er Jahren trat er publizistisch in Erscheinung.<ref>Die Gold- und Diamantenfelder in Südafrika. In: Linzer Tages-Post, 18. Dezember 1889, S. 1 (online bei ANNO).</ref> Mit dem Umzug der Modernen Dichtung aus Brünn nach Wien wurde diese auf zweimaliges Erscheinen im Monat umgestellt und zu Moderne Rundschau umbenannt. Seither fungierte Joachim neben Eduard Michael Kafka als Herausgeber. Obwohl die Zeitschrift damit insgesamt nur zwei Jahre bestand, war Joachim in den wenigen Monaten, die er daran beteiligt war, ein bedeutender Publizist für das sich gerade konstituierende Jung-Wien um Arthur Schnitzler, Hermann Bahr und Hugo von Hofmannsthal. Ende 1891 musste die Zeitschrift eingestellt werden, mehrere ausstehende Geldforderungen, die eingebracht wurden, machen deutlich, dass eine Pleite vorgefallen war.<ref>Erinnerungen. In: Wiener Zeitung, Amtsblatt zur, 4. Oktober 1892, S. 27 (online bei ANNO).</ref><ref>Erinnerungen. In: Amtsblatt zur Wiener Zeitung, 28. April 1892, S. 28 (online bei ANNO).</ref> In Folge lebte er ein Jahrzehnt in Afrika und als Pflanzer in Südamerika. Mit Malaria infiziert, kehrte er zurück und war für die sozialistische Partei tätig, jedoch in seinem Beruf gesundheitlich stark eingeschränkt. Am 13. August 1904 heiratete er Rosa Haymann (geb. Wien 7. Oktober 1870).<ref>Österreich, Niederösterreich, Wien, Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde, 1784–1911, database with images, FamilySearch (25. Januar 2018), Wien (alle Bezirke) > Eheaufgebotsbücher > Eheaufgebotsbuch IV, 1902 Juli-1904 Okt. 1904 > image 153 of 173; Israelitischen Kultusgemeinde Wien (Jewish Community of Vienna) Municipal and Provinical Archives of Vienna, Austria.</ref> An den Spätfolgen der Malaria starb er im November 1925.<ref name="arbzei" />
Literatur[Bearbeiten]
- 2 Briefe Joachims an Schnitzler. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Hg. Martin Anton Müller, Gerd Hermann Susen, Laura Untner, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at//toc_2563.html (Abfrage 2023-05-08)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Joachim, Jaques |
| ALTERNATIVNAMEN | Joachim, Johann Jakob |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Redakteur |
| GEBURTSDATUM | 24. November 1866 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 7. November 1925 |
| STERBEORT | Wien |