Jens Glüsing
Jens Glüsing (* 1. Dezember 1960 in Hamburg) ist ein deutscher Journalist und seit 1991 Korrespondent des Nachrichtenmagazins Der Spiegel in Rio de Janeiro, Brasilien. Glüsing gilt als langjähriger ausgewiesener Kenner der politischen und sozioökonomischen Strukturen Brasiliens sowie Südamerikas.<ref>DER SPIEGEL: Redaktionsvertretung Rio de Janeiro. spiegel.de. Abruf am 1. September 2016</ref>
Leben[Bearbeiten]
In Hamburg aufgewachsen studierte Jens Glüsing Politikwissenschaft (Diplomarbeit „Demokratisierung in Argentinien ab 1983“) und die spanische Sprache an der Universität Hamburg (1981–1987). Danach absolvierte er die Henri-Nannen-Schule (Hamburger Journalistenschule Gruner + Jahr) und kam auch zur Die Zeit GmbH von 1988 bis 1989. Sein Interesse galt von Anfang an Lateinamerika; so reiste Glüsing nach dem Studium viel durch diesen Kontinent, hat währenddessen als Freier Journalist für verschiedene deutsche Medien gearbeitet, u. a. für Die Zeit und die Frankfurter Allgemeine (FAZ). Die ersten journalistischen Erfahrungen sammelte er jedoch als freier Mitarbeiter beim Hamburger Abendblatt.<ref>"Pinochets Zeit läuft ab". abendblatt.de. Vom 6. Oktober 1986</ref>
Von 1990 bis 1991 startete Glüsing seine Karriere als Redakteur im Auslandsressort des Spiegel; seit 1991 ist er fester Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in Rio de Janeiro. Während dieser Zeit hatte Glüsing zahlreich Gelegenheit, südamerikanische Staatschefs zu befragen.<ref>SPIEGEL-GESPRÄCH „Die Guerilla ist auf dem Rückzug“. spiegel.de. Vom 4. April 2011</ref> Anfang der 1990er Jahre war er viel in Mittelamerika und Mexiko unterwegs, wo er über die Friedensprozesse in El Salvador und Guatemala sowie über den Aufstand der Zapatisten für den Spiegel berichtete.
Erhöhte Aufmerksamkeit verschaffte ihm im Jahr 1999 ein Feature, als er über eine Expedition der brasilianischen Indianerbehörde FUNAI zu einem isolierten Indianerstamm im Grenzgebiet zu Peru berichten durfte.<ref>Olympia am Amazonas. spiegel.de. Vom 6. November 2000</ref>
Privates[Bearbeiten]
Privat beschäftigt er sich viel mit Jazz. Einen besonderen „Einsatz“ als Journalist hatte er 2011 anlässlich eines Konzerts von Keith Jarrett in Rio de Janeiro, über das er auf Spiegel Online schrieb.<ref>Keith Jarrett live in Rio: Großer Rausch, grausam erarbeitet. spiegel.de. Vom 31. Dezember 2011</ref> Er ist mit einer Brasilianerin verheiratet und lebt im Stadtteil Urca in Rio de Janeiro.
Veröffentlichungen und Preise[Bearbeiten]
Jens Glüsing hatte bisher zwei Buchveröffentlichungen, „Das Guayana-Projekt“, erschienen beim Christoph-Links-Verlag Berlin 2008;<ref>Glüsing, Jens: Das Guayana-Projekt – Ein deutsches Abenteuer am Amazonas (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2025. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.). reuffel.de. Abruf am 1. September 2016</ref> und „Brasilien – eine Landeskunde“, ebenso im selben Verlag 2013 erschienen.<ref>AUTORENPORTRÄT Jens Glüsing. christoph-links-verlag.de. Abruf am 1. September 2016</ref> Glüsing erhielt Brasiliens wichtigsten Journalistenpreis, den „Prêmio Embratel“, in der Kategorie „Auslandskorrespondenten“. Die Jury aus Journalisten und Medienexperten zeichnete seinen in Heft 16/2005, unter dem Titel „Wolke von Geheimnissen“ erschienenen Beitrag, über dubiose Investitionen russischer Millionäre, bei dem Fußball-Erstligisten Corinthians São Paulo, aus. Der Preis ist mit umgerechnet Dreitausend Euro dotiert.<ref>FUSSBALL – Wolke von Geheimnissen. spiegel.de. Vom 18. April 2005</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Jens Glüsing im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Glüsing, Jens |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Journalist |
| GEBURTSDATUM | 1. Dezember 1960 |
| GEBURTSORT | Hamburg, Deutschland |