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Jean-Claude Bastos de Morais

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Jean-Claude Bastos de Morais

Jean-Claude Bastos de Morais (* 28. Oktober 1967 in Freiburg im Üechtland; heimatberechtigt in Welschenrohr) ist ein schweizerisch-angolanischer Fondsmanager.

Bastos gründete mehrere Firmen, darunter die Quantum Global Group, eine internationale Investorengruppe mit einem Fokus auf Afrika, und die Banco Kwanza Invest, Angolas erste Investmentbank. Bastos war auch Verwalter des angolanischen Staatsfonds und enger Geschäftspartner von José Filomeno dos Santos. Er ist bei den Enthüllungen der Paradise Papers für seine Beziehung mit der angolanischen Regierung und Offshore-Konstrukte als auch für ein angolanisches Hafenprojekt, bei dem er als Fondsverwalter gleichzeitig Investor und Nutzniesser war, bekannt geworden.<ref>Christian Brönnimann: Wie ein Schweizer von Angolas Milliarden profitiert. In: Tages-Anzeiger. 5. November 2017.</ref><ref>Swiss Connection: Spiel mit Angolas Milliarden. In: Rundschau (SRF).</ref>

Das Magazin New African zählte ihn 2013<ref name="Q5" /> und 2017<ref>100 Most Influential Africans: Ten Kenyans Including CJ David Maraga Listed. In: AnswersAfrica. Abgerufen am 31. Januar 2021.</ref> zu den 100 einflussreichsten Menschen des Jahres aus Afrika.

Familie[Bearbeiten]

Sein Vater stammt aus Angola,<ref name="Q1">Meet The Swiss Entrepreneur Who Is Funding African Innovation. In: forbes.com. 1. Oktober 2014, abgerufen am 22. März 2018.</ref> seine Mutter aus einer Schweizer Unternehmerfamilie.<ref name="Q2">Innovation can speed up economic diversification and job creation in Africa. In: thenerveafrica.com. 3. Juni 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. Mai 2018; abgerufen am 22. März 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/thenerveafrica.com</ref> Sein Grossvater mütterlicherseits war ein Industrieller in der Uhrenbranche,<ref>Jean-Claude Bastos de Morais: the publicity-shy entrepreneur unleashing innovation in Angolan slums. In: trueafrica.co. 6. Dezember 2016, abgerufen am 22. März 2018.</ref> der die beleuchtete Armbanduhr einführte.<ref name="Q5" /> Laut Bastos inspirierte ihn seine angolanische Grossmutter zur African Innovation Foundation, die er 2009 gründete.<ref name="Q2" />

Ausbildung und Karriere[Bearbeiten]

Bastos studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Freiburg und erhielt dort einen Master in Management.<ref>My Story African Innovation Business Focus. In: jeanclaudebastosdemorais.com. Abgerufen am 22. März 2018.</ref> Er finanzierte sein Studium, indem er ein regionales M&A-Unternehmen gründete, das mit kleinen Firmen handelte.<ref name="Q2" /> Im Jahr 1989 ging Bastos als Berater zu Deloitte und später zu Abegglen Management Partners. 1995 gründete er eine Risikokapitalgesellschaft, die sich auf Schweizer KMUs spezialisierte.<ref name="Q1" />

2004 gründete Bastos mit Quantum Capital S. A. in Luanda, Angola, das erste Unternehmen der Quantum Global Group.<ref name="Q4">The innovator ecosystem. In: slideshare.net. Juni 2015, abgerufen am 6. September 2020.</ref><ref>Five minutes with… Quantum Global chairman Jean-Claude Bastos de Morais. In: gulfbusiness.com. 4. Juli 2016, abgerufen am 12. September 2020.</ref> 2007 folgte die Gründung der Quantum Global Investment Management in der Schweiz.<ref name="Q4" /> Als Vermögensverwaltung spezialisiert auf globale liquide Investments,<ref name="Q8" /><ref name="Q9">Approved Judgment. (PDF) In: oeclaw.co.uk. 16. August 2018, abgerufen am 9. Mai 2021.</ref> expandierte Quantum Global nach der Gründung der Quantum Global Real Estate im Juni 2009<ref>Quantum Global Alternative Investments AG, Handelsregisterdaten. In: easymonitoring.ch. Abgerufen am 24. Juni 2020.</ref> auch ins Immobiliengeschäft. Mit Plaza, einem Joint Venture mit JLL-Tochter LaSalle, kaufte Quantum Global ab 2012 Büroimmobilien an der Savile Row,<ref>Quantum Global Real Estate and LaSalle buy trophy office building in Mayfair. In: flexsa.co.uk. 2019, abgerufen am 24. Juni 2020.</ref> der Fifth Avenue<ref>Savanna picks up 521 Fifth Ave for $381M. In: therealdeal.com. 28. März 2019, abgerufen am 24. Juni 2020.</ref> und in München.<ref>Quantum Global Real Estate und LaSalle kaufen Büroimmobilie in München. In: deal-magazin.com. 3. September 2013, abgerufen am 24. Juni 2020.</ref> 2014 folgte der Tour Blanche in Paris.<ref>Quantum Global Real Estate und LaSalle erwerben Büroimmobilie in Paris. In: haufe.de. 27. Oktober 2014, abgerufen am 24. Juni 2020.</ref> Weitere Tätigkeitsfelder von Quantum Global waren Private Equity, Portfoliomanagement<ref>Movenpick Ambassador Hotel sold to Quantum Global. In: citifmonline.com. 11. Januar 2017, abgerufen am 12. September 2020.</ref> und ein Labor für Wirtschaftsforschung.<ref>Morocco ranked most attractive investment destination in Africa. In: africanews.com. 30. März 2018, abgerufen am 12. September 2020.</ref>

2008 gründete Bastos Angolas erste Investmentbank,<ref>Inside Angola's Sovereign Wealth Fund. In: forbes.com. 5. September 2014, abgerufen am 22. März 2018.</ref> die Banco Kwanza Invest.<ref name="Q1" />

Quantum Global wurde im September 2015 Mitglied des Forest Stewardship Council.<ref>Quantum Global joins the Forest Stewardship Council International (FSC International). In: African Manager. 3. September 2015, abgerufen am 31. Januar 2021.</ref> 2016 erwarb ein von der Gruppe verwalteter Fonds das InterContinental Hotel in Lusaka<ref>QG Africa Hotel LP Acquires InterContinental Hotel in Lusaka. In: HotelExecutive. 14. April 2016, abgerufen am 31. Januar 2021.</ref> und das Mövenpick Ambassador in Accra.<ref>Quantum Global acquires 5-star Mövenpick Ambassador Hotel Accra. In: financialnigeria.com. 11. Januar 2017, abgerufen am 9. Mai 2021.</ref> Im Jahr 2020 fusionierte Quantum Global Investment mit der Quantum Global Corporate Services.<ref>Quantum Gobal Investment Management AG. In: moneyhouse.ch. 1. Juli 2020, abgerufen am 28. April 2021.</ref>

Fábrica de Sabão[Bearbeiten]

Fábrica de Sabão

Im Jahr 2015 rief er den Innovations-Hub Fábrica de Sabão (Seifen-Fabrik)<ref>Fábrica de Sabão a platform for creative social change. In: fabricadesabao.co.ao. Abgerufen am 22. März 2018.</ref> ins Leben, um innovative Projekte in Angola zu unterstützen. Fábrica de Sabão, eine ehemalige Seifenfabrik, wurde umgewandelt in ein Gründungszentrum mit Coworking und Maker Spaces sowie Accelerator für Start-up-Unternehmen.<ref name="Q5">Jean-Claude Bastos de Morais: Africa’s innovation guru. In: New African Magazine. 27. Juni 2017, abgerufen am 31. Januar 2021.</ref> Der Innovations Hub ist eine Kooperation mit der Regierung, welche das Grundstück bereitstellt. Die Fabrica de Sabao wurde aufgebaut, um Menschen am Rande der Gesellschaft die Teilhabe am Wirtschaftsleben zu ermöglichen.<ref name="Q2" />

African Innovation Foundation[Bearbeiten]

Datei:President Nana Akufo-Addo and Jean-Claude Bastos de Morais (cropped).jpg
Bastos mit dem ghanaischen Präsidenten Nana Akufo-Addo

Im Jahr 2009 gründete Bastos die African Innovation Foundation (AIF),<ref>Founding Board Member. In: africaninnovation.org. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. Juli 2017; abgerufen am 8. April 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.africaninnovation.org</ref> die nachhaltige Projekte in Afrika unterstützte. Der Innovation Prize for Africa (IPA) wurde 2011 in Kooperation mit der United Nations Economic Commission for Africa (UNECA) etabliert.<ref>About IPA. In: innovationprizeforafrica.org. Abgerufen am 8. April 2018.</ref> Der IPA war ein jährlicher Wettbewerb, der afrikanische Unternehmer und Innovatoren<ref>UNECA, African Innovation Foundation Launch Prize for Sustainable Development. In: IISD. 13. Juli 2011, abgerufen am 31. Januar 2021.</ref> mit Investitionen<ref>Innovation Prize for Africa Calls for ‘Made-in-Africa’ Innovations for $150k. In: Techpoint Africa. 3. August 2015, abgerufen am 31. Januar 2021.</ref> in deren Ecosystem<ref>The 10 finalists for the 2016 African Innovation Foundation (AIF) Innovation Award for Africa. In: AfricaTech. 10. Mai 2016, abgerufen am 31. Januar 2021.</ref> und Geschäftsentwicklung ausgezeichnet hat.<ref>Investing in African innovation. In: bizcommunity.africa. 29. September 2016, abgerufen am 31. Januar 2021.</ref> 2016 feierte der IPA seinen fünften Geburtstag<ref>Made in Africa: One of these inventions is about to make it big. In: edition.cnn.com. 16. Juni 2016, abgerufen am 8. April 2018.</ref> und die AIF vereinbarte mit der World Intellectual Property Organization (WIPO) eine Zusammenarbeit bei der Unterstützung afrikanischer Erfinder.<ref>WIPO and African Innovation Foundation Sign Collaboration Agreement. In: flickr.com. 11. Mai 2016, abgerufen am 8. April 2018.</ref> Im Februar 2017 vereinbarten die AIF und der Botswana Innovation Hub, gemeinsam Innovationen in Botswana zu fördern.<ref>African Innovation Foundation signs MoU with Botswana Innovation Hub to commercialize innovations and strengthen innovation ecosystems. In: innovationprizeforafrica.org. 13. Februar 2017, abgerufen am 8. April 2018.</ref> Zusätzlich zum IPA gründete AIF den ZuaHub, eine Plattform, welche Erfinder und Ressourcen verknüpft.<ref>African Innovation Foundation - Call for Applications: Innovation Prize for Africa 2018 Awards "Investing In Inclusive Innovation Ecosystems". In: cnbcafrica.com. 10. Oktober 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Februar 2018; abgerufen am 8. April 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cnbcafrica.com</ref> Im Jahr 2017 umfasste die IPA Datenbank bereits über 6.000 Erfinder aus 51 afrikanischen Ländern.<ref>Innovation Prize for Africa 2017: An interview with Pauline Mujawamariya Koelbl. In: riseafricarise.com. Abgerufen am 8. April 2018.</ref>

In 2012 wurde der IPA von einer gemeinsamen Resolution der Ministerkonferenz für Finanzen, Planung und Entwicklung der Afrikanischen Union (AU) und der UN-Wirtschaftskommission für Afrika (UN-ECA) befürwortet. Die AU/UN-ECA Resolution forderte Regierungen und Privatsektoren in Afrika auf, den African Science, Technology and Innovation Endowment Fund sowie den IPA finanziell zu unterstützen,<ref>Report of the Committee of experts of the fifth joint Annual meetings of the AU Conference of ministers of economy and finance and ECA Conference of African Ministers of Finance, Planning and Economic Development. (PDF) In: archive.uneca.org. 26. März 2012, abgerufen am 25. August 2021.</ref> um deren weitere Entwicklung zu fördern.<ref>Regional cooperation in the economic, social and related fields. (PDF) In: regionalcommissions.org. 27. Juli 2012, abgerufen am 25. August 2021.</ref>

African Law Library[Bearbeiten]

Ein weiteres Projekt der AIF ist die African Law Library (ALL). Sie wurde am 28. November 2013 im Hauptsitz der African Union in Addis Abeba, Äthiopien, gegründet. Mit der African Law Library hat Bastos seine Idee von einem Online-Portal, das Zugang zu einer großen Anzahl an Gesetzestexten und rechtlichen Dokumenten aus afrikanischen Ländern ermöglicht, umgesetzt.<ref>African Law Library launches. In: globethics.net. 27. November 2013, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 8. April 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/www.globethics.net (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> Die Huffington Post berichtete, dass "allein im Juni 2014 mehr als 10.000 Suchanfragen auf der ALL Plattform initiiert wurden". Im März 2015 waren bereits über 4.500 Dokumente zu regionalen und nationalen Gerichtsverhandlungen, 3.600 Gesetze und 8.000 sekundäre Quellen aus acht afrikanischen Ländern online verfügbar.<ref>Democratizing Access to Legal Information -- For Every African. In: huffingtonpost.com. 6. Dezember 2017, abgerufen am 8. April 2018.</ref>

Kritik[Bearbeiten]

2011 verurteilte das Zuger Strafgericht Bastos und einen Geschäftsmann wegen mehrfacher qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung. Die beiden hatten von einer Beteiligungsgesellschaft unter ihrer Kontrolle widerrechtlich Gelder ausbezahlt, die teilweise in ihre eigenen Taschen flossen.<ref>Christian Brönnimann: Wie ein Schweizer von Angolas Milliarden profitiert. In: Tages-Anzeiger. 5. November 2017.</ref><ref>Paradise Papers Bastos wird von der Vergangenheit eingeholt. Schweizer Radio und Fernsehen SRF, 18. Dezember 2017, abgerufen am 19. Dezember 2017.</ref> Die Verurteilung spielte 2017 eine wichtige Rolle in der öffentlichen Diskussion über Bastos geschäftliche Aktivitäten, die von Journalisten in den Paradise Papers aufgedeckt wurden.<ref>«Paradise Papers»: Die undurchsichtigen Geschäfte in Afrika. In: nzz.ch. 6. November 2017, abgerufen am 29. November 2023.</ref><ref>Paradise Papers: Tycoon made $41m from 'people's fund'. In: bbc.com. 7. November 2017, abgerufen am 29. November 2023.</ref> Laut des High Court of Justice in London wurde dort in einem Antrag, das Vermögen von Bastos zu sperren, die Verurteilung in der Schweiz von den Antragsstellern fälschlicherweise so dargestellt, als sei er zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Bastos sollte jedoch nur eine Geldstrafe zahlen, die später ausgesetzt wurde. Der Sperrantrag wurde aufgrund dieser Falschdarstellung und anderer Pflichtverletzungen verworfen.<ref>Fundo Soberano De Angola & Ors v dos Santos & Ors [2018] EWHC 2199 (Comm). In: bailii.org. 16. August 2018, abgerufen am 29. November 2023.</ref> Im weiteren Verlauf ließ auch die Schweizer Staatsanwaltschaft die Anklage fallen und Bastos verfügte über keine Vorstrafen.<ref>You’ve been served with a freezing order. What are your options? In: quinnemanuel.com. 10. Juli 2023, abgerufen am 29. November 2023.</ref>

Fondo Soberano de Angola[Bearbeiten]

Nach einem Auswahlverfahren<ref>Quantum diz que tribunal inglês desbloqueou gestão do Fundo Soberano de Angola. In: dn.pt. 21. Juli 2018, abgerufen am 5. Januar 2020.</ref><ref>Justiça britânica recusa apelo do Fundo Soberano de Angola para recuperar 477 milhões de euros. In: jornaldenegocios.pt. 22. August 2018, abgerufen am 5. Januar 2020.</ref> erhielt Bastos' Vermögensverwaltung Quantum Global 2012 den Auftrag zur Verwaltung des neu geschaffenen Angolanischen Staatsfonds, dem Fundo Soberano de Angola, mit einem Fondsvermögen von 5 Milliarden USD.<ref name="Q8">Angola launches US$5bn sovereign wealth fund. In: country.eiu.com. 18. Oktober 2012, abgerufen am 29. November 2019.</ref><ref>Angolan wealth fund gets president's son on board. In: mg.co.za. 19. Oktober 2012, abgerufen am 29. November 2019.</ref>

Im Rahmen der Enthüllungen der Panama Papers wurde Bastos von mauritischen Finanzermittlern vorgeworfen, er habe von Investments des Staatsfonds "persönlich profitiert". Ein britisches Gericht fror deshalb Ende April 2018 drei Milliarden USD auf den Konten des Geschäftsmannes und dessen Firmen ein.<ref>Christian Brönnimann, Oliver Zihlmann: Erschüttert in Zug und in Afrika In: Tages-Anzeiger vom 15. Mai 2018, abgerufen am 16. Mai 2018.</ref>

Ende Juli 2018 hob der Londoner High Court of Justice die Kontensperre auf. Die Sperre sei aufgrund unvollständiger Informationen erfolgt, urteilte das Gericht,<ref name="Q6">Der schweizerisch-angolanische Investor Bastos hat einen Teilsieg errungen. In: nzz.ch. 2. August 2018, abgerufen am 8. August 2018.</ref> nachdem der angolanische Staatsfonds die Untreue-Vorwürfe gegen Bastos und Quantum Global nicht belegen konnte. Den Vertretern des Staatsfonds warf das Gericht ein "ernsthaftes" und "schuldhaftes" Verhalten vor und schloss künftige Kontensperrungen aus.<ref>Bastos siegt vor Gericht in Grossbritannien. In: handelszeitung.ch. 1. August 2018, abgerufen am 8. August 2018.</ref> Das Gericht erklärte, es gebe "keine Belege dafür, dass die Nutzung von Offshore-Strukturen durch die Gruppe etwas anderes als die normale und legitime Art und Weise war, wie die Gruppe sich für steuerliche, regulatorische und andere ordnungsgemäße Geschäftszwecke strukturierte; oder dass die persönliche Nutzung solcher Strukturen durch Herrn Bastos aus legitimen persönlichen Gründen nicht sein normaler Modus Operandi war. Das Urteil des Obersten Gerichtshofs stellte fest, dass Kapitalgesellschaften in Offshore-Jurisdiktionen "für Private-Equity-Investitionen nicht ungewöhnlich sind; dass sie zu jener Zeit bekannt waren und von Deloitte nicht missbilligt wurden; dass diese Struktur von E&Y in ihren Untersuchungen nicht kritisiert wurde; und dass die Übertragung der gesamten bereitgestellten Mittel auf die Konten im Namen der Kapitalgesellschaften, um sie der Kontrolle der FSDEA zu entziehen, einem legitimen politische Ziel diente."<ref>Quantum Global scores another victory in its dispute with Angola sovereign wealth fund. In: venturesafrica.com. 16. August 2018, abgerufen am 23. Februar 2020.</ref> Bastos wurde aufgrund der Panama Papers von verschiedenen Seiten auch für die Höhe der vom Staatsfonds an Quantum Global gezahlten Managementgebühren kritisiert.<ref>Bastos' Sieg vor Gericht ist rechtskräftig. In: nzz.ch. 29. August 2018, abgerufen am 30. Juli 2021.</ref><ref name="Q6" /> In seiner Urteilsbegründung zur Aufhebung der Kontensperren kritisierte der London High Court die Höhe der Managementgebühren nicht, nachdem E&Y sie als traditionelles Private-Equity-Gebührenmodell beschrieben hatte.<ref name="Q9" /><ref>Bastos droht die Abrechnung in Angola. In: handelszeitung.ch. 30. August 2018, abgerufen am 30. Juli 2021.</ref>

Nachdem das Gericht in London die laufenden Verträge zwischen Quantum Global und dem Staatsfonds juristisch bestätigt hatte, wurde Bastos im Herbst 2018 in Angola unter dem Vorwurf in Untersuchungshaft genommen, er habe sich am Staatsvermögen bereichert. Medien sahen in der Festnahme den Versuch Angolas, Druck auf Quantum Global und Bastos auszuüben.<ref name="Q3">Stefan Häberli: Jean-Claude Bastos ist frei. In: nzz.ch. 22. März 2019, abgerufen am 22. März 2019.</ref> Im März 2019 schlossen Angola und Quantum Global einen Vergleich. Quantum Global löste den Vertrag vorzeitig auf und Bastos erhielt eine Ausgleichszahlung von Angola,<ref>Angolan Connection: fin de clap pour la Bastos Saga. In: lemauricien.com. 13. März 2019, abgerufen am 16. März 2022.</ref><ref>Die Bundesanwaltschaft muss im Fall Bastos kapitulieren. In: nzz.ch. 4. Juli 2019, abgerufen am 23. September 2019.</ref> das alle Anschuldigungen gegen Bastos und Quantum Global fallen ließ. Auf Mauritius wurden die Kontensperren aufgehoben und die Finanzbehörden erneuerten für Quantum Global die Lizenzen. Quantum Global zog eine Schadensersatzklage gegen den Staatsfonds in London zurück.<ref>Jean-Claude Bastos in Luanda freigelassen. In: handelszeitung.ch. 22. März 2019, abgerufen am 23. September 2019.</ref> Als der Vergleich geschlossen worden war, wurde Bastos im März 2019 aus der Untersuchungshaft entlassen.<ref name="Q3" />

Im Juli 2018 waren durch die Bundesanwaltschaft auch die Schweizer Geschäftskonten von Quantum Global gesperrt worden.<ref>Affäre Bastos: Schweiz friert 210 Millionen ein. In: bernerzeitung.ch. 13. Juli 2018, abgerufen am 27. Februar 2021.</ref> Nachdem der London High Court deren weltweit eingefrorene Geschäftskonten bereits wieder freigegeben hatte,<ref name="Q6" /> wurden Anfang 2019 auch die Sperren in der Schweiz gerichtlich aufgehoben. Nach dem Eingeständnis der Behörden, unter medialem Druck gehandelt zu haben, bewertete das Gericht ihr Vorgehen als "rechtsmissbräuchlich".<ref>Schlappe für die Steuerbehörden im Fall Bastos. In: nzz.ch. 8. Januar 2019, abgerufen am 27. Februar 2021.</ref>

Im Juni 2019 stellte die Bundesanwaltschaft alle Ermittlungen gegen Bastos und Quantum Global ein.<ref>Bundesanwaltschaft stellt Ermittlungen zum Fall-Bastos ein. In: aargauerzeitung.ch. 4. Juli 2019, abgerufen am 27. Februar 2021.</ref>

Weitere Aktivitäten[Bearbeiten]

Im Oktober 2011 gründete Bastos das Kitangana Tennis Projekt für Waisenkinder in Angola.<ref name="Q7">Jean-Claude Bastos de Morais. In: gsb.uct.ac.za. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. April 2021; abgerufen am 23. April 2021.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gsb.uct.ac.za</ref> Im Jahr 2017 war seine Quantum Global Group Sponsor der Muhr Awards für arabische Filme auf dem Dubai International Film Festival.<ref>DIFF Welcomes Quantum Global to Sponsor the Prestigious Muhr Awards Competition. In: dubaifilmfest.com. 4. Dezember 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. September 2018; abgerufen am 23. April 2021.</ref> Außerdem unterstützte Bastos mehrere Universitäten. Er förderte ein Forschungsprojekt am Zentrum für Neurowissenschaften ZNZ, einer Zusammenarbeit zwischen der Universität Zürich und der Eidgenössischen Technischen Hochschule ETH.<ref>Meet our authors - Jean-Claude Bastos de Morais, Switzerland and Angola. In: globethics.net. 21. Oktober 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. Juli 2017; abgerufen am 23. April 2021.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.globethics.net</ref> Zudem war er Mitglied in den Beiräten des Event Letterari Monte Verita Festivals, des Official Monetary and Financial Institutions Forum (OMFIF) und der Graduate School of Business der Universität Kapstadt.<ref name="Q7" />

Von 2017 bis 2018<ref>Directory. In: belfercenter.org. 28. November 2024, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 31. August 2018; abgerufen am 1. Juli 2022.</ref> war Bastos Mitglied des International Council des Belfer Center for Science and International Affairs.<ref>International Council Jean-Claude Bastos de Morais. In: belfercenter.org. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. März 2017; abgerufen am 23. April 2021.</ref>

Dokumentation[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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