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Jost Kobusch

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Datei:Jost Kobusch.jpg
Jost Kobusch im Zelt (vor oder im Jahr 2017)

Jost Kobusch (* 3. August 1992 in Bielefeld<ref name = "BO">Jost Kobusch: Was der jüngste 8000er-Bezwinger über die Rentenkasse denkt, boerse-online.de, 2. Februar 2019</ref>) ist ein deutscher Bergsteiger und Buchautor.

Leben[Bearbeiten]

Kobusch wuchs in Borgholzhausen auf. Er hat fünf Schwestern. Seine Eltern ließen sich früh scheiden. Er wuchs bei seinem Vater, einem Tischler, und in der Obhut verschiedener Au-pair-Mädchen auf. Mit zwölf Jahren begann er in einer Kletter-AG an der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule in Borgholzhausen mit dem Klettern.<ref name="Freie Presse">Oliver Hach: Eiskalt. In: Freie Presse. 20. September 2019, abgerufen am 8. Oktober 2019.</ref><ref name="halle">Zwischen dem Medien-Rummel: Profi-Bergsteiger Jost Kobusch genießt den Heimatbesuch, Haller Kreisblatt, 29. Mai 2019</ref> Kobusch schloss die Schule mit dem Abitur ab<ref name="halle" /> und absolvierte einen freiwilligen Wehrdienst als Gebirgsjäger in Berchtesgaden.<ref>Dem Tod von der Schippe gesprungen, Schwäbische Zeitung vom 1. Juni 2018 (genios.de)</ref>

Seit 2016 lebt Kobusch in Chemnitz und studiert an der Technischen Universität Chemnitz Sports Engineering.<ref>Grenzerfahrungen eines Solo-Bergsteigers: ARTE begleitete TU-Student und Profi-Bergsteiger Jost Kobusch bei Solo-Aufstieg zum Mont Blanc - Sendung am 13. Februar, 19:40 Uhr, tu-chemnitz.de, 13. Februar 2019</ref>

Bergsteiger[Bearbeiten]

Im Oktober 2013 reiste Kobusch für eine Besteigung des Pik Lenin nach Kirgistan, musste aber die Besteigung aufgrund schlechten Wetters abbrechen. Am 24. Dezember 2013 um 20:12 Uhr bestieg er als erster den bis dahin namenlosen Pik Yoko (4048 Meter).<ref>Auf dem Pik Lenin war er den Naturgewalten ausgeliefert, novostan.org, 17. April 2014</ref><ref>„Für die Kirgisen war meine Idee verrückt“. In: Novastan Deutsch. 27. März 2014, abgerufen am 8. Oktober 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Wenige Tage später wurde die Erstbesteigung durch Community Based Tourism Kyrgyzstan auch offiziell anerkannt.<ref>Pik Lenin 7143m Solo. In: jostkobusch.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 9. Oktober 2019.</ref>

Im April 2014 bestieg Jost Kobusch die Ama Dablam solo und ohne künstlichen Sauerstoff.<ref>Interesting Facts About Ama Dablam. MountainJourney.com, 16. November 2017, abgerufen am 10. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er ist der jüngste Solobegeher des Gipfels.<ref>Ama Dablam Solo Record! (video included). Gripped. The Climbing Magazine, 29. Juni 2014, abgerufen am 24. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Kobusch filmte am Morgen des 25. April 2015 vom Basislager des Mount Everest eine durch ein Erdbeben ausgelöste Lawine, die Teile des Basislagers verwüstete,<ref name="sz" >Hannes Vollmuth: Bergsteiger Jost Kobusch filmt eine Everest-Lawine und kommt zu zweifelhaftem Ruhm. Wie denkt er jetzt darüber? Süddeutsche Zeitung, 10. November 2015, abgerufen am 15. Oktober 2019.</ref> durch die mindestens 19 Menschen ihr Leben verloren und durch die mehr als 60 zum Teil schwer verletzt wurden.<ref>Stephanie Geiger: Bergsteiger filmte Abgang der Lawine ins Basislager. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. April 2015, abgerufen am 10. November 2019.</ref> Kobusch erlangte durch dieses auf YouTube bereitgestellte Video „schlagartig weltweite Bekanntheit“.<ref>Everest: Jost Kobusch plant Solo-Winterbesteigung. In: alpin.de. 28. August 2019, abgerufen am 10. November 2019.</ref> Die Filmsequenz erreichte innerhalb weniger Tage über 23 Millionen Aufrufe.<ref name="sz" /> Nach dem Lawinenunglück gab Kobusch Interviews, unter anderem in Spiegel Online<ref>Stephan Orth: „Mit 22 fühlt man sich unsterblich“. Spiegel Online, 30. April 2015, abgerufen am 15. Oktober 2019.</ref> und im Sat.1 Frühstücksfernsehen.<ref>Sat1 Frühstücksfernsehen 24.11.2015 Bergsteiger Jost Kobusch berichtet. In: YouTube. Jost Kobusch, 28. November 2015, abgerufen am 15. Oktober 2019.</ref>

Am 1. Mai 2016 erreichte Kobusch ohne die Zuhilfenahme von künstlichem Sauerstoff den Gipfel der Annapurna (8091 Meter) über die Nordflanke.<ref name="bca" >Jost Kobusch besteigt Annapurna. In: bergsteigen.com. Alpinverlag Jentzsch-Rabl, 12. Mai 2016, abgerufen am 15. Oktober 2019.</ref> Es war Kobuschs erster Gipfelerfolg an einem Achttausender.<ref name="dws" /> Er ist damit der jüngste und insgesamt achte deutsche Bergsteiger, der auf diesem Gipfel stand.<ref name="bca" /> Kobusch war ohne Sherpas unterwegs,<ref name="bca" /> nutzte aber nach eigener Aussage „verlegte Fixseile der Sherpas“ der 30 weiteren Bergsteiger,<ref>Michael Levy: Jost Kobusch To Attempt Everest’s West Ridge, Solo, in Winter. Rock and Ice Magazine, 2. Oktober 2019, abgerufen am 10. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „I used the lines Sherpas put up, …“</ref> die an diesem Tag den Gipfel erreichten.<ref>Ascents - Spring 2016 (updated 1 July 2019). The Himalayan Database, 1. Juli 2019, abgerufen am 10. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Raheel Adnan: Carlos Soria Summits Annapurna at the Age of 77 Years; 30 More Ascents / (Updated). Explorersweb.com, 1. Mai 2016, abgerufen am 10. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Mit dem israelischen Bergsteiger Nadav Ben Yehuda spielte er unterhalb des Gipfels eine Partie Blitzschach,<ref name="dws" >Schachmatt am Gipfel der Annapurna. Deutsche Welle, 13. Mai 2016, abgerufen am 10. November 2019.</ref> filmisch dokumentiert durch einen US-Bergsteiger.<ref>Schach in der Todeszone – das Höchste Schachspiel der Welt: Jost vs. Nadav auf 8071m. In: YouTube. Jost Kobusch, 26. Juni 2016, abgerufen am 10. November 2019.</ref>

Im Oktober 2017 gelang Kobusch die Erstbesteigung des 7296 Meter hohen Nangpai Gosum II.<ref name="dw.com" >Nangpai-Gosum II-Erstbesteiger Kobusch: „Sehr schwierig“. Deutsche Welle, 17. Oktober 2017, abgerufen am 12. Oktober 2019.</ref><ref>Redaktion: Alpin. Jost Kobusch: Erfolg am Nangpai Gosum II: Erstbesteigung im Himalaya. In: Alpin Magazin. 17. Oktober 2017, abgerufen am 8. Oktober 2019.</ref> Der Berg galt bis zu Kobuschs Solobegehung ohne künstlichen Sauerstoff als der vierthöchste unbestiegene Berg der Erde.<ref name="dw.com" /> Vom Advanced Basecamp (5560 Meter) aus benötigte Kobusch über Camp 1 (6400 Meter) und Camp 2 (6840 Meter) drei Tage bis zum Gipfel, den er am 3. Oktober 2017 erreichte. Er wertete den Schwierigkeitsgrad der Begehung mit TD (Tres Difficile) gemäß dem International French Adjectival System (IFAS).<ref name="dw.com" /> Für diese Leistung wurde Kobusch in die Auswahlliste 2017 – Significant ascents des Piolet d’Or aufgenommen,<ref>2017 - Significant ascents. In: Internet Archive. Piolet d’Or, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 15. Oktober 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> ging bei der Preisvergabe 2018 aber „leer aus“.<ref>Bergsteiger-„Oscars“ vergeben: Piolets d’Or: Das sind die Preisträger 2018. In: alpin.de. 26. September 2018, abgerufen am 15. Oktober 2019.</ref>

Zum Jahreswechsel 2019/2020 plante Kobusch einen von vielen Bergsteigern kritisch<ref>Junger Extrembergsteiger Jost Kobusch spiegel.de</ref> und wenig aussichtsreich<ref>27-Jähriger aus Bielefeld scheitert bei Solo-Winter-Besteigung des Mount Everest spiegel.de</ref> gesehenen Versuch der Winterbesteigung des Mount Everest. Laut der »Himalayan Database« war dies nur zwei Sherpas, die mit Unterstützung einer Gruppe im Winter 1987/1988 die Spitze zusammen erklommen, gelungen. Jedoch wollte Kobusch alleine und eine technisch noch anspruchsvollere Route zur Spitze nehmen.<ref name=":0">Anne Armbrecht: (S+) Jost Kobusch am Mount Everest: »Gehofft, dass ich nicht vom Berg fliege«. In: Der Spiegel. 8. März 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 9. März 2022]).</ref> Ende Februar 2020 brach er den Versuch auf 7360 Meter ab, weil er nicht mehr in Topform gewesen sei.<ref>Jonas Damme: 1.488 Meter vorm Ziel: Jost Kobusch bricht Rekordversuch am Mount Everest ab. 29. Februar 2020, abgerufen am 9. März 2022.</ref> Zum Jahreswechsel 2021/2022 startete Kobusch die Wiederholung des vor zwei Jahren gescheiterten Versuchs.<ref>Everest-Rekordversuch von Jost Kobusch Spiegel.de</ref> Er kam dabei auf eine Höhe von 6450 Metern, jedoch machte der Jetstream den Aufstieg in jener Zeit unmöglich, da der Sturm<ref name=":0" /> ihm kein Zeitfenster zur Besteigung bot. Der andauernde Sturm zerstörte fünf seiner Zelte. Enttäuscht war Kobusch eigener Aussage zufolge nicht. Er habe sich selbst gezeigt, in der Lage zu sein, den unteren Routenteil des Mount Everest „sehr schnell zu klettern“ und habe dazugelernt.<ref name=":0" /> Er plante einen neuen Versuch im Jahr 2023. Rückenprobleme zwangen ihn zu einer Ruhepause. Im Winter 2024/25 startete er seinen dritten Versuch am Mount Everest.<ref>Stephanie Geiger: Was treibt Extrembergsteiger Jost Kobusch? Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Dezember 2024, abgerufen am 26. Dezember 2024.</ref>

Am 19. Februar 2023 bestieg Kobusch in einer Winter-Solobegehung den Denali, mit 6190 m der höchste Berg Nordamerikas. Damit ist er der Erste Nicht-Amerikaner und der Erste, dem es durch das Messner-Couloir gelang. Er ist insgesamt der dritte Solobegeher im Winter. Für die Besteigung benötigte er rund 35 Stunden vom Höhenlager bis zum Gipfel und zurück.<ref>Jost Kobusch: Erste Solo-Winter-Begehung des Denali über das Messner-Couloir. In: lacrux.com. 21. Februar 2023, abgerufen am 21. Februar 2023.</ref>

Begehungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

  • Ich. Oben. Allein. Riva, 2017, ISBN 978-3-7423-0079-9
  • Reinhold Messner: Mord am Unmöglichen. Herausgegeben von Luca Calvi und Alessandro Filippini, Malik, 2018, ISBN 978-3890295138. Kapitel Jost Kobusch: Es wird immer Neues zu entdecken geben, S. 188 bis 192 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)
  • Reinhold Messner: „Gehe ich nicht, gehe ich kaputt.“ Briefe aus dem Himalaja. Malik, 2020, ISBN 978-3890295022, Kapitel Jost Kobusch: Mount. Everest. Base. Camp, 2. Januar 2020, Seite 386 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)

Dokumentationen[Bearbeiten]

Interviews[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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