Joint Automated Booking System
Das Joint Automated Booking System (JABS) ist ein Kommunikationsnetzwerk von verschiedenen Bundesbehörden der Vereinigten Staaten zum schnellen Datenaustausch über Gefangene im Gewahrsam dieser Behörden.<ref name="Lane2002"/><ref name="DoJ01"/> Das unter Aufsicht des United States Marshals Service (USMS) stehende<ref name="USMS01"/><ref name="USDC_DC01"/>, breit eingeführte System erlaubt einen automatischen Zugang zum automatisierten Fingerabdruckidentifizierungssystem des FBI (Integrated Automated Fingerprint Information System, IAFIS).<ref name="DoJ01"/> Daneben werden auf JABS auch Bilder von Personen im Gewahrsam der Bundesbehörden verwaltet.<ref name="CJIS01"/> Im August 2010 waren das rund 3,7 Mio. Personen.<ref name="CJIS01"/> Auf JABS selbst und damit auf Fingerabdrücke, Fotos und Beschreibung einer Person in der Datenbank, kann über das Law-Enforcement-Online-Netzwerk des FBI zugegriffen werden.<ref name="LEIDOS01"/>
Ziele[Bearbeiten]
Die Verhaftung einer Person durch den Vertreter einer Bundesbehörde, beispielsweise FBI, Drug Enforcement Administration (DEA), Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives (ATF) usw., erfordert die erkennungsdienstliche Behandlung des Betroffenen. Wird dieser dann an den USMS überstellt, dann wird er dort häufig erneut erkennungsdienstlich behandelt und dann erneut, wenn er dem Bureau of Prisons (BOP) überstellt wird.<ref name="DoJ01"/>
Diese redundanten Verfahren veranlassten das Justizministerium der Vereinigten Staaten (DOJ) im Jahr 1993 zu einem Projekt zur Untersuchung von Lösungsmöglichkeiten.<ref name="DoJ01"/> JABS sollte den Aufwand und die Kosten dieser wiederholten Tätigkeiten reduzieren, indem alle verschiedenen Behörden auf zentrale Datenreservoire zugreifen können.<ref name="DoJ01"/> Zugriffe sollten ermöglicht werden auf das SENTRY-System des BOP, das Firebird Booking System (FBS) der DEA, das Fingerabdrucksystem IAFIS und das Interim Distributed Imaging System (IDIS) des FBI, das ENFORCE Fallverfolgungs- und Booking-System des Immigration and Naturalization Service (INS), das Prisoner Tracking System (PTS) und das Warrant Information Network (WIN) des US Marshals Service.<ref name="Records01"/>
Entwicklung des Systems[Bearbeiten]
Im Februar 1996 ging ein Pilotprojekt mit acht Dienststellen im südlichen Florida aktiv.<ref name="DoJ01"/> Das im Jahr 1999 abgeschlossene Pilotprojekt zeigte, dass die Dienststellen ihre Daten austauschen konnten, dass Fingerabdrücke auch elektronisch an das FBI übermittelt werden, und damit der Zeitaufwand erheblich reduziert werden konnte.<ref name="DoJ01"/>
Unter dem Eindruck dieses Erfolgs entschied das Ministerium 1999 flächendeckende Einführung in allen betroffenen Bundesdienststellen.<ref name="DoJ01"/><ref name="SPSInc01"/> Bis Ende November 2004 waren 840 und damit ca. 77 % der ursprünglich geforderten Dienststellen mit JABS ausgestattet.<ref name="DoJ01"/>
Die gewählte Client-Server-Architektur zeigte in dieser Ausdehnung Probleme.<ref name="SPSInc01"/> Das DOJ beauftragte im Jahr 2004 daher das kleine auf Browser-Lösungen spezialisierte Softwareunternehmen, Software Performance Systems Inc., (SPS) mit der Entwicklung einer browserbasierten Lösung.<ref name="SPSInc01"/> SPS entwickelte eine Drei-Schichten Architektur aus webbasierter Benutzerschnittstelle (Präsentationsschicht), Business-Logic- und Datenbankebene.<ref name="SPSInc01"/> Updates mussten so nur noch am Server vorgenommen werden und Rollout konnte durch Zugriffe aus dem Internet realisiert werden.<ref name="SPSInc01"/>
Siehe auch[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="CJIS01"> Law Enforcement National Data Exchange - N-DEx (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive) in einer Veröffentlichung der Criminal Justice Information Services Division des FBI vom August 2010; abgerufen am 5. November 2014</ref>
<ref name="DoJ01"> Audit Report 05-22 May 2005 der Auditierungsorganisation des U.S. Department of Justice; abgerufen am 12. Oktober 2014.</ref>
<ref name="Lane2002"> Carole A. Lane (2002) Naked in Cyberspace: How to Find Personal Information Online; ISBN 9780910965507; Seite 226.</ref>
<ref name="LEIDOS01"> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Law Enforcement Online (LEO) ( vom 16. Oktober 2014 im Internet Archive), SAIC's LEO provides a communications mechanism to link all levels of law enforcement in all parts of the United States; Produktbeschreibung auf der Webseite des Herstellers von LEO, abgerufen am 12. Oktober 2014 </ref>
<ref name="Records01"> Dokumenteübergabe an die National Archives and Records Administration zum Projekt JABS; abgerufen am 20. Oktober 2014.</ref> <ref name="SPSInc01">Joint Automated Booking System (JABS). In: www.gosps.com. Software Performance Systems, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. November 2007; abgerufen am 20. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
<ref name="USDC_DC01"> Urteil von John D. Bates, United States District Court of the District of Columbia; David and Kay Sieverdings vs. United States Department of Justice, Civil Action No. 11-1032 (JDB) vom 12. März 2012; abgerufen am 7. November 2014.</ref> <ref Name="USMS01"> JABS auf der Webseite des United States Marshals Service; abgerufen am 12. Oktober 2014.</ref> </references>