Johann Lemmerz
Johann Lemmerz (* 10. Januar 1878 in Königswinter; † 2. August 1952 ebenda) war ein deutscher Kaufmann und Unternehmer. 1919 gründete er zusammen mit seinen Brüdern Franz und Simon in Königswinter die späteren Lemmerz-Werke.
Leben[Bearbeiten]
Bereits 1904 entstand in der Werkstatt von Johann Lemmerz und seinen beiden Brüdern Franz und Simon in Königswinter ein zweisitziges Automobil mit einem De-Dion-Motor. Dieses bestand 1905 die erste Zuverlässigkeitsfahrt durch die Eifel. Die Brüder fertigten danach noch etwa 20 Wagen, die Johann Lemmerz verkaufte.<ref>Lemmerz, Johann. In: Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. Band 6: Kraatz–Menges. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2006, ISBN 978-3-11-094027-5, S. 345.</ref> Als 1906 der Absatz leichter Wagen vorübergehend einbrach, wandten sie sich dem Bootsbau zu.<ref name="ndb-johann" />
Von 1907 bis 1914 bauten die Brüder als Bootswerft Oberkassel Lemmerz & Co Personenfähren, Ausflugsboote und Motoryachten. Während des Ersten Weltkrieges lieferte die Firma Produkte der Metallindustrie und wurde in Rheinische Metall- und Motorboot-Industrie Lemmerz & Cie KG umbenannt. Die Brüder waren dort die Techniker, Johann Lemmerz der kaufmännische Prokurist.<ref name="ndb-johann">Hans Christoph Graf von Seherr-Thoß: Lemmerz, Johann. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 14, Duncker & Humblot, Berlin 1985, S. 188 f.</ref>
Mit Beginn des Ersten WeltKrieges stand die Lieferung von Metallbauteilen im Vordergrund und die Firma wurde in Rheinische Metall- und Motorboot-Industrie Lemmerz & Cie KG umbenannt.
1919 gründete er in Ermangelung von Autoreifen gemeinsam mit seinen Brüdern in Königswinter die spätere Lemmerz-Werk GmbH, die Felgen und Autoräder herstellte. 1921 stellte er auf der Deutschen Automobilmesse in Berlin ein genormtes Felgen- und neuartiges Scheibenräderprogramm vor. 1923 machten sich seine beiden Brüder selbstständig und er führte die Geschäfte als Autofelgen-Walzwerk und Räderfabrik Lemmerz & Cie. fort. Die Vorstellung auf der Automobilmesse führte dazu, dass das Unternehmen ab 1924 den Auftrag für die Ausrüstung des Opel Laubfrosch mit Scheibenrädern erhielt und damit zum Hauptlieferant von Opel wurde. Ab 1929 folgte die Lieferung ins Ausland, wodurch das Unternehmen auch recht problemlos die Weltwirtschaftskrise überstand. Besonders die USA und die Sowjetunion waren Absatzmärkte für das Unternehmen.
Johann Lemmerz gehörte seit 1930 dem Stadtrat der Stadt Königswinter an. Von 1933 bis 1937 war er Mitglied der NSDAP. Im Entnazifizierungsverfahren wurde er 1948 wegen seiner nominellen Mitgliedschaft und seinem Parteiausschluss 1937 als entlastet eingestuft.<ref>Entnazifizierungsfragebogen vom 15. Oktober 1948</ref>
Die technische Leitung des Betriebs übernahm ab 1935 sein Sohn Paul Lemmerz. Das Unternehmen war da bereits drittgrößter deutscher Räderhersteller nach Kronprinz und Hering. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Fabrik in Königswinter stark beschädigt und 1944 die Produktion nach Ingelbach und Wunsiedel verlegt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übergab Johann Lemmerz das Unternehmen vollständig an seinen Sohn Paul Lemmerz.
Das von ihm mitgegründete Unternehmen ist Teil der Landmaschinen-Holding Iochpe-Maxion (Maxion Wheels).<ref>zur Unternehmensgeschichte von Maxion Wheels (engl., abgerufen am 21. Oktober 2014)</ref>
Ehrungen[Bearbeiten]
Lemmerz wurde 1950 zum Ehrenbürger von Königswinter ernannt. Nach ihm ist die Johann-Lemmerz-Schule (Grundschule) in der Altstadt von Königswinter benannt, für die er das Grundstück gespendet hatte.
Literatur[Bearbeiten]
- Hans Christoph Graf von Seherr-Thoß: Lemmerz, Johann. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 14. Duncker & Humblot, Berlin 1985, ISBN 3-428-00195-8, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lemmerz, Johann |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Konstrukteur und Unternehmer |
| GEBURTSDATUM | 10. Januar 1878 |
| GEBURTSORT | Königswinter |
| STERBEDATUM | 2. August 1952 |
| STERBEORT | Königswinter |