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Jorge Isaacs

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Datei:Fi 322 Isaacs, Jorge.jpg
Jorge Isaacs

Jorge Enrique Isaacs Ferrer (* 1. April 1837 in Cali; † 17. April 1895 in Ibagué) war ein kolumbianischer Schriftsteller und liberaler Politiker. Sein Roman María war der populärste lateinamerikanische Roman des 19. Jahrhunderts.

Leben[Bearbeiten]

Jorge Isaacs wurde am 1. April 1837 in Cali geboren. Er war eines von 15 Kindern. Seine Mutter war Manuela Ferrer Scarpetta, die Tochter eines katalonischen Soldaten und einer Kolumbianerin. Sein Vater war George Henry (auf Spanisch Jorge Enrique), ein gebürtiger Jamaikaner mit jüdischen Wurzeln, der 1822 nach Kolumbien immigriert war, um in Chocó die Goldminen auszubeuten. Im Jahr 1848 begann Jorge Isaacs seine Sekundarschulbildung am Colegio del Espíritu Santo in Bogotá, das von Lorenzo María Lleras geleitet wurde. 1853 kehrte er nach Cali zurück, offenbar ohne einen Schulabschluss erworben zu haben. Während der Revolution von 1854 trat er in die Armee von Oberst Tejada ein und kämpfte gegen die Truppen des Generals José María Melo.

Am 19. November 1856 heiratete Isaacs in Cali Felisa González Umaña. Während des Bürgerkriegs von 1860 bis 1861 kämpfte er auf Seiten der Regierung gegen die Revolution von General Tomás Cipriano de Mosquera und begann zugleich Gedichte zu verfassen. Nach dem Tod seines Vaters im März 1861 übernahm er die Verwaltung der Familiengüter. Da ihm deren Bewirtschaftung nicht gelang, zog er 1863 nach Bogotá.

Im Mai 1864 erzielte Isaacs mit einer Lesung seiner Gedichte vor dem angesehenen literarischen Kreis „El Mosaico“ einen ersten literarischen Erfolg. Die Gruppe veröffentlichte anschließend seine Gedichte. Im selben Jahr begann er mit der Arbeit an seinem Roman María. Im November trat er eine untergeordnete Stelle als Bauinspektor an der im Bau befindlichen Straße zwischen Cali und Buenaventura an. Im November 1865 kehrte er, an Malaria erkrankt, nach Cali zurück und setzte dort die Arbeit an María fort.

Von 1866 bis 1869 war Isaacs Abgeordneter im kolumbianischen Kongress. Gleichzeitig betrieb er in Bogotá ein Bekleidungsgeschäft. Im Juni 1867 erschien sein Roman María. Von Juli bis Dezember desselben Jahres leitete er die konservative Zeitung La República. In den Jahren 1869 und 1870 war er Sekretär des Repräsentantenhauses. Seine zunehmende Annäherung an liberale Positionen führte schließlich zu einem Parteiwechsel von den Konservativen zu den Liberalen. Zudem trat er der Freimaurerei bei.

Von 1870 bis 1872 amtierte Isaacs als kolumbianischer Konsul in Chile. Nach seiner Rückkehr nach Kolumbien im Jahr 1873 erwarb er die Hacienda „Guayabonegro“ bei Palmira. Wie schon bei der Verwaltung des Familienbesitzes blieb ihm auch dort der wirtschaftliche Erfolg versagt, und er war mehrere Jahre in Rechtsstreitigkeiten verwickelt.

1876 ernannte ihn sein Cousin César Conto zum Leiter des öffentlichen Bildungswesens des Departements Cauca. Gemeinsam mit Conto gab er die Zeitung El Programa Liberal heraus. Während des Bürgerkriegs von 1876 bis 1877 kämpfte Isaacs erneut auf Seiten der Regierung. 1877 wurde er zum Regierungssekretär des Departements Cauca ernannt. Unter politischem Druck legte er dieses Amt jedoch 1878 nieder und kehrte als Abgeordneter in den Bundeskongress nach Bogotá zurück.

1879 begab sich Isaacs in das Departement Antioquia, dessen Präsident sein Freund General Tomás Rengifo war. Dort leitete er für kurze Zeit die politische Zeitung La Nueva Era. Am 30. Januar 1880 erklärte er sich selbst zum Präsidenten von Antioquia. Da seine Regierung von der Zentralregierung nicht anerkannt wurde, musste er bereits am 9. März desselben Jahres zurücktreten. Im selben Monat wurde er wegen seiner revolutionären Aktivitäten aus dem Kongress ausgeschlossen. Seine Haltung verteidigte er in der Schrift La revolución radical en Antioquia. Anschließend zog er nach Ibagué, möglicherweise mit dem Ziel, die Präsidentschaft in Tolima anzustreben.

1881 veröffentlichte Isaacs das unvollendete Gedicht Saulo, das er dem argentinischen Präsidenten Julio Roca widmete. Im September desselben Jahres wurde er in eine Kommission berufen, die die Bodenschätze unerforschter Regionen an der Atlantikküste untersuchen sollte. Einen großen Teil des folgenden Jahrzehnts verbrachte er mit Erkundungsreisen und entdeckte Kohlevorkommen in den Departementen Magdalena und Bolívar. 1884 erhielt Isaacs von dem argentinischen Präsidenten Julio Roca 3.000 Pesos für eine geplante Übersiedlung nach Argentinien. Er trat die Reise jedoch nicht an. 1886 erhielt er das exklusive Recht zur Ausbeutung der von ihm entdeckten Kohlevorkommen, konnte jedoch das dafür erforderliche Kapital nicht aufbringen.

1887 veröffentlichte er eine Studie über die indigenen Völker des Departements Magdalena. Im Jahr 1893 arbeitete er an einer Trilogie historischer Romane. Jorge Isaacs starb am 17. April 1895 in Ibagué. Seine sterblichen Überreste wurden 1904 nach Medellín überführt.<ref>Donald McGrady: Jorge Isaacs. Twayne Publishers, New York 1972. Seiten 11–13</ref>

Rezeption[Bearbeiten]

Sein literarischer Durchbruch gelang ihm mit María (1867), einem in Teilen autobiografischen romantischen Roman, in dem es um die tragische Liebesgeschichte Efraíns zu seiner Cousine María geht. Das Buch ist einer der meistgelesenen Romane Lateinamerikas und wurde für das Fernsehen verfilmt.

Ehrungen[Bearbeiten]

Er ist auf dem 50.000-Pesos-Schein Kolumbiens, zusammen mit dem Anfang eines seiner Gedichte, abgebildet.

Werke[Bearbeiten]

Einzelausgaben
  • Poesías de Jorge Isaacs. Editorial Norma, Cali 1967 (EA 1864).
  • María. Roman; der Welterfolg aus Kolumbien („María“, 1867). Sonrrie Verlag, Norderstedt 2003, ISBN 3-936968-02-0
  • Revolución radical en Antioquia. 1880.
  • Informe que les presenta al poder ejecutivo nacional y al gobierno del estado el director de la instrucción pública del Tolima. 1883.
  • La tierra de Córdoba. Canto. 1893.
  • Cuaderno de poesías. 1864–1867. Instituto Caro y Cuerva, Bogotá 1990.
Werkausgabe
  • Obras completas. Neuaufl. Universidad de Bogotá 2005/09
  1. María. 2005.
  2. Poesía, canciones y coplas populares, traducciones. 2006 (2 Bde.).
  3. Teatro. 2007.
  4. Escrítas varios. 2008.
  5. La revolución radical en Antiocha. 2009.

Literatur[Bearbeiten]

  • Germán Arciniegas: Genio y figura de Jorge Isaacs (Colección Genio y figura; Bd. 13). Editorial Universitaria, Buenos Aires 1970.
  • Kerstin Cornils: Neues aus Arkadien. Der Streit um die Moderne bei Adalbert Stifter und Jorge Isaacs (Literatur und Leben; Bd. 68). Böhlau, Köln 2007, ISBN 978-3-412-08906-1 (zugl. Dissertation, Universität Göttingen 2006).
  • Stephan Leopold: Entre nation-building y Trauerarbeit. Asimilación, melancolía y tiempo mesiánico en „María“ de Jorge Isaacs. In: Robert Folger und Stephan Leopold (Hrsg.): Escribiendo la independencia. Perspectivas postcoloniales sobre la literatura latinoamericana del siglo XIX (Bibliotheca Ibero-Americana; Bd. 132). Vervuert Verlag, Frankfurt/M. 2010, ISBN 978-3-86527-514-1, S. 209–224.
  • Donald MacGrady: Jorge Issaacs (Twayne’s world authors series; Bd. 166). Twayne Publ., New York 1972.
  • Fabio Martínez: La búsqueda del paraíso. Biografíia de Jorge Isaacs. Editorial Planeta Colombiana, Bogotá 2003, ISBN 958-42-0739-3.
  • Otto Morales Benítez: Jorge Isaacs en el torbellino político (Colección Bolsilibros; Bd. 58). Academia Colombiana de Historia, Bogotá 2007, ISBN 978-958-8040-46-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Jorge Isaacs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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