Jochen Riebel
Hans-Joachim „Jochen“ Riebel (* 25. März 1945 in Ober-Hilbersheim, Rheinhessen; † 16. Juni 2015<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Tebartz-Kritiker Riebel gestorben ( vom 18. Juni 2015 im Internet Archive)</ref> in Hofheim am Taunus) war ein deutscher Politiker (CDU). Bis 2006 war er Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Hessischen Staatskanzlei, seit 2007 war er in einer Wiesbadener Anwaltskanzlei tätig.
Leben[Bearbeiten]
Jochen Riebel, geboren als Sohn von Anna Maria Riebel und des Studiendirektors Johann Baptis Riebel in Ober-Hilbersheim im Landkreis Bingen, besuchte das Rabanus-Maurus-Gymnasium in Mainz.<ref name="munzinger.de">Jochen Riebel im Munzinger-Archiv, abgerufen am 12. Mai 2015 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> Nach dem Abitur 1964 wurde er zunächst Soldat auf Zeit und diente bis 1966 bei der Bundeswehr. Anschließend studierte er Rechts- und Staatswissenschaften sowie Volkswirtschaft an der Universität Mainz. Er schloss er sein Studium der Rechtswissenschaft mit dem Ersten Staatsexamen 1972 und als Ass. jur. mit dem Zweiten Staatsexamen 1975 ab. Seit 1966 war er Mitglied der katholischen Studentenverbindung VKDSt Hasso-Rhenania Mainz. Er hatte eine Ausbildung zum Reserveoffizier gemacht, war ab 1980 Major der Reserve bei der Luftwaffe und wurde dort zuletzt 1996 zum Oberst der Reserve befördert.
Politik[Bearbeiten]
Riebel war seit 1967 Mitglied der CDU. Er war von 1975 bis 1978 Regierungsrat und stellvertretender Polizeipräsident in Mainz. Von 1978 bis 1979 war er Dezernent der Kreisverwaltung von Alzey-Worms. 1979 bis 1983 wirkte er als Bürgermeister der Stadt von Eschborn und von 1984 bis 1989 war er Oberbürgermeister der pfälzischen Stadt Frankenthal. Von 1990 bis 1999 war er Landrat des Main-Taunus-Kreises. Als solcher enthob er 1992 im Rahmen des Korruptionsskandals um hohe Amtsträger im Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis (sogenannte „Taunus-Mafia“), den mutmaßlich korrupten und in Untersuchungshaft sitzenden Bürgermeister von Kriftel Hans-Werner Börs (1928–1996) seines Amtes und leitete ein Disziplinarverfahren gegen ihn ein.<ref>Jörg Bergmann, Claus Leggewie: Der Löwe von Kriftel. In: Heinz Bude (Hrsg.): Deutschland spricht : Schicksale der Neunziger. Berlin Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-8270-0176-5, S. 55–74; hier 66 (uni-bielefeld.de [PDF]).</ref>
Nach der Landtagswahl in Hessen am 7. Februar 1999 wurde Riebel Staatssekretär des Hessischen Ministeriums der Finanzen unter Finanzminister Karlheinz Weimar, in der Hessischen Landesregierung (Kabinett Koch I). Am 12. September 2000 berief Ministerpräsident Koch Riebel als Nachfolger von Franz Josef Jung zum Leiter der Staatskanzlei und zum Bevollmächtigten für Bundesangelegenheiten. Nach den Landtagswahlen 2003 wurde Riebel im Kabinett Koch II Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten. Aus diesem Amt entließ ihn Koch am 28. März 2006. Riebels Nachfolger wurde Volker Hoff (CDU).
Riebel war Vertreter des Landes Hessen im Aufsichtsrat der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH. Seit März 2010 war er Mitglied des Beirats für Fragen der Inneren Führung.
Kirche[Bearbeiten]
Im Jahr 2010 wurde Riebel vom Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in den neugegründeten Vermögensverwaltungsrat des Bischöflichen Stuhls zu Limburg berufen. In dieser Funktion erregte Riebel mediale Aufmerksamkeit, als er am 7. Oktober 2013 die Öffentlichkeit über erhebliche Mehrkosten beim Bau des Diözesanen Zentrums St. Nikolaus informierte und dabei den Bischof scharf kritisierte.<ref name="furchtbar">Volker Zastrow: Lügen, Gebäude. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. Oktober 2013.</ref>
Privates[Bearbeiten]
Jochen bzw. Hans-Joachim Riebel war katholisch und ab 1980 verheiratet mit Inge Riebel.
Ehrungen[Bearbeiten]
- Ehrenkreuz der Bundeswehr (2004)
- Ordre des Palmes Académiques (2008)<ref name="hessen_2015-06-17">Staatsminister a. D. Jochen Riebel im Alter von 70 Jahren gestorben. In: Pressemitteilung der Hessischen Staatskanzlei. 17. Juni 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Juni 2015; abgerufen am 23. Juni 2015. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
- Komtur des Päpstlichen Ritterordens des heiligen Gregors des Großen durch Papst Benedikt XVI. (2013)<ref name="welt_2013-01-30">Päpstliche Ehrung für Ex-Minister Riebel. In: Welt Online. 30. Januar 2013, abgerufen am 12. Mai 2015.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- StS (Autorenkürzel): Ein Mensch mit festen christlichen Prinzipien. Päpstliche Ehrung für Staatsminister a. D. Jochen Riebel. In: Wiesbadener Kurier. Wiesbaden 1. Februar 2013 (bistumlimburg.de).
- Riebel, Hans-Joachim. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1005.
Weblinks[Bearbeiten]
- Riebel, Jochen. Hessische Biografie. (Stand: 25. März 2025). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Günter Kahlberg | Bürgermeister der kreisfreien Stadt Frankenthal 1984–1989 | Peter Popitz |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Riebel, Jochen |
| ALTERNATIVNAMEN | Riebel, Hans-Joachim |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist und Politiker (CDU) |
| GEBURTSDATUM | 25. März 1945 |
| GEBURTSORT | Ober-Hilbersheim, Rheinhessen |
| STERBEDATUM | 16. Juni 2015 |
| STERBEORT | Hofheim am Taunus |
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