Jochen Bung
Jochen Bung (* 22. März 1968 in Landau in der Pfalz) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Hamburg.
Leben[Bearbeiten]
Bung absolvierte das Studium der Philosophie, Soziologie sowie Literaturwissenschaft, anschließend das Studium der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main und München. Er arbeitete am Institut für Kriminalwissenschaften und Rechtsphilosophie der Universität Frankfurt am Main (Klaus Lüderssen und Klaus Günther). Bung promovierte<ref>Bung, Subsumtion und Interpretation, Baden-Baden 2004.</ref> (2003) und habilitierte<ref>Bung, Wissen und Wollen im Strafrecht. Zur Theorie und Dogmatik des subjektiven Tatbestands, Frankfurt am Main, 2009.</ref> (2008) in Frankfurt. Es folgten Vertretungsprofessuren an der Universität Bayreuth, der Universität Passau sowie der Humboldt-Universität zu Berlin.
Von 2011 bis 2016 war Bung Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht, Kriminologie und Rechtsphilosophie an der Universität Passau. Seit 2016 hat er den Lehrstuhl für Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Hamburg inne.
Bung ist Mitherausgeber der Zeitschrift Neue Kriminalpolitik und Mitglied des Vorstands der Deutschen Sektion der Internationalen Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie (IVR).
Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten]
Schwerpunkte des wissenschaftlichen Arbeitens von Jochen Bung sind die Grundlagen des Strafrechts<ref>s. zum Überblick Bung, Fünf Grundprobleme des heutigen Strafrechts, Zeitschrift für Internationale Strafrechtsdogmatik (ZIS) 2016, S. 340–344.</ref>, dort insbesondere Fragen der subjektiven Zurechnung. Im Fokus stehen hier Ansätze der analytischen Philosophie, insbesondere Überlegungen von Donald Davidson<ref>Vgl. etwa den Rekurs auf dessen antiskeptisches Argument bei Bung, Wissen und Wollen im Strafrecht, 2009, S. 49.</ref>, aber auch Elizabeth Anscombe und Georg Henrik von Wright. Bung vertritt die These, dass der strafrechtliche Vorsatz in all seinen Formen (direkter Vorsatz ersten Grades, direkter Vorsatz zweiten Grades, Eventualvorsatz) neben der Wissenskomponente immer auch eine Komponente des Wollens enthalte. Somit hält Bung die allgemein verbreitete Formel des Vorsatzes als "Wissen und Wollen" für zutreffend.<ref>Bung, Wissen und Wollen im Strafrecht, 2009.</ref>
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt besteht in der rekonstruierenden, meist von gängigen Lesarten abweichenden Reinterpretation klassischer staatswissenschaftlicher Texte, wie etwa Thomas Hobbes’ Leviathan, Rousseaus Contrat Social<ref>Bung, Zum partikularen, reziproken und kollektiven Charakter normativer Statuspositionen – Zur Rekonstruktion des Contrat social, Rechtsphilosophie – Zeitschrift für Grundlagen des Rechts (RphZ) 2017, S. 3–14.</ref> oder Hegels Grundlinien der Philosophie des Rechts. So deutet Bung etwa Hegels Theorie – auch gegen dessen eigene Abgrenzungsversuche – als „Fortführung der Theorie des Gesellschaftsvertrages“.<ref>Bung, Grundlinien der Grundlinien (Working Paper), S. 4; s. auch S. 9. Abrufbar über die Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Archivierte Kopie ( des Vorlage:IconExternal vom 26. Juli 2019 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..</ref>
Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]
- Subsumtion und Interpretation (Nomos: Studien zur Rechtsphilosophie und Rechtstheorie, Bd. 39), Baden-Baden 2004.
- Wissen und Wollen im Strafrecht. Zur Theorie und Dogmatik des subjektiven Tatbestands (Vittorio Klostermann: Juristische Abhandlungen, Bd. 52), Frankfurt am Main 2009.
- mit Milan Kuhli (Hrsg.): Volk als Konzept in Recht und Politik. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2015, ISBN 978-3-11-059788-2.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bung, Jochen |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 22. März 1968 |
| GEBURTSORT | Landau, Pfalz |
- Seiten mit TemplateStyles-Fehlern
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2025-08
- Strafrechtler (21. Jahrhundert)
- Rechtsphilosoph (21. Jahrhundert)
- Kriminologe (21. Jahrhundert)
- Hochschullehrer (Universität Hamburg)
- Person (Landau in der Pfalz)
- Deutscher
- Geboren 1968
- Mann