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Jonas Fricker

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Datei:Jonas Fricker (2024).jpg
Jonas Fricker (2024)

Jonas Fricker (* 30. März 1977 in Schönenwerd; heimatberechtigt in Baden AG und Rupperswil) ist ein bis 2026 aktiver Schweizer Politiker (Grüne).

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Jonas Fricker arbeitet als Projektleiter Klimaschutz bei der Stadt Zürich. Er hat an der ETH Zürich Umweltnaturwissenschaften studiert. Fricker war 2005 bis 2013 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Nachhaltige Entwicklung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und Leiter des Kompetenzzentrums für nachhaltige Gemeinden. 2015 schloss er das Studienprogramm für erfahrene Berufspersonen an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (PH FHNW) mit der Lehrberechtigung für die Sekundarstufe I in Mathematik, Naturwissenschaften und Sport ab.<ref name="jf">Jonas Fricker auf seiner persönlichen Website. Abgerufen am 20. Februar 2017 (Archiv).</ref>

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Von 2002 bis 2006 sass Fricker für das team baden im Einwohnerrat der Stadt Baden und war Mitglied der Natur- und Umweltkommission. Von 2005 bis 2009 war er Parteipräsident der Grünen im Kanton Aargau. Von 2007 bis 2010 war er im Grossen Rat des Kantons Aargau und vertrat seine Fraktion in der Kommission für Aufgaben- und Finanzplanung und in der Kommission für Gesundheit und Sozialwesen. Von 2008 bis 2011 war er Präsident der Grünen des Bezirks Baden. Von 2010 bis 2011 war er erneut Mitglied des Einwohnerrats der Stadt Baden und dort Mitglied der Strategiekommission.

2011 bis 2013 lebte er mit seiner Familie in Amsterdam und legte darum alle seine Ämter nieder. 2013 bis 2016 war er zum zweiten Mal Präsident der Grünen Aargau und 2014 bis 2015 wieder Mitglied des Einwohnerrats der Stadt Baden. Bei den Parlamentswahlen vom 18. Oktober 2015 wurde er in den Nationalrat gewählt.<ref name="jf" />

Sein Wahlvideo Ihre grüne Stimme im Nationalrat wurde im Schweizer Filmpreis für Werbe-, Industrie- und Unternehmensfilme prämiert. Es erreichte den zweiten Platz in der Kategorie Online & Multimedia – Internet Virals & Clips und wurde mit dem silbernen Edi ausgezeichnet.<ref>Silberner Edi: Der Grüne Neo-Nationalrat Jonas Fricker gewinnt Filmpreis. In: Aargauer Zeitung. 6. November 2011, abgerufen am 14. November 2015.</ref><ref>Edi. Der Schweizer Auftrags- und Werbefilmpreis. In: edinet.ch. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. November 2015; abgerufen am 14. November 2015.</ref>

Rücktritt aus dem Nationalrat[Bearbeiten]

Am 28. September 2017 äusserte sich Fricker in einer emotionalen Rede<ref>Jonas Fricker von Emotionen getrieben: «Ich möchte den Holocaust nicht relativieren». In: az Aargauer Zeitung. 29. September 2017 (aargauerzeitung.ch [abgerufen am 6. Oktober 2017]).</ref> während der Debatte zur Fair-Food-Initiative zum Thema Massentierhaltung: «Als ich das letzte Mal so eine Dokumentation von Transporten von Schweinen gesehen habe, sind mir unweigerlich die Bilder der Massendeportationen nach Auschwitz aus dem Film Schindlers Liste hochgekommen. Ich kann nichts dafür, das ist einfach so passiert. Die Menschen, die dort deportiert wurden, die hatten eine kleine Chance zu überleben. Die Schweine, die fahren in den sicheren Tod.»<ref>Amtliches Bulletin. 28. September 2017, abgerufen am 1. Oktober 2017.</ref> Wenige Minuten später entschuldigte er sich im Nationalrat für seinen «unangemessenen Vergleich, den ich in meiner Naivität gemacht habe».<ref>Amtliches Bulletin. 28. September 2017, abgerufen am 1. Oktober 2017.</ref> Auch entschuldigte er sich in aller Form beim Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG),<ref>Dennis Bühler, Nora Güdemann: Nationalrat Fricker vergleicht Schweine- mit Judentransport ++ er entschuldigt sich ++ grosse Entrüstung. In: Aargauer Zeitung online vom 28. September 2017, abgerufen am 28. September 2017.</ref> der die Entschuldigung annahm und vor der Skandalisierung des Fehltritts warnte.<ref>SIG/FSCI: Vergleich mit "Schindlers Liste" von Nationalrat Fricker: Für den SIG ist die Angelegenheit erledigt : www.swissjews.ch. Abgerufen am 6. Oktober 2017.</ref>

Nach Druck aus seiner Partei<ref>Dennis Bühler: Fall Fricker: Kein typischer Medienskandal. In: Medienwoche, 6. Oktober 2017 (PDF).</ref> kündigte Fricker zwei Tage später seinen Rücktritt als Nationalrat auf Beginn der Wintersession, am 27. November 2017, an.<ref>Patrik Müller: Nach Auschwitz-Vergleich: Grünen-Nationalrat Jonas Fricker tritt zurück In: Aargauer Zeitung online vom 30. September 2017, abgerufen am 30. September 2017.</ref> Er bezeichnete dies in seinem Rücktrittsschreiben als «das stärkste Zeichen, das ich setzen kann».<ref>Mein Rücktritt aus dem Nationalrat ist das stärkste Zeichen der Entschuldigung. In: Jonas Fricker. 30. September 2017 (archive.org [abgerufen am 2. Oktober 2017]).</ref>

Den Sitz im Nationalrat übernahm die bisherige Kantonsparlamentarierin Irène Kälin.<ref>Fricker Nachfolgerin Irène Kälin ist bereit für den Nationalrat. In: Radio Argovia. (archive.org [abgerufen am 28. Oktober 2017]).</ref>

Rückkehr in die Kantonspolitik[Bearbeiten]

Nach seinem Rücktritt aus dem Nationalrat im November 2017 machte er eine dreijährige Politikpause. Bei den Grossratswahlen 2020 im Kanton Aargau trat er wieder an<ref>Eva Berger: Jonas Fricker lanciert sein politisches Comeback. In: badenertagblatt.ch. 4. Mai 2020, abgerufen am 30. Januar 2021.</ref> und wurde am 18. Oktober 2020 als Grossrat gewählt.<ref>Ergebnisse Grossratswahlen 2020 – Kanton Aargau. In: ag.ch. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 30. Januar 2021.</ref><ref>Claudia Laube: Bezirk Baden: Ein Polit-Comeback, mehrere Überraschungen: Das sind die neuen Gesichter im Grossen Rat. In: aargauerzeitung.ch. 18. Oktober 2020, abgerufen am 30. Januar 2021.</ref> Er vertrat dort seine Fraktion bis 2024 in der Geschäftsprüfungskommission und der Einbürgerungskommission. Von 2021 bis 2025 amtete er zudem als Vorstandsmitglied der Grünen Bezirk Baden.<ref>Detail Adresse. Abgerufen am 25. November 2024.</ref> Am 20. Oktober 2024 wurde er als Grossrat wiedergewählt und präsidierte bis zu seinem Rücktritt am 24. März 2026 die Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV).<ref>UBV. In: ag.ch</ref> Jonas Fricker war "Vater" des Klimaparagrafen in der Verfassung des Kantons Aargau.<ref>Abstimmungen vom 9. Juni: Erhält der Aargau einen Klimaparagrafen? In: srf.ch. 22. Mai 2024, abgerufen am 26. März 2026.</ref> Dieser legt den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel als Staatsaufgaben von Kanton und Gemeinden fest.

Zivilgesellschaftliches Engagement[Bearbeiten]

Fricker ist Co-Präsident des WWF Aargau (seit 2021)<ref>Vorstand. Abgerufen am 25. November 2024.</ref>. Von 2014 bis 2022 war er Präsident der Stiftung Oekopolis<ref>Jonas Fricker. In: ag.ch/grossrat. Abgerufen am 30. Januar 2021.</ref>, von 2017 bis 2023 Gründungspräsident von Fussverkehr Aargau<ref>Fussverkehr Kanton Aargau | Fussverkehr Schweiz. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 25. November 2024.</ref> und von 2023 bis 2026 Gründungspräsident und Captain des FC Grossrat Aargau.<ref>FC Grossrat Aargau. Abgerufen am 11. März 2026.</ref>

Privat[Bearbeiten]

Fricker ist verheiratet und lebt mit seiner Ehefrau und den drei Kindern in Baden.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Jonas Fricker – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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